Gleichstrom vor WR selber nutzen?

  • Trotz stundenlanger Suche konnte ich bei einigen Fragen keine Antwort finden.


    Ist es rechtlich möglich, Gleichstrom vor dem Umrichter zu entnehmen und selber zu nutzen, oder ist man wegen der Einspeisevergütung gezwungen den gesamten Strom in den WR ein zu speisen? Von der MWST wird die Anlage brefreit sein. Dem Finanzamt kann man sicher sagen im Jahr 50 kWh für Verbraucher X vor Umrichter entnommen = Pauschal z.B. 7,5 EUR.


    Bei unserem Neubau haben wir inzwiwschen einen Zählerschrank mit drei Zählerplätzen (zwei Wohnungen und einmal PV) reicht das aus, um einen Zweirichtungszähler einzubauen damit man den Eigenverbrauch erfassen kann?


    Muss man einen Internetanschluss im Zählerkasten bereitstellen, wenn der Netzbetreiber dies verlangt? (Elektriker sagt nein, Netzbetreiber sagt "muss sein")

  • Zitat von invertiertes_hanuta


    Ist es rechtlich möglich, Gleichstrom vor dem Umrichter zu entnehmen und selber zu nutzen,


    Rechtlich ist das kein Problem, sofern du nicht an eienr Ausschreibung teilgenommen und gewonnen hast.
    Hier OT: wie soll das technisch gehen?

    Zitat


    Dem Finanzamt kann man sicher sagen im Jahr 50 kWh für Verbraucher X vor Umrichter entnommen


    Der Strom ist genauso zu versteuern wie der, der nach dem WR selbst verbraucht wird.

    Zitat


    Bei unserem Neubau haben wir inzwiwschen einen Zählerschrank mit drei Zählerplätzen (zwei Wohnungen und einmal PV) reicht das aus, um einen Zweirichtungszähler einzubauen damit man den Eigenverbrauch erfassen kann?


    Fürs Finanzamt mußt du den Eigenverbrauch nicht durch einen Zähler erfassen, dem genügt Erzeugung aus dem WR minus Einspeisung (plus bei der, was du vor dem WR entnimmst).
    Wenn du (genauer der Betreiber der Anlage) nicht beide Wohungen selbst nutzt, fällt aber für den vor Ort nicht vom Betreiber selbst genutzen Strom EEG-Umlage an und das mußt du zwingend geeicht messen (und zwar egal, ob du den Strom AC oder DC nutzt - viel Erfolg dabei einen geeichen DC-Zähler zu finden :roll: ).

    Zitat


    Muss man einen Internetanschluss im Zählerkasten bereitstellen, wenn der Netzbetreiber dies verlangt? (Elektriker sagt nein, Netzbetreiber sagt "muss sein")


    Nicht mein Fachgebiet, wurde imo neulich in den "allgemeinen" TAB, die die meisten VNB verwenden, geändert und man muß bei Neuinstallationen eine Leitung (oder einen Kabelkanal? ) zum APL bereitstellen. Einen Internetanschluß kann imo niemand verlangen, weil du ja keinen haben mußt.
    edit: ein (eingetragener) Elektriker sollte die aktuellen TAB des VNB aber schon kennen :roll:

  • Hi,


    Zitat von invertiertes_hanuta

    Ist es rechtlich möglich, Gleichstrom vor dem Umrichter zu entnehmen und selber zu nutzen . . .


    ja, kannst Du machen. Was genau hast Du vor?


    Zitat von invertiertes_hanuta

    Von der MWST wird die Anlage brefreit sein. Dem Finanzamt kann man sicher sagen im Jahr 50 kWh für Verbraucher X vor Umrichter entnommen = Pauschal z.B. 7,5 EUR.


    Kannst Du so machen, wenn Du willst und das Finanzamt keinen geeichten Gleichstromzähler haben will.
    Warum wird die Anlage von der MwSt. befreit sein? Was genau meinst Du damit?


    Zitat von invertiertes_hanuta

    Bei unserem Neubau haben wir inzwischen einen Zählerschrank mit drei Zählerplätzen (zwei Wohnungen und einmal PV) reicht das aus, um einen Zweirichtungszähler einzubauen damit man den Eigenverbrauch erfassen kann?


    Ja, einer der Zähler für die Wohnungen wird gegen den Zweirichtungszähler (oder gegen einen Smatrmeter, hngt von Deinem Netzbetreiber ab) getauscht. Nur diese Wohnung verbraucht dann den eigenen PV-Strom.


    Manche Netzbetrieber bauen ab diesem Jahr schon die neuen Smartmeter ein. Evtl. weiss der Elektriker davon noch nix.
    Ist halt die Frage, ob der Netzbetreiber seine TAB schon dahingehend geändert hat, dass er einen Datenübertragungsanschluss im Zählerschrank sehen will oder nicht. An die TAB muss sich der Elektriker halten.

  • Zitat von invertiertes_hanuta


    Bei unserem Neubau haben wir inzwiwschen einen Zählerschrank mit drei Zählerplätzen (zwei Wohnungen und einmal PV) reicht das aus, um einen Zweirichtungszähler einzubauen damit man den Eigenverbrauch erfassen kann?


    Muss man einen Internetanschluss im Zählerkasten bereitstellen, wenn der Netzbetreiber dies verlangt? (Elektriker sagt nein, Netzbetreiber sagt "muss sein")


    Wenn es ein Neubau ist muss es im Zählerschrank einen APZ (Abschlusspunkt Zählerplatz) mit einem Leerrohr zum APL geben.So kann dann der Netzbetreiber bei Bedarf einen eigenen Internetanschluss realisieren. Siehe hier auf Seite 4:


    https://www.hager.de/files/dow…_32_VDE-AR-N_WEB_SRGB.PDF


    Das sollte der Elektriker aber wissen


    Gruß Sebastian

  • Aehm, das heisst, der VNB will meinen Internet-Anschluss mitnutzen?


    Bekomme ich dafür auch eine "Durchleitungsgebühr"?


    Was wäre, wenn ich gar keinen Internet-Anschluss hätte?


    Wie sollen denn die Löcher ausschauen, die ich für ihn in meine Firewall bohren soll?


    Und wie ist das mit der Haftung, wenn diese Löcher missbraucht werden?


  • Nein er nutzt nicht deinen Anschluss sondern beantragt sich einen eigenen. Deswegen muss man wie in meinem letzten Beitrag geschrieben einen Raum (APZ) für den Router vorsehen und ein Leerrohr bis zum APL der Telekom (falls vorhanden). Ansonnsten könnte er noch Funk oder Powerline nutzen.

  • Zitat von invertiertes_hanuta

    ...Ist es rechtlich möglich, Gleichstrom vor dem Umrichter zu entnehmen und selber zu nutzen, oder ist man wegen der Einspeisevergütung gezwungen den gesamten Strom in den WR ein zu speisen?


    Mit der Stringspannung speise ich bspw. meinen Modulfelddetektor, könnte aber auch ein Schaltnetzteil anstöpseln.
    Das FA, der Versorger, oder gar Swissgrid würde mich dabei nicht interessieren.
    Doch da alle HH-Geräte sowieso mit 230VAC, oder Drehstrom laufen erübrigt sich dieser Eingriff.
    einstein0

    33 J Erfahrung mit PV im Netzverbund. Erster zweiachsiger Tracker in Australien.
    2 kW- Hybrid-Insel im Camper, BEV: Hyundai Kona. 30kW-PV-Anlage Ost/West.
    PV-Notstromversorgung 10 kWh im MFH mit Infini 3 kW Hybrid-WR und 10 kWh Li-Testspeicher.

  • Danke für die Antworten!


    den DC Anschluss benötige ich für einige stärkere LED´s in Reihe (passend zur Stringspannung) die ausschließlich mit Solarstrom aus der Anlage betrieben werden soll, was mit DC am unkompliziertesten zu realsieren ist.

  • Sofern es möglich wäre, über die Gleichstromentnahme auch Gleichstrom aus anderen Quellen einzuspeisen, der dann nach EEG vergütet würde, ist die Sache garantiert verboten, bzw. es wird die EEG Vergütung verwirkt.


    Gruß


    gruennetz