Holzhaushersteller nur mit PV

  • Ich habe vorhin zwei Beiträge auf YouTube gesehen, in denen es um einen Österreicher geht, der Holzhäuser fabrikmäßig produziert, wobei die gesamte Energie (nach seiner Aussage) von der eigenen PV kommt. Zusätzlich bestehen diese Häuser zu 100% aus Holz (Glasscheiben und Wasserrohre mal unberücksichtigt gelassen), es werden keine Farben, Lacke oder Kleber verwendet. Absolut ökologisch!


    Im ersten Beitrag wird Erwin Thoma interviewed (Dauer eine Stunde und 37 Minuten) und im zweiten Beitrag wird ein kurzer Rundgang durch die Fabrik gezeigt. Es gibt ein paar Sequenzen, in denen man glauben könnte, dass das Spökenkram ist, es lohnt sich aber eindeutig durchzuhalten! Der Typ verkauft seine Häuser mittlerweile international ist hat eine herzerfrischende Art. Wer in Richtung EE denkt, sollte sich das nicht entgehen lassen.


    https://www.youtube.com/watch?v=aH9bfsuwqBk
    https://www.youtube.com/watch?v=w0tBdpz2TBs


    Viel Spaß

    Unser Kopf ist rund, damit das Denken die Richtung wechseln kann (Francis Picabia)

  • Also entweder ist der Chef selbst esoterisch verblödet, oder er will gezielt diese Marktnische ansprechen


    Zitat

    Der massive Holzaufbau eines Holz100-Elementes und die streuenden und absorbierenden Eigenschaften der Holzhülle verringern in höchstem Maß die Durchlässigkeit für hochfrequente elektromagnetische Strahlung.

  • Hallo,
    es gibt auch in Baden- Württemberg eine Firma, die Häuser in dieser Art baut, hat bei dieser Fima allerdings nichts mit Esoterik zu tun, sondern mit überzeugenden Argumenten, guter Beratung, Preis/Leistung und unserem Umweltbewussein, deshalb haben wir uns vor einigen Wochen so ein Haus bestellt...

    Motto : Verantwortlich ist man nicht nur für das, was man tut, sondern auch für das, was man nicht tut. [Laotse, chin. Philosoph, 4-3 Jhd. v. Chr.]
    14,4 kWp Winaico mit SMA STP 15000TL-30 und 10,2 KWh HV BYD mit SBS 5.0 seit 2018.
    8,68 KWp und 23,42 KWp seit 2010 bzw. 2012 in Gemeinschaftsprojekten.

  • Zitat von GEST

    Also entweder ist der Chef selbst esoterisch verblödet, oder er will gezielt diese Marktnische ansprechen


    Ich hatte auch meine Zweifel, ob der alle Nadeln am Tannenbaum hat, aber man sollte doch unbedingt unterscheiden, ob alles das, was er macht und umsetzt völlig unsinnig ist, nur weil er auf ein paar Gebieten eine Meinung vertritt, die anzweifelbar ist. Ich glaube auch nicht daran, dass Bäume ihre ´Aura´ im Wechsel der Mondphasen haben. Nur das ist ja nicht der Punkt!


    Wenn die thermischen Isolationswerte weitgehend stimmen und der Brandschutz auch nur ungefähr in den dargelegten Bereichen liegt und man über die Lebensdauer eines Hauses mit deutlichen Einsparungen rechnen kann (ich habe es nicht geprüft oder prüfen können!), dann hat man doch das fast ideale Häuschen. Ob der Hersteller dann auch noch an Erzengel glaubt (macht er anscheinend nicht), dann kann mir das doch völlig egal sein.


    Ich habe übrigens selbst ausprobiert (in Andalusien), dass das Leben in einem Holzhaus ausgesprochen angenehm sein kann. Schon bei 15-17 Grad Raumtemperatur fühlt man sich sehr wohl, weil die Wände die ausgestrahlte Körperwärme reflektieren (Effekt wie mit Alufolie; Steine nehmen die Strahlungswärme auf, bis Körperwärme erreicht ist).

    Unser Kopf ist rund, damit das Denken die Richtung wechseln kann (Francis Picabia)

  • Hallo,
    die thermischen Werte sind absolut überzeugend, eine Packung mit 24 cm Zellulose und 6 cm Holzfaser kommt auf die Außenseiten und das Dach ist ähnlich isoliert. Haus ohne Keller wird KfW 40+ ohne Sondermaßnahmen und der Brandschutz ist bei Vollholz auch sehr gut. Haus wird mit Erdwärmekörben und WP beheizt, PV und KWL ist enthalten, umgerechneter Ölverbrauch 1,8 l/m² Wohnfläche im Jahr.

    Motto : Verantwortlich ist man nicht nur für das, was man tut, sondern auch für das, was man nicht tut. [Laotse, chin. Philosoph, 4-3 Jhd. v. Chr.]
    14,4 kWp Winaico mit SMA STP 15000TL-30 und 10,2 KWh HV BYD mit SBS 5.0 seit 2018.
    8,68 KWp und 23,42 KWp seit 2010 bzw. 2012 in Gemeinschaftsprojekten.

  • Man kann ein Holzhaus auch bauen das wie ein "normales Haus" aussieht.
    Und es gibt mehrere Hersteller von "Fertighäuser" mit hoher Qualität die neben der Konstruktion aus Holz auch Dämmplatten aus Holz verwenden.... (Gutex, Sto Holzfaserplatten)
    Es geht ohne Dämmung aus PS / Öl Produkten.

  • Zitat von jdhenning

    Schon bei 15-17 Grad Raumtemperatur fühlt man sich sehr wohl, weil die Wände die ausgestrahlte Körperwärme reflektieren (Effekt wie mit Alufolie; Steine nehmen die Strahlungswärme auf, bis Körperwärme erreicht ist).


    Hi.


    ... wie meinen?? Wer hat denn in Mitteleuropa nackte Steinwände im Innenraum? Und btw., was für Steine... Granit, Hohlkammerton oder Gasbeton? Da dürfte doch in >90% eher Gipsputz oder GKP/GFP plus Tapete verbaut sein... :mrgreen:


    Und ich würde mich in einem Raum dessen Wände Körpertemperatur (36*..?) haben nicht unbedingt wohl fühlen.


    Das es Sinn ergibt wenn überwiegend nachwachsende Rohstoffe für den Gebäudebau verwendet werden will ich garnicht bestreiten, zumal ich Zimmerer bin... :wink: Und in Sachen Massivholzbau haben die Schluchtler ne menge Vorsprung, zumal ja für ettliche Deutsche sowas immer noch unter "Hundehütte" oder " Baracke" fällt.


    Meine private Meinung ist allerdings das es sinnvoller ist das Baumaterial nicht quer durch Europa zu karren ( z.b. habe ich schon "Schwedenhäuser" gebaut bei denen das Holz aus Finnland kam... und das masive Wände nicht unbedingt was mit umweltschonendem Materialeinsatz zu tun haben... aber alles in allem ist Plattenbau, wenn mit dem passenden Know-how durchgeführt, ne 1a Alternative zum "klassischen" Nassbau.

    Grüße,
    Klaus


    9,18 kWp 34xPlus SW 270 Mono, Symo 7.0.3M O/W 39°

    4,72 kWp 16xPlus SW 295 Mono, Symo Hybrid 4.0-3 s O 39°
    12,58 kWp 37xIBC Monosol 340, Symo 10.0.3M O/W 39° Selbstbau - Dach voll rulez!

    14m² ST auf Verschattungsrestdachzipfel O 39°, Heizung Panasonic Aquarea J WP 5kW

    Elektrischer Zimmerer, und Haustechniknexialist :mrgreen:

  • Hi, doch, sehr interessant was der Erwin da macht :)  Jürgen, danke für den Link in die Produktion!
    In diesem recht unglücklichem Thread wurde diese Bauart auch schon angeschnitten
    (http://www.photovoltaikforum.c…wtopic.php?f=139&t=114626 ), leider immer mit dieser blöden IR-Heizung verknüpft.
    Dabei ist es doch relativ schnuppe wie ein richtig gutes Haus im Endeffekt geheizt wird, es wird immer sparsam sein.
    Wenn das Raumklima passt ist das reine Wärmebedürfnis eh schon um ein paar Grad gesunken.
    Was heute in "modernen" Häusern schon an Primärenergie verbaut wurde möchte eigentlich keiner wirklich hören.
    Umso schlimmer dass diese Häuser oft max. zwei Generationen überleben (werden)


    Ich wohne selber in einem Holzhaus100, allerdings aus dem späterem 18 Jahrhundert.
    Damals haben 4 Zimmerer an einem Tag ca einen Kranz gelegt, die Blockbalken waren vorher nur grob zugehauen.
    Ein Haus mit 2 Geschossen+Kniestock besteht aus ca 25 Kränzen, untereinander nur mit Holzdübeln vernagelt und
    mit Druckblättern an den Ecken und Zwischenwänden. Man kann sagen dass so ein Haus in einem Winter vorbereitet
    (Baume fällen und rücken, grobes Zurichten ) und in einem zweitem Winter fertig aufgestellt wurde. Der Innenputz aus
    Lehm/Sand/Gerstengrannen kam erst ein paar Jahre später wenn das Haus sich fertig gesetzt hatte.
    Auf der Schlagregenseite ist eine Aussenschalung, das Fundament besteht aus Eichenbalken,
    ein weit vorgezogenes Dach schützt Wände und Fenster.
    Die erste echte Sanierung erfolgte vor knapp 20 Jahren im Alter von 222 Jahren! 9 Generationen!
    Die meisten großen Schäden hatte der letzte Besitzer innerhalb von ein paar Jahren selbst verursacht.
    Meine Urenkel werden diese Haus problemlos renovieren können, etwas handwerkliches Geschick vorraus gesetzt.
    Sorry für die lange Ausführung.
    Das Thoma-Haus ist doch ein guter Versuch diese jahrhundertelang erpropte Bauweise ins 21.Jahrhundert zu übertragen.
    Keine unnötige Chemie wie Lacke, Kleber, Folien ect. Keine Kältebrücken wie Klammern, Schrauben, Bolzen ect.
    Der Primärenergieaufwand für den Bau ist relativ gering und wird beim Erwin zu 100% (laut seiner Aussage) von
    der eigenen PV-Anlage erbracht. Holz in dieser Form verbaut ist tatsächlich ein echter CO2-Speicher.


    Von mir aus darf der an den Weihnachtsmann glauben.


    lg,
    Philip

  • Ähmmm,


    Zitat von shot

    Man kann ein Holzhaus auch bauen das wie ein "normales Haus" aussieht.


    aber wer will das schon?!


    Unter meinem Avatar ist übrigens ein Blockhaus...



    Knut

    Bilder

    20.12.11: 11,28 kWp | 22 (-10°) + 26 (-100°) Q.PRO 235 | STP 10000TL-10

    26.03.12: 9,18 kWp | 18 (80°) + 18 (-100°) Q.PEAK 255 | STP 8000TL-10

    17.08.15: 5,72 kWp | 22 (80°) Q.PRO 260 | STP 5000TL-20

    alle DN 22°


    FTP-Hosting für Photovoltaikanlagen - self.Logger.solar

    API für Prognosedaten zur Solarproduktion - Forecast.Solar

  • Zitat von jdhenning

    ... wobei die gesamte Energie (nach seiner Aussage) von der eigenen PV kommt


    Das gilt wohl nur für das Werk in Lahr im Schwarzwald, also die "Holz100"-Fertigung selbst, nicht für die anderen Produktionsschritte. Dort, dank EEG, wohl auch "nur" bilanziell (natürlich besser als gar nichts). Auf der Webseite der Firma ist das aber nur eine Randnotiz, hätte es fast nicht gefunden.