Autarke Gartensolaranlage im Winter

  • Hallo zusammen


    Ich bin am Planen einer kleinen Solaranlage für den Garten. Werden wird es etwas im Stil von dem:
    https://www.offgridtec.com/kom…inselanlage-solarset.html


    Ob es dann ein Komplettsystem wird oder ob ich die Teile einzeln zusammentrage, weiss ich noch nicht, geht auch nicht darum.


    Ich Winter ist es nun so, dass der Garten nicht besetzt ist. Meine Frage ist jetzt, was ich mit der Solaranlage in der Zeit mache. Kann ich die einfach stehen lassen? Es geht mir in erster Linie um die Batterie. Wenn das Panel mit Schnee bedeckt ist, wird eine Zeit lang kein Strom generiert werden. Und das Gebäude ist nicht geheizt, es können also auch Minusgrade werden.


    Oder soll ich die Batterie entfernen und mitnehmen? Muss ich sie dann zu Hause an ein Ladegerät anschliessen oder kann ich die einfach ein paar Monate in den Keller packen?


    MFG Corono

  • Hallo Corono,
    die gleichen Probleme hat jeder Bootsbesitzer, der sein Boot im Wasser lässt. Blei Batterien können gemäßigten Frost ab. Man kann aber die Batterien etwas "einpacken". Das wichigste ist, das sie nicht "im Zug" stehen.
    Mein Boot hat auch eine Solaranlage auf dem Dach und liegt in Bremerhaven.


    https://solaranzeige.de/demo_auswahl.php

  • Hi Corono, wenn Du das Modul im Winter südseitig nahezu senkrecht befestigen kannst gibt es keinen länger
    liegenbleibenden Schnee und Du hast selbst bei älteren Batterien mit relativ hoher Selbstentladung keine Probleme.
    Ein völlig gesunder, vollgeladener Akku übersteht monatelang ohne jegliche Ladung sofern keinerlei Last anliegt.
    Also auch kein hübsches Display, Wechselrichter im standby oder der Laderegler selbst.
    Je kälter der Akku steht desto niedriger ist die Selbstentladung! Frostfest ist er vollgeladen bis mind. -40°C.
    Zug macht ihm im Winterschlaf gar nix, im Lade/Entlade-Betrieb aber ist rundrum gleichmäßige Temperatur sehr wichtig.
    lg,
    Philip

  • sollte man dem Akku nicht eine kleine Erhaltladung durch die PV Module gönnen?

    Alle sagten das geht nicht. Dann kam einer, der wusste das nicht, und hats einfach gemacht.

  • Hallo,
    alles Gute für das neue Jahr1


    Philipp hat das Wesentliche schon geschrieben, dem gibt es nicht viel hinzuzufügen.

    Zitat von klaus24V

    sollte man dem Akku nicht eine kleine Erhaltladung durch die PV Module gönnen?


    Selbst bei bedecktem Himmel kommt meist noch was von den Modulen, das reicht für gelegentliche "Erhaltungs-/ Nachladung" aus.
    Stelle den Laderegler nicht zu hoch ein. 2,25V/Z sind im Erhaltungsladungsbetrieb völlig ausreichend. Bei Gel oder AGM sowieso, die benötigen keine Elektrolytumwälzung.


    Zitat von Corono

    Oder soll ich die Batterie entfernen und mitnehmen? Muss ich sie dann zu Hause an ein Ladegerät anschliessen oder kann ich die einfach ein paar Monate in den Keller packen?


    Das geht natürlich auch, alle 3...4 Wochen nachladen mit Ladegerät....


    Gruß Claus!

  • Wenn der Laderegler an den Akku angeschlossen ist sollte auch das Modul dran sein und zumindest nicht
    monatelang unter Schnee/Laub begraben sein. Ein Qualitätsregler wie der Steca Solsum zieht zwar nur konstant 5mA
    aber viele andere mit schickem Display genehmigen sich gerne mal eher 30mA , sind dann knapp 750Wh in drei Monaten!
    Ohne Modul wäre ein neuer 12V100Ah-Akku dann auf 38% SOC angekommen, nix gut, am Solsum erst bei 90%SOC, okay.
    Die Selbstentladung eines guten Akkus beträgt so zw. 2-5%/Monat, bei diesem Akku also zw. 25-60Wh/Monat,
    d.h er ist nach dem Winter auf ca 90%SOC, zusammen mit dem Solsum schon bei 80%, kritisch.
    Ein älterer Akku und Billig-Laderegler ohne Modul und der Akku ist tot.
    Also entweder alles dran und das Modul bekommt auch Licht oder alles abklemmen und vollen Akku schön kühl stellen :)
    lg,
    Philip

  • Moin Corono und willkommen im Forum. Wenn du eine voll geladene Batterie im Herbst irgendwo hinstellst, dann ist sie im Frühjahr immer noch über 80% geladen. Die Höhe der Selbstentladung von Batterien wird immer auf Raumtemperatur bezogen. Wenn die Batterie auskühlt, dann ist die Selbstentladung extrem kleiner. Schon mit einem 20W-Panel zusammen mit einem Billig-Laderegler kommt eine 100Ah-Batterie taufrisch aus dem Winterschlaf.

    Unser Kopf ist rund, damit das Denken die Richtung wechseln kann (Francis Picabia)

  • Hallo zusammen


    Danke für die Antworten. Ich fasse mal zusammen:


    Entweder den Akku komplett trennen (von Wechselrichter, Laderegler etc.)
    oder den Akku inklusive Laderegler und Panel angeschlossen lassen und die Spannung nicht zu hoch einstellen (2,25V/Z) und schauen, dass das Panel doch noch etwas Sonne abkriegt.


    Die zweite Option passt mir eigentlich besser. Ich werde wahrscheinlich sowieso einen Gel-Akku einsetzen, dann sollte das passen.


    Dann beginne ich mal mit der weiteren Planung.


    Corono

  • Die frage ist wie viel PV Leistung du haben willst und wie groß der Akku ist. Wen du etwas überdimensioniert sehe ich keine Probleme dir Anlage im Winter laufen zu lassen. Würde die Akkus aber von unten Isolieren das sie durch den Boden nicht soviel Kälte abbekommen. Meine Anlage macht im Winter 500mAh und an guten Tagen auch Mal 1-2A. Wen du die Akkus nicht entlädst sehe ich da kein Problem, meine sind schon im zweiten Jahr und habens überlebt.


    Gesendet von meinem icefox i8 mit Tapatalk

  • Moin Odin01, auf die Isolierung kann man verzichten. Eine volle Bleibatterie macht -60° mit, ohne Schaden zu nehmen. Es ist sogar so, dass die Selbstentladung um so langsamer ist, je kälter die Batterie ist. Eine thermische Isolierung macht nur Sinn, wenn die Batterie auch im Winter genutzt wird und dann erhöht sie auch nur die nutzbare Kapazität (wenn das genauer interessiert mal nach Peukert-Effekt gockeln)..

    Unser Kopf ist rund, damit das Denken die Richtung wechseln kann (Francis Picabia)