PV-Anlage mit Pb-Speicher - Netzbetreiber Avacon

  • Hallo zusammen,


    zuerst möchte ich kurz meine Motivation zusammenfassen, bevor es technisch und juristisch wird:
    - Papa in Elternzeit (viel Zeit), bezahltes Eigenheim, Geld für PV-Anlage verfügbar
    - Abstand suchend zu Paragraphen (Zwischenruf eines Politikers bei der Diskussion um Stromtrassen "Na dann ändern wir die Kirchhoff'schen Gesetzte halt!")
    - Elektroningenieur und handwerklich begabt (Dachstühle errichten, Plomben öffnen und Gasleitungen löten lasse ich machen)
    - Keine Affinität zu Krediten und vermeidbaren Steuern


    Zum Thema:


    Ich möchte in Eigenleistung eine PV-Anlage mit Speicher errichten. Das Scheunendach hat SSW-Ausrichtung, unverschattet, 50 m2 bei 45° Neigung. Gute Voraussetzungen. Ein frostfreier Hausanschlussraum im EG ist vorhanden.


    Meine Gedanken gehen in diese Richtung:
    - Errichtung der PV-Anlage in Eigenleistung (rund 5 kWp)
    - Beschaffung einer guten gebrauchten 20-40 kWh Pb-Batterie (persönliche Verbindung vorhanden)
    - Leitungsverlegung, Schaltschrankbau und Kaltinbetriebnahme in Eigenleistung
    - automatische Notstromfähigkeit (nicht! USV) bei Netzausfall (passiert hier im Winter wg. Freileitungsproblemen gelegentlich)
    - Keine Änderungen am Zählerschrank (ohne EEG, Oberthema)
    - kein Modell nach SENEC, fenecon o.ä. (freie Energieversorgerwahl, keine Vertragsbindung an Hardware-Lieferanten)
    - Anschluss und Abnahme durch eine befähigte Fachkraft


    Derzeitiger Stromverbrauch ca. 5200 kWh/a, Heizung über Flüssiggas


    Natürlich könnte ich auch einfach 40h/Woche arbeiten gehen und den Strom aus der Portokasse bezahlen. Will ich aber nicht.


    Den "Leitfaden zur Eigenversorgung Juli 2016" von der Bundesnetzagentur habe ich angelesen, daraus kann ich aber kein zulässiges technisches Konzept ableiten.


    Kann mir jemand helfen, wie ich die Anlage technisch so ausgestalte, dass Avacon mir vorab grünes Licht für die Umsetzung gibt? Hat vielleicht sogar jemand im Umkreis (zuständiges Büro Avacon Schöningen/Helmstedt) eine Referenzanlage?


    Ich bedanke mich für eure Zeit!


    Grüße, Christoph

  • Hi Christoph,


    Zitat von Christoph5

    Kann mir jemand helfen, wie ich die Anlage technisch so ausgestalte, dass Avacon mir vorab grünes Licht für die Umsetzung gibt?


    das ist recht einfach, die Anlage muss lediglich der AR-N 4105 entsprechen.
    Was da drin steht, kannst Du Dir problemlos hier im Forum oder im Netz zusammensuchen.


    Zitat von Christoph5

    zuerst möchte ich kurz meine Motivation zusammenfassen, bevor es technisch und juristisch wird: . . .


    Ich möchte in Eigenleistung eine PV-Anlage mit Speicher errichten. Das Scheunendach hat SSW-Ausrichtung, unverschattet, 50 m2 bei 45° Neigung. Gute Voraussetzungen. Ein frostfreier Hausanschlussraum im EG ist vorhanden.


    Gute Motivation und gute Voraussetzungen.


    Zitat von Christoph5

    Meine Gedanken gehen in diese Richtung:
    - Errichtung der PV-Anlage in Eigenleistung (rund 5 kWp)
    - Beschaffung einer guten gebrauchten 20-40 kWh Pb-Batterie (persönliche Verbindung vorhanden)
    - Leitungsverlegung, Schaltschrankbau und Kaltinbetriebnahme in Eigenleistung
    - automatische Notstromfähigkeit (nicht! USV) bei Netzausfall (passiert hier im Winter wg. Freileitungsproblemen gelegentlich)
    - Keine Änderungen am Zählerschrank (ohne EEG, Oberthema)


    Ohne EEG geht nur dann, wenn Du den Stromanschluss Deines Hauses kappst, sonst gilt auch für Dich das EEG, sobald Du eine Strom erzeugende Anlage in Betrieb nimmst, egal ob Du einspeist oder nicht.

    Ich verstehe nicht ganz, warum Du "ohne EEG" zum Oberthema machst.
    Mit EEG hast Du so viele Vorteile, dass sie die wenigen Nachteile deutlich überwiegen.

  • Hallo Ralf,


    vielen Dank für deine Hinweise, da werde ich mal recherchieren.


    Zitat

    Ohne EEG geht nur dann, wenn Du den Stromanschluss Deines Hauses kappst, sonst gilt auch für Dich das EEG, sobald Du eine Strom erzeugende Anlage in Betrieb nimmst, egal ob Du einspeist oder nicht.


    Ich verstehe nicht ganz, warum Du "ohne EEG" zum Oberthema machst.
    Mit EEG hast Du so viele Vorteile, dass sie die wenigen Nachteile deutlich überwiegen.



    "Ohne EEG" habe ich missverständlich geschrieben, weil ich weder eine Förderung noch eine Einspeisevergütung haben möchte. Ich möchte einfach unbürokratisch eigenen Strom erzeugen, speichern und verbrauchen und nur dann Strom vom EVU beziehen, wenn mein eigener nicht ausreicht. Ich möchte auch keine Kosten und keinen Papierkram für selbst erzeugten und verbrauchten Strom haben. Meine aktuelle Zähleranlage ist recht alt und soll weiterhin Bestandsschutz geniessen (obwohl ich hier noch einmal rechnen muß, ob die PV-Elektrik nicht gleich in einen großen neuen Schrank integriert wird, in den dann auch ein neuer Zähler passt).


    Ich habe mit verschiedenen Solarteuren, Kredit, Förderung usw. gerechnet, das kann mit Glück eine schwarze Null werden. Ich sehe die mögliche Wirtschaftlichkeit vor allem in der Bestandserhaltung, im gebrauchten Akku, in der Eigenleistung/Wartung und der Abwesenheit von Dienstleistungen (Steuerberater).


    Die Vorteile des "EEG" würde mich interessieren, kannst du das genauer ausführen? Danke!


    Grüße, Christoph

  • Hi,


    Zitat von Christoph5

    Die Vorteile des "EEG" würde mich interessieren, kannst du das genauer ausführen?


    der Vorteil des EEG oder vielmehr der Einspeisevergütung nach liegt auch heute noch ausschliesslich darin, dass die zwangsläufig entstehenden Überschüsse so gut vergütet werden, dass es sogar lohnt, gar nix selbst zu verbrauchen, sondern alles einzuspeisen.


    Wer ausserdem einen Teil des selbst erzeugten PV-Stroms auch selbst verbraucht und nur die Überschüsse einspeist, trägt dadurch zur Amortisation der eigenen PV-Anlage bei und reduziert damit indirekt die eigenen Stromkosten.
    In diesem Fall ist`s nicht nur egal, wenn die eigene Anlage "viel zu groß" ist, sondern dieses "viel zu groß" trägt auch noch aktiv zum Sparen und zur Eigendeckung mit Solarstrom bei.


    Das ist beim Einsatz eines handelsüblichen Speichers z.B. nicht der Fall, durch den erhöht man die eigenen Stromkosten.
    Ein selbstgestrickter Speicher, wie von Dir angesprochen kann da u.U. eine schwarze Null für den Speicher ermöglichen, wenn Du billig an den Akku kommst.


    Zitat von Christoph5

    Ich möchte einfach unbürokratisch eigenen Strom erzeugen, speichern und verbrauchen und nur dann Strom vom EVU beziehen, wenn mein eigener nicht ausreicht. Ich möchte auch keine Kosten und keinen Papierkram für selbst erzeugten und verbrauchten Strom haben.


    Hab` ich mir schon fast gedacht.
    Es ist aber ein weit verbreiteter Irrglaube, dass sich eine kleine PV-Anlage ohne Einspeisung besser rechnet (also den eigenen Strom billiger macht) wie eine normale, aber große EEG-Anlage, die volle Pulle einspeist.
    Das Gegenteil ist in Wahrheit der Fall.


    Das hängt u.a. damit zusammen, dass man für eine PV-Anlage, die EEG-Vergütung für eingespeisten Strom bekommt genau den gleichen technischen Aufwand oder sogar einen geringeren Aufwand treiben muss wie bei einer Anlage, die nix einspeist.
    Hier ist also schonmal nix zu sparen.


    Was den Papierkram betrifft - der ist so gering, das es die Worte nicht lohnt, darüber zu diskutieren.


    Der optimale Kompromiss aus Aufwand, Kosten und Nutzen bei PV-Anlagen liegt heute für Otto Normalbürger bei einer PV-Anlage bis 10 kWp ohne Speicher.
    Da hat man minimalen Papierkram und maximalen Nutzen zu vertretbaren Anfangsinvestitionskosten.


    Größere Anlagen verursachen etwas mehr Papierkram, weil man noch EEG-Umlage auf Eigenverbrauch messen, melden und bezahlen muss, dafür rechnen sie sich aber auch besser.
    Anlagen, die wesentlich kleiner wie knapp 10 kWp sind, werden in der Anschaffung überproportional teurer und rechnen sich darum erheblich langsamer, sind aber trotzdem noch sinnvoll und i.d.R. durch die Einsparung über den Eigenverbrauch wirtschaftlich.
    Ganz winzige Anlagen, dann evtl. auch noch mit Speicher rechnen sich dagegen so gut wie niemals.


    Das war nur die finanzielle Seite, es gibt trotzdem für viele Menschen gute Gründe, eine kleine oder sehr kleine Anlage zu betreiben oder einen Speicher. Das hat dann aber normal nix mehr mit Geld zu tun, das man zu sparen gedenkt.


    Zitat von Christoph5

    Meine aktuelle Zähleranlage ist recht alt und soll weiterhin Bestandsschutz geniessen (obwohl ich hier noch einmal rechnen muß, ob die PV-Elektrik nicht gleich in einen großen neuen Schrank integriert wird, in den dann auch ein neuer Zähler passt).


    Der Zähler muss in einen vom Netzbetreiber zugelassenen Zählerschrank, dort hat PV-Elektrik normalerweise nix zu suchen.
    Ob dein alter Schrank noch Bestandsschutz geniesst, wenn eine PV-Anlage (egal ob mit oder ohne "EEG") angeschlossen wird, wage ich mal zu bezweifeln.
    Auf gut Deutsch: Plane gleich einen neuen mit ein, auch da gibt`s gute Wege, viel zu sparen (so wie ich).

  • Falls Dir Deine ursprüngliche Idee noch nicht ausgeredet wurden hier
    eine Alternative, die auf Deine ursprüngliche Anforderung eingeht:


    1. Hybrid Speichermanager AC angebunden mit 3 Phasensensor zur
    phasenübergreifenden Versorgung aller 3 Phasen.


    2. Bleiakku 48Volt vorhanden


    3. PV Module ca. 5 KW/p DC angebunden am Speichermanager


    Funktionsschema:
    https://greenakku.de/Wechselri…625.html#ohne-einspeisung


    Das speisst nicht ein, hat nichts mit EEG zu tun, muß nur angemeldet werden. Ist aber kein Problem
    da VDE 4105.


    Dabei kannst Du auch Deinen alten Zählerschrank und den alten Zähler behalten. Muß lediglich Platz für einen Drei -Phasensensor das sein (2 Sicherungen oder FI Schalter-Größe)


    Macht auch USV (Insel Funktion) bei Stromausfall.

  • Hi,


    Zitat von FelzenSolar

    Das speisst nicht ein, hat nichts mit EEG zu tun, muß nur angemeldet werden. Ist aber kein Problem
    da VDE 4105.


    selbstverständlich unterliegt auch so eine Anlage dem EEG.
    Hat nur keinerlei Konsequenzen mit der Ausnahme, dass auch diese Anlage bei der BNA zu registrieren ist.

  • 3kw Leistung bei 40kwh Batterie wäre mir etwas mager.


    Die Frage ist will er bei Stromausfall alle drei Phasen mit 230v versorgen oder nur bestimmte Geräte die dann aber auf einer Phase hängen müssen?


    Ich würde dir für die Größe von Batterie zu einem sunny island 6.0h raten. Dieser kann mit 4,6kw dein maximal mögliche Erzeugung bei eine 5kwp Anlage komplett verarbeiten.


    Ist alles Geschmacksache und eine Frage des finanziellen Rahmens .





    Gruß Matthias

  • Hallo Christoph


    Dein Vorhaben finde ich persönlich gut, eine Anlage selber zu bauen und ohne den EEG Anträgen zu betreiben.
    Vorteil davon ist das Du z.B deine Anlage nach und nach aufrüsten kannst wie du und dein Geldbeutel es kann.
    Ich würde an deiner Stelle mit folgenden beginnen.


    - 1 x Victron Multiplus 48 / 5000 (oder auch den 3000er ) auf der Phase wo die meisten Verbraucher hängen, kannst du später auf alle Phasen ausbauen
    - 1 x Victron MPPT Regler ja nach große der PV Anlage.
    - 1 x 2-5 kWp PV
    - 48V PzS / OPzS Batterie gebraucht oder neu (Meine war neu und ist von Werbat)
    - 1 x Victron BMV 700 (um per SoC zu regeln)
    - eventuell noch einen Logger mit Regelfunktion (habe ich mir selber gebaut, da es keinen gibt/gab der das macht was ich wollte)


    Dadurch das die PV Anlage DC gekoppelt an der Batterie hängt, regelt der MPPT automatisch ab wenn die Batterie voll ist und du keinen Bedarf hast, dadurch hast du keinen Überschuss den du los werden musst.


    Die Größe der Batterie solltest du gleich so auslegen das es später auch reicht und das du den Strom vom Endausbau deiner PV Anlage los wirst .
    Wenn du alles selber bauen kannst und mit der PV Anlage keine Einspeise Vergütung möchtest kannst du auch in Erwägung ziehen die Module gebraucht zu kaufen.
    Ich selber habe mir auch 3 DC gekoppelte Anlagen mit gebrauchten PV Modulen aufgebaut. (siehst du in meinem Schema).


    Du kannst auch PEZI, Andre-78 und VIC-RAPTOR zu solchen Victron Anlagen ansprechen, Die sind Profi auf dem Gebiet.

  • Zitat von Ralf Hofmann

    Hi,



    selbstverständlich unterliegt auch so eine Anlage dem EEG.
    Hat nur keinerlei Konsequenzen mit der Ausnahme, dass auch diese Anlage bei der BNA zu registrieren ist.


    Also ... in "meinem" Thread zu diesem Thema hatten wir schon festgestellt, dass Anlagen kleiner als 10kWp von der EEG befreit sind ... und bei der BNetzA muss diese auch nicht angemeldet werden, wenn nicht eingespeist wird - das habe ich selbst telefonisch von der BNetzA in Köln zu hören bekommen. Der einzige bei dem es gemeldet werden muss (auch hier nur eine Anzeige, kein Antrag) ist beim (Grund-)Versorger. Das muss nicht der unmittelbare Anbieter sein den man ja wählt, sondern tatsächlich derjenige, der die Leitungen zieht. (Beispiel: Vertrag mit E.On, Grundversorger ist aber SH.Netz und da muss man melden).


    Bei Anlagen die 10 kWp überschreiten mag das alles natürlich wieder ganz anders aussehen, aber er spricht hier ja von einer Anlage kleiner als 10 kWp.


    Gruß


    Squish

  • Zitat von Squish

    Also ... in "meinem" Thread zu diesem Thema hatten wir schon festgestellt, dass Anlagen kleiner als 10kWp von der EEG befreit sind


    Das hatten "wir" ganz sicher nicht festgestellt, nur einer denkt er wüsste es besser :wink:
    Richtig ist lediglich, daß unter 10 kWp keine EEG-Umlage auf EV fällig wird.


    Zitat von Squish


    Der einzige bei dem es gemeldet werden muss (auch hier nur eine Anzeige, kein Antrag) ist beim (Grund-)Versorger. Das muss nicht der unmittelbare Anbieter sein den man ja wählt, sondern tatsächlich derjenige, der die Leitungen zieht. (Beispiel: Vertrag mit E.On, Grundversorger ist aber SH.Netz und da muss man melden).


    Da bekommst du was durcheinander :roll:
    Weder der Grundversorger noch ein anderer Stromlieferant hat was damit zu tun, sondern ausschließlich der Versorgungsnetzbetreiber denn das ist der "der die Leitungen zieht" :wink:

    mit freundlichem Gruß
    smoker59