Hybridwechselrichter - Zähler verändert sich nich nicht?

  • Hallo,


    ich bin ganz neu hier und beschäftige mich nun seit einiger Zeit mit PV, Enegiespeichern auf Li-Basis und dem Thema Elektrofahrzeugen. Alles hängt ja irgendwie zusammen, wenn man es möchte...und so fehlen mir ein paar Bausteine, um das Ganze zu verstehen.


    Wenn ich eine nicht anmeldeplichtige Selbstbau-PV-Anlage mit Batteriespeicher nutzen möchte, gleichzeitig NICHT ins öffentliche Netz einspeisen möchte (und darf), gleichzeitig aber ein passendes Energie- und Batteriemanagement machen möchte, wie wird dies realisiert?


    ich möchte:
    1. - Den Eigenstrombedarf aus der PV Anlage decken, Überschüsse sollen in die Batterie fließen -> dh Stromzähler bewegt sich nicht
    2. - Bei Bedarf, nehmen wir an der WR mit P=3kW schafft nicht den Bedarf von 6kW zu decken, wird aus dem öffentlichen Netz "zugemischt".


    Welche Wechselrichter bieten dies? Punkt 2 bieten ja Hybridwechselrichter, aber wie erkennen diese, dass der Zähler nicht läuft und speisen nur genau den Bedarf ein, der gerade anfällt (Punkt 1)?


    Läd der WR gleichzeitig die Batterie während er in mein Hausnetz einspeist (ich nehme an ja, aber wie nennt man das?), oder gibt es dort stets Relaisumschaltungen?


    Danke euch.

  • Hi roewe,


    habe nicht soo viel Erfahrung, da ich noch Anfänger in Sachen PV bin.


    Zu Frage1 & Frage2: Mein Fronius Hybrid WR arbeitet genau so wie du es beschreibst. Die Daten dafür holt er sich vom Fronius Energiezähler, der zusätzlich verbaut werden muss.
    Das Verhalten (Einspeisebegrenzung ins Netz oder ins Haus) wird dann im Wechselrichter konfiguriert. Die Grösse dieses Wechselrichters bestimmt dann auch den maximalen Energiefluss (PV + Akku).


    Fronius nennt dies "Multi Flow Technology"


    Gruss
    Marcel

    9,9 kWp @Fronius Energy Package 12 kWh
    Fronius Symo 5.0-3-M & Fronius Hybrid 5.0-3-S

  • Wir nennen das was die Infini-Hybrid-WR bei entsprechender Konfiguration machen; Aufspeisen ins HH-Netz
    im Netz-Parallelbetrieb (via AC-In). Dabei werden alle Verbraucher grundsätzlich vom Netz versorgt, doch der Netzbezug
    wird grösstmöglich durch Solarstrom, oder aus der Battbank kompensiert.
    Bei Netzausfall können bestimmte Verbraucher über den Insel-WR (AC-Out) versorgt werden.
    einstein0

    Bilder

    33 J Erfahrung mit PV im Netzverbund. Erster zweiachsiger Tracker in Australien.
    2 kW- Hybrid-Insel im Camper, BEV: Hyundai Kona. 30kW-PV-Anlage Ost/West.
    PV-Notstromversorgung 10 kWh im MFH mit Infini 3 kW Hybrid-WR und 10 kWh Li-Testspeicher.

  • Warum willst Du nix einspeisen?
    Die PV wird zwangsläufig eher sehr klein, wenn Du im Sommer nix einspeisen bzw. weg schmeißen willst.
    Die 12,31 Cent pro KWh sind, was die reine PV angeht, kostendeckend!


    Ansonsten klingst Du nach Halb-Insel Typ ... kann man machen, ist aber mMn nach teurer, als PV mit Einspeisung oder PV mit Speicher und Einspeisung. Wie eine "nicht anmeldeplichtige Selbstbau-PV-Anlage mit Batteriespeicher" Deiner Meinung nach aussieht sollte noch definiert werden.


    Mit Einspeisung wäre ein Fronius Hybrid passend ... kann man gut mit einem sehr guten LiOnen Speicher von Fronius (Sony) kombinieren.

    7 KWp PV an 5 KVA Hybrid WR speisen einen 10 KWh Speicher

    Plusenergiehaus mit Panasaonic Aquarea Monoblock 5KW, kein WP Zähler


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  • Super, vielen Dank. Da sind ja ein paar wichtige begriffe gefallen, mit denen ich weiterkomme. v.a. @ einstein0.
    Der Infini als schon sehr verlockend, v.a. aber auch obwohl er viele Konfigurationsmöglichkeiten bietet.


    Ich war der Meinung, dass eine Anlage, welche nicht einspeist & unter 10kWp ist, nicht anmeldepflichtig ist. Aber da spalten sich ja die Meinungen wohl.


    Ich danke euch und lese weiter stumm mit
    Grüße roewe

  • Hi,


    Zitat von roewe

    Wenn ich eine nicht anmeldeplichtige Selbstbau-PV-Anlage mit Batteriespeicher nutzen möchte, gleichzeitig NICHT ins öffentliche Netz einspeisen möchte (und darf), gleichzeitig aber ein passendes Energie- und Batteriemanagement machen möchte, wie wird dies realisiert?


    ich hab` das Hauptproblem in Deinem Satz mal fett hervorgehoben.


    Wenn Du legal nicht anmelden willst, dann darf Dein Grundstück im Zweifelsfall gar keinen Stromanschluss haben.
    Es ist zwar derzeit noch etwas umstritten, aber die Richtung, auf die der Gesetzgeber hinarbeitet ist klar und wird vermutlich auch bald rechtssicher sein:


    ALLE Stromerzeugungsanlagen sind anmeldepflichtig, sobald die Möglichkeit der Netzanbindung auch nur rudimentär vorhanden ist.


    Angemeldet werden muss in diesem Fall mindestens bei der BNA (Bundesnetzagentur) in Form der Registrierung im Anlagenregister.
    Sobald die Anlage auch tatsächlich netzparallel arbeitet (egal ob sie einspeist oder nicht), muss sie zusätzlich beim VNB (Netzbetreiber) angemeldet sein und die Vorgaben der VDE AR-N 4105 erfüllen.


    Letzteres wird bei Dir der Fall sein, so wie Du das beschreibst, was Du vorhast.

  • Hey Ralf,


    danke für die genaue Erläuterung. :-) Dann werde ich diesbzgl. genau drauf achten. Aber es steckt ja in den Kinderschuhen.
    Guten Rutsch wünscht...


    roewe