Wärmepumpe+PV Anlage, ist meine Rechnung korrekt?

  • Hallo Leute bin neu hier im Forum,


    brauche einen Rat und viele Tipps wie ich weiter vorgehen soll.
    Ausgangssituation: Fertighaus Neubau mit einer Luft-Wasser-Wärmepumpe. 3 Personen im Haushalt, 2 Erwachsene und ein Kleinkind. Kauf einer PV Anlage ist momentan nicht drin. Möchte die PV Anlage mieten. Mietpreis liegt bei etwa 110 euro im Monat für eine Laufzeit von 15 Jahren. Die Größe der Anlage ist 7,80kWp und benötigt ca. 55m2. Ohne Speicher.
    Die PV Anlage soll meine Stromkosten zum Teil abdecken.
    Die Wärmepumpe braucht viel Strom in den "kalten" Monaten, die PV Anlage kann es in diesen Monaten sehr wenig kompensieren, somit bin ich auf einen Versorger angewiesen (was auch in den "warmen" Monaten der Fall ist).


    Die EEG Vergütung liegt bei ca. 12 ct/kWh.


    Meine bisherige Rechnung schaut so aus:
    Wärmepumpe ohne PV Anlage: Monatliche Kosten vom Regional Stromversorger ca. 150euro. (für unsere Familie)
    Wärmepumpe mit PV Anlage: Mietpreis 110 euro. EEG Vergütung ca. 50euro. (Reststrom)Kosten vom Versorger ca. 50euro.
    Ich rechne in den den Warmen Monaten mit einem Gewinn von 15-30 euro und in den kalten Monaten mit einem Gewinn von 5-10 euro.
    Was sagt Ihr zu meinen Schätzungen, komme ich hin? Lohnt es sich überhaupt, was würdet ihr mir raten?


    Vielen Dank
    MFG

  • Moin moin aus Kiel und herzlich Willkommen im Forum!


    Dein Vorhaben ist, gelinde gesagt- Asche!


    Wenn PV, dann
    a) selber bauen, zur Not über die KFW finanzieren - AUF KEINEN FALL für horrendes Geld Mieten.
    Normalpreis 10kWp ca. 12.-14.000€ je nach Komponentenwahl und örtlichen Gegebenheiten wie Gerüst und E-Anlage etc.
    b) Im Wärmepumpen DUO Dach vollmachen, wenns geht genau 10kWp anpeilen.
    c) Die Folgen der Konstellation im Allgemeinen nochmal im Kopf nachverfolgen: Wenn du Wärme brauchst kommt keine bis wenig Energie vom Dach.
    d) Solche Milchmädchenrechnungen gehen für dich immer nach hinten los. Da verdient nur einer, der Verkäufer, und ich verlange fast dass du ihn nie wieder hereinlässt, DER hat dich nicht be- sondern VERRATEN!


    Den Rest auf den es ankommt lernst du blitzschnell hier im Forum!
    Bei Fragen gerne Fragen, die Suchfunktion allerdings wird dir auf alle Fragen Antworten liefern.


    Gruß, Andreas


    PS: Steht das Haus schon oder kannst du noch "eingreifen"?
    -> Beschreib mal mehr was du sonst so vorhast und was es werden soll.

  • Eigentlich war schon das meiste Wichtige gesagt. Was ich noch einwerfen wollte ist der Punkt, dass Du es mit Sicherheit nicht so einfach schaffst 2/3 des Strombedarfs durch die PV abzudecken. Ich würde mal vorsichtig mit 1/3 rechnen...


    Stefan

  • Zitat von Phantomas


    Ausgangssituation: Fertighaus Neubau mit einer Luft-Wasser-Wärmepumpe. 3 Personen im Haushalt, 2 Erwachsene und ein Kleinkind. Kauf einer PV Anlage ist momentan nicht drin. Möchte die PV Anlage mieten. Mietpreis liegt bei etwa 110 euro im Monat für eine Laufzeit von 15 Jahren. Die Größe der Anlage ist 7,80kWp und benötigt ca. 55m2. Ohne Speicher.


    110 Euro / Monat x 12 Monate x 15 Jahre = 19.800 Euro (Brutto :?: ) = 16.600 Euro netto
    16.600 Euro / 7,80 kWp = 2.128 Euro pro kWp

    jetzt vergleichst du das mit dem was aktuell als Anlagenpreis so in den Angebots-Beiträgen diskutiert wird, dann hast du schon mal eine Idee wem dieses Konzept nützt.



    meine Rechnung schaut so aus:
    eine 7,80kWp Anlage erzeugt bei Südausrichtung angenommene 7.500 kWh
    davon kannst du realistisch einen "natürlichen Direktverbrauch" von etwa 25 - 30 % annehmen = ca. 2.0000 kWh im Jahr
    der Rest, also 5.500 kWh wird dann eingespeist.


    In der kalten dunklen Jahreszeit, wenn der Wärmebedarf am höchsten ist, sind die PV Erträge am niedrigsten. Mit einer merklichen Einsparung des Wärmepumpenstroms kannst du nicht rechnen.


    Zitat von Phantomas

    Was sagt Ihr zu meinen Schätzungen, komme ich hin?


    du kommst weder mit dieser angebotenen Anlage, noch mit deinen Schätzungen irgendwo hin wo Aussicht auf Erfolg besteht.


    Zitat von Phantomas

    Lohnt es sich überhaupt ?


    es lohnt sich im Normalfall schon, so wie du es geschildert hast lohnt es sich garantiert nur für den Verkäufer


    Zitat von Phantomas

    was würdet ihr mir raten?


    meine Meinung:
    eine PV Anlage in der beschriebenen Größe dürfte in etwa ca. 10.000 Euro kosten.
    wenn du das nicht mehr finanzieren kannst, dann solltest du den ganzen Hausbauplan überdenken. Bis das Haus fertig ist, wird bestimmt noch mehr an Unvorhergesehenem fällig.


    ich würde die Hausplanung und Finanzierung eher darauf ausrichten, daß möglichst wenig Energie verbraucht wird ( = niedrigere laufende Kosten) und daß eine möglichst große PV Anlage sinnvoll untergebracht werden kann.
    Die PV Anlage finanziert sich uber die Einspeisevergütung selbst.

  • Zitat von LumpiStefan

    Eigentlich war schon das meiste Wichtige gesagt. Was ich noch einwerfen wollte ist der Punkt, dass Du es mit Sicherheit nicht so einfach schaffst 2/3 des Strombedarfs durch die PV abzudecken. Ich würde mal vorsichtig mit 1/3 rechnen...


    Stefan


    Würde ich nicht so pauschal sagen. 2/3 sind allerdings wirklich sicherlich zu viel. Wir habe nahezu gleiche Konstellation. Mit einer 10 kWp-Anlage schaffen wir bei 4000 kWh Gesamtstromverbrauch einen Eigenanteil von knapp über 50%. Das heißt, wir kaufen nur 2000 kWh im Jahr zu. Das ganze natürlich ohne Akku und mit Wärmepumpe.


    Der Trick ist hierbei nur, dass sich unsere LWP mit der PV-Anlage unterhält. Das klappt bei uns super zwischen SMA (Sunny Home Manager) und einer Stiebel Eltron. Die beiden können das quasi out of the box. Es gibt aber auch andere Anbieter. In der Optimierung dieses Zusammenspiels würde ich ein wenig Energie reinstecken, da das nicht zwingend mit Mehrkosten verbunden ist und dann dauerhaft spart - ohne irgendwelche Komforteinbußen.


    Viel Erfolg...


    PS: Natürlich würde ich auch das Dach möglichst voll machen und alles kaufen. Rechnet sich bei uns trotz Vollfinanzierung. Mieten würde ich sowas auf einem Eigenheim nicht.

    Die Elektromobilität darf nicht an der Installation von Steckdosen scheitern - auch nicht im WEG-Umfeld: https://www.yourcharge.eu

  • Solche Miet-Modelle werden derzeit überall gerne angeboten. Der Grund ist einfach: den Reibach macht der Anbieter, und der weiss genau: jeden Tag steht ein Dummer auf, man muss ihn nur finden.


    Alle Vorteile einer PV verbleiben beim Vermieter. Der Mieter wird mit Almosen abgespeist und darf ein gutes Öko-Gewissen haben. Nach 10 oder 15 Jahren wird die Anlage dann steuerfrei fast zum Neupreis (ja, der Ertragswert ist dann immer noch so hoch!) an den Mieter verkauft.


    Wenn Du Dich beeilst (Du benötigst Angebote noch vor dem Jahreswechsel!), kannst Du noch in 2017 einen beträchtlichen Anteil der Kosten vom FA zurückbekommen. Stichworte sind: Umsatzsteuerrückerstattung, Investitionsabzug, Sonderabschreibung. Vielleicht hast Du aber noch ein Angebot aus 2015 oder 2016 herumliegen, das könnte dann auch gehen. Das Problem ist hier, dass Investitionsabzug nicht im Jahr der Anschaffung geltend gemacht werden kann. Man muss dem FA also die Ernsthaftigkeit der Investitionsabsicht in den Vorjahren glaubhaft machen. Ohne Angebot wird das schwierig.


    Wenn Dich dann Deine 7.8kWp-Anlage weniger als 7000 Euronen kostet, ist das mit Deinen 110.-/Monat in 5 Jahren abbezahlt, und hier ist noch keine Einspeisevergütung eingerechnet!. Notfalls Hypothek erhöhen. Die PV ist das einzige Teil an Deinem Haus, das Dir hilft Deine Hypothek abzubezahlen!


    Also: Dach vollmachen :!::!::!:


    Was ist das für ein Haus? Da muss doch mehr gehen als 7.8kWp?!?

  • Zitat von LumpiStefan

    Ilchi:
    Sicherlcih gibt es Ausnahmen. Aber wie gesagt, ich würde mal mit 1/3 rechnen. Wenn es dann mehr wird, ist es in der Regel ja umso besser. Aber dann freut man sich über das Mehr....


    Stefan


    Ja, das stimmt. Mit ein wenig Steuerungstechnik kann man allerdings den Eigenverbrauch deutlich erhöhen und damit ggfls auch die Wirtschaftlichkeit verbessern. Dies ist mit geringen Aufwendungen im Bau verbunden. Hier sehe ich viel Potential - lange, bevor man sich über sündteure Akkus Gedanken macht. Wir sind sehr mit dem SMA-System zufrieden. Hier lassen sich eben unsere LWP, aber in Zukunft auch die Wallbox (unsere Hauptverbraucher) integrieren. Letztlich muss aber jeder das für sich optimale System finden, da gibt es ja viele Ansätze. Im Zweifelsfall erhöht auch schon eine einfache Zeitschaltuhr den Eigenverbrauch...

    Die Elektromobilität darf nicht an der Installation von Steckdosen scheitern - auch nicht im WEG-Umfeld: https://www.yourcharge.eu

  • Die Zinsen sind bei der KFW Bank für PV recht niedrig. (glaub 1%?). Für 12500 - 14500 bekommst du eine 10 kWP (je nach Komponenten) Anlage die dann dir gehört! Auch beim Mietmodell musst du den Gewinn des Eigenverbrauchs versteuern! Das macht wie hier alle schon sagten überhaupt keinen Sinn! Mit so einer kleinen Anlage machst du im Jahresschnitt eher Verlust als Gewinn! Mit der 7,8 kWP wirst du im Winter überhaupt nicht Glücklich werden weil einfach die Sonne fehlt! Im November hatte ich mit meiner 10 kWP Anlage knapp 320 kWh, bei dir wären es um die 250 kWP (hab ideale Ausrichtung, wenn du Ost/West hast dann wird's noch schlechter. Außer du wohnst Weit unten südlich, da könntest mehr kwh/kwP haben als ich mit meinen 1030kwh/kWP). Im Dezember kann ich froh sein die 200 zu erreichen. Wie willst du damit die Wärmepumpe sinnvoll betreiben, wenn diese am Tag über 20 kWh Strom benötigt? Problem in den schlechten Monaten ist, das es meist immer vereinzelt Tage gibt, wo man viel Strom produziert.... aber nicht gleichmäßig über den Monat verteilt. Wenn im Januar/Februar Schnee auf deinen Modulen liegen, dann haste 100% Netzbezug...


    50% Autarkie ist auf jedenfall möglich, wenn man halt gewisse Regeln einhält! (Wäsche waschen mittags, Trockner anschmeißen Mittags, wenns geht Mittags Geschirrspüler einschalten..... usw)...... So konnte ich im November und jetzt im Dezember die Autarkie auf 30% halten... (Im Oktober waren es noch 44%....)


    Also mein Vorschlag: Angebot von einem seriösen Solarteur (am besten 3-4 Angebote) einholen und damit zur Bank laufen. In der Regel sollte die Kreditvergabe für die PV Anlage kein Problem sein weil die sich ja in der Regel nach 10-12 Jahren amortisiert. Danach gehört sie dir und nicht den Gaunern die dir das vermieten wollen!

    9,975 kWP (35 x LG285S1C-B3)
    Fronius Symo 10.0-3-m
    30 Grad DN
    39 Grad SW

  • Selbst die Zinsen bei einer "normalen" Bank sind heute Prima


    Ich habe meine kompletten Anlagen ( 2 PV plus Speicher (diesen mit KFW)) bei Banken liegen.


    Unterm Strich komme ich mit meinen Kosten auf Null (Ich spare rd 130€ an mtl. Stromkosten, bekomme 55 von RNG) meine Kosten für die Bankraten liegen genauso hoch.
    Mit dem Unterschied dass es nach Ablauf der Zeit meins bleibt


    Lass dir nicht von Mietmodellen aufschwatzen. Wie bei Wohnungen auch gilt auch hier das alle Kosten auf den Mieter (auf Zeit) abgewälzt werden- nur der Gewinn bleibt beim Vermieter


    Grüsse
    Carsten

    7,28 kWp, 6000TL20, Ost mit 28 x ReneSola JC260M-24/Bb (02/2013)
    2,65 kWp, 2500TL21, West mit 10 x SolarWorld AG SW 265 mono (EU)
    6,48 kWp, SB5.0, W/NW mit 22 x SolarWorld AG SW 270 mono (EU)
    14,8 kWh Hoppecke Batterie mit SI 6H-11