Finanzamt hat erstmalig Eigenverbrauch besteuert - Okay?

  • Hallo, ich bin neu im Forum und möchte aber gleich etwas zu Diskussion stellen.
    Bei meiner Steuererklärung hat das Finanzamt erstmalig meinen Eigenverbrauch besteuert und Umsatzsteuer dafür eingefordert.
    Daran möchte ich erstmals nicht rütteln.
    Was mich stört ist der angesetzte Satz von 23 cent.
    Bei meinem Energieversorger zahle ich 21,5 cent.
    Den erzeugten Strom verkaufe ich für 13,8 cent.


    Mit meiner Frau zusammen habe ich einen Versorgervertrag zur Strombelieferung an uns selbst geschlossen und diesen beim Finanzamt eingereicht. D.h. wir beliefern uns selber mit Strom zum Preis für den Eigenverbrauch in der Höhe von 13,8 cent.


    Meine Frage und der Inhalt meines Widerspruchs zur Steuerberechnung ist:
    1. Warum muss ich für einen fiktiven Strompreis an das Finanzamt mehr bezahlen, wenn mein Stromversorger weniger Geld nimmt?
    2. Warum darf ich meinen eigens produzierten Strom nicht zu dem Preis an mich selbst verkaufen, den der Stromversorger dafür bezahlt?


    Mein Widerspruch liegt dem Finanzamt vor und wurde an die Rechtsbehelfstelle des Finanzamts übergeben.
    Mir ist schon klar, dass das kleine Brötchen sind, die ich backe. Aber in der Masse kann das schon Auswirkungen haben, wenn das Finanzamt für jeden PV-Betreiber persönliche Werte berücksichtigen muss.


    In meinem Fall wäre der Unterschied:
    91,77 € Steuern bei 23 cent oder
    55,06 € Steuern.


    Die Gewerbesteuern lasse ich mal außen vor.


    Bei ca. 1,5 Millionen PV-Anlagen in Deutschland in 2014 wäre der Betrag bei meiner Anlagengröße in der Höhe von 82.593.000 € Differenz wohl nicht unerheblich.


    Wenn man das Ganze auf die Laufzeit von 20 Jahren rechnet kommt folgendes heraus:
    - Steuerdifferenz gesamt 1.651.860.000 €
    - Steuerdifferenz persönlich 734,20 €


    Kann man ja mal darüber nachdenken, ob man das verschenken möchte oder lieber für sich behält.


    LG
    Alex


    Das ist wohl nicht wenig.

    Einmal editiert, zuletzt von Kollektor () aus folgendem Grund: Abgetrennt da eigenständiges Thema

  • Lieber Alex,


    zum einen bist du hier völlig falsch, weil es im Forum ein Unterthema "Steuern" gibt und zum zweiten musst du dich nicht wundern, wenn das FA "großzügig schätzt", wenn du schon keine Angaben machst.


    Ach ja: Willkommen im Forum!

    Viele Grüße

    Bento


    Auch an Tagen, an denen der Himmel grau ist, ist die Sonne nie ganz verschwunden.
    (Arnaud Desjardins)


  • Herzlich willkommen im Forum.


    Ich will mal direkt meinen ganzen Charme spielen lassen:
    Den Vertrag den Du und Deine Frau mit Euch selbst geschlossen habt....... ist ein sogenannter WOMBAT. (Waste Of Money Brain And Time)


    Geschäft mit sich selbst sind grundsätzlich nicht möglich. (Selbstkontrahierungsverbot, §181 BGB).
    Ausnahmen sind möglich - aber hier nicht einschlägig.


    Sofern Deine Anlage vor dem 1.4.2012 ans Netz gegangen ist, erfolgt eine fiktive Volleinspeisung (Lieferung des gesamten erzeugten Stromes) an den VNB. Im Gegenzug wird die (Rück)lieferung des selbst verbrauchten Stromes vom VNB an den Anlagenbetreiber fiktiert. BEmessungsgrundlage ist das Delta zwischen Einspeise- und Direktverbrauchsvergütung.
    Auch dieses Delta ist nun wieder vo Inbetriebnahmezeitpunkt bzw. den zu diesem Zeitpunkt gültigen Vergütungssätzen abhängig. 16,38 Cent ist ein typischer Wert.


    Sofern Deine Anlage nach dem 31.3.12 ans Netz gegangen ist, wird diese Fiktion nicht mehr angewendet.
    Es liegt eine unentgeltliche Wertabgabe vor. Die Bemessungsgrundlage ist der Preis für Bezugsstrom im Vergleichszeitraum.
    Der BMF ist dabei den Anlagenbetreibern ein Stück entgegen gekommen. Es darf der Preis angesetzt werden, der sich unter Anwendung der tatsächlichen Tarifkonditionen ergeben würde, wenn man den gesamten Strombedarf (also auch den tatsächlich selbst erzeugten Strom) vom EVU bezogen hätte.



    Dafür das das FA keine Angaben von Dir hatte, wurde doch äußerst fair gerechnet. Wegen den 2 Cent macht man normalerweise keinen Affen wild. Da kostet der Bändel ja mehr als der Sack.

    16,92 kWp / 72 x Sharp NU-235 / Aurora Power One 12,5 + 3,0/ 0° Südabweichung / 8° Dachneigung

  • Ich finde die Schätzung ist gar nicht mal so weit weg von der (meiner Realität)


    Für die Schätzung der Steuer auf den EV gehe ich hin:


    (Bezug vom Stromversorger + Grundgebühr)/ Strombezug = Grundlage für die Berechnung des EV


    Sprich (Zahlen sind aus dem Kopf- passen aber in etwa) :
    0,198€/kWh* 5000kWh+ 7€*12Monate = 21,48€


    Hierauf rechne ich die Ust*Eigenverbrauch = 0,0408€/kWh * 5500 = 224,46€ Abzuführende Ust für 2016


    Damit kann FA und icke leben


    Grüsse
    Carsten

    7,28 kWp, 6000TL20, Ost mit 28 x ReneSola JC260M-24/Bb (02/2013)
    2,65 kWp, 2500TL21, West mit 10 x SolarWorld AG SW 265 mono (EU)
    6,48 kWp, SB5.0, W/NW mit 22 x SolarWorld AG SW 270 mono (EU)
    14,8 kWh Hoppecke Batterie mit SI 6H-11