Grundsatzfrage zu Hybridwechselrichter

  • Ich habe bereits in der 2.KW einen Termin bei einem Solarbauer. Als Laie kann man leider anfangs nie abschätzen, ob ein Händler nur ein Geschäft machen will, oder tatsächlich die preisgünstigste Lösung für den Kunden finden will. Insoweit ist es ratsam sich vorher genau zu informieren.


    Da ich gerne 3 Module a 250 Wp auf meiner Terrassenüberdachung (Südausrichtung) und 3 Module a 250 Wp am Westbalkon anbringen und deren produzierte Energie speichern und selbst verbrauchen will, habe ich mich quer durch das Internet geklickt. Bei Effekta & Co heißt es immer lapidar, daß man die Batterieenergie "einfach" ins Hausnetz einspeist und wenn die Batterien leer sind, dann erfolgt der Strombezug über das Netz. Da ich neben den Materialkosten auch die Lohnkosten des Elektrikers abschätzen möchte, will ich informiert sein, was dieser alles tun muss. Momentan könnte mir dieser alles erzählen.
    Nach meiner Kenntnis erfolgt die Stromversorgung durch das EVU 3-phasig. Die 3 Phasen werden dann nach dem Zähler im Sicherungsschrank auf das ganze Haus verteilt. Effekta & Co speisen 1-phasig ein.
    Welche Installationen muss der Elektriker vornehmen, um den Hybridwechselrichter einzubinden?
    Ein Bekannter, der eine Plug & Play-Anlage betreibt, meinte, der Elektriker müßte "nur" eine gesondert abgesicherte "Anschluß/Einspeiseleitung" legen, die dann über Phase L 1 einspeist. Der sogenannte Netzanschluß könnte dann über einen beliebigen Stromkreis (am Ort der Aufstellung/Heizungsraum o.ä.) erfolgen. Stimmt das, oder sind am Sicherungskasten umfangreichere Montagen nötig?


    Da ich (wahrscheinlich) nicht beide Module (süd und west) an einen Hybridwechselrichter anschließen kann, werde ich wohl zwei benötigen. Kann ich diese an dem gleichen Batteriepack anschließen? Müßte Hybridwechselrichter 2 auch auf Phase 2/3 angeschlossen werden, wenn Hybridwechselrichter 1 auf L 1 angeschlossen ist?
    Gibt es eine Alternative für 2 Hybridwechselrichter, in Form von zwei Ladereglern und einem Hausnetzeinspeisewechselrichter?

  • Hi,


    der Elektriker muss den oder die WR (Wechselrichter) konform zur VDE 4105 und nach den TAB-Vorgaben des Netzbetreibers anschliessen. Dazu ist mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit der Austausch Deines Stromzählers notwendig, entweder gegen einen mit Rücklaufsperre (sofern Du nicht schon so einen hast) oder sogar gegen einen Zweirichtungszähler und im "schlimmsten" Fall gegen einen bidirektionalen Smartmeter.
    Das hängt davon ab, was Dein VNB (Versorgungsnetzbetreiber) fordert.


    Wenn Du ganz großes Pech hast und einen uralten Zählerschrank Dein eigen nennst, wirst Du dort gar nix mehr anschliessen dürfen und musst einen komplett neuen setzen lassen. Das zuerst mal abklären.


    Der Rest ist eigentlich Kindergeburtstag.
    Du brauchst zum Anschluss der WR eine eigene, ausreichend dimensionierte und intakte Leitung, an der sonst nix anderes hängt. Kann auch eine bereits bestehende Leitung sein.
    Dort werden die WR fest oder mit einem Spezialstecker angeschlossen, normale Steckdose ist unzulässig.


    Deine angepeilte Leistung und gleichzeitige Anforderung "Hybrid"wechselrichter machen mir Sorgen.
    Denn ich kenne keinen einzigen Hybridwechselrichter mit derart geringer Leistung (1-1,5 kva) und 2 MPPT.
    Die 2 MPPT brauchst Du eigentlich, wenn Du zwei völlig verschiedene Ausrichtungen/Neigungen der Modulflächen hast.


    Ich würde an Deiner Stelle normale, kleine Modulwechselrichter von AE nehmen und keinen Hybrid.
    http://www.aeconversion.de/fil…version_EU_DE_2015_09.pdf


    Einen Speicher würde ich bei so einem winzigen System nicht nehmen, der vernichtet zuverlässig jeglichen finanziellen Vorteil.
    Einzuspeichern gibt`s bei einer 1,5 kWp-Anlage im normalen Wohnhaus sowieso so gut wie nix.
    Warum willst Du eigentlich nicht eine normale PV-Anlage bauen sondern nur 2x 3 Module?

  • Für dieses Vorhaben sehe ich auch keine technische und erst recht keine wirtschaftliche Lösung.
    Auch wenn ein Hybrid-Wechselrichter inzwischen als eierlegende Wollmilchsau gilt, hat er doch gewisse Eckdaten,
    um betrieben werden zu können, Dazu genügt ein Modulfeld von 1,5 kWp mit unterschiedlicher Ausrichtung nicht. :oops:
    einstein0

    33 J Erfahrung mit PV im Netzverbund. Erster zweiachsiger Tracker in Australien.
    2 kW- Hybrid-Insel im Camper, BEV: Hyundai Kona. 30kW-PV-Anlage Ost/West.
    PV-Notstromversorgung 10 kWh im MFH mit Infini 3 kW Hybrid-WR und 10 kWh Li-Testspeicher.

  • Wie hier an anderer Stelle auch schon geschrieben:


    Für Deine Anwendung passen am besten kleine Modulwechselrichter entweder an jedem Modul einen,
    oder wie z.B. am Envertech 500 zwei Module pro Wechselrichter.


    AE- Conversion hat leider seit 4 Jahren nichts neues gebracht und ist auch bei den damaligen Preisen
    stehen geblieben.


    Deshalb eher Letrika oder Envertech (höherer Wirkungsgrad, 25 Jahre Garantie, niedrigerer Preis)

  • Hallo,
    mein derzeitiger Stromzähler hat eine Rücklaufsperre und arbeitet saldierend. Mein Zählerschrank ist von 1999 und eher modern, als uralt.


    Ich betreibe auf meinem Dach bereits eine Photovoltaikanlage mit 2,45 kWp. Hierfür bekomme ich die € 0,49/kWh. Die zusätzlichen Module sollen dazu beitragen einen Teil meines Energieverbrauchs abzudecken und zum anderen sind die Standorte lang und verschattungsfrei in der Sonne.


    Mir ist schon klar, daß sich die Kosten für die Anlage nur schwer erwirtschaften lassen. Ich sehe das aber als Anlage. Wenn ich € 2000,- auf der Bank liegen habe, dann bekomme ich derzeit 0,1% Zins(€2,- p.a.). Wenn ich durch die Investition meinen monatlichen Stromabschlag um € 5,- reduziere, dann habe ich mehr Ertrag als Zinsen.


    Wie schon kurz erwähnt, hat mein Bekannter derzeit 3 Module (3 x 250 Wp)auf seiner Terrassenüberdachung in Reihe geschalten und "speist" den Strom per Soladin 1000 Web in das Hausnetz ein. Sein Elektriker hat ihm vom Sicherungsschrank eine speziell abgesicherte Leitung verlegt und daran den Soladin angeschlossen. Da seine Kinder seit Mai aus dem Haus sind und die Frau wieder in der Arbeit ist, meinte er, es wäre doch sinnvoll den tagsüber produzierte Energie zu speichern und abends zu verbrauchen, wenn alle wieder zu Hause sind.
    Die Idee finde ich prinzipiell ganz gut.
    Bei einem Händler hatte ich auch eine pfiffige Lösung gesehen. Dort wurden 3 x 250 Wp Module parallel geschalten, an einen Laodchamp LCSR30 Solar Laderegler gekoppelt. Der an die Batterien gekoppelte Letrika 260 soll konstant 180 W ins Hausnetz einspeisen....während Sonnenschein die 180 W Solarenergie (Rest wird gespeichert) und nach Sonnenuntergang 180 W aus den Batterien. Der Haken ist, daß dies auch kontinuierlich erfolgt, sodaß die Batterien regelmäßig entleert werden, egal ob Bedarf ist oder nicht.
    Wenn man diese Idee weiterspinnt, könnte man mit dieser Lösung auch den Westbalkon ebenso ausstatten. 3 Module, die per Laderegler die (gleichen ? - die am Mittag von den Terrassenmodulen geladen werden - mit entsprechender Kapazität) Batterien aufladen.
    Stellt sich nur die Frage, wie die Energie dann von den Batterien am Abend bei Bedarf an den Verbraucher gelangen. In der Regel ist abends die Küche, das Licht und der TV in Betrieb. Da helfen 180 W aus dem Letrika nur bedingt.


    Ursprünglich bin ich davon ausgegangen das Effekta & Co genau dies steuern können.Bei hohem Bedarf wird viel Leistung abgegeben und bei niedrigem Bedarf wenig.

  • Ich will Dir den Spaß nicht verderben, aber Deine Rechnung zum "Ertrag" ergibt bei genauerem Hinsehen, dass Deine Investition in 400 Jahren wieder drin wäre. :) ... und dabei nix verdient. Pflanze mit dem Geld 100 Obstbäume, dann hast Du Ertrag...und Arbeit. :D


    Zur Technik: Warum schließt Du Deine neuen Module nicht einfach an die große Anlage mit an? Zum wie muss man mehr wissen.


    Freundliche Grüße
    pvx

  • Ich wollte nicht wissen, ob das Vorhaben rentabel ist oder nicht.
    Ich wollte mich zum Aufbau, verwendete Komponenten, Voraussetzungen bzw. Umbauten am Hausnetz usw. informieren, damit ich nicht irgendetwas aufgeschwatzt bekomme, oder mit einem gewissen Hintergrundwissen nachfragen kann.

  • Zitat von Joe Cool

    Ich wollte nicht wissen, ob das Vorhaben rentabel ist oder nicht.
    Ich wollte mich zum Aufbau, verwendete Komponenten, Voraussetzungen bzw. Umbauten am Hausnetz usw. informieren, damit ich nicht irgendetwas aufgeschwatzt bekomme, oder mit einem gewissen Hintergrundwissen nachfragen kann.


    In dem Fall könntest du dich bei der Hybrid-Fraktion artig bedanken für die Vorschläge und deine Konsequenzen daraus ziehen, damit der nächste Fragesteller auch noch eine Antwort bekommt. :wink:
    einstein0

    33 J Erfahrung mit PV im Netzverbund. Erster zweiachsiger Tracker in Australien.
    2 kW- Hybrid-Insel im Camper, BEV: Hyundai Kona. 30kW-PV-Anlage Ost/West.
    PV-Notstromversorgung 10 kWh im MFH mit Infini 3 kW Hybrid-WR und 10 kWh Li-Testspeicher.

  • Es gibt eine technisch gute Lösung mit einem Dowell I3000 AC gekoppeltem
    Hybrid Speichermanager mit Einspeisung von PV Strom an der DC Schnittstelle des
    Systems.


    1x Dowell I 3000
    1x 2,4 kWh LifePo4 -48V Batterie
    1x Dreiphasensensor
    1x MPPT Solarladeregler 48V


    https://greenakku.de/Wechselri…625.html#ohne-einspeisung


    Speisst nichts ins Netz, saldiert aber über die Phasen und kann ohne Zusätze bei
    Stromausfall ein 1 phasiges Inselnetz aufbauen mit PV Unterstützung.


    Kostet ca. 4000 Euro, aber wenn Geld sekundär, warum nicht?