PV-Strom für zwei Gebäude

  • Hallo zusammen,


    eine PV-Anlage wird auf der Sporthalle einer Grundschule errichtet.
    Die Gemeinde mietet die PV-Anlage und nutzt den erzeugten Strom für den Eigenverbrauch und speist den Überschuß ins Netz ein.


    Auf der anderen Straßenseite befindet sich der Gemeinde Kindergarten.
    Eine Stromtrasse kann von der Grundschule zu diesem verlegt werden.


    Fragen:
    1. Grundschule und Kindergarten haben je einen Hauptanschluß.
    Kann man den Strom der PV-Anlage in beide Gebäude einspeisen?
    2. Der Kindergarten wird an den Hauptanschluß der Grundschule mit einem eigenen Zähler angeschlossen.
    Ist dann die Versorgung durch die PV-Anlage immer noch Eigenverbrauch, oder ist es Stromlieferung?
    3. Was ist zu tun, wenn der Kindergarten an die Grundschule angeschlossen werden soll?


    Im Netz habe ich nicht viel gefunden. Der Netzbetreiber gibt auch keine Auskunft.


    Bitte helft mir weiter!


    Viele Grüße
    Frank

  • Der Fall ist nicht ganz einfach. Die letzten Freitag beschlossenen Änderungen des EEG2017 habe ich noch nicht genauer angesehen, daher könnte ich mit meiner Antwort auch leicht daneben liegen, wenn die Anlage erst 2017 in Betrieb geht (wovon ich mal ausgehe).


    Zu den Fragen
    2. Normal unterbricht eine öffentliche Straße den "unmittelbaren räumlichen Zusammenhang", der für eine Eigenversorgung nötig ist. Wenn die Straße wie die Grundstücke/Gebäude der Kommune gehören, trennt sie ja aber nicht wirklich. Wenn man die Bundesnetzagentur fragt, kommt sicher raus, daß die Kommune so wie jeder andere zu behandeln ist, andere könnten zu eienr anderen Auffassung kommen. Im Zweifel liegt beim Kindergarten keine Eigenversorgung vor.
    edit: eine bauliche Verbindung der Gebäude, etwa eine geschlossene Fußgängerbrücke https://de.wikipedia.org/wiki/Skyway, wäre da eine Ausnahme


    1. und 3. Geht direkt nur, wenn man einen Anschluß abmeldet/zurückbaut und den Kindergarten von der Schule mit versorgt. Da wäre insbesondere zu prüfen, ob die Leistung des Anschlusses der Schule dafür überhaupt ausreicht (Schulen haben für mich erschreckend hohe Anschlußleistungen und die werden in der Spitze auch gebraucht) und evtl. noch ob der Konzessionsvertrag mit dem Netzbetreiber das nicht verbietet und :?: (bei Kommunen ist vieles anderen als bei Unternehmen/Privatpersonen). Sonst braucht man dazu nur ein passendes Kabel über die Straße.
    Indirekt könnte man ein paar DC-Kabel über die Straße legen und die Wechselrichter im Kindergarten installieren und es auch dort anmelden als ob die Module am Dach des Kindergartens installiert wären. Das ändert imo aber ncihts an dem oben geschrieben, daß es im Zweifel keine Eigenversorgung ist. Das würde imo aber niemandem auffallen 8) In der Konstellation könnte jedes Gebäude aber nur jeweils den Teil zur Eigenversorgung nutzen, der vor Ort angeschlossen ist.

  • Vielen Dank!


    Das hilft schon ein mal weiter! Heute hat die Kommune signalisiert, dass der Anschluss des Kindergartens an die Schule für sie kein Problem darstellt.


    Gerne berichte ich über den weiteren Fortgang.


    Schöne Feiertage!