EFH Neubau - Dimensionierung PV Anlage samt Stromspeicher.

  • Hallo zusammen,


    wir sind gerade dabei uns unseren Traum vom Eigenheim zu erfüllen bzw. bauen wir ein Einfamilienhaus mit kleiner Einliegerwohnung im südlicheren Teil der Republik. Bisher steht lediglich der Rohbau mit dem frisch eingedeckten Dach. Auf diesem Pult-Dach soll zukünftig auch eine PV Anlage ihren Dienst verrichten und im Technikraum dazu ein passender Stromspeicher parat stehen.


    Unsere Eigenleistung ist ziemlich hoch und somit hetzen wir gerade von einem spannenden Thema ins nächste :lol: ... und die gesamte Planung und Umsetzung der PV Anlage soll dabei nicht auf der Strecke bleiben. Die Anlage möchte ich über meinen alten Ausbildungsbetrieb beziehen (Elektroinstallation) bzw. wurde über diesen die Anlage auch bereits ausgelegt. Man kennst sich also sehr gut und somit vertraue ich eigentlich auch darauf was mir angeboten wird: wenn ich aber eines bereits gelernt habe in der ganzen Bauzeit ist es auch mal abseits vom Architekten, Handwerker usw. über den Tellerrand zu schauen und gewisse Dinge auch mal grundsätzlich in Frage zu stellen. Und da eine breite Community wie hier im Forum genau das macht würde es mich freuen wenn die Entstehung bis Fertigstellung unserer Anlage durch Euch begleitet wird ... :D


    Haus allgemein:

    • KFW 40+
    • Sole\Wasser WP und Fussbodenheizung
    • KWL mit Wärmerückgewinnung


    Die Anforderung an die Anlage wurde vom Architekten (nach EnEV) wie folgt berechnet:


    • Jahresertrag der stromerzeugenden Anlage: 4618 kWh/a
    • Die Gesamtoberfläche der PV-Anlage (ohne Randeinbindung): 36,8 m2
    • Peakleistung der PV-Anlage 6,16 kWp
    • Speicher: nutzbare Speicherkapazität 6 Kwh


    Unser Elektromeister hat die Anlage wie folgt dimensioniert und vorgeschlagen:


    [Blockierte Grafik: http://gdurl.com/BxR8]


    [Blockierte Grafik: http://gdurl.com/t8L2]


    Wie bereits beschrieben wurde das Dach bereits gedeckt. Die PV Anlage soll dann ungefähr zur Jahresmitte hin installiert werden.


    • spricht etwas gegen die Auslegung oder gegen die vorgeschlagenen Komponenten (auch oder gerade was die Kosten anbelangt) ... jetzt könnten wir noch "optimierend" eingreifen. Andernfalls werden wir uns die Anlage genauso anbieten lassen.


    • die Auswahl eines Stromspeichers werden wir unmittelbar dann treffen wenn wir auch soweit sind uns so eine Kiste einbauen zu lassen. Das scheint mir alles so schnelllebig und somit unsinnig sich jetzt schon festzulegen ... (?)


    thx...! Grüße

  • Um es mal ganz kurz zu machen:
    1. Wenn "etwas sparen" oder Rendite bei Dir das Ziel ist, dann bist Du mit dem Stromspeicher gewaltig auf Kollisionskurs.
    2. Die Planung der PV u.a. mit 2 WR ist haarsträubend, sowas würde ich unter Feinden erwarten.
    3. Sofern da eine Wärmepumpe für Heizung und WW geplant ist (alles andere wäre bei einem Neubau zumindest fragwürdig) solltest Du das Dach maximal ausnutzen und 11*4 mit stärkeren Modulen (275-300Wp) legen für 12-13KWp; alternativ legst Du 4*9 mit 275Wp für knappe 10KWp und fertig.
    4. Da gehört genau ein Wechselrichter (WR) hin und nicht 2! Vorzugsweise in 70-weich. z.B. mit einem Fronius Symo mit 8,2KVA oder einen Kostal PIKO 8.5 NewGeneration (bei 10KWp) bzw. ein 10KVA WR, wenn 12-13KWp auf dem Dach liegen.
    5. Natürlich ohne Stromspeicher, denn der ist eine Geldvernichtungsmaschine. Die KWh aus dem Speicher wird auch dich 30-50 Cent kosten. Berechnungen dazu gibt es zu Hauf hier im Forum. Amortisation des Speichers irgendwo bei 30-50 Jahren, also nie, weil die Batterie vorher schon 3 Mal kaputt war.

    7 KWp PV an 5 KVA Hybrid WR speisen einen 10 KWh Speicher

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    Einmal editiert, zuletzt von seppelpeter ()

  • Hallo und Willkommen im Forum,
    Angebote besser im Angebotsbereich im dort vorgesehenen Format einstellen https://www.photovoltaikforum.com/angebote-f41.html
    Ich bin wahrlich nicht der Experte, aber bei gut 6kWp zwei WR vorzusehen, kommt mir seltsam vor, wobei ich natürlich sehe, daß 24 Module eine ungeschickte Zahl sind. Mit etwas stärkeren 280er Modulen könnte man eine ähnliche Größe mit 2 Modulen weniger erreichen, was für einen 1000V-WR optimal wäre und mit 2x11 auch gut aufs Dach passen würde. Unter 7kWp zu bleiben kann natürlich auch ein Grund gewesen sein, den ich akzeptiere
    Warum wird nur so ein Teil des Dachs belegt? Ich das kompakt an eine Seite legen (4x6), damit eine evtl. spätere Erweiterung nicht "drumrum" gebaut werden muß.
    Mal wieder zu langsam

  • Zitat von seppelpeter


    2. Die Planung der PV ist haarsträubend, sowas würde ich unter Feinden erwarten.
    3. Sofern da eine Wärmepumpe für Heizung und WW geplant ist (alles andere wäre bei einem Neubau zumindest fragwürdig) solltest Du das Dach maximal ausnutzen und 11*4 mit stärkeren Modulen (275-300Wp) legen für 12-13KWp; alternativ legst Du 4*9 mit 275Wp für knappe 10KWp und fertig.



    ok ... mit so einem vernichtenden Urteil habe ich jetzt nicht gerechnet - aber genau aus dem Grund bin ich ja hier.


    Wir bauen ein 40+ Effizienzklasse Haus und da wird eben ein Speicher (neben der KWL usw.) vorausgesetzt. Die Dimensionierung mit den 6,2 kWp sind ebenfalls aus der Forderung der EnEv entstanden bzw. hat man sich daran orientiert und somit ist ein Teil der Dachfläche eben nicht mit PV eingeplant. Ist ja auch ein Kostenpunkt.


    Das mit den zwei Wechselrichtern klingt logisch und soll mir derjenige erklären der es auch so dimensioniert hat. Danke!


    Die Infos bzgl. Wärmepumpe und anderen Angaben habe ich ergänzt.

  • Ok, KfW40+ setzt einen Speicher voraus.
    Vorausgesetzt die Förderung dafür passt, ist KfW40+ mMn das einzige Szenario in dem ein Speicher zumindest sicher auf eine schwarze Null kommen kann.


    Die Voraussetzungen mit der WP im Haus sind dann zwar immer noch äußerst kontraproduktiv (die WP saugt Dir praktisch in der Heizperiode alles weg und der Speicher steht leer und ungenutzt rum), aber machen kann man das in dem Fall.


    Ich würde da mal in Richtung Fronius Symo Hybrid mit 5KVA gucken ... da könnte man 6,5-7KWp dran hängen und Speicher kann der auch ... soll sogar Notstromfähig sein oder noch werden.


    Alternativ dazu eine SMA Lösung mit SMA STP8000 WR für 10KWp auf dem Dach und SunnyBoy Storage Batterie WR, dazu ein Speicher von LG mit rund 6,5KWh oder 10KWh nutzbar. Das kann man auch mit einem STP6000 und knapp 7KWp auf dem Dach bauen; ich würde aber zur großen Lösung raten.


    Ich würde parallel zu der KfW40+ Lösung auch KfW40 ohne Speicher durch rechnen und das nehmen, was günstiger ist.
    Nochmal, mit der WP im Haus ist der Speicher eigentlich "überflüssig" und steht 4-6 Monate im Jahr leer rum. Totes Kapital.

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  • Auf jeden Fall entweder seitlich legen oder bei 2x11 die oberen beiden Reihen, aber doch nicht irgendwie mitten rein :shock: was für eine haarsträubende Belegung.
    In ein paar Jahren willst du mal erweitern (z.B. wenn der 1. WR hopst geht) und dann kannst du irgendwie außen rum bauen. Erst mal das VOLLE Dach mit Standardmodulen planen und dann einen Teil davon belegen, soweit die Kohle reicht. :D
    2 WRs für 6 kW :shock: müssen die weg, weil sie sonst ablaufen? :lol: Dafür dann aber die teuren Solarwatt mit gerade mal 260W. Für das Geld gibts woanders 280er Module.


    Wie seppelpeter sagte, 4x9 wäre doch eine schöne Größe und optisch ansprechend.


    Freundschaft ist schon recht und gut, das ersetzt aber nicht das Know-How beim Anlagenauslegen.


    Gut, dass du hier aufgeschlagen bist :wink:

  • Wie groß muß die PV mindestens für die EnEV sein? Bei KfW 40+ muß man den Speicher ja entsprechend groß machen (also 1kWh pro "gefördertem" kWp) was bei 60% (wundert mich etwas, alle anderen Programme verlangen inzwischen 50%) auch sinnvoll ist. Ist auf jeden Fall schwierig, ob man da wirklich größer als nötig bauen soll, so schön es auch wäre gleich 10kWp zu machen.


    Bei Fronius müßte man über 6kWp den 7,5kWh Speicher nehmen, der brutto rund einen 1000er teuerer ist als der mit 6kWh. Die erste Powerwall mit 6,4kWh würde da gut passen, aber ob man sich die noch antut, da der Nachfolger schon fast(?) da ist?

  • Speicher SB Storage mit den LG RESU 10H und schon hat man das erschlagen
    bevor man 7000 für einen 6.5 ausgibt, dann lieber 7000 für einen 10 kwh

    ZOE intens 10/2014, Kona 12/2018, Peugeot e-208 11/2020, 2021

    Hyundai I5, P45 Paket seit 07/2021 :), Enyaq 80 bestellt
    9,69 kWp = 38 St. WSP-255P6, STP10000-10
    6,7 kWp = 28 St. Risen 240, STP5000-20
    Solar-Lamprecht - 90765 Fürth - mail: info @ solar-lamprecht.de

  • Hallo Kollisionskurs,


    lass dich nicht gleich von einer derartig abwehrenden Einzelmeinung entmutigen. Es gibt immer mehr Lösungen als Probleme. Bevor ich ernsthaft einsteige, solltest Du noch ein paar Fragen beantworten:

    - Wie wird gekocht? Gas oder elektrisch? Gibt es einen Wäschetrockner?
    - Was habt Ihr aktuell für einen Stromverbrauch?? Wird sich das groß ändern (Verhalten, Anzahl Personen. usw.)??
    - Wie soll Warmwasser erzeugt werden?? Ich gehe mal davon aus, dass das neue Haus einen großen Kombispeicher bekommt, in dem im oberen Bereich das Brauchwasser bei sowas um die 50-60°C bereitgestellt wird und im unteren Bereich das Heizungswasser mit 30-40°C. Gibt es eine separate Brauchwasserwärmepumpe dafür??


    Vorab kann ich aber schon mal das hier sagen.
    Da Du ein gut isoliertes Haus oben im Schwarzwald baust und damit meistens oberhalb der Nebel des Rheintales liegst, glaube ich, dass Du da eine sehr sinnvolle Anlage hinstellen kannst, die auch den größten Teil der Heizung abdecken kann.


    Ich hab Dir mal eine Graphik hochgeladen, die sehr schön zeigt, dass man im Badischen auch in den Wintermonaten so manche kWh frei Haus geliefert bekommt, nämlich ca. 20-30% der Sommerleistung.




    Meine Anlage hat 4 kWp, also multipliziere die Werte mit dem Faktor 1,5 und Du bist bei Deiner Anlage mit 6 kWp. Mein Anlage speist nicht ein, deshalb ist der theoretische Ertrag (blau) separat dargestellt, da er fast immer oberhalb des realen Ertrages (grün) liegt. Dei Dir würde aber der theoretische Betrag ankommen. Die von mir nicht genutzte Differenz könnte wunderschön deine Brauchwassererwärmung abdecken und was dann noch übrig ist, kannst Du ja einspeisen. Jetzt kommt es sehr drauf an, wie dein Stromverbrauch (bei mir gelb mit ca. 4400 kWh/Jahr) sich verhält. Wenn Du keine extremen Stromverbraucher hast, bist Du mit 6 kWpeak und einem Speicher von nutzbaren 6kWh von März bis Oktober völlig energieautark.


    Jetzt lege mal die von Deinem Energieberater errechnete Strommenge fürs Heizen in das Zahlenwerk als Verbrauch und spiele mit dem Zahlenwerk. Es wird Folgendes dabei rauskommen:
    Sommermonate (April, Mai Juni Juli, August): Ordentlicher Überschuss zum Einspeisen, kein Netzbezug
    Übergangsmonate (ab Mitte März, Oktober): geringer bis kein Überschuss zum Einspeisen, kein Netzbezug
    Wintermonate (November bis Mitte März): keine Einspeisung, Netzbezug wegen Wärmepumpenbedarf


    Je nachdem, wie groß Du dann letztendlich die PV-Anlage dimensionierst, kannst Du die Gesamtleistung verschieben. Je größer, desto mehr Einspeisung und Verringerung des Netzbezugs im Winter. Es gibt da eine interessante Anlagengröße, bei der Du praktisch keinen Strom zur Einspeisung mehr übrig hast. Die liegt für jede 1.000 kWh Jahresverbrauch (ohne Wärmepumpe gerechnet) bei ca. 1 kWp. Also wenn Du einen Stromverbrauch von 2.500 kWh hast, benötigst Du nur 2,5 bis 3 kWp auf dem Dach. Interessanterweise ist auch die optimale Speichergröße in etwa linear mit dem Jahresverbrauch gekopplet. Für 1000 kWh Jahresverbrauch benötigst Du 1-1,5 kWh nutzbaren Speicher, die Relation von 6kWp und 6 kWh Speicher ist also korrekt.


    Es hilft nichts, Du solltest da nochmal grundsätzlich in die Auslegung gehen, bevor es Sinn macht über Wechselrichter, Solarmodule, Speichergrößen und Spannungen zu diskutieren.


    Viel Erfolg wünscht Dir Solar-User

  • Zitat von alterego

    Bei KfW 40+ muß man den Speicher ja entsprechend groß machen (also 1kWh pro "gefördertem" kWp) was bei 60% (wundert mich etwas, alle anderen Programme verlangen inzwischen 50%) auch sinnvoll ist.


    Diese Behauptung ist absolut falsch.
    Zitat:
    Der jährliche zu erzeugende Stromertrag ist in Abhängigkeit von der Anzahl der Wohneinheiten und der Gebäudenutzfläche zu bestimmen und beträgt mindestens die Summe aus 500 kWh/a je Wohneinheit und 10 kWh/(m²·a) bezogen auf die Gebäudenutzfläche. Der Stromertrag der stromerzeugenden Anlage muss nach DIN V 18599: 2011-12 und den weiteren Maßgaben des § 5 EnEV bilanziert werden.


    Der Stromspeicher muss gemäß Herstellerangabe mindestens eine nutzbare Speicherkapazität aufweisen, die der Leistung der stromerzeugenden Anlage (z. B. Peakleistung Ppk der Photovoltaikanlage) multipliziert mit einer Stunde entspricht. Als Bemessungsgrundlage gilt dabei die Leistung, die zur Sicherstellung des geforderten Mindestertrags der stromerzeugenden Anlage für das Effizienzhaus 40 Plus erforderlich ist. Bei netzeinspeisenden, stromerzeugenden Anlagen müssen diese und der Speicher über eine geeignete und offen gelegte Schnittstelle zur Fernparametrierung und Fernsteuerung verfügen.
    Zitatende


    Das bedeutet nichts weiter als dass sich die minimale Speichergröße unabhängig von der installierten PV-Anlage errechnet.