Verunreinigung oder Beschädigung der Solarmodule?

  • Hallo liebe Mitglieder,


    ich habe vor kurzem ein Haus gebaut und auch gleich meine PV-Anlage installiert. Vor ca 6 Wochen habe ich den Außenputz bekommen und bin zufällig mal aufs Dach geklettert. Dabei musste ich feststellen, dass ca. 30 Module mit dem Außenputz in Kontakt gekommen sind und sich der Putz auf dem Glas festgefressen hat. Ich habe es sofort der ausführenden Firma gemeldet, die das Ganze der Versicherung weitergegeben hat. Der Sachverständige meinte, dass man das eventuell reinigen könnte und damit das Ganze vom Tisch sei.
    Hat jemand von euch Erfahrungen mit solch einem Schaden?
    Anbei habe ich noch ein paar Fotos angehängt.



    Vielen Dank für eure Antworten!

  • Zitat von chub1982

    Der Sachverständige meinte, dass man das eventuell reinigen könnte und damit das Ganze vom Tisch sei.


    wessen Sachverständiger, und Sachverständiger wofür?
    (offensichtlich nicht deiner sondern von der Gegenseite. vielleicht auch nur der Außendienst des Putzherstellers ?)
    und wer wäre dieser "man", der das "eventuell reinigen könnte" ?


    weiteres Vorgehen ist abhängig von der rechtlichen Konstellation zwischen dir und der / den beteiligten Firma / Firmen


    normalerweise: feststellen ob ein Schaden vorliegt, wenn ja, diesen einfordern

  • Hallo Chub,


    störe mich ein wenig an dem Ausdruck "festgefressen".
    Versuch erst mal, die weißen Stellen mit einem nassen Lappen zu bearbeiten.
    Falls das nicht geht, die Stellen auf dem unteren Bild mit einem Holzkeil wegschaben.
    Danach die Reste wieder mit dem Lappen säubern.
    Bei der Gelegenheit könntest du auch gleich die Schmutzkanten (auf dem oberen Bild zu sehen) wegputzen und dazu die Nadeln und Blätter. Wie es scheint, sind die Module sehr flach aufgestellt, da solltest du öfter im Jahr mal nachschauen, ob sich eine neue Schmutzkante aufbaut und ob Blätter drauf liegen bleiben.

  • Mit dem Hochdruckreiniger vorsichtig drunter und dann dürfte das wegfliegen. Rollputz auf meinem Glasfenster war sehr leicht zu entfernen. Ein Schaden wird nicht entstanden sein, ausser etwas Ertragsausfall.

    3,92 kWp / Kostal 4.2 / CNPV 245M

  • Zitat von kalle bond


    Versuch erst mal, die weißen Stellen mit einem nassen Lappen zu bearbeiten.
    Falls das nicht geht, die Stellen auf dem unteren Bild mit einem Holzkeil wegschaben.
    Danach die Reste wieder mit dem Lappen säubern.


    Zitat von Scootch

    Mit dem Hochdruckreiniger vorsichtig drunter und dann dürfte das wegfliegen. Rollputz auf meinem Glasfenster war sehr leicht zu entfernen. Ein Schaden wird nicht entstanden sein, ausser etwas Ertragsausfall.


    bevor nicht geklärt ist ob ein Schaden vorliegt und wer ggf. dafür geradestehen muß, halte ich es für nicht besonders sinnvoll daß der TS da selbst an den Modulen herumkratzt. Und schon garnicht mit einem Hochdruckreiniger.

  • kalle bond
    ich befürchte einfach nur, dass beim wegschaben Kratzer auf dem Glas entstehen können. Der Putz ist jetzt seit über 5 Wochen auf den Modulen und daher ausgehärtet. Mit den Fingern hast du keine Chance ihn abzubekommen.
    Das mit dem Laub sollte nächstes Jahr besser werden, da ich noch einige Bäume fällen muss, die in unmittelbarer Nähe stehen.

  • Zitat von chub1982

    kalle bond
    ich befürchte einfach nur, dass beim wegschaben Kratzer auf dem Glas entstehen können. Der Putz ist jetzt seit über 5 Wochen auf den Modulen und daher ausgehärtet. Mit den Fingern hast du keine Chance ihn abzubekommen.
    Das mit dem Laub sollte nächstes Jahr besser werden, da ich noch einige Bäume fällen muss, die in unmittelbarer Nähe stehen.


    Wenn du es bei einem Modul mit dem Holzkeil versuchst, sind ja nicht gleich alle 30 kaputt :D
    Man kann es auch vorsichtig mit einer Nadel probieren, wenn man sie flach hält, müsste sich der Putz aufbrechen lassen.

  • Eigentlich ist der Fall doch klar: Die Putz-Firma war doch bislang kooperativ und hat den Schaden der Versicherung gemeldet. Also sollte das über diesen Weg erledigt werden und der TE sollte vorerst nicht den Ist-Zustand verändern.
    Es kommt entscheidend darauf an, welche Art von Putz das ist, und ob das Glas alkali-empfindlich ist oder nicht. Grundsätzlich ist die Kombination zementbasierte Baustoffe+Glas kritisch, Stichwort Alkali-Kieselsäure- Reaktion (Die Ammoniak-Thematik geht auch in die gleiche Richtung). Es kann schon zu Glasverätzungen kommen, wenn Wasser nur über eine höherliegende frische Betonfläche läuft, dabei alkalisch wird und dann über eine darunter liegende Glasfassade läuft. Wenn ein zementgebundener Putz im Spiel ist, sollte das deshalb nach meiner Meinung ein unabhängiger Sachverständiger anschauen.


    Patrick

  • Ich empfehle vor einem Reinigungsversuch, an dem am stärksten betroffenen Modul, eine komplette Dokumentation des Schadens. Die Fotos sollten darstellen:
    - zum einen einen Gesamtüberblick zu geben (gesamtes Dach),
    - die einzelnen Modulreihen,
    - per Modul,
    - und vereinzelte Detailfotos,
    Zu den Fotos sollte die Lage der Module (String- / Modulnummer) auf dem Dach dokumentiert werden.


    Der Reinigungsversuch sollte von einer Fachfirma im PV-Bereich und nicht von einem normalen Gebäudereiniger durchgeführt werden. Vorher ist Rücksprache mit dem Modulhersteller zu halten.
    Es besteht dabei zweierlei Gefahr. Zum einen könnte die Antireflexionsschicht dabei beschädigt werden und zum anderen Kratzer verbleiben, auf denen später Verschmutzung gut haften wird.
    Zwischen Reinungsversuch und einer evtl. Reinigung würde ich einen zeitlichen Abstand empfehlen, wo in diesem die Beteiligten noch Expertenmeinungen zur Reinigung einholen können. Ich würde den Schadensverursacher erst nach 1-2 Jahren freistellen, um einen Folgeschaden durch die Reinigung erkennen zu können.

    WSW Dach 70°: Gauben 20x HIT-N240SE10 DN 25°, String auf A1+A2 STP8000TL-10; First 10x HIT-N240SE10 DN 45° auf SB3000TL-21
    ONO Dach -110°: First 10 x HIT-N240SE10 DN 45° teilverschattete Strings auf B STP8000TL-10
    Solar-Log 300, 70% Begrenzung fest

  • Hallo
    ich würde da gar keinen Tanz drum machen, was soll schon sein ?
    Putzflecken mit sanfter Säure, z.B. Zitronensäure einweichen und nach 2 Stunden mit Holzspatel abkratzen, fertig.
    Wenn es ein durchgefärbter Kunststoffputz ist, muss man evtl. mit etwas Lösungsmittel nacharbeiten.


    Da passiert gar nichts, Vogelkacke ist auch alkalisch und verätzt nicht das Glass.


    Oder Fließen, die werden in Mörtel gelegt und der Kalkschleier mit Salzsäure entfernt.
    Manche Fenster bei Neubauten sehen nach dem Verputzen auch nicht besser aus, macht man sauber, gut ist.
    Ist ja das Schöne an Glass, abgesehen von Flusssäure, ist es gegen fast Alles beständig.


    Gruß
    Manfred