Glas/Glas Laminate kleben statt klemmen

  • Hallo,


    ich plane gerade mein Terrassendach. Da sollen Glas/Glas-Laminate mit Überkopfzulassung drauf.


    Die Verlegeprofile aus Alu gefallen mir von der Optik her nicht so recht. Deswegen frage ich mich, ob man die Module nicht einfach festkleben kann. Das wird bei Glasfassaden ja schon ewig praktiziert. Auch Autoscheiben werden seit Jahrzehnten eingeklebt.


    Idee:
    Unterkonstruktion aus verzinkten Stahlträgern. Konstruktion so, dass die Module an allen vier Seiten auf dem Flansch aufliegen. Dann z.B. ein VHB-Klebeband.
    z.B.
    http://solutions.3mdeutschland…Mfv-LGp89ACFZMy0wod9jAD7A


    Alternative wäre ein Scheibenkleber aus dem Autobereich. Allerdings sicher nicht so schön zu verarbeiten.


    Vorteil:
    - Schnell
    - Kostengünstiger
    - Cleane Optik von oben und unten
    - rundum keine Gefahr, dass Wasser eindringt


    Hat hier jemand Erfahrungen mit diesen VHB-Bändern? Was haltet ihr von der Idee?


    Thomas

  • Hi Thomas, mein Nachbar hatte wohl ähnliche Klebebänder von 3M an seinen Modulen. Da waren damals (vor 3Jahren?)
    soger "Techniker" von 3M vor Ort weil es scheinbar ganz neu für diesen Zweck zugelassen werden sollte und
    der Sohn des Nachbarn solche Module samt Alukonstruktion gewerblich vertreibt/vertrieben hat.
    Ist inzwischen alles wieder abgebaut und neu und anders gelöst. Kann heute nachmittag mal rüberspazieren
    und fragen wie und was da genau gelaufen ist. Also kauf die mal lieber noch nicht, ich meld mich dann :)
    lg,
    Philip

  • Mir ist noch eine ältere Anlage (Inbetriebnahme 1992, 500 kWp) bekannt, das Sonnenkraftwerk auf dem Mont Soleil.
    Hier wurden Laminate des Siemens Solar Moduls SM 55 auf die Stahlunterkonstruktion geklebt.
    Das Ergebnis erstaunt mich bis heute, wie gut sich der Kleber gehalten hat.
    Der war auch von 3M.


    Würde an deiner Stelle mal versuchen, dich bei der Firma direkt zu erkundigen.


    http://www.societe-mont-soleil.ch/stromproduktion.159.html


    "Montagetechnik
    Die PV-Module sind mit Silikon-Kleber auf der Stahlunterkonstruktion befestigt. Diese Verklebungen
    haben sich bis jetzt ausgezeichnet bewährt. Der Silikon-Kleber hat seine Elastizität nicht verloren.
    Delaminationen von Modulen aufgrund der an den Verklebungsstellen einwirkenden Kräfte konnten
    nicht festgestellt werden."

  • Zitat von webwanze

    Kalle
    Dieses Siemens-Modul hat ja eine Folie auf der Rückseite. Wirklich erstaunlich, dass der Kleber sogar da hält und keine Schäden am Modul verursacht. Bei Glas/Glas sollte das noch unbedenklicher sein.


    Der Genauigkeit halber muss gesagt werden, dass es schon einige Schäden durch zu hohe Schneebelastung gab.
    Siehe ua Bild 6. Nur hatte das nichts mit dem Kleber zu tun, der hielt wie man sehen kann.
    Die Klebung selbst fand zwischen den relativ schmalen C Profilen und der Modulrückseitenfolie statt.
    http://www.societe-mont-soleil…ung_anlagebetrieb_gms.pdf


    Wenn der Rand des Moduls komplett aufliegt, wirken Druck- und Sogkräfte auf ihn ein.
    Die Frage wäre hier zu klären, ob in solchen Fällen kleben als Halterung zulässig ist.
    Außerdem natürlich, ob das ausgesuchte Modul generell für die Überkopfverglasung zugelassen ist.

  • Schau dich doch mal nach Profilen aus dem Wintergartenbau um - vielleicht ist da was bei für dich


    Hier habe ich meine Sachen damals gekauft
    http://www.easywintergarten.de/selbstbau.html

    7,28 kWp, 6000TL20, Ost mit 28 x ReneSola JC260M-24/Bb (02/2013)
    2,65 kWp, 2500TL21, West mit 10 x SolarWorld AG SW 265 mono (EU)
    6,48 kWp, SB5.0, W/NW mit 22 x SolarWorld AG SW 270 mono (EU)
    14,8 kWh Hoppecke Batterie mit SI 6H-11

  • Kleben ist an sich kein Problem, es gibt ja auch in Rahmen eingeklebte Module (Megasol Nicer Glasglas). Auto Scheibekleber gehen nicht alle, die sind nicht alle UV beständig.


    Kleber braucht es nicht viel, schau dir mal Schletter Optibond an, die Flächen sind eher klein. Ich habe das System mal mit 13,8kN Schnee- und 3,3kN Wind eingesetzt (mit 9 Klebepunkten und 5+5mm Laminat).

    Sonnige Grüsse
    Michi
    14 x Schott Poly 235/ Fronius Symo Hybrid 5.0, BYD HVM 11kWh, Ohmpilot, Wattpilot + 75kWh im Tesla

  • Zitat von webwanze

    Hallo,
    Deswegen frage ich mich, ob man die Module nicht einfach festkleben kann. Das wird bei Glasfassaden ja schon ewig praktiziert. Auch Autoscheiben werden seit Jahrzehnten eingeklebt.


    Unterkonstruktion aus verzinkten Stahlträgern. Konstruktion so, dass die Module an allen vier Seiten auf dem Flansch aufliegen.


    Alternative wäre ein Scheibenkleber aus dem Autobereich. Allerdings sicher nicht so schön zu verarbeiten.
    Was haltet ihr von der Idee?


    Hallo,
    nach meiner Erfahrung ist das Kleben von Autogläsern, Fassadengläsern oder PV-Modulen kein größeres Problem für Leute die sich damit auskennen. Es gibt etliche geklebte PV-Projekte (Glas-Folie und Glas-Glas) die seit Jahren und Jahrzehnten problemlos funktionieren.


    Die Planung und Ausführung erfordert aber große Sorgfalt (Genauigkeit der Unterkonstruktion, Toleranzen, Rechtwinkeligkeit, sauberes Auftragen des Klebers, usw.). Freitragende Modulkanten bzw. Fugen ohne stützende Auflage können bei sorgfältiger Ausführung zwar durchaus dicht sein, sollten aber ehrlicherweise eher als "Wartungsfuge" betrachtet werden, die im Laufe der Jahre eventuell auch hin und wieder nachgearbeitet werden müssen. Wie bei allen einfachen Glasflächen im Gebäudebereich kann auch bei PV-Modulen Kondenswasser auftreten.


    Gruß