Insel oder doch Stromanschluss - Hilfe bei Hallenplanung

  • Hallo!
    Habe lange nicht mehr hier geschrieben, jetzt brauchen wir Hilfe und verschiedene Meinungen.


    Was ist der Hintergrund?
    Wir haben uns ein Grundstück gekauft, altes DB Grundstück, dort liegt kein Strom an weil die Bahn sich selbst versorgt hat. Die Trafostation steht an unserer Grundstücksgrenze, aber dort dürfen wir nicht ran. Nächster Strommast ca. 50meter zur Grundstücksgrenze, aber von dort sind es nochmal ca. 120m bis zur Halle/Werkstatt.
    Auf dem Gelände gibt es zwar auch ein Wohnhaus, das ist jedoch ruinös und wird in den nächsten 10 Jahren nicht fertig gestellt werden. Es geht also erstmal nur um die Halle wo wir Strom brauchen.


    Was ist da geplant?
    Ich bin Nutzfahrzeug Meister und will dort in Zukunft arbeiten, es wird eine kleine Werkstatt, speziell auf Oldtimer / NFZ Oldtimer / Wohnmobile etc. und es wird kein 40 Stunden Betrieb werden, also alles ganz klein.


    Was wird dort gebraucht?
    Zum arbeiten natürlich Dinge wie Kompressor, Flex, Schweißgerät, kleinere (bis 2kW) Drehstrommaschinen, Licht, Computer..


    Und wo ist das Problem?
    Der Stromanbieter will 4000 Euro haben um bis zur Grundstückgrenze zu kommen, von dort sind es aber nochmal 120meter. Mit Kabel und Anschlüssen und Abnahmen und Kabelkanal graben gehen wir von ca. nochmals 1500 Euro aus (ACHTUNG bei uns findet alles in eigeneregie statt -> Haben sogar nen Bagger), also kostet der Spaß 5500 bis vielleicht sogar 6000 Euro, für Strom, und schon gehts los mit den Monatlichen Kosten.


    Unsere Idee?
    Da wir auch mal nicht dort arbeiten, wir sind bissl freakig drauf, kanns auch mal sein das mal 1-2 Wochen gar nicht gearbeitet wird oder wir für 1-2Monate im Urlaub sind.
    Da ich mich Motoren gut auskenne und auch elektrisch nicht auf den Kopf gefallen bin, können wir viel selbst tun.
    Die Halle hat ca. 600-700m². Diese soll irgendwann auch beheizt werden (keine +30 grad, eher so das man erträglich arbeiten kann).
    Ein Teil des Daches hat Südost Lage mit ca. 250m². Gerade würde ich an 10-15 Module a 250 Watt kommen für knapp 600 Euro.
    An Wechselrichter dachte ich an diese Effakta AX Serie oder vergleichbares, jedoch soll damit NUR die 230 Volt abgedeckt werden. Der Kompressor kriegt einen großen Tank, somit müsste er seltener Anlaufen, geschweißt werden oft nur Bleche.
    Für die Starkstromgeräte sollte dann aber auch ein Generator zur Verfügung stehen, da die auch nicht "durchgehend" gebraucht werden könnte man diesen "praktisch" von der Halle aus ein und abschalten.


    Im Winter wird es natürlich knapp, da kommt die Idee mit dem Generator dazu, wir könnten ihn in den Winter Monaten zusätzlich als BHKW nutzen um die Halle zu heizen.



    Was wird es doch noch geben?
    Vermutlich auch kleinkram wie Waschmaschine, Kühlschrank, Wasserpumpe etc. also eher n kleiner kleiner 1 Familienhaushalt.



    So jetzt eure Ideen, möglich oder bescheuert?
    Lieber gleich den Stromanschluss?


    Wir persönlich bevurzugen die Variante von niemandem (außer dem Heizöllieferanten) abhängig zu sein, keine Stromkostenänderung, Fixkosten jeden Monat. Bei unsere Idee, könnte man auch alles abschalten und hat keine laufenden Kosten.
    6000 Euro landen zwar in dem "wiederverkaufswert", jedoch wird das vermutlich nicht in Frage kommen.
    Kosten für Solar etc. kann man auch wieder verkaufen.
    Wir sind alles Handwerker(Motorschlosser/Elektriker/etc.) können also auch ein Dieselgenerator selber zusammenschrauben und Warten und reparieren, genau wie die Montage von Solarmodulen plus Verkabelung. Arbeitszeit ist dabei irrelevant.



    Vielen dank fürs viele Lesen und eure Anregungen.


    mfG
    Jan

  • "Was wird dort gebraucht?
    Zum arbeiten natürlich Dinge wie Kompressor, Flex, Schweißgerät, kleinere (bis 2kW) Drehstrommaschinen, Licht, Computer.."


    Hallo Jan,


    rechne mal die kWh Verbrauch zusammen, pro Tag und pro Woche.
    Wie viel Tage in der Woche wird dort gearbeitet?
    Es geht hier um die Kostenermittlung der PV Insel, nach deinem Vortrag nur die Hardwarekosten für Module, Batterien, Laderegelung und den Inverter.
    Von der Tendenz her bin ich erst Mal beim Stromanschluss. Falls es doch PV wird, nur als Hybrid Anlage.

  • Würde auch zum Stromanschluss tendieren, das Problem ist eben du musst den Strom Speichern und da wirds teuer. Blöd ist auch wen die Akkus leer sind im Winter oder abends dann ist eben Licht aus. Man könnte das alles groß genug Dimensionieren aber das kostet dementsprechend auch viel Kohle. Im Winter bringt PV nicht sehr viel da muss man dann schon eine große Solarfläche Anlegen, wen du dann im Sommer mal nicht soviel da bist und die Akkus andauernd voll sind ist es sozusagen verschenktes Geld, den Strom könnte man einspeisen. Würde lieber den Stromanschluss nehmen dann hast du deine Ruhe musst dir keine Gedanken machen wegen Generator usw. Eine Solaranlage kannst du später ja immer noch bauen wen du Bock drauf hast, genug Fläche ist ja vorhanden:D

  • Ein Kompressor, Hebebühne und ein Schweissgerät sind kein Problem, wenn sie 3phasig sind. Habe ich hier in der Halle auch am laufen.
    Somit müßtest Du eine PV in der Halle 3 phasig auslegen.
    Mit nur einer Phase hat man nur kleine Geräte und kann diese oft nur einzeln laufen lassen, viele WR können nur 3-4kw. Wenn man mehr will, kann man auch gleich 3P bauen.


    Die Menge des Stromes für Kompressor und Bühne kann ich vernachlässigen, das könnte ich auch über das Netz beziehen. Habe meine Halle aber 3p ausgelegt und kann so alles versorgen.


    Mitte März bis Anfang Oktober bin ich so in der Firma autark. Im Winter muß ich den Strom und besonders den Strom für die Heizung dazukaufen.
    Ohne Stromanschluß würde ich einen guten Generator kaufen. Der kann 3p alle Lasten bedienen. Besonders wenn Ihr so selten da seid. Ein großer Stromerzeuger ist wassergekühlt, da kann man die Wärme auch über einen Wärmetauscher abgreifen.


    Eine PV mit kleiner Batterie und einem WR kann es ja zusätzlich geben, für alle Klein- und Dauerverbraucher. Computer, Server, Webcams, Netzteile.....etc. Die Batterie kann man auch über den Generator laden. Der Gen ist aber dann für den Winter und die großen Lasten.

  • Sicherlich kann man das realisieren. Aber mit 6000 Euro kommt man da nicht weit. Es sei denn man bekommt die Batterie sehr preiswert.


    Und diese große Batterie (um 48 kWh) entlädt sich auch selber und möchte gepflegt werden. Da kann es schon brenzlig werden wenn niemand 2 Monate vor Ort sein kann. Gerade im Winter bei tiefen Temperaturen, SChneefall und wenig Einstrahlung.


    Kennt man den ungefähren Verbrauch und die Spitzenwerte kann man es mal grob durchrechnen. Als Basis Könnte der Infini mit 10 kW auf 3 Phasen oder 3 PIP auf einer Phase parallel oder auch 3 Phasen.



    MfG

  • Bei der Auslegung bitte bedenken das mehr als 1 Verbraucher gleichzeitig läuft. Der Anlaufstrom meines Kompressors darf nicht zusammen mit anderen Geräten erfolgen, sonst *patsch*, ist es dunkel.
    Entweder reduziert man deutlich, oder legt ganz anders aus.
    Ich habe 4 Pips, 3phasig. Das immer noch nicht vollständig aus, denn die meisten Verbraucher sind 1p. 2 Anlaufströme auf einer Phase reichen das die Lichter ausgehen. Man kann die Verbraucher nicht variabel auf den Phasen verteilen.
    Schnell wird das ganze System zu groß. Als Insel wirklich schwierig. Hat man ein Netz ist alles plötzlich einfacher.


    Also Netz legen wenn Du die Halle regelmäßig nutzt. das kostet Geld, es funktioniert aber ohne extra Gerätschaften, garantiert.
    Ist es ein sehr seltenes Hobby, dann viel Geld für einen Generator, einen WR und eine Batterie ausgeben. Eine PV kann man zusätzlich verbauen.
    Soll die PV einen Großteil der Energie liefern, muß diese auch sehr groß sein. Aber eben nicht im Winter.
    Der Netzanschluß ist billiger. Autark sein wirkt im Kopf, bei mir auch sehr gut, es kostet aber auch viel.

  • Die entscheidende Frage ist, was ihr für den Netz-Strom pro kWh zahlen müsstet. Am preiswertesten ist PV-Strom tagsüber (bei selber gebaut unter 10 Cent), Inselstrom nachts und Netzstrom liegen preislich etwa gleich (25-30 Cent), Strom vom Generator kostet am meisten und wenn ihr den Generator dauernd ein- und ausschaltet, ist das auch nicht gut für den.


    Das größte Handicap bei einer Inselanlage ist, dass man lange braucht für die Planung, insbesondere wenn ihr das auch noch sinnvoll mit einer KWK verbinden wollt. Also dürfte Kabel ziehen die schnellste Lösung sein. Falls die Halle irgendwann mal verkauft werden sollte, dann kann man das Kabel mit dem regulären Preis ansetzen, ihr verdient dann also später sogar dran. Dann alles mit dem Netz verbinden, was man an Werkzeugen hat. Zusätzlich alles, was an Kleinkram plus Büro da ist, auf eine Phase und dann eine Halbinsel mit einer Notstrombatterie aufbauen, etwa mit dem PIP und einer gebrauchten Staplerbatterie. Wenn Strom vom Dach kommt, dann nimmt man den, dann ist die Batterie bis zur Abschaltspannung dran und dann wird automatisch auf Netz umgeschaltet.


    Wenn ihr es so macht, dann gebt ihr vielleicht einen Tausender mehr aus, habt aber alle Vorteile gleich von Anfang an. Da ihr wahrscheinlich tagsüber arbeitet, ist dann auch die Ausbeute des PV-Strom deutlich erhöht (außer ihr macht zwei Monate Urlaub). Ob die Module für so eine Anlage geeignet sind, hängt von den Daten ab, also etwa Leerlaufspannung. Wenn das neue Panele sind wäre ansonsten ein Preis von rund 20 Cent pro Wp in der Tat verlockend.

    Unser Kopf ist rund, damit das Denken die Richtung wechseln kann (Francis Picabia)

  • Zitat von jan_x


    So jetzt eure Ideen, möglich oder bescheuert?
    Lieber gleich den Stromanschluss?


    meine Meinung dazu: möglich, aber bescheuert.
    ein "DB Grundstück" mit einer "700 qm Halle" kaufen, und dann keine 6000 Euro für einen Stromanschluß aufwenden wollen?


    wenn das etwas in irgendeiner Weise sinnvolles werden soll, dann lass den Anschluß legen.

  • Versuche einen gebrauchten Senertec Dax für Inselbetrieb zu bekommen. Dazu einen leistungsfähigen Akku, das kann auch eine Stablerbatterie sein. Für den Sommer noch eine paar Module aufs Dach.


    Alternative: Dach mit PV-vollmachen, wenn es ein flaches Dach sein sollte, auch das NW-Dach belegen. Sollten schon 70-80kWp zusammen kommen. Die Kosten für den Stromanschluß wird natürlich auf PV-Anlage umgelegt.

    Tesla P85+ seit 8/13 >471.000km gefahren. Seit 2/19 Smart ed cabrio aus 10/13. Seit 12/19 fährt Frau Tesla M3 AWD. PV 10 kWp an E3DC Hauskraftwerk mit 13,8kWh und Wallbox. Weitere 18kWp PV an Solaredge. Es sind noch 4x320W hinzugekommen = 1280W d.h. Gesamt PV-Leistung nun 29,329kWp. Seit 1.11.20 werden die eAutos gesteuert per E3DC-Control und Teslatar zum Börsenpreis von aWATTar geladen.