Speicherstrategien für eine europ. bzw. globale Energiewende

  • Zitat von GWeberJ

    Was aus der Kohleverstromung wird, hängt allein vom Erdgaspreis ab. Es git täglich ein Zeitfenster von wenigstens 12 Stunden, in welchem aus Richtung PV keine Konkurrenz droht.


    Das Zeifenster gibt es, es wird aber mit jedem km Leitungslänge in Ost-WEstrichtung kleiner - die 3284km lange Ost-West Leitung die aktuell in China gebaut wird verkleinert das Zeitfenster alleine um 3h. Dazu kommt nch Wind, Wasserkraft, Biomasse, die sich um das selbe Zeitfenster pügeln. Mehr als Brosamen bleiben da nicht.

    Ich würde mein Geld auf die Sonne und die Solartechnik setzen. Was für eine Energiequelle! Ich hoffe, wir müssen nicht erst die Erschöpfung von Erdöl und Kohle abwarten, bevor wir das angehen.
    Thomas Alva Edison
    Trockenplatzdach 2,6kW zum Spielen :)

  • Hi,


    Zitat von GWeberJ

    Was aus der Kohleverstromung wird, hängt allein vom Erdgaspreis ab. Es git täglich ein Zeitfenster von wenigstens 12 Stunden, in welchem aus Richtung PV keine Konkurrenz droht.


    glaube ich nicht. Der Gaspreis hat damit nicht viel zu tun und die PV auch nur bedingt.


    Die PV hat wirksam den Mittagspeak gekappt und diese Geldquelle der Stromkonzerne zum Versiegen gebracht.
    Sonst kommt da aber noch nicht wirklich viel von PV-Anlagen, aus WEA wird viel mehr Strom eingespeist.
    Und die arbeiten bekanntlich tageszeitunabhängig.


    Jegliche Verbrennerkraftwerke haben in Zukunft (jenseits 2030) nur noch eine Existenzberechtigung als Lückenfüller bei Dunkelflaute und als Regelkraftwerke, um die PV-Rampen morgens und abends ggfls. abzufahren.
    So billig, dass Gaskraftwerke schnell regelbaren Braunkohlekraftwerken (ja, die gibt`s schon!) da die Butter vom Brot nehmen, kann Gas gar nicht werden.


    Die Zukunft der Kohleverstromung hängt imho an den Zertifikatepreisen oder was auch immer für ein Instrument in Zukunft gilt, um die Emissionskosten einzupreisen. Wird da mal Ernst gemacht, ist bei der Kohle ganz schnell der Ofen aus.

  • Also hier mal die Solar und Windenergieerzeugung von 20 Ländern in Europa für 2016 summiert.
    Sowie mit einem 1 TWh Speicher geglättet (Europa hat 150-200TWh bestehende Wasserkraftspeicher die genutzt werden können) sowie 15GW Biomasse, die einfach immer dann zugeschaltet werden wenn der Speicher halb leer ist - ein ganz dummer algorithmus, der aber in Excel leicht zu erstellen ist, und ausreicht um zu zeigen dass es geht.
    Damit kann man 41 GW konstante Leistung ziehen.







    Um mal ein Gefühl dafür zu bekommen wie man die Wind und SOlarerzeugung in etwas grösseren Gebieten ausgleichen kann. Die Wind und SOlarerzeugung ist noch extrem ungleichmässig verteilt, und viele europäische Länder sind nicht enthalten, und stromaustausch mit angrenzenden Ländern die synchron mit dem europäischen Verbundnetz laufen findet nicht statt. Dennoch werden nur 23 TWh Biomasse als Ausgleich benötigt, jedoch werden 34 TWh abgeregelt - das kann mit mehr Generatorleistung der Biomasse und mehr Biomasseeinsatz, oder günstigerer Verteilung oder mehr SPpeicher behoben werden. Was erheblich ist sind die notwendigen Einspeicher und Ausspeicherleistungen, die sind aber für kurzfristige Speicherung in Form dynamischer Lasten auch zukünftig in sehr grossem Umfang vorhanden, aber mehr Generatorleistung an bestehenden Dämmen wird in jedem Fall hilftreich sein.
    Aber es zeigt wied as Verbundnetz Speicher spart. Fr D allein rechnet man mit 15TWh SPeicher und >50TWh Biomasse, allein mit den schlecht verteilten Anlagen heute reichen im verbundnetz für den deutschen Bedarf 2 TWh Speicher und ca. 35 TWh Biomasse Also weniger als die in D aktuell verfügbare Biomasse, und 1-1,5% der in Europa vorhandenen Wasserkraftspeicher.
    Womit klar sein sollte dass wir zusätzliche Wasserkraftturbinen und zusätzliche Leitungen brauchen, aber keine gigantischen Batterieanlagen für ein vielfaches an Geld.

  • Zitat von hfrik


    Womit klar sein sollte dass wir zusätzliche Wasserkraftturbinen und zusätzliche Leitungen brauchen, aber keine gigantischen Batterieanlagen für ein vielfaches an Geld.


    EIne interessante Darstellung. Allerdings glaube ich, dass Du zwei entscheidende Denkfehler hast:


    1.) Der Zeitfaktor: Wenn Du eine neue Turbine bauen willst hast Du gleich viele Bedenkenträger von Umweltschützern über Ultra-/Infraschall-Spinner bis NIMBYs auf der Matte stehen, das dauert mitunter Jahre. sieht man ja bei Stromleitungen an der Nord-/Südtrasse in Deutschland. 10 Jahre sind da nichts. Baust Du Speicher steht da halt 'ne neue Lager- oder Fabrikhalle in einem Gewerbegebiet. Das juckt niemanden. Neuen Speicher hast Du in 24 Monaten stehen. Und Zeit ist ein wichtiger Faktor.


    2.) Die Kosten: Akkuspeicher fällt im Preis pro Jahr je nach Quelle zw. 15 und 21%. D.h., dass Du heute eine neue Turbine planst, weil die günstiger als ein Großsspeicher ist aber wenn Du in 5 bis 10 Jahren die Genehmigung für die Turbine durch hast, dann sieht die Welt schon ganz anders.
    Bezüglich der Kosten bei Speicher vs. Leitungen: Google mal nach Tony Seba und seinem "God-Parity". Der geht für die USA davon aus, dass Mitte der 2020er Speicher günstiger als Leitungen sind.

    9,6 kWp Talesun TP660P-240, SMA STP 8000TL-20; Ausr.: 70° (West); DN: 33°; seit 10/2012
    10,56 kWp Yingli YL240P-29b, SMA STP 10000TL-10; Ausr.: -110° (Ost); DN 33°; seit 01/2013


    „Wenn Weitblick ortsgebunden ist, kann es mit den Visionen auch nicht so weit her sein.“


  • Zitat von Dringi


    Bezüglich der Kosten bei Speicher vs. Leitungen: Google mal nach Tony Seba und seinem "God-Parity". Der geht für die USA davon aus, dass Mitte der 2020er Speicher günstiger als Leitungen sind.


    Ich denke auch, dass die Speicher immer günstiger werden. Wenn man sie allerdings so auslegt, dass sie auch im Winter/bei Flauten Leitungen überflüssig machen und die Industrie mitversorgen sollen, dann müssen derartige Überkapazitäten installiert werden, dass das eine riesige Materialschlacht werden könnte, die mit Nachhaltigkeit wenig zu tun hat.

    4,08kwp Solarworld ::: Piko3.6

  • Zitat von Dringi

    EIne interessante Darstellung. Allerdings glaube ich, dass Du zwei entscheidende Denkfehler hast:


    1.) Der Zeitfaktor: Wenn Du eine neue Turbine bauen willst hast Du gleich viele Bedenkenträger von Umweltschützern über Ultra-/Infraschall-Spinner bis NIMBYs auf der Matte stehen, das dauert mitunter Jahre. sieht man ja bei Stromleitungen an der Nord-/Südtrasse in Deutschland. 10 Jahre sind da nichts. Baust Du Speicher steht da halt 'ne neue Lager- oder Fabrikhalle in einem Gewerbegebiet. Das juckt niemanden. Neuen Speicher hast Du in 24 Monaten stehen. Und Zeit ist ein wichtiger Faktor.


    2.) Die Kosten: Akkuspeicher fällt im Preis pro Jahr je nach Quelle zw. 15 und 21%. D.h., dass Du heute eine neue Turbine planst, weil die günstiger als ein Großsspeicher ist aber wenn Du in 5 bis 10 Jahren die Genehmigung für die Turbine durch hast, dann sieht die Welt schon ganz anders.
    Bezüglich der Kosten bei Speicher vs. Leitungen: Google mal nach Tony Seba und seinem "God-Parity". Der geht für die USA davon aus, dass Mitte der 2020er Speicher günstiger als Leitungen sind.


    @ Dringi - es stehen in Europa schon 230 GW Wasserkraftturbinen herum, wenn ich das recht im Gedächtnis habe, damit kann man schon ein wenig hoch und herunter regeln, und mit dem Herunterregeln auch Energie in den darüberliegenden Speicher einspeichern, mal mehr, mal weniger.
    Eine zusätzliche Turbine sitzt meist in einer KAverne irgendwo im Berg. Da gibts keinen Infraschall oder ähnlcihes , jedenfalls nicht mehr als mit deiner Batterie-Lagerhalle.
    Richtig ist dass der Bau einige Zeit dauert, aber da man das erst in einigen Jahrzehnten braucht ist das halb so tragisch. Die meiste KApazität braucht man auch nur Kurzzeit, da können thermische SPeicher (Würmepumpen ) in Form von Lastverschiebung sowie Batteriespeicher in E-Autos schon den Löventeil abholen.
    Das ist alles in der kleinen Rechnung nicht aufgeschlüsselt.
    Aber den wirklich wichtigen Teil hast Du verpasst: Dadurch dass die Erzeugung nicht in D steht, sondern auf 20 Länder verteilt, sinkt das notwendige Speichervolumen schon um Faktor 10 ab, um ca. 14 TWh für D., Obwohl nur ein Teil Europas berücksichtiigt ist, und der grossteil der Erzeugung um die südliche Nordsee konzentriert ist.
    Bei 10€ /kWh wärem 14 TWh Batteriespeicher ein Wert von 140 Mrd €. Bei 100€/kWh ein Wert von 1400Mrd €. Aktuell liegen wir bei Li-Ionen Akkus wo?
    Die Ausgabdn für NEtzausbau liegen aktuell inkl Erneuerung im Höchstspannungsnetz bei 3-5 Mrd € je Jahr.
    Speicher unterstützen Leitungen, indem sie kurzfristige Schwankungen wegbügeln und den Leitungen erlauben mit hoher Auslastung viel Energie zu Schaufeln. Und Leitungen unterstützen Speicher, indem sie Saisonalen Ausgleich Räumlich herstellen und längerfristige Schwankungen der EE-Stromerzeugung überregional wegbügeln.

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  • Batteriespeicher werden in Zukunft sicher dafür sorgen das man bspw. PV-Strom vom Tag in die Nacht mitnehmen kann, sprich: ein 24h-Speicher auf Netzebene. Aber ich bezweifle das Batteriespeicher als saisonale Speicher herhalten werden. Mit 12 Zyklen im Jahr werden die sich so schnell nicht rechnen.

  • Sicherlich wird man Akku-Speicher nicht als Saisonspeicher (zumindest kann ich mir das aktuell nicht denken) oder für absehbare Ereignisse auf Monatsbasis (Kallenpeters genannte 12 Zyklen) verwenden aber je nach Standort und Speicherpreis kann ich mir schon vorstellen, dass sich auf Wochenbasis mit dem fallenden Speicherpreisen Einsatzmöglichkeiten für Speicher entstehen werden, die auch weit außerhalb der genannten 24-Stundenspeicher liegen.


    Ich denke, dass es ein Zusammenspiel diversester Technologien werden wird, ich würde aber gerade die Wasserkraft vor dem Hintergrund des Klimawandels und häufiger eintretendem Niedrigwasser nicht überbewerten.


    Ich lasse mich überraschen wo die Reise hin geht.

    9,6 kWp Talesun TP660P-240, SMA STP 8000TL-20; Ausr.: 70° (West); DN: 33°; seit 10/2012
    10,56 kWp Yingli YL240P-29b, SMA STP 10000TL-10; Ausr.: -110° (Ost); DN 33°; seit 01/2013


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  • Nun, die Wasserkraft wird ja die meiste Zeit des Jahres substituiert durch Wind und Solar, hat aber bei SPeicherkraftwerken den Vorteil, dass diese jedereit einspringen können. Und dafür reicht bereits ein Teil der vorhandenen Speicher.
    Dass es ein Zusammenspiel on Technologien werden wird glaube ich auch.

    Ich würde mein Geld auf die Sonne und die Solartechnik setzen. Was für eine Energiequelle! Ich hoffe, wir müssen nicht erst die Erschöpfung von Erdöl und Kohle abwarten, bevor wir das angehen.
    Thomas Alva Edison
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  • Es ist sicherlich ein Zusammenspiel diverser Optionen notwendig - allerdings ist es gut wenn man als erstes den Strom direkt verbraucht - und nicht mit einem Speicher dem Nachbarn den PV-Strom vorenthält um ihn verlustbehaftet einzuspeichern. Das schadet dann eher der Energiewende als dass es uns derzeit weiter bringt. Sieht man ja an den Installationszahlen in D.

    4,08kwp Solarworld ::: Piko3.6