EEG oder nonEEG? Förderprogramm Solar Invest Thüringen

  • Hallo,


    in Thüringen gibt es ein Förderprogramm mit 50% Investitionszuschuss für PV-Anlagen mit Batteriespeicher. Bedingung ist, dass eine Einspeisung überschüssigen Stromes technisch ausgeschlossen wird.
    http://aufbaubank.de/Foerderprogramme/Solar-Invest#download


    Technisch geht das aktuell z.B. mit dem SMA HomeManager + SMA Batteriewechselrichter + SMA PV-Wechselrichtern.
    Hier kann ZeroExport eingestellt werden.


    Ist so etwas eigentlich eine EEG oder eine nonEEG-Anlage?
    - Keine Einspeisung = Keine Vergütung = nonEEG-Anlage?
    - Oder ist das dann trotzdem eine EEG-Anlage, nur ohne Vergütung?


    Wie schaut das Ganze dann steuertechnisch aus? Man könnte das Ding ja als reinen Privatspaß laufen lassen. Was bedeuted das dann für
    - Umsatzsteuer auf Eigenverbrauch (fällt aus, weil keine Umsatzsteuer gezogen wurde?)
    - Einkommensteuer auf Eigenverbrauch (fällt aus, weil Privatspaß?)


    Was ist mit der EEG-Umlage auf selbst genutzten Strom? Fällt das auch bei Privatspaß ab einer bestimmten Anlagengröße an?


    Thomas

  • Die EEG Umlage fällt an, der Rest nicht, da es sich um kein gewerbliches Vorhaben handelt. (keine Gewnnerzielungsabsicht).
    Eine EEG Anlage ist es auch nicht, da keine Vergütung erfolgt.

  • Hi,


    Zitat von webwanze

    Hallo,


    in Thüringen gibt es ein Förderprogramm mit 50% Investitionszuschuss für PV-Anlagen mit Batteriespeicher. Bedingung ist, dass eine Einspeisung überschüssigen Stromes technisch ausgeschlossen wird.


    imho macht das nur dann Sinn, wenn man das ganze Haus 100% stromautark auslegt oder bei ganz kleinen PV-Anlagen.


    Zitat von webwanze

    Ist so etwas eigentlich eine EEG oder eine nonEEG-Anlage?


    Eine nonEEG-Anlage ist`s nur bei 100% Stromautarkie und ganz ohne Stromanschluss.


    Zitat von webwanze

    - Keine Einspeisung = Keine Vergütung = nonEEG-Anlage?
    - Oder ist das dann trotzdem eine EEG-Anlage, nur ohne Vergütung?


    Alle Erzeugungsanlagen mit Netzanschluss (oder der unmittelbaren Möglichkeit des Netzanschlusses) sind EEG-Anlagen, egal ob einspeisend oder nicht und egal ob netzparallel betrieben oder nicht.


    Zitat von webwanze

    Wie schaut das Ganze dann steuertechnisch aus? Man könnte das Ding ja als reinen Privatspaß laufen lassen. Was bedeuted das dann für
    - Umsatzsteuer auf Eigenverbrauch (fällt aus, weil keine Umsatzsteuer gezogen wurde?)
    - Einkommensteuer auf Eigenverbrauch (fällt aus, weil Privatspaß?)


    Bei einer echten nonEEG-Anlage ist das so.


    Zitat von webwanze

    Was ist mit der EEG-Umlage auf selbst genutzten Strom?


    Fällt dann grundsätzlich nicht an.


    Mit so einer Anlage bist Du frei, richtig frei! 8)

  • Vielleicht sollte man vorher einfach mal überlegen, ob das überhaupt sinnvoll ist.
    Rechnet sich der Mist?


    In NRW gibt es auch eine schöne Förderung, nennt progres.NRW und fördert u.a. so genannte Multiplikatoranlagen auf Kindergärten, Schulen und weiteren sozialen Einrichtungen. Diese Einrichtungen zeichnen sich durch einen hohen Stromverbrauch tagsüber aus.


    Im Kleingedruckten irgendwo in §5.8 des 25 Seiten langen Machwerks progres.NRW steht dann drin, dass man die NRW Förderung von bis zu 500,- pro KWp von der Bezirksregierung Arnsberg aber nur bekommt, wenn man keine andere Förderung erhält, also auch keine EEG Vergütung :!:


    Liebe Landesregierung, wer bitte ist denn so behämmert und zahlt die Anlage a) brutto und verzichtet dann b) auch noch auf die EEG Vergütung :?::twisted:


    Das Modell progres.NRW wäre ein schönes Förderinstrument, um Einrichtungen, die als e.V. arbeiten und i.d.R. die Anlage brutto kaufen MÜSSEN, in geringem Maße zusätzlich zu fördern, so dass für diese Einrichtungen der Bau einer PV Anlage interessant wird.


    Ich vertrete hier den Standpunkt eines Kindergarten, der als e.V. geführt wird.
    Wir hätten brutto kaufen müssen.
    Der Kiga verbrauch rund 10.000KWh im Jahr, davon 70-80% in der Zeit von 7 bis 16 Uhr; das Dach wäre 25 Grad nach Osten ausgerichtet, fast kein Schatten, Vermieterzustimmung ist Formsache, also allerbeste Voraussetzungen.


    Sogar die Finazierung komplett aus Eigenmitteln steht bereits ... aber das ganze rechnet sich für den Kindergarten einfach nicht, wenn brutto gezahlt werden muss. Folglich wird nicht investiert, da der Vorstand als oberste Prämisse die Zukunft und die langfristige Finanzierung des Kindergartens sicher stellen muss.
    Bravo liebe Landesregierung. Eine absolute Totgeburt ist progres.NRW :!:
    Haltet eure Fördertöpfe schön gefüllt und gebt ja keinen Cent davon raus. In einem Jahr könnt ihr dann völlig verwundert verkünden "Geld war da, aber es wollte keiner die dolle Förderung haben!" ... die Energiewende funktioniert doch nicht ... alles zu teuer ... die Bevölkerung will die Energiewende gar nicht .... blöd ... schaut mal in den Spiegel ihr Hohlbirnen :!:


    Das Fördermodell progres.NRW, Zitat "Die Förderung von regenerativen Energietechnologien wurden im landesweiten Programm progres.nrw gebündelt. Unternehmen, Verbrauchern und Kommunen wird eine breite Palette von Fördermöglichkeiten geboten, um effizienten Umgang und Einsatz von regenerativen Energien voranzubringen." und auch die Förderung in Thüringen, können sich nur absolute Vollpfosten ausgedacht haben!


    Es ist an Dummheit nicht zu übertreffen ... galoppierender Schwachsinn des Amtsschimmels. :twisted::twisted::twisted:

    7 KWp PV, Bosswerk 4,6 KVA Hybrid Wechselrichter, 5 KWh Liontron LiFePO4 Speicher

    Plusenergiehaus, autark von März bis Oktober, mit Panasaonic Aquarea Monoblock 5KW


    Verkaufe: SMA SunnyHomeManager 1.0 Bluetooth mit D0-Auslesekopf für SHM1.0

  • Also unabhängig davon, ob es denn finanziell sinnvoll ist oder nicht, ein Zwischenfazit:


    Auch ohne Einspeisung handelt es sich um eine Anlage nach dem EEG, wenn ein Netzanschluss vorliegt oder vorgenommen werden könnte.


    Die EEG-Vergütung kann man verhindern,
    - durch Nichteinspeisen (Zero Export)
    - durch angezeigten Verzicht beim Netzbetreiber


    Das heißt dann aber auch, dass solch eine Anlage gleichzeitig durch verschiedene KfW-Programme gefördert wird. ZB in den Programmen zur Effizienzhaussanierung. Hier würden bis zu 20% der Kosten übernommen werden. Dort sind nämlich Anlagen explizit förderfähig, wenn keine Vergütung nach EEG besteht.


    50% aus Thüringen + max. 20% von der KfW macht einen Eigenanteil von 30%. Das wäre auf alle Fälle wirtschaftlicher als Einspeisung bei einer Anlagengröße um 5-7 KWp und Speicher. Und die Sache wäre Privatspaß.


    Thomas

  • Zitat von webwanze

    50% aus Thüringen + max. 20% von der KfW macht einen Eigenanteil von 30%. Das wäre auf alle Fälle wirtschaftlicher als Einspeisung bei einer Anlagengröße um 5-7 KWp und Speicher. Und die Sache wäre Privatspaß.


    Wie kommst Du auf die Idee, dass ohne Einspeisung hier wirtschaftlicher ist :?::?


    Streiche "und Speicher" bei der EEG Anlage und die EEG Anlage liegt rein wirtschaftlich betrachtet klar vorne bei 5-7KWp.
    Hast Du schon mal grob überschlagen, wie viel Ertrag Du von März bis Oktober weg schmeißen musst, weil Du ihn nicht nutzen/einspeisen kannst?


    Bei 1-3KWp kann man das vielleicht ja als Privatspaß betreiben und es geht sich vielleicht auch noch aus, wenn die Zeit für die paar Formulare so kostbar ist, aber bei 5-7KWp hast Du im Sommer jeden Tag 40-50KWh an Ertrag. Wohin damit :?:


    PS.:
    Behauptung: Jede Anlage mit Speicher von der Stange ist auf 30 Jahre gesehen negativ unterwegs.

    7 KWp PV, Bosswerk 4,6 KVA Hybrid Wechselrichter, 5 KWh Liontron LiFePO4 Speicher

    Plusenergiehaus, autark von März bis Oktober, mit Panasaonic Aquarea Monoblock 5KW


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  • Hi,


    Zitat von seppelpeter

    Vielleicht sollte man vorher einfach mal überlegen, ob das überhaupt sinnvoll ist.
    Rechnet sich der Mist?


    ganz sicher nicht für jede Situation.
    Das rechnet sich, wenn man aufgrund einer winzigen geeigneten Dachfläche sowieso keine große Anlage bauen kann und so gut wie alles in den Eigenverbrauch geht.


    Und es rechnet sich, wenn man sowieso eine 100% stromautarke Anlage hinstellen möchte.
    Oder wenn man eine Anlage auf einem Industriedach errichtet und der Strom locker vor Ort eigenverbraucht wird.


    Eine ähnliche lukrative Nische sehe ich bei der Förderung in NRW.


    Bei den üblichen, normalen privaten Durchschnittsanlagen rechnet sich das Modell natürlich nicht.


    Zitat von seppelpeter

    Das Fördermodell progres.NRW, Zitat "Die Förderung von regenerativen Energietechnologien wurden im landesweiten Programm progres.nrw gebündelt. Unternehmen, Verbrauchern und Kommunen wird eine breite Palette von Fördermöglichkeiten geboten, um effizienten Umgang und Einsatz von regenerativen Energien voranzubringen." und auch die Förderung in Thüringen, können sich nur absolute Vollpfosten ausgedacht haben!


    Es ist an Dummheit nicht zu übertreffen ... galoppierender Schwachsinn des Amtsschimmels. :twisted::twisted::twisted:


    Ich sehe da eher eine Herausforderung für neue Investitionsmodelle.
    Und ich würde mit den Förderungen in beiden Bundesländern sehr lukrative Anlagen bauen und vermarkten können.
    Da ist halt etwas Phantasie gefragt und nicht der Tunnelblick auf stumpfsinnige 7 kWp EFH-Anlagen.

  • Das EEG gilt für alle EE-Anlagen in Deutschland, völlig egal ob man die Vergütung in Anspruch nimmt oder nicht. Wenn man keine Vergütung will, kann man natürlich die Vorgaben ignorieren, die man bruacht um die zu bekommen.

    Zitat von Ralf Hofmann

    Fällt dann grundsätzlich nicht an.


    Aber auch nur, wenn du dich entweder zu 100% aus EE versorgst, bis 10kWp oder den Netzanschluß zurückbaust, so sieht den letzten Punkt zumindest die Bundesnetzagentur. Bei Verkauf an Dritte nie, daher keine Ahnung welchen Vorteil das z.B. für Mieterstrommoelle haben sollte.


  • Dann schieß mal los!
    Voraussetzungen: Flachdach für 6-10KWp, 10.000KWh Jahresstromverbrauch, rund 70% davon in der Zeit von 7-16Uhr, Betreiber ist ein e.V. und MUSS brutto kaufen, Budget von T€ 8-12 steht bereit.


    Wie legt der Kindergarten sein Geld am besten aufs Dach?


    Ich habe das bereits hin und her gerechnet.
    Auch eine Mini-PV mit SB2.5 und ZeroExport war angedacht.
    Pferdefuß ist aber die Zahlung Brutto, das wird für den Kindergarten zum Bumerang und es rechnet sich am Ende einfach nicht.


    An welche Investitionsmodelle hast Du gedacht?

    7 KWp PV, Bosswerk 4,6 KVA Hybrid Wechselrichter, 5 KWh Liontron LiFePO4 Speicher

    Plusenergiehaus, autark von März bis Oktober, mit Panasaonic Aquarea Monoblock 5KW


    Verkaufe: SMA SunnyHomeManager 1.0 Bluetooth mit D0-Auslesekopf für SHM1.0

  • @sepplpeter
    Wenn der Kindergarten liquide und ohne finanzielles Risiko agieren möchte, dann soll er das Dach doch an einen Dritten verpachten. Pacht wird sehr klein, das ist klar. Aber man könnte dann den Direktverbrauch günstig vom Pächter einkaufen.


    So hätte der KiGa günstigen Strom und der Betreiber etwas höhere Rendite. Passt doch.


    Thomas