Anlagenplanung mit ca. 10kWp

  • Hallo Zusammen!
    Ich bin Forumsneuling und erhoffe mir kompetente Hilfestellung, da ich von der Thematik keinen blassen Schimmer habe.
    Bevor ich zu dem erstbesten Monteur renne und mich evtl. falsch beraten lasse, wollte ich erstmal hier Grundsätzliche Dinge in Erfahrung bringen.
    Dann könnte ich dei Angebote auch besser vergleichen bzw. filtern.


    Dann komme ich mal gleich zu dem Ist-Stand:
    Habe das Haus von meiner Oma gekauft.


      -PLZ: 36391
      -Bj. 1971
      -Dachfläche des Hauses ca. 430m2
      -Wohnfläche 240m2, ca. 110m2 unterkellert, Dachboden nicht ausgebaut und auch nicht gedämmt
      -Erste Dachdeckung mit Braas "Frankfurter Pfanne" Betonziegeln, Dach ist ungedämmt
      -Walmdach, Dachschräge ist 22,5° und -ausrichtung 195° Süd, SbW, ca. 110 m2 die "Frei" wären
      -Kein Schattenwurf
      -Leistung bis 10kWp
      -Durchschnittlicher Jahresverbrauch derzeit 5400 kWh pro Jahr
      -Eigennutzung und Überschuss soll eingespeist werden
      -Anlage soll komplett per Kredit finanziert werden


    Fragen:


      -Vorher eine neue Dacheindeckung samt evtl. Dämmung etc.? Dach ist ja schon 45 Jahre alt, wobei es noch 100 % dicht ist.
      -Lassen sich die Module leicht demontieren, falls später das Dach neu gedeckt werden soll?
      -Welche Module, Umrichter sind zu empfehlen?
      - Kredit über KfW?
      -Gibt es in 2017 eine Änderung, sodass die Anlage noch in 2016 errichtet werden sollte? (Zeitlich wohl unrealisierbar)
      -Wie kann ich da selbst mal rechnen? Ertrag der Anlage..


    Da ich wie gesagt "Neuling" bin, fallen mir gerade keine weiteren Fragen ein.
    Im Anhang habe ich mal was auf die Schnelle online rechnen lassen.


    Ich bin über jeden Tipp dankbar.


    Grüße
    FP

  • Ehrlich? Anstatt bei einer ungedämmten Hütte von 1971 das Geld für eine PV zu verpulvern, würde ich an deiner Stelle erst einmal eine energetische Sanierung angehen, hier insbesondere das Dach bzw. den Dachboden dämmen. Das bringt über die Jahre durch gesparte Heizkosten viel mehr Rendite. Vermutlich gibt es unter den Dachsteinen noch nicht mal Unterschalung, oder?
    Ist die Heizung aktuell? Muss diese demnächst eventeull eh zwangsgetauscht werden?


    Ich empfehle einen Besuch im Haustechnikforum, um das Haus auf Vordermann zu bringen. PV ist da erst mal eher als Luxus einzustufen.

  • die Berechnung kann man in die Tonne kloppen....
    für den Eigenverbrauch von 2156 Kwh wird eine Stromkostenersparnis von 944€ angesetzt.
    Das wären dann 43cent die Kwh, wo giebs solche hohen Strompreise???

    Komplizierte Vorgänge immer dem faulsten Mitarbeiter geben. Er wird die einfachste Lösung finden!

  • passra
    Jetzt hast Du mich natürlich kalt erwischt :?:cry:


    Ölzentralheizung ist von 1986, Viessmann Trimatik und verrichet bis jetzt tadellos ihren Dienst, wobei dies sich natürlich jeden Tag ändern könnte. Es müssen Heizungen nach 30 Jahren ausgetauscht werden,spätestens zwei Jahre nach dem Kauf.
    Verbrauch habe ich ca. 2500 Liter p.a.
    Also ist das natürlich die nächste Baustelle..und es gibt noch einige mehr wie z.B. Fenster, Fassade.
    Dachboden ist mit 3cm Styropor damals gedämmt worden; keine 20cm wie heute.
    Unter den Ziegeln ist natürlich nichts dergleichen..


    Diese Baustellen sind mir bewusst, da ich hier schon mein Leben lang wohne.
    Nur wenn man alles auf den heutzutage fragwürdigen Standard bringen möchte, kann man wohl auch gleich neu bauen.
    Das Geld was man dafür verpulvert, bekommt man jedenfalls nicht so schnell rein.


    Trotzdem kann ich mir vorstellen, paralell eine PV zu errichten und bitte hier um Rat.
    Bitte keine weiteren Kritikpunkte zum Sanierungsthema. Danke!
    Raum für einen Kredit ist vorhanden.

  • Zitat von machtnix

    die Berechnung kann man in die Tonne kloppen....
    für den Eigenverbrauch von 2156 Kwh wird eine Stromkostenersparnis von 944€ angesetzt.
    Das wären dann 43cent die Kwh, wo giebs solche hohen Strompreise???


    Stimmt...höchstens die Hälfte wären korrekt.
    So um die 21-24Cent sind gerade üblich.

  • Auch wenn ich die Vorgehensweise nicht verstehe:
    1. Zumindest gehört das Dach auf aktuellen Stand gebracht, BEVOR die PV draufkommt, sonst zahlst du die Montage/ Demontage ja 3 mal statt 1 mal.
    2. Kfw-Finanzierung braucht kein Mensch bei Hypothekenzinsen um 1%.
    3. IB in 2017 ist sogar besser, da eine Steigerung der Einspeisevergütung erwartet wird.
    4. Gute WR sind z.B. Frionius, SMA, Solaredge und noch weitere.
    5. Module gibt es wie Sand am Meer, aber jeder Solateur hat seine Favoriten, nur die wenigstens verbauen aber Module oder WRs nach deinen Wünschen.


    Trotzdem, wenn du an dem Haus noch weiteres vor hast, belastet eine PV jetzt deine Kreditlinie, was später noch Probleme geben könnte.

  • Bist du dir sicher mit den 2500 l Ölverbrauch bei 240 qm? Kommt mir bei dem von dir geschilderten Standard sehr wenig vor. Unser Haus (Bj. 1965) brauchte vor der Renovierung 1997 mit 140 qm Wohnfläche fast 4000 l (6 Personen im Haus).

  • Hallo Fullpull3000 und Wilkommen im Forum,


    Zitat von Fullpull3000

    -Vorher eine neue Dacheindeckung samt evtl. Dämmung etc.? Dach ist ja schon 45 Jahre alt, wobei es noch 100 % dicht ist.


    Es ginge theoretisch auch ohne vorherige neue Deckung, allerdings macht das nur Sinn, wenn die Pfannen noch ca. 30 weitere Jahre durchhalten können und dürfen (Optik) und wenn du ohne Aufsparrendämmung das Dach nachträglich energetisch saniert bekommst. Besser wäre erst die Dachsanierung und dann die PV-Anlage.


    Zitat von Fullpull3000

    -Lassen sich die Module leicht demontieren, falls später das Dach neu gedeckt werden soll?


    Im Grunde ja, aber es wird dich locker 3.000,- € zzgl. Ertragsausfall kosten.


    Zitat von Fullpull3000

    - Kredit über KfW?


    Wird in dieser Größenordnung kaum noch eine Bank machen. Lass dir von deiner Hausbank ein Angebot geben. Die haben momentan genug Geld rumliegen.


    Zitat von Fullpull3000

    -Gibt es in 2017 eine Änderung, sodass die Anlage noch in 2016 errichtet werden sollte? (Zeitlich wohl unrealisierbar)


    Es gibt ein neues EEG, aber gerade deshalb würde ich an deiner Stelle bis 01.04.2017 mit der Inbetriebnahme einer neuen Anlage warten. :wink:


    Zitat von Fullpull3000

    -Wie kann ich da selbst mal rechnen? Ertrag der Anlage..


    Wieviel elektrische Arbeit deine Anlage an deinem Standort erzeugt, kannst du hier berechnen:
    - links oben deinen Wohnort eingeben
    - rechts oben "CLIMATE-SAF PVGIS" wählen
    - Verluste von 14 auf 10 Prozent heruntersetzen
    - Anlagengröße auf 10 kWp setzen (dann bekommst du den Gesamtertrag der Anlage) oder auf 1 kWp lassen (spezifischer Ertrag ist in der Regel viel aussagekräftiger)
    - slope auf 23°
    - Azimuth auf + 15°
    ----> "Calculate"


    Danach lädst du [url=http://www.lel-bw.de/pb/,Len/Startseite/Service_+Downloads/Downloads]hier[/url] unter "Erneuerbare Energien" das folgende Tool runter: LEL Photovoltaik-Rechner Version 8.0.4 - Stand 10.10.2016


    Viel Spaß beim Kalkulieren!

    Viele Grüße

    Bento


    Auch an Tagen, an denen der Himmel grau ist, ist die Sonne nie ganz verschwunden.
    (Arnaud Desjardins)


  • Zitat von passra

    Bist du dir sicher mit den 2500 l Ölverbrauch bei 240 qm? Kommt mir bei dem von dir geschilderten Standard sehr wenig vor. Unser Haus (Bj. 1965) brauchte vor der Renovierung 1997 mit 140 qm Wohnfläche fast 4000 l (6 Personen im Haus).


    ja, bis dato waren es 2500-3000L p.a.
    Wir haben auch 3 Holzöfen paralell im Betrieb und auch nicht jeder Raum ist voll beheizt.
    Gemauert ist das Haus mit Poroton inkl. 3cm Vollwärmeschutz, was für damalige Verhältnisse gut war.
    Opa war in der Hinsicht auch immer vorrausschauend.


    Ansonsten teile ich Deine Meinung und werde wohl doch erst mal die anderen Baustellen angehen.
    Dach dämmen werde ich aber nicht, da unbewoht, jedoch ggf. die Dachgeschossdecke.
    Alles muss auch in Relation bleiben.

  • @ Bento


    Danke für die sehr hilfreiche AW.
    Das werde ich mir mal alles ansehen und ich denke dank Euch, das eine neue Deckung vor Inbetriebnahme einer PV wohl angebracht ist.
    Man muss sich eben früh genug Gedanken dazu machen und Fehler zu vermeiden.
    Deshalb vielen Dank für Eure Anregungen.