Leidiges Thema, Umsatzsteuerjahreserklärung

  • Hallo erstmal,
    ich bin neu in diesem Forum. Ich habe meine PV-Anlage seit Februar 2016.
    Es ist eine 7,8kwP Anlage mit 6,4kwh Speicher.
    Und nun steht die erste Umsatzsteuer- und Einkommenserklärung für mich an.
    Nach vielem lesen in diesem Forum, hab ich das meiste verstanden, hoffe ich.
    Ein paar Fragen bleiben aber trotzdem.


    Die Umsatzsteuervoranmeldungen habe ich monatlich gemacht. Da muß ich ja noch für Dezember die unentgeltliche Wertentnahme eintragen. Wenn ich alles richtig verstanden habe, brauche ich den netto Grundpreis (inkl. anteiligen Grundgebühr).
    Beispielrechnung
    22,48 Cent (Nettopreis) pro kWh
    Anteilige Grundgebühr 42€ Eigenverbrauch 4000 kwh
    4000 kWh x 22,48 Cent + 42€ = 899,20€ (Wertentnahme)
    899,20 x 0,19 = 178,82 € Umsatzsteuer



    Bei der Einnahmenüberschussrechnung kann ich ja bei der Entnahme mit der Einspeisevergütung rechnen. z.B. 4000kwh x 12,31 Cent = 492,40 €


    Habe ich das alles so richtig verstanden?


    Dann noch die Frage, warum kann ich bei der Unentgeltlichen Wertentnahme für die UsT. nicht mit der Einspeisevergütung rechnen? Was ich dem Unternehmen doch unentgeltlich entnehme, ist doch nur die entgangene Einspeisevergütung und nicht der normale Einkaufspreis für den Strom.


    MfG
    diverso

  • Zitat von diverso


    ...
    Beispielrechnung
    ...


    Auf http://www.pv-steuer.de oder im Forum bei Downloads gibt es ein kostenloses Exceltabellenblatt vom Benutzer Paulchen zum ausrechnen der uWA.


    Zitat von diverso

    ... warum kann ich bei der Unentgeltlichen Wertentnahme für die UsT. nicht mit der Einspeisevergütung rechnen?


    Weil es falsch wäre. Du musst den Preis ansetzten den du bezahlen würdest, wenn du den Strom anderweitig kaufst. Hat der Benutzer kpr in vielen Beiträgen in epischer Breite erklärt.


    Wenn dir die Erklärungen von kpr nicht gefallen, dann warte auf den Benutzer machtnix. Der hat immer Erklärungen, die die Fragenden gerne hören.

  • Nun.... lass mich unhöflich mit einer Gegenfrage antworten:
    Warum kannst Du Dir den linken Schuh nicht ans rechte Ohr hängen?


    Getrennte Steuerarten - getrennte Sachverhalte - getrennte Definitionen.
    Das dann - aus Gründen der Vereinfachung - in vielen Fällen vieles wieder gleichgeschaltet wird, ist "schön".
    Allerdings bezogen auf die ertragsteuerliche Sachentnahme und die umsatzsteuerliche unentgeltliche Wertabgabe findet diese Gleichschaltung eben nicht statt. Ob das schön oder nicht schön ist, spielt gar keine Rolle. Es ist halt so.


    Unentgeltliche Wertabgaben werden mit dem Bezugspreis des Unternehmers für Waren und Dienstleistungen vergleichbarer Art und Güte bewertet, damit die Umsatzsteuer beim Fiskus genau in der Höhe anfällt, wie sie angefallen wäre, wenn sich der Unternehmer nicht aus dem Unternehmen, sondern über Dritte versorgt hätte.


    Die Sachentnahmen (bzw. deren erfolgswirksame Hinzurechnung im Rahmen der steuerlichen Gewinnermittlung) soll dafür sorgen, dass der Gewinn des Unternehmens von Entnahmen und Einlagen des Unternehmers nicht beeinflusst wird.


    Zwei völlig unterschiedliche Zielsetzungen

    16,92 kWp / 72 x Sharp NU-235 / Aurora Power One 12,5 + 3,0/ 0° Südabweichung / 8° Dachneigung

  • Könnt Ihr mir kurz erklären was jetzt zum Jahreswechsel ansteht, bzw. ob ich das alles richtig verstanden habe:


    Erstens: Muss ich noch meine monatliche Umsatztsteuervoranmeldung für Dezember machen, analog zu allen anderen Monaten zuvor. Korrekt?


    Zweitens: Mache ich eine Umsatzsteuererklärung 2016 sobald die Jahresbescheinigung vom Einspeisevergüter da ist...
    - Bis wann muss die erfolgt sein?
    - Was gehört da alles rein? Noch mal eine Zusammenfassung aller Monate aus 2016 zusammen mit der ueWa?


    Drittens: Mache ich eine Einkommensteuererklärung 2016 sobald die Jahresbescheinigung vom Arbeitgeber da ist...
    - Was gehört da alles rein? EÜR mit Abschreibung der Anlage?


    Danke für die Hilfe.
    kizzu

  • 1. Ja, die monatliche Voranmeldung gilt für das Kalenderjahr, wenn Du vom Finanzamt keine andere Info bekommst. Also auch für den Dezember.


    2. Termin für die Steuererklärungen (ESt, EÜR, USt) ist der 31.05. In die Umsatzsteuererklärung gehören alle umsatzsteuerlich relevanten Sachverhalte aus dem Kalenderjahr, das ist nicht unbedingt nur eine Zusammenfassung der Voranmeldungen.


    3. In die Einkommensteuererklärung gehört neben Deinen übrigen Einkünften die Anlage G für die gewerblichen Einkünfte aus der PV-Anlage. Die EÜR wird zwar als Anlage bezeichnet, zählt aber als eigenständige Erklärung.

  • Zitat von kizzu


    Erstens: Muss ich noch meine monatliche Umsatztsteuervoranmeldung für Dezember machen, analog zu allen anderen Monaten zuvor. Korrekt?


    Ja.


    Zitat von kizzu


    Zweitens: Mache ich eine Umsatzsteuererklärung 2016 sobald die Jahresbescheinigung vom Einspeisevergüter da ist...


    Die Abrechnung deines Kunden ist zwar ein netter Anhaltpunkt. Aber ohne Belang für die USt-E. In die USt-E gehöhren die Umsätze des Jahres 2016, die können durchaus von der Abrechnung abweichen. Z.B. die Nach- oder Rückzahlung in 2017 ist kein Umsatz in 2016.


    Zitat von kizzu


    - Bis wann muss die erfolgt sein?


    31.5.2017


    Zitat von kizzu


    - Was gehört da alles rein? Noch mal eine Zusammenfassung aller Monate aus 2016 zusammen mit der ueWa?


    Alle Umsätze aus 2016.


    Zitat von kizzu


    Drittens: Mache ich eine Einkommensteuererklärung 2016 sobald die Jahresbescheinigung vom Arbeitgeber da ist...
    - Was gehört da alles rein? EÜR mit Abschreibung der Anlage?


    Ja.

  • Hallo,



    auf die Gefahr hin, dass die Frage irgendwo im Forum schon 3x beantwortet wurde...
    (ich finde aber gerade nichts...)
    :roll::oops:


    -> Ist die Umsatzsteuerjahreserklärung 2016 im Endeffekt doch nichts anderes, als die nochmalige Zusammenfassung aller Umsatzsteuer-Voranmeldungen des Jahres 2016?


    Denn letztlich ist es doch wirklich nur ein nochmaliges Zusammenfassen aller Einzelposten:
    - abziehbare Vorsteuerbeträge
    - Nettozahlungen des Netzbetreibers
    - unentgeltliche Wertangabe


    Was habe ich vergessen?
    Bzw. aus welcher Position könnte sich eine Differenz zur Zusammenfassung aller USt-VA ergeben?
    Doch nur, wenn ich in einer USt-VA etwas vergessen habe anzugeben, oder?



    Tausend Dank!
    :wink:

  • Zitat von Unterfranke999

    Bzw. aus welcher Position könnte sich eine Differenz zur Zusammenfassung aller USt-VA ergeben?
    Doch nur, wenn ich in einer USt-VA etwas vergessen habe anzugeben, oder?


    Auch ohne etwas zu vergessen, kommen normalerweise leichte Unterschiede heraus, die aus dem Runden herrühren.
    Ich habe dir mal ein kleines Beispiel angehängt.

  • Danke, Bento!


    Das mit dem Runden stimmt natürlich...
    Man muss dann ja die Endsumme runden und nicht schon zwischendurch die jeweils abgerundeten Summen addieren...
    :lol:


    Danke für den Hinweis.


    Ansonsten hatte ich aber soweit Recht, oder?
    Die aufgeführten Inhalte sind im Wesentlichen alles, was rein muss.



    Außerdem noch eine Frage zum Thema unentgeltliche Wertabgabe:
    Ist unser Eigenverbrauch / Direktverbrauch eine unentgeltliche Wertabgabe nach § 3 Abs. 1b oder nach § 3 Abs. 9a UStG?
    Sprich wo eintragen?
    Zeile 39 oder Zeile 40 (in Elster Formular USt-Erklärung 2016) ?


    Dankeschön!
    :danke: