EÜR 15 für Dummies

  • Hi, bin neu hier :lol:


    meine kurze Geschichte:
    Wir kauften letztes Jahr ein Haus inkl. PV Anlage.
    Ich kann so ziemlich alles machen aber Steuern sind wirklich schwarze Maggi. Ich bin froh, dass wir die Steuererklärung einigermaßen im Laufe des Jahres fertig bekommen. :shock:
    Diesmal ist aber noch die PV Anlge dabei :shock:


    Das FA hat uns nun eine Wisch geschickt "EÜR 15" Leider ist es für uns extrem Schwer diesen auszufühlen. Wenn wir schon die ganzen Begriffe lesen blockiert alles so, dass wir zum Schluss genau so schlau sind wie vorher... oder noch verwirrter. Genau so geht es uns mit der "Anleitung" die man im Netz findet. 40-50 Seiten... danke :roll:
    Man will soweit alles richtig machen.
    vllt. ist hier jemand so nett und kann uns sagen was wir wo genau eintragen müssen.


    Die Anlage wurde Privat gekauft. Was wohl ein Fehler war. Das heißt wir haben keine MwSt zurück bekommen weil es keine gab. Damit müssen wir wohl leben. Das ganze läuft also als Kleingewerbe.


    So nun die Eckdaten.
    Anlage ging im März 2012 in Betrieb.
    Unserer Kauf war im ende Juni 2015
    Anlagen wert neu ca. 20000€
    Im Kaufvertrag wurde die Anlage mit 15000€ berechnet bzw. erwähnt.
    Strom Erzeugung ca. 3500KW vom Juli bis Dez. zu je 0,26€ = 910 + 19% = 1130€
    Eigen verbrauch ca. 800KW zu 0,16€ = 128€ + 19% = 152€
    Auszahlung von der Gemeinde ca. 930€ inkl MwSt.
    Versicherung Pauschal ca. 15€ da im Haus mit Versichert.


    Frage hab ich zur Abschreibung kann ich das machen bzw. darf ich das machen weil Privat gekauft?


    Wie sieht da die Rechnung aus
    20000/ 20 Jahre oder 15000/20 Jahre oder doch nur noch durch 17 Jahre? Wären dann entweder 1000€, 750€ oder 882€ Pro Jahr.


    Was mich jetzt sehr Interessieren würde, wäre eine kurze Anleitung wo ich was eintragen muss am besten die oben genanten Beträge und die passende Zeile da zu. Und natürlich die Antwort auf die Frage zu der Abschreibung.


    Wir haben die Kurzform zugeschickt bekommen. Das heiß es ist ein Blatt. Leider finde ich es gerade nicht im Internet, damit ihr es euch anschauen könnt, auch wenn ich es schon mal gesehen hab. Kann es aber bei Bedarf nachreichen wenn ich wieder zuhause bin.


    ich danke euch schon vielmals alleine fürs Lesen und würde mich extrem über eure Hilfe freuen.


    Gruß eMJay

  • Hallo eMJay1805 und willkommen im Forum,


    Zitat von eMJay1805

    Wir kauften letztes Jahr ein Haus inkl. PV Anlage.
    ...........
    Im Kaufvertrag wurde die Anlage mit 15000€ berechnet bzw. erwähnt.


    Zunächst mal herzlichen Glückwunsch; der Preis ist i.O.
    Ich an deiner Stelle hätte aber wohl dafür gesorgt, dass der Preis für die PV-Anlage etwas höher ausgefallen wäre und dafür der Preis fürs Haus etwas niedriger. :wink:


    Zitat von eMJay1805

    Die Anlage wurde Privat gekauft. Was wohl ein Fehler war. Das heißt wir haben keine MwSt zurück bekommen weil es keine gab. Damit müssen wir wohl leben. Das ganze läuft also als Kleingewerbe.


    Eigentlich hat man beim Kauf einer gebrauchten PV-Anlage kein Wahlrecht, ob mit oder ohne USt. gekauft wird. Wenn der Verkäufer nur diese eine Anlage besessen hat,handelt es sich um eine "Geschäftsveräußerung im Ganzen" und der Verkauf ist damit nicht steuerbar; es wird also keine USt. ausgewiesen. (Im Zweifelsfall legt das das Finanzamt des Verkäufers fest.)


    Mit "Kleingewerbe" meinst du vermutlich, dass du zur Kleinunternehmerregelung optiert hast und damit nicht umsatzsteuerpflichtig bist. Das erscheint zwar auf den ersten Blick sinnvoll zu sein, war aber vermutlich ein Fehler. Denn damit würde eine "Änderung der Verhältnisse" i.S. §15a USTG eintreten. Diese zieht eine anteilige Rückzahlung der Vorsteuer nach sich, da die Anlage zum Zeitpunkt des Kaufs noch keine 5 Jahre alt war. Zu Deinen Lasten!! Besser wäre es gewesen, wenn du auf die KUR verzichtet hättest.


    Zitat von eMJay1805

    Anlage ging im März 2012 in Betrieb.
    ............
    Strom Erzeugung ca. 3500KW vom Juli bis Dez. zu je 0,26€ = 910 + 19% = 1130€


    Das passt schon mal nicht zueinander. Bei IBN März 2012 gab es 24,43 Cent/kWh!


    Außerdem ist es extrem komisch, dass du vom Netzbetreiber die USt. ausgezahlt bekommst, obwohl du Kleinunternehmer bist!! :shock:


    Vielleicht stellst du erst mal die Jahresabrechnung 2015 des Netzbetreibers hier ein. Kannst deine persönlichen Daten ja schwärzen.

    Viele Grüße

    Bento


    Auch an Tagen, an denen der Himmel grau ist, ist die Sonne nie ganz verschwunden.
    (Arnaud Desjardins)


  • Zitat von Bento


    Mit "Kleingewerbe" meinst du vermutlich, dass du zur Kleinunternehmerregelung optiert hast und damit nicht umsatzsteuerpflichtig bist. Das erscheint zwar auf den ersten Blick sinnvoll zu sein, war aber vermutlich ein Fehler. Denn damit würde eine "Änderung der Verhältnisse" i.S. §15a USTG eintreten. Diese zieht eine anteilige Rückzahlung der Vorsteuer nach sich, da die Anlage zum Zeitpunkt des Kaufs noch keine 5 Jahre alt war. Zu Deinen Lasten!! Besser wäre es gewesen, wenn du auf die KUR verzichtet hättest.


    Das hört sich scheiße an. Aber mal schauen was da raus kommt. Könnte ich aufgrund dessen noch mal hochstufen oder hat es wieder irgendwelchen bürokratischen nachteil?


    Zitat von Bento


    Das passt schon mal nicht zueinander. Bei IBN März 2012 gab es 24,43 Cent/kWh!


    Die Werte hab ich gestern ausm Kopf gezogen da ich zu dem Zeitpunkt nicht Daheim war. Die 24.43Cent/KWh stimmen natürlich.
    Die Werte sind alle ca. und stimmen nicht überein mit der Abrechnung der Gemeinde.

    Zitat von Bento


    Außerdem ist es extrem komisch, dass du vom Netzbetreiber die USt. ausgezahlt bekommst, obwohl du Kleinunternehmer bist!! :shock:


    Ich wollte es eigentlich nicht aber die Gemeinde meinte die müssen es so machen. Warum auch immer... ich soll die USt. dann ans FA weiter schicken.... Soll ich da nochmal nachhacken und sagen ich will die USt. nicht?

    Zitat von Bento


    Vielleicht stellst du erst mal die Jahresabrechnung 2015 des Netzbetreibers hier ein. Kannst deine persönlichen Daten ja schwärzen.


    Die Abrechnung hat 3 Seiten. Wie oben erwähnt sind die Werte nur angegliechen und gerundet. Mehr steht auch nicht auf den Seiten. was Interessant wäre.


    Haben es inzw. irgenwie ausgefüllt. Kann man das evtl. schon so lassen?

  • Nur mal so bemerkt, in einer EÜR gibt man die Einnahmen und Ausgaben eines Wirtschaftsjahres an. Üblich ist es, dass das Wirtschaftsjahr identisch mit dem Kalenderjahr ist. Muss aber nicht. Was bedeutet das nun? So ein Kalenderjahr beginnt am 01.01. um 00:00 Uhr und endet am 31.12. um 24:00 Uhr. Das war 2015 auch so. Dazu kommt noch die 10-Tages-Ausnahme. D.h. Zahlungen innerhalb 10 Tagen vor bzw. nach dem Beginn bzw. Ende des Wirtschaftsjahres, die das beginnende bzw. abgelaufende Wirtschaftsjahr betreffen, werden dem beginnenden bzw. abgelaufenden Wirtschaftjahr zu geordnet.


    Da musst du jetzt erstmal drüber nachdenken und es verdauen.


    Was will ich nun mit meinen Ausführungen sagen. Die Werte aus Abrechnung deines Kunden sind nicht unbedingt das, was du in der EÜR angeben musst. Wenn du nach dem 10.1.2016 eine Nachzahlung für 2015 bekommen hast, dann ist diese Zahlung im Wirtschaftjahr 2016 getätigt worden und somit auch eine Einnahme der EÜR 2016. Entscheidend ist nicht, für welches Jahr die Zahlung ist, entscheidend ist wann die Zahlung war.

  • Es mag jetzt wieder hart klingen, aber vermutlich ist das insgesamt Dein Problem mit der Steuermaterie: Alle Begriffe sind haarklein definiert. Und wenn ich in der Prüfung jemanden durchfallen lasse, weil er stets von Herstellungskosten statt von Herstellkosten redet - dann ist das nicht kleinlich oder gemein, sondern trägt halt der Tatsache Rechnung, dass beide Begriffe unterschiedliche Definitionen haben.
    Wenn Du mit solchen Dingen nicht klarkommst - ja, machen wir uns nichts vor, dann wirds schwer.
    Das ist nix schlimmes. Auch nix gutes. Es ist einfach so.


    Und ja.. Du sprichst es nicht nur selbst aus, sondern stellst es mit der unpräzisen Verwendung des unpräzisen Begriffs "Kleingewerbe". Ich bin mir gerade nicht sicher, ob es im Steuerrecht den Begriff überhaupt gibt.
    Jedenfalls im Bereich der Einkommen- und Umsatzsteuer (wo Du Deinen Walzer tanzt) gibt es den Begriff nicht.
    Die Vorredner haben Dir schon erklärt, dass Du vermutlich den Kleinunternehmer und die Kleinunternehmerregelung meinst.
    (Und davon lässt Du bitte hübsch die Hände - denn sonst bist Du vermutlich der erste, der den Glauben an die Welt verliert, wenn Dir ein Steuerbescheid ins Haus flattert, indem von Dir die Vorsteuer zurückgefordert wird, die der Rechtsvorgänger erstattet bekommen hat. Spätestens wenn ich Dir dann schreibe, das dies frei von Rechtsfehlern ist, drehst Du am Rad.)


    Ich kenne Deine Situation nicht; als Laie und Deklarationsallergiker ist Deine Handlungsweise auch nicht vorhersehbar.
    Aber ich kann mir schwerlich vorstellen, dass eine evtl. erfolgte Wahlrechtsausübung zur Anwendung der Kleinunternehmerregelung nicht noch geändert werden könnte. Das geht bis zur Unanfechtbarkeit der Steuerfestsetzung.
    Da müsstest Du schon ein USt-ERklärung abgegeben haben; es müsste einen Bescheid gegeben haben; der ohne Vorbehalt ergangen ist und die RB-Frist müsste abgelaufen sein. Weiterhin müsstest Du Dir selbst den letzten Sargnagel eingeschlagen haben, indem Du gegenüber dem FA in irgendeiner (unbeabsichtigten) Weise kundgetan hast, dass der Bescheid auch bekanntgegeben (Dir zugestellt) wurde.


    Du solltest als erste den Gedanken "privat gekauft" aus Deinem Gehirn verbannen. Er ist nicht hilfreich. Nein - er ist kontraproduktiv. Dieser Gedanke vom privaten Kauf lotst Dein Gehirn permanent auf völlig falsche Gleise und blockiert korrekte Denkansätze. Schlimmer kann man sich das Leben kaum selbst schwer machen.


    Du hast eine PV-gekauft.
    Die PV ist technisch in der Lage ins allgemeine Stromnetz einzuspeisen.
    Wunderbar. Herzlichen Glückwunsch. Du bist umsatzsteuerlicher Unternehmer.
    (Das ist wie schwanger werden; passiert manchmal ganz ungewollt)


    Einer der Vorredner hat einen "guten Kaufpreis" erwähnt. Das nehme ich mal als klares Signal, das die Anlage wirtschaftlich läuft und somit auf die Totalperiode gerechnet einen Geldüberschuss liefert, WENN....
    Du Deinen Anspruch auf Zahlung der Einspeisevergütung gegenüber dem VNB gelten machst und die möglichen Einnahmen auch realisierst.
    Das wirst Du sicherlich tun.
    Herzlichen Glückwunsch. Es liegt Einkunftserzielungsabsicht vor. Du erzielst damit Einkünfte nach §15 EStG.
    Das ist keine Krankheit. Verpflichtet Dich aber diese Einkünfte zu ermitteln und in der STeuererklärung anzugeben.
    Einzig sinnvoll ist die Einkunftsermittlung nach § 4 III EStG, als Überschuss der Betriebseinnahmen über die Betriebsausgaben. Kurz auch "EÜR" oder "Einnahmenüberschussrechnung" oder "4-3-Rechnung" genannt.
    Sie darf auf dem entsprechenden Formular "Anlage EÜR" erstellt werden - muss aber nicht. Du kannst auch formlos auf Klopapier (unbenutzt!!!) die Gewinnermittlung durchführen.


    Formlos.... nun sagen wir so: Dem Drang nach elektronischer Datenübermittlung und automatisierten, schnellen Veranlagungsprozessen steht das sicherlich entgegen.
    Andererseits: Dieses Formular ist auf die Bedürfnisse des Fiskus im Bezug auf ALLE Branchen abgestimmt. Das macht es für den Laien garantiert nicht einfacher. KANN allerdings je nach persönlichen Vorlieben ein "Klettergerüst" sein.


    User Paulchen hat ein hübsches Tool entwickelt, dass eine branchenspezifische, für Laien verständliche Erfassung ermöglicht; und sowohl eine branchenspezifische, formlose EÜR ausspuckt. (Und.. ich GLAUBE... auch eine Erfassungshilfe für das Formular "Anlage EÜR".
    Ich glaube, die paar Euro wären für Dich eine sinnvolle Ausgabe.


    Was die Abschreibung angeht:
    Abzuschreiben sind immer die (ggf. fortgeführten) Anschaffungs- und Herstellkosten.
    In Deinem Fall also die 15.0000 Euro.
    Die Nutzungsdauer kannst / sollst / "musst" Du mit den originären 20 Jahren abzgl. des Alters der Anlage im Erwerbszeitpunkt bemessen.
    Also bei Dir 201 Monate. Monats-Afa = 75,- Euro; Afa 2015 = 672, Euro; künftige Jahres-Afa = 896,- Euro.
    Rechenfehler vorbehalten. Wahlrechte gibts hier ansonsten aber keine.,



    Was mich stutzig werden lässt:
    Dein (geringes) Interesse an der ERstellung der Gewinnermittlung ist einzig durch eine Aufforderung des FA motiviert.
    Deine gesamte Fragestellung bezieht sich nur auf die Gewinnermittlung; bzw. letztlich nur auf dieses dämliche Formular.
    Ich frage mich, ob Du Dir mal über die Umsatzsteuer Gedanken gemacht hast,
    dort über die unentgeltliche Wertabgabe
    und eine Plausibilitätsprüfung, ob man die getrennt zu betrachtenden Steuerarten dennoch unter einen Hut bekommt.

    16,92 kWp / 72 x Sharp NU-235 / Aurora Power One 12,5 + 3,0/ 0° Südabweichung / 8° Dachneigung

  • Zitat von donnermeister1

    Nur mal so bemerkt, in einer EÜR gibt man die Einnahmen und Ausgaben eines Wirtschaftsjahres an. Üblich ist es, dass das Wirtschaftsjahr identisch mit dem Kalenderjahr ist. Muss aber nicht. Was bedeutet das nun? So ein Kalenderjahr beginnt am 01.01. um 00:00 Uhr und endet am 31.12. um 24:00 Uhr. Das war 2015 auch so. Dazu kommt noch die 10-Tages-Ausnahme. D.h. Zahlungen innerhalb 10 Tagen vor bzw. nach dem Beginn bzw. Ende des Wirtschaftsjahres, die das beginnende bzw. abgelaufende Wirtschaftsjahr betreffen, werden dem beginnenden bzw. abgelaufenden Wirtschaftjahr zu geordnet.


    Da musst du jetzt erstmal drüber nachdenken und es verdauen.


    Was will ich nun mit meinen Ausführungen sagen. Die Werte aus Abrechnung deines Kunden sind nicht unbedingt das, was du in der EÜR angeben musst. Wenn du nach dem 10.1.2016 eine Nachzahlung für 2015 bekommen hast, dann ist diese Zahlung im Wirtschaftjahr 2016 getätigt worden und somit auch eine Einnahme der EÜR 2016. Entscheidend ist nicht, für welches Jahr die Zahlung ist, entscheidend ist wann die Zahlung war.


    Für mich heißt es jetzt eigentlich nur Folgendes: Da ich die 1. Abrechnung erst im Februar 2016 bekommen hab und somit auch mein 1. Geld, hab ich auch keine Einnahmen im Jahr 2015 mit der PVA gehabt.


    Was offen bleibt ist wie sieht mein Wirtschaftsjahr aus? Wenn ich die Anlage am 26.06.2015 übernommen habe?


    Zitat von kpr


    Ja ich hatte zu dem Zeitpunkt aus persönlichen Gründen keine Zeit/Kopf mich damit anständig auseinander zu setzten. Das einzige was ich nur gehört hab von bekannten die eine haben "es ist am Anfang etwas kompliziert aber dann geht es" Leider hat keiner von Ihnen eine gebrauchte Anlage gekauft und konnte mir so nicht helfen. Somit ist es jetzt an diesem Punkt angelangt.


    Nach einer anfrage beim StB möchte er so ca. 250€ für den Mist haben. :shock:


    Somit werde ich dieses Problem auch allein hinbiegen.


    Zudem wurde mir gesagt, dass das FA mich gar nicht in die "Kleinunternehmerregelung" hätte lassen dürfen weil die PV- Anlage keine 5 Jahre alt ist. Wie schon oben erwähnt. Dies werde ich morgen versuchen irgendwie zu ändern. Meine frage vorab kann man das überhaupt?

  • Da wurde Dir halt was falsches gesagt.
    Die Kleinunternehmerregelung ist ein Wahlrecht, dessen Ausübung allein beim Steuerpflichtigen liegt - sofern die materiell-rechtlichen Voraussetzungen erfüllt sind. (Unterschreiten der Umsatzgrenze; was bei Dir todsicher gegeben ist; dafür lasse ich mir beide Hände und das edelste Körperteil abhacken).


    Es ist die Aufgabe der FinVerw zu prüfen, ob diese Voraussetzungen gegeben sind.
    Es ist nicht die Aufgabe der FinVerw zu prüfen, ob die Wahlrechtsausübung sinnvoll ist.
    Die "5 Jahre" klingen auch unsepzifiert. Wir kennen diesen Wert in zwei Zusammenhängen
    a) Sofern der Unternehmer auf die KUR verzichtet, bindet ihn dies für mind. 5 Veranlagungszeiträume
    (umgekehrt: die Anwendung der KUR entfaltet keine zeitliche Bindungswirkung)
    (die Entscheidung des Vorbesitzers hat hiermit überhaupt nichts zu tun)


    b) Die Vorsteuerkorrektur nach §15a UStG. Hier gibt es einen 5-jährigen Korrekturzeitraum, der monatsgenau ab der Zuordnung zum Unternehmen (zumeist: Geltendmachung der Vorsteuer) zu laufen beginng.
    Hier greift tatsächlich eine Art "Fussstapfentheorie", WENN die Veräußerung der Anlage als "Unternehmensveräußerung im Ganzen" erfolgt ist. (Hiervon kann bei einer PV prinzipiell ausgegangen werden).
    Der Erwerber führt das steuerliche Schicksal des Veräußerers fort. Genau aus diesem Umstand resultiert die Gefahr, dass
    aa) der Veräußerer die Vorsteuer geltend gemacht hat (auf die KUR verzichtet hat)
    bb) der Erwerber die KUR anwendet, und nun von ihm (dem Erwerber) eine Veränderung der für den Vorsteuerabzug maßgeblichen Verhältnisse ausgelöst wird - und die Vorsteuer anteilig vom Erwerber zu erstatten ist.


    Das Wahlrecht kann bis zur Unanfechtbarkeit der Steuerfestsetzung ausgeübt werden. Die endet spätestens mit dem Schließen der Beweisaufnahme im finanzgerichtlichen Verfahren.
    Aber.. hierzu siehe erster Beitrag; was alles passiert sein müsste, damit die Unanfechtbarkeit der Steuerfestsetzung schon vorher eingetreten ist, hatte ich dort ausführlich geschrieben.


    250 Euro.... würde ich
    a) als unwirtschaftlich
    b) als "Schnäppchen" bezeichnen.


    Nur am Rande:
    Ich bin überzeugt, je mehr Gedanken man sich um die "gebrauchte" Anlage macht, umso schwieriger wirds.
    Einfach "Stur Heil!" die allgemeingültigen Spielregeln anwenden.
    Da mag es dann vielleicht zu ein, zwei kleinen Detailproblemchen kommen - aber keine grundsätzlichen schwer lösbaren Fragestellungen.

    16,92 kWp / 72 x Sharp NU-235 / Aurora Power One 12,5 + 3,0/ 0° Südabweichung / 8° Dachneigung

  • Das sehe ich inzw. etwas anders. Hab die ganzen Daten jetzt in WISO drin. Hab da eine Anleitung gefunden. Für einen StB sind das keine 5 min Arbeit. Das einzige wo er vllt. etwas machen müsste ist das Problem mit der Gewerbeart und dafür Zahle ich keine 250€.


    Die PVA lief beim Vor- Besitzer nicht über "KUR".


    und mal ganz ehrlich die hälfte von dem was du schreibst kpr versteh ich eh nicht weil es nicht mein Themengebiet ist. Hintergründe interessieren mich nicht und erst recht nicht irgendwelche §.
    Mich interessiert nur was ich machen kann und wie nicht wieso und nicht weshalb.