Verhalten des Wechselrichters bei Überlast

  • Ich möchte mir eine Solaranlage mit Batteriespeicher zur Eigenversorgung zulegen.
    D.h. wenn genug Energie aus Solar bzw. Batterie vorhanden ist schaltet der Wechselrichter von Netz auf Batterie.
    Soweit so gut.


    Was aber passiert, wenn mein Wechselrichter, der eine max. Ausgangsleistung mit 2 kw liefert, nun mit 6 kw belastet wird?
    Gibt es ggf. Wechselrichter, die in Lage sind, den Energiefluss so zu steuern, dass 2 kw von der Batterie und 4 kw aus dem Netz kommen?
    Oder sind alle Wechselrichter lediglich in der Lage bei Überlastung per simpler Relaisumschaltung zu 100% auf Netzversorgung umzuschalten?


    Bin gespannt auf die Antwort.

  • Hi,


    Zitat von Solarkritiker

    Ich möchte mir eine Solaranlage mit Batteriespeicher zur Eigenversorgung zulegen.


    prinzipiell gute Idee, besonders für einen "Solarkritiker". 8)
    Für was soll der Speicher sein? Warum nur eine Anlage mit einem so winzigen Wechselrichter?
    Nicht mehr Platz auf dem Dach oder kein größeres Budget?


    Zitat von Solarkritiker

    D.h. wenn genug Energie aus Solar bzw. Batterie vorhanden ist schaltet der Wechselrichter von Netz auf Batterie.


    Was genau meinst Du damit?
    Dass der WR das Haus vom öffentlichen Netz trennt und aus der Batterie ein Inselnetz aufbaut?
    Von welchem WR sprichst Du? Warum willst Du das so bauen?


    Zitat von Solarkritiker

    Was aber passiert, wenn mein Wechselrichter, der eine max. Ausgangsleistung mit 2 kw liefert, nun mit 6 kw belastet wird?


    Entweder fällt die Sicherung an der Leitung, auf der 6 kw gezogen werden oder der WR schaltet ab und die Hütte ist dunkel.


    Zitat von Solarkritiker

    Gibt es ggf. Wechselrichter, die in Lage sind, den Energiefluss so zu steuern, dass 2 kw von der Batterie und 4 kw aus dem Netz kommen?
    Oder sind alle Wechselrichter lediglich in der Lage bei Überlastung per simpler Relaisumschaltung zu 100% auf Netzversorgung umzuschalten?


    Wie oben von Tatra603 geschrieben gibt`s Systeme, die von Dir unbemerkt bei Bedarf Strom aus dem Netz ziehen und dazumischen. Das ist dann aber nicht die übliche PV-Anlage mit Speicher sondern ein grundsätzlich autonomes System mit "Notfunktion" Netzstrom.


    Eine übliche PV-Anlage hat einen WR, der ganz normal netzparallel läuft.
    D.h., das Haus ist gleichzeitig am öffentlichen Netz angeschlossen und an der PV-Anlage.
    Der PV-Strom wird automatisch im Haus zuerst verbraucht und die Überschüsse, so welche anfallen werden automatisch in`s Netz eingespeist.
    Fallen keine Überschüsse an, wird die fehlende Strommenge automatisch aus dem Netz dazugemischt.
    Da braucht`s keinerlei Umschaltung und auch kein Speichersystem.

  • Zitat von Tatra603

    Nein, da gibt es den Studer Xtender, das was du willst nennt sich "smartboost".


    Oder bei Victron der MultiplusQuatro.Hybrid WR können da eh auch.
    Da gibts aber uU weitere Probleme.Beim zumischen nimmt meist der VNB nicht ab das man nicht einspeist
    wodurch die Anlage anmeldepflichtig(mit teuren Auflagen)wird.
    Deshalb sind für die doch idR kurzen Spitzenlasten Systeme die die "6Kw" hart Netzstom durchleiten würden
    wesenlich günstiger.

    PIP 2424HS an 750Wp 3xShinsung Black Mono250 +1,5Kwp (6xShinsung Black Mono250)
    an FPS 100/50 an Bluebatt 24v 465Ah

    EA Sun ISolar SMV III 3K

    EA Sun SP 3K-24
    Siliken 3,3i 3,25Kwp 13xShinsung Black Mono 250
    VW T4 mit Evective 2000w + Varta 110Ah +0Wp

  • Vielen Dank für die schnellen und qualifizierten Antworten.
    Meine Anlage wird nur ca 3 kwp haben. Ich persönlich glaube, dass sich Netzeinspeisung bei kleinen Anlagen aus verschiedenen Gründen nicht mehr rechnet. Daher kommt nur reiner Eigenverbrauch in Frage.
    D.h. ich will in erster Linie Solar-/Batteriestrom verbrauchen und im Überlastfall Netzstrom.
    Um die Kosten niedrig zu halten soll der WR nicht mehr als 3 KW Dauerleistung haben.
    Wenn man die Tagesverbrauchskurve eines Vierpersonenhaushalts ansieht, stellt man fest, dass 3 KW durchaus häufig überschritten werden, insbesondere wenn es um Geschirrspüler, Waschmaschine, Trockner etc. geht.
    Daher ist es durchaus relevant, wenn in den Spitzenphasen weiterhin Solarstrom fließen könnte.
    Aber ich gebe "relativ" durchaus recht, wahrscheinlich ist es wirtschaftlicher, die 6 kw einfach hart aus dem Netz zu beziehen.


    Noch eine kritische Bemerkung, die vielleicht nicht jedem gefällt: Ich habe den Eindruck, dass es hier im Forum viele technisch kompetente Leute gibt. Wenn es aber um die Wirtschaftlichkeit geht, leidet so mancher allerdings an Realitätsverlust. Das liegt vermutlich auch daran, dass dieses Forum durchsetzt ist mit Leuten, die ihren Lebensunterhalt mit Solartechnik verdienen.
    Ohne Technikbegeisterung, Idealismus und eine gute Portion Fehlinformation würden wohl viele Anlagen nicht gebaut. Sorry.
    Hierzu müsste man eigentlich ein neues Thema aufmachen.

  • Moin moin aus Kiel,


    das einzige, was hier durchsetzt ist, ist dein Beitrag mit Stuss. Aber sowas von.


    Tu dir und uns einen Gefallen, lies erstmal 100h still und heimlich hier im Forum und meld dich dann nochmal.
    Dann sind wir gern bereit deine Fragen und Ansätze zu verhackstücken.


    PS: Gemessen an den registrierten usern hier im Forum, sind diejenigen, die ihren Lebensunterhalt mit Solartechnik verdienen im einstelligen Promillebereich. Bei solch einem geringen Anteil spricht man eher von "dotieren" als "durchsetzen";-)


    Vielen Dank fürs zuhören!


    Gruß, Andreas

  • Hi,


    Zitat von Solarkritiker

    Meine Anlage wird nur ca 3 kwp haben.


    ich entnehme Deiner Antwort, dass größer zu bauen auch möglich wäre.
    Mit einer kleinen Anlage machst Du Deinen PV-Strom und auch die ganze Anlage ohne Not unwirtschaftlicher als notwendig.


    Zitat von Solarkritiker

    Ich persönlich glaube, dass sich Netzeinspeisung bei kleinen Anlagen aus verschiedenen Gründen nicht mehr rechnet. Daher kommt nur reiner Eigenverbrauch in Frage.


    Du kannst natürlich glauben was Du möchtest, wir haben ja Religionsfreiheit hier. :lol:
    Ich glaube zum Beispiel an das fliegende Spaghettimonster. 8)
    Aber soweit, dass ich glaube, dass sich Einspeisung nicht lohnt bin ich noch nicht, ich hab` im Matheunterricht zum Glück nicht gepennt.

    Zitat von Solarkritiker

    D.h. ich will in erster Linie Solar-/Batteriestrom verbrauchen und im Überlastfall Netzstrom.


    Mit einer Batterie die Anlage wirtschaftlicher machen . . . Du hast offenbar wirklich noch nicht gerechnet . . . wenn Dir das gelingt, bist Du würdig zum Nobelpreis vorgeschlagen zu werden.


    Zitat von Solarkritiker

    Um die Kosten niedrig zu halten soll der WR nicht mehr als 3 KW Dauerleistung haben.


    Nicht nur die Kosten sind niedrig bei kleinen Anlagen, auch die Wirtschaftlichkeit.
    Das einzige was dann steigt sind die Stromkosten für den selbst erzeugten PV-Strom.


    Zitat von Solarkritiker

    Wenn es aber um die Wirtschaftlichkeit geht, leidet so mancher allerdings an Realitätsverlust.


    Da könntest Du Recht haben . . . :lol:

  • Präsentier doch mal bitte deine Wirtschaftlichkeitstechnung mit Batterie und 3kWp Anlage. Und dann rechne mal bitte eine Anlage mit Max Leistung und ohne Batterie.


    Entweder hast du die Überschrift der beiden Berechnungen vertauscht, oder einfach nur gepennt.
    Vllt findest du den Fehler und änderst dann auch noch deinen Namen.

    19,8kWp - LG Mono 275 - STP20000TL-30 - Süd-West 40° - DN 30°
    5,7kWp - LG Mono 285 - STP5000TL-20 - Süd-Ost -30° - DN 11°
    Stiebel Eltron WWK300 electronic SOL
    Plugwise

  • Du möchtest also einen Insel WR der Dich versorgt. Warum soll er umschalten ?
    Es gibt mehrere verschiedene Systeme.


    1. Insel WR der die ganze Last selber tragen muß. Er schaltet auf das Netz wenn die Last zu hoch ist, oder die Batterie leer ist.
    Dieser WR kann nur begrenzt Lasten durchschalten. Deine 6kw im Beispiel sind schon grenzwertig bei machen Modellen. Das ganze System muß auf die maximale Last ausgelegt werden, das ist auswendiger.


    2. Einspeise WR, ohne Batterie. Geringe Kosten und Du kannst jede Last versorgen, da nichts über den WR geht. Ohne Sonne kommt der Strom aus dem Netz.


    3. Hybrid WR, mit oder auch ohne Batterie. Der speist zB max 3kw aus der PV/Batterie dazu. Die Last geht nicht durch den WR, Du kannst also auch 20kw Last haben. Vorteil: kleine Batterie, überschaubare Kosten, kann man später ausbauen. Dürfte wohl der ideale Nutzungsfall sein.


    Alles hier im Forum ausgiebig besprochen. Muss man leider suchen und sich lange durchlesen.