Amortisation nach wie vielen Jahren?

  • Hi,


    ich plane gerade meine zukünftige Anlage auf einer DHH. Ich habe mir einen Berechnung angestellt nach Kosten udn ertrag, mehrere Angebote eingeholt und miteinander verglichen.


    Aber ich weiß nicht, auf wie viele Jahre man solch eine Anlage auslegen sollte. Deshalb möchte ich das Forum befragen ;-)


    Meine Rahmenbedingungen:
    DHH, 45° Neigung, total Süden, so gut wie keine Verschattung, lediglich im Winter bei tiefer Sonne
    Ansonsten LWWP .mit 3500kWh HT und 1800kWh NT und 2500kWh regulärer Verbrauch. Zukünftig soll es nur noch einen Zähler geben mit einem Tarif.


    3 Angebote sind in der Endrunde:
    1) 4,7 kWp, Viessmann (260W) module, Solar edge Umrichter + Optimierer (fraglich, ob notwendig) für etwa 10t€
    2) 8 kWp, Sunpowermodule (327W), da sie etwas kürzer sind, kann man mit diesen mehr Module auf das Dach bringen, wieder Solar Edge mit Optimierern (hier notwendig, um nachmittagliche Verschattung des Kamins zu ignorieren) für 20t€
    3) Wie 2 nur noch einen Speicher dazu für 26t€


    Und Option 4 ist keine PV Anlage. Diese Kosten sind der Vergleich, um die Ersparnis zu berechnen. Ich gehe von steigende Stromkosten von 2% pro Jahr aus, wobei das alles eh unberechenbar ist...


    Nun meine Schlussfolgerungen und gleichzeitig meine Frage:
    Wenn ich die kleiner Anlage (1) gegenüber keine PV anschaue (4), amortisiert sie sich im zehnten Jahr und bringt eine Ersparnis von 12t€ nach 20 Jahren


    Wenn ich aber Option 3 mit Akku gegenüber keine-PV stelle, amortisiert sich das Ding erst nach 14 Jahren, bringt aber nach 20 Jahren einen Vorteil von 15t€. Solaradge gibt einen Garantie von 20 Jahren auf die Komponenten und Sunpower gibt 25 Jahre auf die Module. Ich gehe also davon aus, dass 20 Jahre drin sind.


    Was denkt ihr denn dazu?
    Kann man eine Anlage auf 10 Jahre + auslegen, geschweige sogar auf 20 Jahre? Es kann sich natürlich viel tun in 2 Jahrzehnten, aber gleichzeitig soll das Ding auch so lange halten.
    Welche Zeiträume habt ihr für eine Amortisierung angenommen?


    Danke schon mal
    Peter

  • Hi,


    Zitat von einSonnentag

    Wenn ich aber Option 3 mit Akku gegenüber keine-PV stelle, amortisiert sich das Ding erst nach 14 Jahren


    Das wäre ja schick, wenn schon nach 14 Jahren, kannst Du uns mal die Berechnungsgrundlage zeigen?


    Hast Du auch ein Angebot 2a, also max. Leistung, aber ohne Optimierer, dafür evtl. 1 oder 2 Module weniger um den Kamin?


    Knut

    20.12.11: 11,28 kWp | 22 (-10°) + 26 (-100°) Q.PRO 235 | STP 10000TL-10

    26.03.12: 9,18 kWp | 18 (80°) + 18 (-100°) Q.PEAK 255 | STP 8000TL-10

    17.08.15: 5,72 kWp | 22 (80°) Q.PRO 260 | STP 5000TL-20

    alle DN 22°


    FTP-Hosting für Photovoltaikanlagen - self.Logger.solar

    API für Prognosedaten zur Solarproduktion - Forecast.Solar

  • Zitat von einSonnentag

    Wenn ich aber Option 3 mit Akku gegenüber keine-PV stelle, amortisiert sich das Ding erst nach 14 Jahren, bringt aber nach 20 Jahren einen Vorteil von 15t€.


    Die Rechnung würde ich auch gerne sehen :wink:


    Für 6000€ Speicherkosten bekommst du aktuell rund 24.000kWh Strom. Wie hoch schätzt du denn die jährliche Menge an Strom die du dem Speicher entnehmen kannst?


    PS
    Ich würde deine Angebote allesamt in die Ablage P legen. Bei 2000€ und mehr pro kWp kann man ja schon von Wucher reden. Da brauchst du auch keine Armostisationsberechnung machen. Das klappt in 20 Jahre nicht :idea:

    Gruß PV-Express



    46 x Sunowe 195Wp Mono, SMA STP8000TL10, Ausrichtung - 40°Az, Dachneigung 35°, IBN 5/2012

  • Lass dir noch Angebote mit Modulen von zB Heckert oder SolarWorld schicken.
    Dann mit SMA WR und ohne SE (warum, wenn es quasi keinen Schatten gibt?).
    Zielpreis sollte zwischen 1.200 - 1.350 € liegen bei Anlagengröße gerade unter 7 kWp.
    Speicher vergessen.

  • Die Angebote sind allesamt zu teuer, selbst wenn es brutto ist (hier rechnet man netto, weil das das finanziell sinnvollste ist), wie kommt man da auf 10 Jahre?
    Module werden wohl über 20 Jahre halten, wenn nichts besonderes passiert (z.B. Hagel), was man aber sinnvollerweise versichert.
    WR wird irgendwas zwischen 10 (so lang hat man optimalerweise Garantie vom Hersteller und den gibt es dann auch noch) und 15 Jahre halten, 20 sind nicht unmöglich aber unwahrscheinlich.
    Beim Speicher gilt für den WR imo das selbe wie für den reinen PV-WR. Für die Batterie bekommt man heutzutage 10 Jahre Garantie (auf ??% der Anfangskapazität). Je nachdem wie schonend man (also die Steuerung) damit umgeht, gebe ich der auch 10-15 Jahre. Die relativ neuen technologieen bei Lixyz-Batterien sind für mich noch zu schwer einzuschätzen was Langlebigkeit (nicht Zyklenfestigkeit) angeht. Leider altern Batterien nicht nur nach Zyklen sondern auch nach Alter.

    Zitat von einSonnentag


    Ansonsten LWWP .mit 3500kWh HT und 1800kWh NT


    Hast du da HT und NT vertauscht? Da würde ich mich mal umsehen, ob man da nciht was an den Einstelungen mehr Richtung NT optimieren kann (den absoluten Verbruach nehme ich mal als gegeben, da ich das Gebäude nicht kenne - für WP ist das aber auch schon viel). Bei so hohem Verbruach wird es ohnehin schwierig von der PV was für die Heizung zu nutzen, wenn du die Heizung brauchst, liefert die PV halt mal nicht viel.

  • Hi,
    NT und HT nicht vertauscht. Einerseits soll die WP am Tag laufen, wenn es draußen wärmer ist udn anderseits ist die gewünschte Raumtemeperatur am Tag 21°C und nachtsnur 18°C. Das passt eigentlich auch gut.
    Aber der HT/NT ist eh quatsch. Hier in Augsburg sind die Preise von LEW mit den Grundgebühren ein Ticken höher als einfach alles über einen Zähler laufen zu lassen. Deshalb ist das nur als grobe Indikation, wann die WP wie viel Strom braucht.
    Anbei die Grafik zur Berechnung. Da ist noch ein Angebot von der LEW drin, aber die haben so einen schlechten Eindruck hinterlassen, dass ich die nicht unbedingt auf dem Dach sehen möchte.
    Die Berechnung hänge ich als Bilder an. Die Tabelle enthält auch die Angebote, die ich versprochen habe, nicht rauszugeben. Und die Tabelle mit der Berechnung ist mit diesen verknüpft, so dass ich beides ohne großen Aufwand nicht trennen kann. Ich hoffe, es ist auch so verständlich.
    (Der Strompreis auf dem Markt steigt mit 2% pro Jahr in meiner Berechnung (kommt darauf an, wie teuer der Abbau der Atomreaktoren wird...) und die Module verlieren Leistung.)


    Insgesamt gehe ich davon aus, dass ich mit dem Akku einen Großteil des erzeugten Stroms selber verbrauchen kann. Dadurch rentiert sich die teure Anlage später, dann aber über die Jahre immer mehr.


    Zu den Preisen der Anlagen: Ich habe von vier verschiedenen Firmen die Angebote angefordert (inkl.LEW) und alle sind preislich ähnlich. Wiederrum waren die Eindrücke der Verkäufer/Monteure sehr unterschiedlich, so dass das den größten Ausschlag gibt.
    Hier grob das Angebot (8kWp), das ich vorziehe:
    - 25 Module von Sunpower 327 für 10,5t E
    - Optimierer und Wechselrichter für 2t E
    - Unterkonstruktion mit Marzari Ziegelplatten (Muss!) für weitere 2t E
    - alle Arbeiten mit Baugestell für knapp über 2tE
    Und das alles mit 19%MwSt macht fast 20t, ohne bei nicht ganz 17t


    Ist das so abwegig?
    Ich habe mir die Preise für die Komponenten angeschaut und online sind die Preise nicht anders. Die Module könnte man billiger kriegen, aber 25J Garantie kosten bestimmt auch was und die von Sunpower sind nur 1046mm Breit, was bei mir ermöglicht, die Module viel effizienter (mehr) auf das Dach zu bringen und fast bis zur Dachkante zu gehen.


    Bei dem Akku würde ich den neuen LG Chem RESU 7H - 400V Lithium-Ionen Speicher nehmen, die Anlage mit dem Solar Edge Umrichter wäre dann auch dafür vorbereitet. Das Ding kostet 5t E und hat eine Garantie von 10J. Notfalls kann man damit ein eigenes Elektroauto bauen ;-)


    Sind eure Anlagen viel billiger gewesen?


    Schon mal einen guten Rutsch!!

  • Es gibt einen Bereich in dem Angebote diskutiert werden. Dort rein gucken. Bei 9kwp sollte 1100-1300€ pro kwp möglich sein wenn es ein einigermaßen normales Dach ist.


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  • 60 bzw. 90% (ohne/mit Speicher) Eigenversorgung sind natürlich utopisch, das geht nicht mal, wenn da keine Heizung dabei ist. 30-40 bzw. 60-75% nur für den Haushaltsstrom halte ich für viel realistischer. Was man für die WP ansetzten kann, da gibt es hier einen Thread mit Praxiswerten (aber aus der Schweiz), find eich aber gerade nicht.
    Nach pvgis http://re.jrc.ec.europa.eu/pvg…st.php?lang=de&map=europe (beispielhaft habe ich Memmingen genommen) kannst du (gemittelt über viele Jahre) im Dezember und Januar mit je ca. 320kWh Erzeugung rechnen, Verbrauch dürfte je spürbar über 800kWh liegen (jedenfalls in normalen Wintern, die letzten beiden halte ich da für nicht repräsentativ), macht in den beiden Monaten schon je 500kWh Bezug. November und Februar sehen nicht viel besser aus. Da du ja gelogte Daten hast, kannst du ja mal grob vergleichen. Ist bei PV in D aber immer so, daß man im Sommer massive Überschüsse hat und im Winter die Anlage viel zu klein ist.
    Jenseits 2000€/kWp ist 2016 erheblich zu teuer auch für Module die deutlich über dem Durchschnitt liegen. Ob Optimierer nötig sind, wäre zusätzlich zu klären. Wenn man keine komplexe Verschattung hat, rechnen die sich seltenst im Vergleich zu einem WR mit gutem Schattenmanagement, der auch nicht mehr kostet als ein SE ohen die Optimierer.


    BTW: bei über 8000kWh sind 22ct/kWh (netto ?) ein Grund den Anbieter zu wechseln, das sollte deutlich günstiger gehen auch wenn die LEW mit Abstand die höchsten Netzentgelte in Bayern haben. Wenn es nicht netto ist, dann schau dir mal an, was da mindestens 5 Jahre noch an Mehrwertsteuer auf die selbst verbruachte kWh dazu kommt.

  • Moin einSonnentag, ich schließe mich weitgehend den schon geäußerten Meinungen an. Die Panele werden, außer bei Beschädigungen, wahrscheinlich 30 Jahre halten. Verkabelung etc. hält voraussichtlich 40 bis 50 Jahre. Bei Wechselrichtern geht man besser von 10 Jahren aus (konservativ, aber nicht unrealistisch betrachtet). Eine Anlage ohne Speicher sollte komplett nicht mehr als 1.300 Euro pro kWp kosten. Je nach Höhe der Kreditzinsen liegt man dann normalerweise (deutlich) über 15 Jahren für die Amortisation.


    Bei den Preisen, die von Solateuren für Speicher aufgerufen werden, bekommt man zumindest eine Quersubventionierung von der PV zum Speicher und die Amortisationszeit geht tendentiell eher auf deutlich über 20 Jahre. Wenn man eine Ersatzbeschaffung einberechnet (das wird gerne vergessen), dann kommen eher 30 Jahre heraus, bei einigen Konstellationen reicht die Quersubventionierung nicht aus und es wird ein Zuschussgeschäft. Das hängt aber immer von den möglichen Zuschüssen ab, die man bekommen könnte.


    Was sich lohnen kann ist eine Halbinsel. Die legt man so aus, dass man in den Übergangszeiten tagsüber eine Vollversorgung hat, woraus sich im Sommer ein Überschuss ergibt, falls man den nicht irgendwie verbraten kann. Wenn die Sonne nicht scheint, dann bezieht man vom Netz. Hierzu benötigt man einen Hybrid-WR, der PV und Netz entsprechend den Bedürfnissen mischen kann. Hier liegt die Zeit für die Amortisierung unter 10 Jahren.

    Unser Kopf ist rund, damit das Denken die Richtung wechseln kann (Francis Picabia)

  • Zitat von einSonnentag

    Insgesamt gehe ich davon aus, dass ich mit dem Akku einen Großteil des erzeugten Stroms selber verbrauchen kann. Dadurch rentiert sich die teure Anlage später, dann aber über die Jahre immer mehr.


    Die Anlage wird sich mit Akku innnerhalb der Vergütungszeit nicht rentieren, schongarnicht wenn man auch ohne Akku bereits rund 2000,-€/kWp dafür bezahlen soll.
    Die Sunpower-Module sind sehr gut aber auch sehr teuer, andere Module sind ebenfalls gut aber wesentlich günstiger. Vergiss die teuren Sunpower und vergiss auch den Akku.


    Deine Berechnung enthält gravierende Fehler.
    - Ohne Akku schaffst du mit viel Glück etwa 30 % deines Stromverbrauchs selbst zu decken.
    - Aber auch mit Akku wirst du keinesfalls 87% deines Strombedarfs selbst decken können. Beim Ein- und Ausspeichern entstehen erhebliche Verluste, die du mit einkalkulieren musst. Auch mit dem besten Speicher sind immer mindestens 20% Verlust anzusetzen, bedeutet also um 1000 kWh aus dem Speicher herausholen zu können musst du mindestens 1200 reinstecken.
    Im Winter kannst du den Speicher garnicht nutzen da du ihn nicht voll bekommst weil so gut wie nichts vom Dach kommt. Je nach Art des Speichers werden aber Wartungsladungen aus dem Netz fällig die zusätzliche Kosten verursachen.


    Und vergiss endlich, daß die Solaredge-Optimierer die Verschattung deines Kamins " ignorieren ". Auch die machen aus Schatten keine Sonne. Ist ein Modul verschattet dann kommt von da nichts mehr, egal ob mit oder ohne "Optimierer".


    Mit dem Schatten eines schnöden Kamin`s kann aber auch ein normaler Stringwechselrichter mit Schattenmangement umgehen, dafür braucht man kein Solaredge. Verschattete Module (oder auch nur Teile davon) werden vom Verschattungsmangement ausgeblendet, die verbleibenden Module laufen weiter.

    mit freundlichem Gruß
    smoker59