Nachrüstung eines Stromspeichers

  • Hallo.
    mit welchen Faktoren lässt sich beurteilen, ob sich die Nachrüstung eines Stromspeichers rechnet? Und wie stellt man sich solch eine Rechnung auf?
    Meine wesentlichen Anlagendaten:
    7 kWp, seit Dezember 2013 am Netz, Vergütung 13,88 Cent/kWh, Einspeisung ca. 80%, Eigennutz ca. 20%, zugekaufter Strom ca. 2300 kWh/Jahr,


    Gruß,
    Ralf

  • Rechne es Dir doch einfach selbst aus.
    http://www.photovoltaikforum.c…etreiberstud-t115471.html


    Mit 99,9% Sicherheit wird es sich nicht rechnen, wenn Du den Speicher wirtschaftlich betrachtest und zumindest auf eine sichere schwarze Null nach 20 Jahren kommen willst. Speicher sind einfach noch viel zu teuer.


    Wie hoch ist der Jahresstromverbrauch?
    7KWp erzeugen rund 6500KWh im Jahr; davon 20% EV wären sehr magere 1300KWh DV und es bleiben die genannten 2300KWh Bezug.
    Daraus ergibt sich eine Autarkiequote von nur 36%. :(


    Hast Du außergewöhnliche Verbraucher, die Nachts laufen müssen?


    Bei der Anlagengröße und nur rund 3600KWh Jahresverbrauch müsste man locker auf 45-50% Autarkiequote kommen :!:
    Im Endeffekt führt das dann dazu, dass die Amortisation für einen Speicher irgendwo bei 40 Jahren liegen wird.

    7 KWp PV an 5 KVA Hybrid WR speisen einen 10 KWh Speicher

    Plusenergiehaus mit Panasaonic Aquarea Monoblock 5KW, kein WP Zähler


    Verkaufe:

    SMA SunnyHomeManager 1.0 Bluetooth mit D0-Auslesekopf für SHM1.0

    ... bei Interesse einfach melden!

  • 1. Man berechnet, wie teuer die Erzeugung einer kWh mit der PVA ist
    2. Man nimmt sich das Datenblatt der Batterie, mit der man liebäugelt. Dann schätzt man die durchschnittliche Zyklentiefe und das Datenblatt sollte einem die Information geben, wie viele Zyklen dieser Tiefe die Batterie mitmacht. Hieraus ergibt sich die Anzahl der kWh, die man in der Lebenszeit durch die Batterie durchleiten kann. Anschließend dividiert man den Kaufpreis durch diese Anzahl und weiß, wie teuer es ist, eine kWh zu speichern.
    3. Die Entscheidende Frage ist abschließend:
    Bezugspreis vom VNB > (Preise aus 1 + Preis aus 2) ?
    Wenn nein, dann lohnt sich der Speicher nicht!


    P.S. Willkommen im Forum.

    Unser Kopf ist rund, damit das Denken die Richtung wechseln kann (Francis Picabia)

  • deine Anlage rechnet sich auch ohne eigenen Speicher bestens, da die Einspeisevergütung höher ist als die Kosten für den zugekauften Strom.
    Du nutzt sozusagen das Netz schon als Speicher.
    Wozu willst du dann noch einen eigenen Speicher?

    Komplizierte Vorgänge immer dem faulsten Mitarbeiter geben. Er wird die einfachste Lösung finden!

  • Hallo alle,


    ich bin neu hier bzw. habe bisher nur passiv mitgelesen. Allerdings ist das ein Thema, an dem ich brennend interessiert bin, und zwar aufgrund folgender Spezialsituation:


    - PV 5 KWp netzgekoppelt, Einspeisung ca. 3800 KWh zu je 6,9 c pro Jahr
    - Bezug aus dem Netz zusätzlich ca. 3.500 KWh zu je ca. 16 c pro Jahr, wir haben eine kleine Landwirtschaft.
    - WASSERVERSORGUNG autark aus Hausbrunnen mit 400V/1 KW - Pumpe
    - Beheizung mit Feststoff-Scheitholzvergaser
    - (25 KW thermische Solar, heizungsgekoppelt)


    Wir haben im Durchschnitt pro Winter zweimal einen Netzausfall von mehr als 1 Stunde. (Manchmal auch sommers, aber da ist es eher unkritisch).
    In diesem Fall kann folgender worst case eintreten:


    Heizungskessel ist gerade auf Lastbetrieb, d.h. Luftklappen sind offen; Kessel läuft durch Eigenzug des Kamins weiter. Bei Überhitzung des Kessels macht dann die thermische Ablaufsicherung auf, ABER da die Wasserpumpe auch ausgefallen ist, hilft das nur sehr kurze Zeit. Schlimmstenfalls geht nach einer Stunde das Kesselüberdruckventil auf - d.h. nicht nur Riesensauerei im Keller, sondern auch zu wenig Wasser im System (Nachfüllen erst nach Stromwiederkehr UND Abkühlung möglich), und schlimmstenfalls kann auch der Kessel hin sein.


    Daher habe ich ein kleines Notstromaggregat, das ich in diesen Fällen anwerfe, das aber (Baumarktzeug) gerade mal geeignet ist, die Wasserpumpe und evtl eine Glühbirne und eine Herdplatte zu betreiben. Ausserdem muss man eben gerade zu Hause sein und genau wissen, was zu tun ist ... allerhand Unwägbarkeiten eben.


    Ein gutes Aggregat, das man mit einem Notstromumschalter in die Hausanlage integriert, kostet mit Installation schon mal 2.000 Euro. Nun habe ich auch schon mal erwogen, meine PV mit einem Batteriespeicher nachzurüsten, das aber verworfen, weil ich dazu den an sich recht guten Kostal Piko 8.3 tauschen müsste.
    Allerdings lese ich jetzt von der Möglichkeit, ac-seitig eine Batterieanlage einzuhängen, die auch Notstromfunktion hat.


    An sich müsste man da ja die 2K€ für den Generator mit in die Rechnung nehmen, dann sieht die Kalkulation ja deutlich anders aus, oder wie seht ihr das?


    danke für jede Antwort,
    Jesaiah

  • Moin Jesaiah und willkommen im Forum. An der bestehenden PVA würde ich nichts ändern, weil das macht die Sache nur kompliziert. Man kann sich aber mit relativ einfachen Mitteln eine Notstromversorgung für die Heizung stricken, wobei ich davon ausgehe, dass es der Heizung nichts ausmacht, wenn sie ein paar hundert Millisekunden keinen Strom bekommt. Als Energiespeicher kann man normale Batterien nehmen (etwa gute gebrauchte LKW-Batterien), denn sie arbeiten nicht im Zyklenbetrieb. Die werden von einem Ladegerät auf Erhaltungsladung gehalten, die Batterien altern also nur ganz langsam.


    Dann lässt du dir vom Elektriker ein Wendeschütz basteln, das die Heizung entweder mit dem Netz (Normalfall) verbindet oder bei Stromausfall mit einem WR. Damit der WR nicht die ganze Zeit laufen muss, bekommt das Schütz noch einen Hilfskontakt, mit dessen Hilfe der WR eingeschaltet wird, wenn das Netz ausfällt. Die Schaltung funktioniert dann auch zuverlässig, wenn keiner daheim ist.


    Bevor du den Generator anwirfst, trennst du ja das ganze Haus vom Netz. Wenn der Generator dann läuft, erkennt obige Schaltung Spannung auf dem Netz, schaltet den WR wieder aus und verbindet die Heizung wieder mit dem Hausnetz. Eventuell noch mal den Heizungsbauer fragen, ob die Heizung auch mit modifiziertem Sinus betrieben werden kann, denn dann wird die Notstromversorgung auch noch sehr preiswert.

    Unser Kopf ist rund, damit das Denken die Richtung wechseln kann (Francis Picabia)

  • Zitat von Jesaiah


    Heizungskessel ist gerade auf Lastbetrieb, d.h. Luftklappen sind offen; Kessel läuft durch Eigenzug des Kamins weiter. Bei Überhitzung des Kessels macht dann die thermische Ablaufsicherung auf, ABER da die Wasserpumpe auch ausgefallen ist, hilft das nur sehr kurze Zeit.


    Da war ich auch schon mal kurz davor, zum Glück war das Holz schon fast abgebrannt als der Strom ausgefallen ist. Aber wer hat den das geplant - oder wußte der nicht, daß es keine öffentliche (und einige Zeit in Mitteleuropa normalerweise sichere) Wasserversorgung gibt? Da gehört eine andere Sicherung dran, ich kenne aber auch kein anders System.
    Mein Vorschlag wäre eine USV für die Heizung, mit etwa 1kWh sollte man da für die Steuerung und Lade- und Heizungspumpe (natürlich Effizienzpumpen) einiges sicher runterkühlen können bzw. hast einige Stunden um den Generator anzuwerfen.


    Zitat

    6,9 c pro Jahr


    Wie pro Jahr nicht pro kWh? Wenn "c" Eurocent sind, kannst du mit 10 Cent Differenz einen Speicher kaum wirtschaftlich betreiben (in D ist die Differenz etwa gleich nur das absolute Niveau höher). Nach Murphy ist die Batterie auch gerade dann (fast) leer wenn der Strom ausfällt und die Erfahrung lehrt, daß der Strom nachts und im Wimter ausfällt, die PV hilf dir da auch nicht :(

  • machtnix


    "deine Anlage rechnet sich auch ohne eigenen Speicher bestens, da die Einspeisevergütung höher ist als die Kosten für den zugekauften Strom.
    Du nutzt sozusagen das Netz schon als Speicher.
    Wozu willst du dann noch einen eigenen Speicher?"


    Der zugekaufte Strom kostet doch knapp 30 Cent je nach Anbieter und die Vergütung nach obiger Angabe knapp 14 Cent. Oder irre ich mich? Das Netz ist doch dann kein guter "Speicher".

  • Mein konkreten Zahlen aus dem letzten Jahr



    Batterieladung 2,114 MWh * rd 13 Cent = 275,- € entgangene Einspeisevergütung


    Batterieentladung 1,531 MWh * 20 Cent = 306,-€ eingesparter Stromzukauf


    Macht eine "Ersparnis" von 30 Euro im Jahr - netto


    Hossa


    Trotzdem hab ich das Teil - ich finde es gehört ins Konzept


    ... und hoffentlich geht da die nächsten 20 Jahre nichts kaputt ...

    7,28 kWp, 6000TL20, Ost mit 28 x ReneSola JC260M-24/Bb (02/2013)
    2,65 kWp, 2500TL21, West mit 10 x SolarWorld AG SW 265 mono (EU)
    6,48 kWp, SB5.0, W/NW mit 22 x SolarWorld AG SW 270 mono (EU)
    14,8 kWh Hoppecke Batterie mit SI 6H-11

  • Zitat von marqo

    Der zugekaufte Strom kostet doch knapp 30 Cent je nach Anbieter und die Vergütung nach obiger Angabe knapp 14 Cent. Oder irre ich mich? Das Netz ist doch dann kein guter "Speicher".


    ok, das Netz hat ca 50% "Verlust", der eigene Speicher hat aber auch ca 30% Verlust.
    Dafür ist das Netz als Speicher kostenlos in der "Anschaffung" hat keine Wartung oder Folgekosten.



    Zitat

    Macht eine "Ersparnis" von 30 Euro im Jahr - netto
    Hossa
    Trotzdem hab ich das Teil - ich finde es gehört ins Konzept


    in spätestens 10 Jahren ist das Ding kaputt, aber egal, es bleibt ein teures und interessantes Hobby.

    Komplizierte Vorgänge immer dem faulsten Mitarbeiter geben. Er wird die einfachste Lösung finden!