Neubau EFH, planerische Spielwiese

  • Moin,


    ich bin technikinteressiert und plane zur Zeit einen Neubau im schönen Norden-Westen Deutschlands mit Baubegin 03.2017 und überlege eine PV Anlage zu installieren. Die notwendigen Vorraussetzungen (Leerrohre, etc) für eine nachträgliche Installation sind eingeplant.


    Prinzipiell habe ich verstanden:
    Je größer desto besser! 10kWp sind allerdings die magische Grenze aufgrund des EEG.
    Speicher lohnt sich nicht.


    Mein Haus wird aufgrund des Bebauungsplans eine O/W Ausrichtung mit ziemlich genau 90° haben. Die gesamte Dachfläche auf beiden Seiten wird ca. 100qm betragen. Die Dachneigung wird ca. 25° betragen. Es gibt keine Gauben oder Dachfenster. Verschattung gibt es nicht, da keine großen Bäume oder Gebäude in der relevanten Umgebung. Wir bauen einen Keller, Platz für Technik ist also da.
    Da wir berufstätig und bequem (ich bin eher faul) sind, werden wir eine KWL einbauen sowie Brauch- und Warmwasser mit einer Luft-Wasser WP erzeugen. Fußbodenheizung ist das mittel der Wahl. Mein EV lade ich aufgrund des pendelns zur Arbeit Abends/Nachts. Das Nutzverhalten wird sich voraussichtlich in nicht allzu ferner Zukunft von "Morgens/Abends und ganztägig am Wochenende" auch in der Woche zumindest teilweise weiter in den Tag hinein verschieben.
    Unser Verbrauch beträgt zZ
    1900kWh Sonstiges
    4400kWh EV.


    Im Haus rechne ich mit:
    2500 kWh Sonstiges
    4400kWh EV
    4000kWh WP geschätzt


    Wie würdet ihr die PV planen?
    Wie hoch ist die Kosteneinsparung wenn man die PV Anlage gleich in der Bauphase mit einplant? Handwerker sind vor Ort, Gerüst steht....
    Ist das überhaupt sinnvoll oder sollte man die PV lieber nachträglich installieren? Erstmal ein Projekt abschließen und PV danach angehen.
    Wie sollte man die Dachflächen belegen? 50% Ost, 50% W oder doch anders?
    Mit PV Anlage lohnt sich sicher auch kein zweiter Zähler mit WP Tarif oder?
    Meine Rechnungen/Schätzungen ergeben, dass sich eine Anlage mit 9,9 kWp ohne Speicher auch bei Vollfinanzierung mit 2% Zinsen weitestgehend selbst bezahlt in einem Zeitraum von ca. 15 Jahren. Ist das ein gängiger Erfahrungswert?


    Generell bin ich ebenfalls interessiert an einem Speicher, auch wenn er finanziell uninteressant ist. Ob mir die "Spielerei" den Mehrinvest wert ist muss ich in einer ruhigen Minute nochmal nachdenken. Fallen euch Argumente dafür/dagegen ein die auf meine Situation rücksicht nehmen (L-W WP, EV, ...)?


    Danke schonmal für eure Ideen!

  • Zitat

    10kWp sind allerdings die magische Grenze aufgrund des EEG


    So richtig magisch ist das nicht, größer kann man schon auch bauen und macht auch Sinn, allerdings nicht 10,2kWp, DAS wäre Blödsinn. Aber eine Anlage mit 12 oder 14 kWp rechnet sich trotz der verminderten EEG-Abgabe auf den Eigenverbrauch. Bevor man zwangsweise unter 10 bleibt, obwohl Platz und Geld da wäre, lieber so groß als möglich bauen.

  • Moin,


    Zitat von 0000

    Je größer desto besser! 10kWp sind allerdings die magische Grenze aufgrund des EEG.


    Mal ins Blaue, eine Dachseite also 50m², 22 Module ist rund 37m², das mal 2 Seiten mal 300W macht schöne 13,2 kWp bei 70% hart an einem 10 kVA Gerät.


    Zitat von 0000

    Ist das überhaupt sinnvoll oder sollte man die PV lieber nachträglich installieren?


    Wenn Anlage später, würde ich auf jeden Fall die Dachhaken mit setzen lassen.


    Zitat von 0000

    Wie sollte man die Dachflächen belegen? 50% O, 50% W


    Ja


    Knut

    20.12.11: 11,28 kWp | 22 (-10°) + 26 (-100°) Q.PRO 235 | STP 10000TL-10

    26.03.12: 9,18 kWp | 18 (80°) + 18 (-100°) Q.PEAK 255 | STP 8000TL-10

    17.08.15: 5,72 kWp | 22 (80°) Q.PRO 260 | STP 5000TL-20

    alle DN 22°


    FTP-Hosting für Photovoltaikanlagen - self.Logger.solar

    API für Prognosedaten zur Solarproduktion - Forecast.Solar

  • Zitat von passra


    So richtig magisch ist das nicht, größer kann man schon auch bauen und macht auch Sinn, allerdings nicht 10,2kWp, DAS wäre Blödsinn. Aber eine Anlage mit 12 oder 14 kWp rechnet sich trotz der verminderten EEG-Abgabe auf den Eigenverbrauch. Bevor man zwangsweise unter 10 bleibt, obwohl Platz und Geld da wäre, lieber so groß als möglich bauen.


    Zitat von KKoPV


    Mal ins Blaue, eine Dachseite also 50m², 22 Module ist rund 37m², das mal 2 Seiten mal 300W macht schöne 13,2 kWp bei 70% hart an einem 10 kVA Gerät.


    Gibt es irgendwo eine Zusammenfassung der "Folgen" für >10kWp ? Weniger Einspeisevergütung, EEG Abgabe für Eigenverbrauch...

  • Hi,


    Zitat von 0000

    Je größer desto besser! 10kWp sind allerdings die magische Grenze aufgrund des EEG.


    kann man so nicht sagen. Die meisten Dächer geben keinen Platz dafür her, wesentlich über 10 kwp zu gehen, dann macht`s Sinn, unter dieser Grenze zu bleiben.
    Kannst Du erheblich mehr installieren, ist die 10 kwp Grenze uninteressant.
    Ab 10 kwp musst Du die verminderte EEG-Umlage auf selbst erzeugten und verbrauchten PV-Strom zahlen, das ist aber nicht wirklich viel im Jahr.


    Zitat von 0000

    Speicher lohnt sich nicht.


    Sie lohnen in aller Regel wirtschaftlich noch nicht, d.h. Du wirst in der Gesamtbetrachtung dadurch Deinen Strompreis nicht senken können.


    Trotzdem können Speicher interessant sein, wenn Du aus welchen Gründen auch immer Notstromfähigkeit brauchst, Spaß an der Technik hast oder eine echte Stromautarkie anstrebst. Vor allem letzterer Punkt kann interessant sein.


    Zitat von 0000

    Mein Haus wird aufgrund des Bebauungsplans eine O/W Ausrichtung mit ziemlich genau 90° haben. Die gesamte Dachfläche auf beiden Seiten wird ca. 100qm betragen. Die Dachneigung wird ca. 25° betragen.


    Das ist ein schönes Ost-/Westdach, auf das etwa 16 kwp passen. Die würde ich auch bauen, das kann in Verbindung mit einer stromerzeugenden Heizung und einem Speicher zur völligen Stromautarkie ausreichen..


    Zitat von 0000

    Es gibt keine Gauben oder Dachfenster. Verschattung gibt es nicht, da keine großen Bäume oder Gebäude in der relevanten Umgebung. Wir bauen einen Keller, Platz für Technik ist also da.


    Sehr, sehr gut! :wink:


    Zitat von 0000

    Da wir berufstätig und bequem (ich bin eher faul) sind, werden wir eine KWL einbauen sowie Brauch- und Warmwasser mit einer Luft-Wasser WP erzeugen. Fußbodenheizung ist das mittel der Wahl.


    Mit einer WP wirst Du in der Hauptheizzeit viel Strom einkaufen müssen, weil auch 16 kwp dann nicht wirklich viel bringen.
    Überlege mal die Option, für die Zeit von März bis Oktober die WP zu nutzen und für die kalte Jahreszeit eine stromerzeugende Heizung (Micro-BHKW oder Brennstoffzelle).


    Zitat von 0000

    Mein EV lade ich aufgrund des pendelns zur Arbeit Abends/Nachts.


    Noch ein Argument für eine stromerzeugende Heizung, zumindest im Winter.


    Zitat von 0000

    Wie würdet ihr die PV planen?


    Groß! 8)


    Zitat von 0000

    Wie hoch ist die Kosteneinsparung wenn man die PV Anlage gleich in der Bauphase mit einplant? Handwerker sind vor Ort, Gerüst steht....


    Sicher EUR 100,-/kwp bei einer großen Anlage.


    Zitat von 0000

    Ist das überhaupt sinnvoll oder sollte man die PV lieber nachträglich installieren?


    Wenn die Gewerke gut koordiniert werden, ist das auf jeden Fall besser, die PV auch in der Bauphase aufzubauen.


    Zitat von 0000

    Wie sollte man die Dachflächen belegen? 50% Ost, 50% W oder doch anders?


    Ja, so ist`s imho am Besten.


    Zitat von 0000

    Mit PV Anlage lohnt sich sicher auch kein zweiter Zähler mit WP Tarif oder?


    Musst Du ausrechnen. Im Winter wirst Du für die WP viel Strom einkaufen müssen.


    Zitat von 0000

    Meine Rechnungen/Schätzungen ergeben, dass sich eine Anlage mit 9,9 kWp ohne Speicher auch bei Vollfinanzierung mit 2% Zinsen weitestgehend selbst bezahlt in einem Zeitraum von ca. 15 Jahren. Ist das ein gängiger Erfahrungswert?


    Ja, kommt hin, bei hohem Eigenverbrauch geht`s schneller.

  • Würde im Grundausbau nicht über 10 kWp gehen jedoch den Vollausbau mit einplanen und nach 12 Monaten umsetzen
    Bei exakt Ost/West den WR auf 60% Generator Leistung (evt. Ein WR für den Vollausbau).


    FBH auf 30 °C Vorlauf bei -12° Aussenluft optimieren! (Bodenbeläge beachten)
    Eine Sole/Wasser Wärmepumpe mit Horizontal Erdregister (Grabenkollektor) ist hinsichtlich Investkosten günstiger als ein L/W WP. Die JaZ ist bei S/W ohnehin deutlich besser dabei weniger Wartung und keine Schall Probleme.
    Ein thermischer Speicher könnte bei entsprechender Regelung Sinn machen.

  • Für ein Gesamtheizkonzept, das über die reine PV hinausgeht, empfehle ich:


    http://www.haustechnikdialog.de/Forum/46/Haustechnikforum


    Dort kannst du dein Vorhaben vorstellen und wirst sehr gute und interessante Vorschläge zur Auslegung von Haus und Heizung in Verbindung mit WP bekommen. Das Ergebnis kann man dann mit einer ordentlich großen PV unterstützen.

  • Danke für die Vorschläge und den Hinweis auf das Haustechnik Forum.


    Zitat von shot

    Würde im Grundausbau nicht über 10 kWp gehen jedoch den Vollausbau mit einplanen und nach 12 Monaten umsetzen
    Bei exakt Ost/West den WR auf 60% Generator Leistung (evt. Ein WR für den Vollausbau).



    Gibt es einen Grund warum man gerade nach 12 Monaten über 10kWp gehen sollte?

  • Weil es nach 12 Monaten keine Erweiterung mehr ist, sondern als Neuanlage gilt, du hast dann eine Anlage <10 kWp und eine mit 6 kWp. Da es 2 Anlagen <10 kWp sind, musst du dann für keine der beiden EEG-Umlage zahlen.

  • Zitat von passra

    Weil es nach 12 Monaten keine Erweiterung mehr ist, sondern als Neuanlage gilt, du hast dann eine Anlage <10 kWp und eine mit 6 kWp. Da es 2 Anlagen <10 kWp sind, musst du dann für keine der beiden EEG-Umlage zahlen.


    Ah, das ist ein guter Hinweis.
    Für die zweite Ausbaustufe darf man dann die bestehende Anlage mit nutzen? Ich benötige also keinen zweiten Zähler oder WR? Für die steuerlichen Themen wie Eigenverbrauch, EÜR, Umsatzsteuer, ... kann ich das dann ins Verhältnis setzen?