Eigentum ab 01.01.2017, aber Kosten in 2016?

  • Hallo,


    ich habe eine gebrauchte Anlage gekauft, für die auch schon Kosten entstanden sind (Provision, Notar, Fahrtkosten, Anzahlung,...... und vermutlich auch noch die Restzahlung in 2016). Der Eigentumsübergang ist zum 01.01.2017 vereinbart.


    Fragen
    Sind die bisherigen Kosten (natürlich ohne Kaufpreis) ganz normale Ausgaben, die in 2016 voll angesetzt werden können (also nicht der 20-jährigen Abschreibung unterliegen) und nur die reinen Anlagenkosten (die aber auch schon in 2016 geflossen sein werden) werden erstmalig ab 2017 über 20 Jahre abgeschrieben?

    Viele Grüße

    Bento


    Auch an Tagen, an denen der Himmel grau ist, ist die Sonne nie ganz verschwunden.
    (Arnaud Desjardins)


  • Zitat von Bento

    Sind die bisherigen Kosten (natürlich ohne Kaufpreis) ganz normale Ausgaben, die in 2016 voll angesetzt werden können


    Ja.

  • Zitat von Bento

    Sind die bisherigen Kosten (natürlich ohne Kaufpreis) ganz normale Ausgaben, die in 2016 voll angesetzt werden können (also nicht der 20-jährigen Abschreibung unterliegen) und nur die reinen Anlagenkosten (die aber auch schon in 2016 geflossen sein werden) werden erstmalig ab 2017 über 20 Jahre abgeschrieben?


    2016 anfallende Kosten können in der ESt 2016 steuerlich abgesetzt werden, der Kaufpreis kann bis Ende EEG-Zeitraum abgeschrieben werden, also i.d.R. weniger als 20 Jahre (Inbetriebnahme 2010 bis 2030, also 14 Jahre).

    Sonnige Grüße
    Kollektor

  • Anschaffungskosten eines Wirtschaftsguts sind alle Aufwendungen, die geleistet werden, um das Wirtschaftsgut zu erwerben und in einen dem angestrebten Zweck entsprechenden (betriebsbereiten) Zustand zu versetzen. Anschaffungskosten sind somit zunächst die Aufwendungen, die geleistet werden, einen bereits bestehenden Vermögensgegenstand aus der fremden in die eigene wirtschaftliche Verfügungsmacht zu überführen. Daneben rechnen auch Anschaffungsnebenkosten und nachträgliche Anschaffungskosten zu den Anschaffungskosten. Also aus meiner Sicht "nein", die gesamten mit dem Erwerb unmittelbar zusammen hängenden Kosten (Provision, Fahrtkosten) sind zu aktivieren und über die zu schätzende (da gebrauchtes WG) Restnutzungsdauer abzuschreiben. Der EEG-Förderzeitraum spielt hier keine Rolle, könnte aber als Indiz herhalten. Beim Notar müsste man noch wissen, in welcher Angelegenheit er tätig wurde. Je nachdem könnten bei der Eintragung einer Finanzierungsgrundschuld bspw. auch sofort abziehbare Finanzierungskosten vorliegen. Abschreibung dann ab Eigentumsübergang 1.1.2017.

    55x Heckert Solar NeMo 60P 260 Wp mit 1 SMA Tripower6000 TL und 1 SMA Tripower7000 TL

  • Zitat

    Also aus meiner Sicht "nein", die gesamten mit dem Erwerb unmittelbar zusammen hängenden Kosten (Provision, Fahrtkosten) sind zu aktivieren und über die zu schätzende (da gebrauchtes WG) Restnutzungsdauer abzuschreiben.


    Oh je, dann mache ich es schon 11 Jahre lang falsch! :wink:

    Servus
    Toni


    Luschenjagd aufgegeben.
    Elektrisch unterwegs mit Leaf II

  • Zitat von Kollektor

    ...der Kaufpreis kann bis Ende EEG-Zeitraum abgeschrieben werden, also i.d.R. weniger als 20 Jahre (Inbetriebnahme 2010 bis 2030, also 14 Jahre).


    Ja, natürlich meinte ich bei der Abschreibung nicht "noch 20 Jahre" sondern die Restlaufzeit, so wie du es schon beschrieben hast. In dem Zusammenhang stellt sich mir allerdings die Frage, ob man da tatsächlich stumpf vom Ende des EEG-Zeitraums zurückrechnen kann. Ich meine, wenn der Förderzeitraum max. 21 Jahre wäre, dann würde die Abschreibung in der Regel doch schon 1 Jahr vor Ende des Förderzeitraums ablaufen; man müsste also m.E. eher vom Inbetriebnahmezeitpunkt ausgehen, da die Abschreibungsdaten des Verkäufers normalerweise nicht bekannt sind. Oder müsste man sich den Abschreibungsbeginn evt. sogar im Kaufvertrag benennen lassen?


    Ah, gerade gelesen:

    Zitat von yazerone

    ....und über die zu schätzende (da gebrauchtes WG) Restnutzungsdauer abzuschreiben. Der EEG-Förderzeitraum spielt hier keine Rolle, könnte aber als Indiz herhalten.


    Beim Schätzen wäre ich ja wieder im gewissen Rahmen frei! :wink:


    yazerone:
    Beim Notar handelt es sich um die Eintragung einer beschränkt persönlichen Dienstbarkeit.


    Zitat von Eisbaer

    Oh je, dann mache ich es schon 11 Jahre lang falsch! :wink:


    Ich glaube yazerone kommt vom Fach!

    Viele Grüße

    Bento


    Auch an Tagen, an denen der Himmel grau ist, ist die Sonne nie ganz verschwunden.
    (Arnaud Desjardins)


  • Insbesondere sowas wie Fahrt-/Reisekosten halte ich für Praxisfremd die zu aktivieren, so korrekt das womöglich auch wäre. Wann sollte man sie dann ansetzen, wenn es doch nicht zum Kauf kommt? Wird ja wohl niemand bestreiten, daß das in jedem Fall Betriebsausgaben sind (sonst würden Vertreter auf ihren Kosten zum nennenswerten Teil sitzen bleiben, es kommt ja wohl nicht immer zum Abschluß).
    Zur Abschreibung - denke das macht das Kraut nicht fett ob man 20 Jahre oder bis Ende 20 Jahre plus IBN abschreibt. Letzteres hat aber einen gewissen Charme im letzten Jahr nicht "plötzlich" einen womöglich deutlich höheren Gewinn zu haben.

  • Zitat

    Insbesondere sowas wie Fahrt-/Reisekosten halte ich für Praxisfremd die zu aktivieren, so korrekt das womöglich auch wäre. Wann sollte man sie dann ansetzen, wenn es doch nicht zum Kauf kommt?


    Eben! So war meine Antwort auch gemeint! :wink:

    Servus
    Toni


    Luschenjagd aufgegeben.
    Elektrisch unterwegs mit Leaf II