Verständnisfrage Solar Edge

  • Hallo zusammen,


    ist bei Solar Edge eine "Stringaufteilung" (Modulaufteilung) relevant ?


    Gegeben sind 3 Dachausrichtungen:
    Ost - 8 Module, Süd - 8 Module, West - 16 Module (alle a 300Wp)


    2 WR: Solar Edge SE 5000 und Solar Edge SE 4000.
    Mir ist klar das man das mit einem 3-Phasen WR macht, das ist aber aus diversen Gründen hier nicht relevant.


    Nun zu meiner Frage.
    Ist es nun relevant wie man die Module auf die 2 WR aufteilt (z.B. 16 West-Module auf den 5000er , Rest auf 4000er) oder erledigen hier alles die Optimierer und die Aufteilung ist egal ?


    Gruß,
    Jürgen

    32*IBC Monosol 300 Wp => 9,6 kWp
    Ausrichtung: 2,4kWp Süd (0°), 2,4kWp Ost (-90°), 4,8kWp West (90°)
    SE5000+SE4000 mit Powerwall

  • Zitat von Domestos


    ist bei Solar Edge eine "Stringaufteilung" (Modulaufteilung) relevant ?


    Nein, es müssen allerdings immer genügend Module/Leistungsoptimierer in einem String liegen. Bei einphasigen WR 8 Module/Leistungsoptimierer und bei 3phasigen 16.
    http://www.photovoltaikforum.c…llation%20Guide-%20DE.pdf


    Zitat von Domestos

    2 WR: Solar Edge SE 5000 und Solar Edge SE 4000.
    Mir ist klar das man das mit einem 3-Phasen WR macht, das ist aber aus diversen Gründen hier nicht relevant.


    Kannst du uns erklären, warum das "hier nicht relevant" ist :?:
    Mir fällt beim besten Willen kein vernünftiger Grund dafür ein 2 WR zu verwenden wenn`s auch mit einem geht.

    mit freundlichem Gruß
    smoker59

    Einmal editiert, zuletzt von smoker59 ()

  • Zitat von smoker59


    Kannst du uns erklären, warum das "hier nicht relevant" ist :?:
    Mir fällt beim besten Willen kein vernünftiger Grund dafür ein 3 WR zu verwenden wenn`s auch mit einem geht.


    Es geht hier um eine eventuelle spätere (nächste 1-2 Jahre) Speicherinstallation (Tesla/LG), DC-seitig, an den 5000er via Store Edge (geht aktuell nur mit 1-Phasen WR von SE).
    Wenn man nun erst einen 3-Phasen WR nimmt müsste der Speicher dann AC-seitig mittels zusätzlichem Batterie-WR gekoppelt werden oder man tauscht später die WR. Deshalb die "Gedankenspiele" mit 2 Wechselrichtern.

    32*IBC Monosol 300 Wp => 9,6 kWp
    Ausrichtung: 2,4kWp Süd (0°), 2,4kWp Ost (-90°), 4,8kWp West (90°)
    SE5000+SE4000 mit Powerwall

  • Hallo,


    Zitat


    Ist es nun relevant wie man die Module auf die 2 WR aufteilt (z.B. 16 West-Module auf den 5000er , Rest auf 4000er) oder erledigen hier alles die Optimierer und die Aufteilung ist egal ?


    Die Mindestanzahlen hat Smoker59 ja schon benannt. Darüber hinaus musst du bedenken, dass ein SE-System um so besser funktioniert, desto mehr Module/Optimierer du in einem String hast, denn dann haben die Optimierer wesentlich mehr Spielraum, ihre Spannung anzupassen.


    Von daher solltest du die Module so verteilen, dass es nie eine Situation gibt, bei der weniger bzw. deutlich weniger als sechs Module volles Sonnenlicht bekommen und die anderen so gut wie gar keins. In dem Fall wäre die Eingangsspannung (350V bei einphasig) nämlich nur noch mit Leistungsverlust zu erreichen. Wenn dich da die technischen Hintergründe interessieren, kann ich dir das gerne an einem Beispiel vorrechnen.


    Wenn du es also wirklich mit zwei einphasigen Geräten machen willst, dann würde ich mir genau anschauen, wie die Lichteinstrahlung auf die Module ist und dann so aufteilen, dass es nie Situationen gibt, in denen es Leistungsverluste gibt. Vermutlich wird das auf das hinauslaufen, was du geschrieben hast (West an den einen, Rest an den anderen).


    Aber: Auch ich würde einen dreiphasigen WR nehmen! 32 ist eine perfekte Stringlänge weit ab von der Gefahr eines Leistungsverlusts durch zu wenige Optimierer (ein dreiphasiger WR braucht 750V), zumal die pure Anzahl von eventuell mit Schwachlicht beschienenen Modulen hier auch noch einiges retten kann (da hast du bei 32 Optimierern viel mehr Spielraum als bei 16). Du sparst sogar noch Geld, da ein SE9K ein gutes Stück billiger ist als die Kombination SE4000+SE5000. Auch die Steuerung von 70%-weich dürfte einfacher sein, wobei ich mir das bislang nur bei den dreiphasigen Geräten (brauchen nur einen S0- oder RS485-Zähler) angeschaut habe.


    Zitat


    Es geht hier um eine eventuelle spätere (nächste 1-2 Jahre) Speicherinstallation (Tesla/LG), DC-seitig, an den 5000er via Store Edge (geht aktuell nur mit 1-Phasen WR von SE).


    Das ist kein wirkliches Argument. Aktuell geht es nur einphasig bei SE. Wer sagt, dass das so bleibt? Zwei Jahre sind eine lange Zeit in dem Markt, zumal auch z.B. Tesla sich bei jeder Version was anderes ausdenkt - wer weiss, wie eine Hochvoltbatterie in zwei Jahren aussieht und auf welche Weise man dann die DC-Kopplung realisiert.


    Viele Grüße,


    Jan


  • Ok, die Argumente für den dreiphasigen WR habe ich verstanden. Mir liegt auch ein Angebot vor bei dem wegen der 3 Dachausrichtungen der SE8K installiert werden soll.


    Da ich aktuell aber noch in der Findungsphase bin will ich mir eine weitere Option, nämlich die sofortige Installation eines Speichers (ja, ich habe die Kontraargumente hier im Forum schon gelesen), offen halten.


    Zitat

    Wenn du es also wirklich mit zwei einphasigen Geräten machen willst, dann würde ich mir genau anschauen, wie die Lichteinstrahlung auf die Module ist und dann so aufteilen, dass es nie Situationen gibt, in denen es Leistungsverluste gibt. Vermutlich wird das auf das hinauslaufen, was du geschrieben hast (West an den einen, Rest an den anderen).


    Und in dem Punkt bin ich mir nicht ganz sicher. Wäre es nicht besser die 16 Westmodule in 2*8 aufzuteilen und auf die zwei WR zu verteilen, da im Westen ja morgens alle 16 Module im Schwachlichtbereich wären ? Kann ja sein das ich irgendwo einen Denkfehler habe ...


    Gruß,
    Jürgen

    32*IBC Monosol 300 Wp => 9,6 kWp
    Ausrichtung: 2,4kWp Süd (0°), 2,4kWp Ost (-90°), 4,8kWp West (90°)
    SE5000+SE4000 mit Powerwall

  • Hi,


    Zitat


    da im Westen ja morgens alle 16 Module im Schwachlichtbereich wären ? Kann ja sein das ich irgendwo einen Denkfehler habe ...


    Hast du, ja :-)


    Das von mir beschriebene Problem tritt nur auf, wenn du einen starken Leistungsunterschied hast und zugleich nur wenige Module mit viel Licht. Wenn alle wenig haben oder alle viel, ist das komplett egal.


    Ich gebe dir mal vier Beispiele (jeweils für den einphasigen WR mit 350V Spannung):


    Wir nehmen dazu mal an, dass wir 16 Module mit 250 Watt haben, die jeweils an einem normalen Optimierer hängen.


    Fall 1: Voller Sonnenschein.


    Alle Module produzieren 250 Watt, also zusammen 4000. Damit hat man bei 350V einen Strom von 11,4A (alle Zahlen leicht gerundet), was unter den maximal möglichen 15 A der Optimierer liegt. Damit setzt jeder Optimierer das, was das Modul bringt, auf 21,9V, 11,4A um. In der Reihenschaltung ergeben sich damit die 350V bei 11,4A für den WR. Alles fein :-)


    Fall 2: Ganz wenig Licht. Sagen wir mal, jedes Modul macht noch 20W.


    Damit haben wir zusammen 320W, also 0,91A bei 350V. Da alle Module die gleiche Leistung bringen, haben wir wiederum 21,9V und 0,91A pro Modul. Passt.


    Fall 3: Hälfte viel Licht, Hälfte fast kein Licht


    Damit haben wir 8*250+8*20=2160W. Damit müssen 6,2A fliessen im String. Und nun... da kommt die Stärke von SE!... macht jeder Optimierer aus dem, was sein Modul kann, genau das: 20W bei 6,2A sind schlappe 3,2V. 250W bei 6,2A sind 40,3V. Macht zusammen dann 8*3.2+8*40.3, also ungefähr die gewünschten 350V. Alles klar? :-)


    Fall 4: Ein Modul in voller Sonne, Rest fast kein Licht.


    Hier wird es nun übel. Damit haben wir 15*20+250=550W. Damit müssen für die volle Leistung 1,6A fließen. Bei den kleinen Modulen ist das kein Problem, das ginge bei 12,5V. Das eine Modul mit Sonne müsste aber nun 250/1.6=156V bringen. Das kann der Optimierer auf keinen Fall, er kann maximal 60V. Was also passieren wird, ist das folgende: Der Optimierer des lichtstarken Moduls geht auf 60V. Damit bleiben für die übrigen 15 Optimierer 290V, also 19,3V für jeden. Bei 20W bringen sie also jeweils 1A. Da alles in Reihe ist, ist das der Gesamtstrom... das starke Modul kann also auch nur 1A liefern. Bei 60V macht das 60W. Damit haben wir dann 15*20+60=360W, die der WR bekommt.


    Fall 4 ist das, was wir vermeiden wollen! Ich hoffe, dass die Rechnung detailliert genug ist, um sie nachzuvollziehen. Probier es am besten aus, indem du die Anzahl der Module mit Licht erhöhst, bis du am Ende keine Leistung mehr verlierst (oder einfach rückwärts rechnen).


    Ich hoffe, das hilft beim Verständnis des SE-Systems.


    Viele Grüße,


    Jan

  • Zitat von JanR


    Hast du, ja :-)


    Das von mir beschriebene Problem tritt nur auf, wenn du einen starken Leistungsunterschied hast und zugleich nur wenige Module mit viel Licht. Wenn alle wenig haben oder alle viel, ist das komplett egal.


    Das war mein Denkfehler :)



    Ja, das hat geholfen. :danke:

    32*IBC Monosol 300 Wp => 9,6 kWp
    Ausrichtung: 2,4kWp Süd (0°), 2,4kWp Ost (-90°), 4,8kWp West (90°)
    SE5000+SE4000 mit Powerwall