Anlage nach EEG 2017 - Eigenverbrauch noch rentabel

  • Hallo,


    ich überlege mir momentan, ob ich im Rahmen einer Dachreperatur eine PV-Anlage installieren sollte.
    Kosten für das Gerüst dürften nicht alzu groß ausfallen, Gerüst wird für Dacharbeiten eh benötigt und muss nur ein paar Tage länger stehen bleiben. Der Solateur braucht nur etwas mit dem er die Module ca. 8-10m nach oben oben befördern kann.


    Da ich in Sachen PV nicht wirklich bewandert bin (und ich nicht wirklich weiß, welche Informationen aktuell noch gelten oder überholt sind), hätte ich da noch ein paar Fragen, bevor ich da überhaupt die Kosten bzw. Wirtschaftlichkeit errechnen kann:


    - Gibt es die Bagatellgrenze von 10kWp noch im EEG 2017?
    Wenn ja, entfällt dann nicht nur die EEG-Umlage sondern auch die Steuerpflicht?
    Macht es da etwas aus, wenn ich die PV-Anlage privat bezahle, der Strombezug aber normalerweise übers Geschäft läuft (Gewinnermittlung über Einnahmenüberschussrechnung)


    - Muss ich beim Dach irgendetwas beachten? (Statik, etc bei Einsatz von Wellblech)


    - Was kostet die Installation einer ordentlichen PV-Anlage (ordentliche Module/WR; keinen Chinaschrott) mit 9,36-9,99 kWp (+WR 3ph) ohne Gerüst ungefähr?


    - Mit wieviel Jahresertrag (kWh) kann ich da etwa rechnen (Standort: 877** Südbayern, Dachneigung 23°, keine Verschattung/Gebäude überragt Hindernisse)


    - Wieviele Zähler brauche ich offiziell? (Privater Zwischenzähler für PV-Ertrag, wird zur Kontrolle eh eingebaut)
    Reicht ein Zweirichtungszähler im Zählerkasten aus? (Weiterverwendung der bereits vorhandenen Zuleitung ins Nebengebäude, spart mir die Erdarbeiten und benötigt nur ca. 50m Kabel)
    Oder ist zur Zählung des Eigenverbrauchs eine eigene Leitung von der PV-Anlage bis zum Zählerkasten vorgeschrieben?


    - Ist zur Einspeisevergütung 2017 schon etwas bekannt? (Inbetriebnahme frühestens März/April 2017)


    - Ich gehe mal davon aus, dass ich bei dieser Anlagengröße die 70%-Regelung benötige.
    Was brauche ich alles (Steuerung/Netzwerkabel), wenn ich die Generatorleistung nicht fix auf 70% begrenzen möchte, sondern die 30% nach Möglichkeit selbst verbrauchen möchte?
    Und was kostet das ca ?


    Fall noch Informationen fehlen, einfach nachfragen.


    Mfg Light

    2x 380Wp O/W an HM-600


  • Welche Ausrichtung genau?
    Ja, die 10 kWp Grenze bzgl. EV bleibt.
    Steuerpflicht hast immer! Hat nichts mit dem EEG zu tun!
    Ohne Gerüst bei 10 kWp um die 1100 €/kWp bei guten Komponenten - abh. von Zählerschrank und sonstigen Bedingungen.


    Gruß
    MBiker_Surfer

    Gruß
    MBiker_Surfer


    Elektrisch: Nikola Gotway 100V

  • Zitat von MBIKER_SURFER


    Welche Ausrichtung genau?


    15° Ost (also "fast" Süd)

    Zitat von MBIKER_SURFER


    Steuerpflicht hast immer! Hat nichts mit dem EEG zu tun!


    Wie setzt sich die Steuer dann zusammen?
    19% auf die Differenz zwischen Einkauf (z.b. 27ct/kWh) und Verkauf (z.b. 12ct/kWh), in dem Fall also 19% von 15ct > 2,85 ct Steuer für jede selbst verbrauchte kWh
    Habe ich das so richtig verstanden?

    Zitat von MBIKER_SURFER

    Ohne Gerüst bei 10 kWp um die 1100 €/kWp bei guten Komponenten - abh. von Zählerschrank und sonstigen Bedingungen.

    Damit kann man schon mal grob rechnen.
    Zählerschrank ist vorhanden, auch Platz für einen 2. Zähler wäre vorhanden.
    Fragt sich nur, ob für die PV eine eigene Zuleitung vom Zählerschrank notwendig ist, oder eine bereits vorhandene (an der auch Verbraucher hängen) verwendet werden darf?

    2x 380Wp O/W an HM-600

  • Zitat von Light

    15° Ost (also "fast" Süd)


    Du meinst PV technisch gesprochen als minus 15°, d.h. 15° von Süden aus Richtung Osten?


    Zitat von Light

    Wie setzt sich die Steuer dann zusammen?
    19% auf die Differenz zwischen Einkauf (z.b. 27ct/kWh) und Verkauf (z.b. 12ct/kWh), in dem Fall also 19% von 15ct > 2,85 ct Steuer für jede selbst verbrauchte kWh
    Habe ich das so richtig verstanden?


    Nein. Du musst unterscheiden zwischen bezahlter Umst, die Dir im Falle der Optierung zur Umst erstattet wird und natürlich der Umst, die Du erhälst und abführen musst. Das ist der UMSt Teil.
    Ich meinte die Steurpflicht auf die Einnahmen - Anlage EÜR und Anlage G. Also Gewinn-/Verlustrechnung.


    Gruß
    MBiker_Surfer

    Gruß
    MBiker_Surfer


    Elektrisch: Nikola Gotway 100V

  • Zitat von Light

    - Muss ich beim Dach irgendetwas beachten? (Statik, etc bei Einsatz von Wellblech)


    Das Dach muss die Zusatzlasten von ca. 18 kg/m² natürlich aufnehmen können! Da solltest du vielleicht einen Statiker um eine kurze Bewertung bitten. Wellblech lässt nicht auf Wohnhaus schließen, wo eine Belegung in der Regel wegen der Art der Dimensionierung ohne Probleme möglich ist.


    Zitat von Light

    - Wieviele Zähler brauche ich offiziell? (Privater Zwischenzähler für PV-Ertrag, wird zur Kontrolle eh eingebaut)
    Reicht ein Zweirichtungszähler im Zählerkasten aus? (Weiterverwendung der bereits vorhandenen Zuleitung ins Nebengebäude, spart mir die Erdarbeiten und benötigt nur ca. 50m Kabel)
    Oder ist zur Zählung des Eigenverbrauchs eine eigene Leitung von der PV-Anlage bis zum Zählerkasten vorgeschrieben?


    Hast du schon eine PV-Anlage oder wofür ist der vorhandene Zweirichtungszähler?
    Wenn eine vorhanden ist: von wann und wie groß?


    Zitat von Light

    - Ist zur Einspeisevergütung 2017 schon etwas bekannt? (Inbetriebnahme frühestens März/April 2017)


    Januar 2017: wie bisher
    ab Februar 2017: mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit: +3%
    ab Mai 2017: noch zu unsicher --> entweder + 3% oder +1,5% oder 0%

    Viele Grüße

    Bento


    Auch an Tagen, an denen der Himmel grau ist, ist die Sonne nie ganz verschwunden.
    (Arnaud Desjardins)


  • Zitat von MBIKER_SURFER

    Du meinst PV technisch gesprochen als minus 15°, d.h. 15° von Süden aus Richtung Osten?


    Genau


    Zitat von MBIKER_SURFER


    Nein. Du musst unterscheiden zwischen bezahlter Umst, die Dir im Falle der Optierung zur Umst erstattet wird und natürlich der Umst, die Du erhälst und abführen musst. Das ist der UMSt Teil.
    Ich meinte die Steurpflicht auf die Einnahmen - Anlage EÜR und Anlage G. Also Gewinn-/Verlustrechnung.


    Ok, wird mal wieder Zeit für einen neuen Ordner und ein neues Onlinekonto :juggle:
    Kann ich den Strom (eigenverbrauch) dann von mir privat an mich geschäftlich verkaufen? oder gibt es da noch Nachteile, etc?
    Abschreibung vermutlich auf 20 Jahre? oder kann ich da beliebig ansetzen?


    Zitat von Bento


    Hast du schon eine PV-Anlage oder wofür ist der vorhandene Zweirichtungszähler?


    Zweirichtungszähler ist noch nicht vorhanden.
    Vll. etwas missverständlich formuliert, die Frage ist, ob ein Zweirichtungszähler reicht.
    Es handelt sich in der Tat nicht um ein Wohnhaus, sondern um eine Bergehalle.

    2x 380Wp O/W an HM-600

  • Moin,


    Du bist aber nicht privat, wenn Du PV EV machst!!


    Abschreibung ist fix auf 20 Jahre. Sonder AFA in den ersten 5 Jahren ist natürlich möglich!


    Gruß
    MBiker_Surfer

    Gruß
    MBiker_Surfer


    Elektrisch: Nikola Gotway 100V

  • Das Unternehmen welches den Strom verbraucht muss auch die PV besitzen. Sonst ist das Verkauf an dritte.
    Da fällt dann einiges an Abgaben und Verwaltung an. Dann lieber Volleinspeisung.
    Bringt auch keine schlechte Rendite



    Gesendet von iPhone mit Tapatalk

  • Zitat von Light

    Es handelt sich in der Tat nicht um ein Wohnhaus, sondern um eine Bergehalle.


    Da du bei der Bergehalle das Dach reparierst, gehe ich davon aus, dass diese schon etwas älter ist, also zumindest vor dem 01.04.2012 errichtet wurde. Dann bekommst du die "normale" Aufdachvergütung, nach § 48 Abs. 2 EEG 2017.
    Sollte die Halle allerdings jünger sein und nicht zusammen mit einer neuen Hofstelle errichtet worden sein, gäbe es lediglich die reduzierte EEG-Vergütung nach § 48 Abs. 1 EEG 2017.


    Wie groß ist denn die nutzbare Dachfläche der Berghalle? Oder willst die in jedem Fall nur bis 10 kWp gehen?

    Viele Grüße

    Bento


    Auch an Tagen, an denen der Himmel grau ist, ist die Sonne nie ganz verschwunden.
    (Arnaud Desjardins)


  • Zitat von Taylorman

    Das Unternehmen welches den Strom verbraucht muss auch die PV besitzen. Sonst ist das Verkauf an dritte.


    Macht Sinn. Eigentlich wollte ich wegen der Übersicht getrennte Konten, aber wenn ich das ganze auf das bisherige Unternehmen über bereits angwendete EÜR laufen lasse, sollte ich auch keine Probleme mehr haben.



    Zitat von Bento


    Da du bei der Bergehalle das Dach reparierst, gehe ich davon aus, dass diese schon etwas älter ist, also zumindest vor dem 01.04.2012 errichtet wurde. Dann bekommst du die "normale" Aufdachvergütung, nach § 48 Abs. 2 EEG 2017.


    Ist schon etwas älter, ´normale Aufdachvergütung somit kein Problem.
    Wegen der Statik mache mir jetzt eig. auch keine Sorgen (mehr), die bisher verwendeten Betondachsteine dürften deutlich mehr wiegen als Wellblech mit Dämmung.


    Zitat von Bento

    Wie groß ist denn die nutzbare Dachfläche der Berghalle? Oder willst die in jedem Fall nur bis 10 kWp gehen?


    Ich bleibe bei 10kwp. Keine Probleme mit der EEG-Umlage, hoher Eigenverbrauchsanteil und keine Finanzierung notwendig.


    Wenn ich das jetzt richtig verstanden habe, brauche für 70% weich, einen Solarlog mit PM+ , einen ungeeichten Zwischenzähler mit S0 der nur Eigenverbrauch zählt, sowie einen kompatiblen WR mit RS485 oder RS422?
    Das ganze ist im kwp bereits inklusiv?


    Mit was ist ertragsmäßig ca. zu rechnen?


    Mfg
    Light

    2x 380Wp O/W an HM-600