Bauvorhaben KfW40+ mit PV und Speicher

  • Hallo Forum,
    wir wollen in ca. 1 Jahr nochmals bauen, Holzhaus in KfW 40+ Ausführung mit nach Norden abfallendem, einseitigem Pultdach mit 9° DN ist beauftragt. Es gibt 2 Wohnungen mit insgesamt 270 m² Wohnfläche, Heizung (mit Pufferspeicher) und WW mit Erdwärmekörben und Wärmepumpe, zentrale KWL, soll soweit möglich mit Eigenstrom betrieben werden. Für PV verwendbare Dachfläche ca. 12 x 12 m, PV muß wegen Dachform und Lage aufgeständert werden, an der Südfassade und dem Südbalkon kommen ca. 4 KWp PV hin mit ca. 20° Neigung.
    Angedacht ist in 2-3 Jahren als Zweitwagen ein kleines E-Mobil zuzulegen.
    Meine Fragen dazu :
    1. Wie groß würden die Fachleute hier im Forum die PV und den Speicher unter diesen Bedingungen auslegen ? Lt. der KfW - Berechnung soll der Speicher mind. 6 KWh Kapa haben.
    2. Macht es Sinn, die Dach - PV zu teilen in den Ausrichtungen Südost - Süd - Südwest, um den Strom über den Tag besser verteilt zu erzeugen oder PV nur in Südrichtung ?
    3. Gibt es ein empfehlenswertes Gesamtsystem PV und Speicher für diese Voraussetzungen ?
    4. Wir brauchen wegen KfW 40+ auch eine Visualisierung, welche Empfehlung ?
    5. Empfehlenswerte Speicher und Communityanbieter ?


    Danke für hilfreiche Rückmeldungen. :danke:



    PS: Wegen der Diskussion Speicher Ja/Nein, bei KfW 40+ ist der Speicher Vorgabe, der Tilgungszuschuß beträgt dann bei 2 Wohnungen weitere 10000€, deshalb für mich auch keine Frage.


    Motto : Verantwortlich ist man nicht nur für das was man tut, sondern auch für das was man nicht tut. :)

    Motto : Verantwortlich ist man nicht nur für das, was man tut, sondern auch für das, was man nicht tut. [Laotse, chin. Philosoph, 4-3 Jhd. v. Chr.]
    14,4 kWp Winaico mit SMA STP 15000TL-30 und 10,2 KWh HV BYD mit SBS 5.0 seit 2018.
    8,68 KWp und 23,42 KWp seit 2010 bzw. 2012 in Gemeinschaftsprojekten.

  • Hi,


    Zitat von Willy54

    wir wollen in ca. 1 Jahr nochmals bauen, Holzhaus in KfW 40+ Ausführung mit nach Norden abfallendem, einseitigem Pultdach mit 9° DN ist beauftragt.


    an dem ungünstigen Dach (Neigung nach Norden) ist nix mehr zu ändern, oder?


    Zitat von Willy54

    Es gibt 2 Wohnungen mit insgesamt 270 m² Wohnfläche, Heizung (mit Pufferspeicher) und WW mit Erdwärmekörben und Wärmepumpe, zentrale KWL, soll soweit möglich mit Eigenstrom betrieben werden.


    Verbrauch ist egal, man baut PV immer so groß wie möglich (Limit nur durch verfügbaren Platz und verfügbares Kapital).
    Oder strebst Du eine komplette Stromautarkie an? Dann wär`s natürlich was anderes.
    Die Heizung im Winter mit PV zu betreiben wird nur schwer möglich sein.


    Zitat von Willy54

    Für PV verwendbare Dachfläche ca. 12 x 12 m, PV muß wegen Dachform und Lage aufgeständert werden, an der Südfassade und dem Südbalkon kommen ca. 4 KWp PV hin mit ca. 20° Neigung.


    Und die 12x12 m zusätzlich zu den 4 kWp?


    Da Du die Module (zumindest die vorderen Reihen) bei einer Südaufständerung wegen der Eigenverschattung quer aufstellen musst, passt da nicht so viel hin. 7 Module (60-Zeller, 99 x 166 cm bei ca. 300 Wattp) in eine Reihe und etwa 4 Reihen hintereinander, die 5. Reihe hochkant aufgeständert mit 12 Modulen. Hier können auch 72-Zeller mit den selben Zellen wie die 60-Zeller zum Einsatz kommen, die kann man dann im String mit den 60ern mischen.
    12 bis 13 kwp werden`s wohl insgesamt.


    Zitat von Willy54

    1. Wie groß würden die Fachleute hier im Forum die PV und den Speicher unter diesen Bedingungen auslegen ? Lt. der KfW - Berechnung soll der Speicher mind. 6 KWh Kapa haben.


    Wie wird das denn berechnet? Über den theoretischen Verbrauch im Haus?


    Grundsätzlich sind Speicher nicht zum Geld sparen oder Geld verdienen geeignet, sondern sie sind ein nettes Technikspielzeug, der Nutzen für die Umwelt und die Netze sind - zumindest zur Zeit - eher fraglich.
    Ausnahme sind da natürlich Inseln, wo Speicher schlicht notwendig sind.


    Darum solltest Du den Speicher nur dann größer machen wie für die Förderung unbedingt notwendig, wenn Du Dich mit dem Gedanken trägst, Dein Haus mit einer stromerzeugenden Heizung vollständig stromautark zu machen.
    Dann macht ein größerer Speicher Sinn und sollte auch ganz genau berechnet werden.


    Zitat von Willy54

    2. Macht es Sinn, die Dach - PV zu teilen in den Ausrichtungen Südost - Süd - Südwest, um den Strom über den Tag besser verteilt zu erzeugen oder PV nur in Südrichtung ?


    Nur Südrichtung macht Sinn. Die bessere Stromverteilung ist ein Märchen.
    Für Ost-/West gibt`s nur einen Grund: Dass man insgesamt mehr kWp auf eine begrenzte Dachfläche bekommt.
    Das wäre auch bei Dir `ne Überlegung wert, denn mit Ost-/West passen auf 12x12 Meter etwa 84x 60-Zeller, das sind locker 25 kWp.


    Zitat von Willy54

    3. Gibt es ein empfehlenswertes Gesamtsystem PV und Speicher für diese Voraussetzungen ?


    Imho nicht.


    Zitat von Willy54

    4. Wir brauchen wegen KfW 40+ auch eine Visualisierung, welche Empfehlung ?


    Kommt drauf an,was die Visualisierung können muss.
    Kannst Du die Mindestanforderungen mal nennen?

  • Hallo willy54,

    Zitat von Willy54

    bei KfW 40+ ist der Speicher Vorgabe, der Tilgungszuschuß beträgt dann bei 2 Wohnungen weitere 10000€,


    Ist der Tilgungszuschuß eine Art Kredit, oder muß er nicht zurückgezahlt werden?


    Zitat von Willy54

    1. Wie groß würden die Fachleute hier im Forum die PV und den Speicher unter diesen Bedingungen auslegen ? Lt. der KfW - Berechnung soll der Speicher mind. 6 KWh Kapa haben.


    Wenn Du Deine Dachfläche max. nutzt, kommst Du auf etwa 20...kWp. Ab >/= 10 kWp mußt Du anteilige EEG-Umlage zahlen, das könnten zum Fertigstellungstermin 3 Cent sein. (nur am Rande bemerkt)
    Wenn KfW 6 kWh für den Speicher "vorrechnet", dann nimm nicht unbedingt mehr! Sondern speise den Rest, der nicht sofort im Haus verbraucht wird und der in keine Batterie mehr "reinpasst" (weil sie voll sind), ins Netz ein! Die Abregelverluste einer reinen Inselanlage sind beträchtlich. Außerdem nützt Dir die Batterie im Winter auch nicht viel, bei 20kWp sieht die Sache günstiger aus, wie bei meinen 1,8kWp! Aber der Überschuß der "besseren" Monate sollte sinnvoll verwendet werden und das geht mit Einspeisung.
    Gruß Claus

  • ISt KfW40+ mit Speicher gesetzt oder kann es auch bei KfW40 ohne Speicher bleiben?
    Die Wärmeversorgung des Hauses klingt vom ersten Lesen her durchdacht.
    Mit Blick auf die Verbraucher in der Heizperiode (WP, KWL, normaler HH Strom) und der größe des Hauses (2 Parteien), würde ich den Speicher weg lassen, da er ansonsten das halbe Jahr über leer rum stehen wird.


    Zitat von Willy54

    Für PV verwendbare Dachfläche ca. 12 x 12 m, PV muß wegen Dachform und Lage aufgeständert werden, an der Südfassade und dem Südbalkon kommen ca. 4 KWp PV hin mit ca. 20° Neigung.
    Angedacht ist in 2-3 Jahren als Zweitwagen ein kleines E-Mobil zuzulegen.


    Ich würde da nix aufständern, sondern dachparallel die Fläche maximal ausnutzen und voll PV packen.
    Das geplante E-Auto spricht zusätzlich für mehr PV auf dem Dach.
    Auf 12*12m sollten rund 22KWp möglich sein mit guten und bezahlbaren 275Wp Modulen.
    Kommt mit Dachüberstand in der Breite das Dach auf 12,2 bis 12,3m kann man auch 7*12 Module legen und mit 290Wp Modulen rund 25KWp auf das Dach bekommen.
    Dazu dann die 4KWp an der Südfassade und die 30KWp sind voll.


    Das Dach würde ich 70-hart an einen WR legen.
    Für die Fassade nimmt man in dem Fall denke ich am besten einen 2. kleinen WR ebenfalls in 70-hart.


    Dem Ansatz KISS ... keep it simple, stupid, folgend würden die Punkte 4 und 5 dann entfallen.
    Vor allem Punkt 5 ist kostspielig und bei eurem Verbrauchern eher mit trauriger Rendite behaftet.


    Zitat

    PS: Wegen der Diskussion Speicher Ja/Nein, bei KfW 40+ ist der Speicher Vorgabe, der Tilgungszuschuß beträgt dann bei 2 Wohnungen weitere 10000€, deshalb für mich auch keine Frage.
    Motto : Verantwortlich ist man nicht nur für das was man tut, sondern auch für das was man nicht tut. :)


    Wie groß muss der Speicher denn bezogen auf die PV sein?
    Es macht ja nur wenig Sinn, aufgrund des Speichers nur 6-10KWp zu bauen, wenn man eure Verbraucher hat, E-Auto geplant ist und das Dach Platz für 30KWp in Summe bietet.

    7 KWp PV, Bosswerk 4,6 KVA Hybrid Wechselrichter, 5 KWh Liontron LiFePO4 Speicher

    Plusenergiehaus, autark von März bis Oktober, mit Panasaonic Aquarea Monoblock 5KW


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  • Hi,


    KFW40+ hat diese 10000 Euro (2 x 5000 als Zuschuss gegenüber KFW40) als Tilgungserlass, dieses Geld muss also nicht zurückgezahlt werden und ist quasi ein Geschenk. Ob sich das anhand der damit verbundenen Auflagen und deren Nebenwirkungen auch nur im Ansatz lohnt, ist eine ganz andere Frage. Beispielsweise ist die maximal einspeisbare Leistung der PV-Anlage damit auf 60% beschränkt - statt der sonst zulässigen 70%.


    Auch wenn es nur sekundär zum Thema passt:


    Zitat


    Heizung (mit Pufferspeicher)


    Falls der Pufferspeicher nicht nur für das Warmwasser, sondern z.B. auch für eine Fußbodenheizung gedacht ist, würde ich das noch einmal überdenken. Argumente, warum das keine gute Idee ist, findest du im entsprechenden Forum des Haustechnikdialogs mit vielen Details. Grundgedanke: Ein paar Tonnen Estrich (die eine gut gebaute FBH in jedem Fall hat) reichen als Speicher vollkommen aus, ein paar Hundert Kilo Wasser im Puffer sind da keine wesentliche Verbesserung, erzwingen aber eine höhere Vorlauftemperatur der Wärmepumpe und damit zwangsläufig einen niedrigeren COP.


    Viele Grüße,


    Jan

  • Hallo zusammen,
    Danke für Eure Rückmeldungen und Infos dazu :
    * Dach ist leider nicht anders machbar wegen idiotischem Bebauungsplan, bei SD wäre der Kniestock zu nieder.
    * Eigenverbrauch soweit möglich und sinnvoll, aber keine Autarkie angedacht, der Speicher soll nur die von KfW vorgegebene
    Größe haben, die sich nach meinem Kenntnisstand nach der Wohnfläche errechnet. (Tesla 6,4 KWh ist angeboten)
    * Reine Südausrichtung ist ohne Beschattung möglich, die Fassade und Balkon sind zusätzlich.
    * Die 10000 sind Tilgungserlass bei 40+, d.h. PV UND Speicher ==> somit Vorgabe, zentrale KWL ebenfalls.
    * Der Hausbauer hat standardmäßig Boiler und Pufferspeicher mit je 300 Liter in der Haustechnik drin.
    * WÜ hat sehr gute, nachgewiesene COP - Werte.


    Grüße und :danke:
    Willy54

    Motto : Verantwortlich ist man nicht nur für das, was man tut, sondern auch für das, was man nicht tut. [Laotse, chin. Philosoph, 4-3 Jhd. v. Chr.]
    14,4 kWp Winaico mit SMA STP 15000TL-30 und 10,2 KWh HV BYD mit SBS 5.0 seit 2018.
    8,68 KWp und 23,42 KWp seit 2010 bzw. 2012 in Gemeinschaftsprojekten.

  • Zitat von Willy54

    * Der Hausbauer hat standardmäßig Boiler und Pufferspeicher mit je 300 Liter in der Haustechnik drin.


    Boiler? Waht the hell...


    Wie geschrieben, wenn der Speicher nicht mit der Größe der PV mit wachsen muss, würde ich die PV maximal auslegen unter der Berücksichtigung von günstigen Standard Komponenten mit 260-275Wp für die Module. Keine Kosten für Aufständerung, die bei einem DN9 Norddach massiv Platz verschlingt, weil die Reihenabstände groß sein müssen.


    Alternative mit einem WR wären die rund 4 KWp an der Südfassade und Balkon aug einen Tracker legen und 23*275Wp aufs Dach ... wieder ohne Aufständerung. Damit sollten dann zumindest die knapp 10KWp möglich sein.

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  • Hi,


    Zitat


    * Der Hausbauer hat standardmäßig Boiler und Pufferspeicher mit je 300 Liter in der Haustechnik drin.


    Was für ein Unsinn. Mit Boiler meinst du vermutlich den WW-Speicher... finde ich für ZWEI Wohnungen doch etwas klein.


    Pufferspeicher mit 300 Liter ist Unsinn. Du hast (hoffentlich) etliche Tonnen Estrich, was soll dieses Spielzeug da bewirken? Ein Liter Wasser braucht 1,16 Wh, um seine Temperatur um 1K zu erhöhen. Dein 300-Liter-Speicher speichert also pro Grad, das er wärmer als der eigentliche Heizungsvorlauf ist, lächerliche 350 Wh Energie. Selbst wenn man ihn 5K wärmer als das Wasser für die Heizung machen würde, wären das gerade einmal 1,75 KWh. Aber...


    Zitat


    * WÜ hat sehr gute, nachgewiesene COP - Werte.


    Nur, wenn die Vorlauftemperatur niedrig ist! Jedes Grad mehr senkt den COP (5K sind hier eine Welt - schau dir mal die COP-Kurve der WP an). Wenn du also einen hohen COP willst, muss die Temperatur runter. Um den Puffer zum Speichern von Energie nutzen zu können, brauchst du eine Temperaturdifferenz zum eigentlichen Heizungsvorlauf. Also muss die Temperatur hoch. Siehst du den Widerspruch? Die Verluste durch Wärmeabstrahlung des Puffers sind dabei noch gar nicht berücksichtigt.


    Ich rate dir wirklich, dich bei Haustechnikdialog mal in das Thema einzuarbeiten. Du kannst viel Geld sparen, wenn du sinnlose Komponenten weglässt. Eine moderne WP kann problemlos direkt auf eine Fußbodenheizung arbeiten, sofern der Erbauer diese vernünftig ausgelegt hat. Hat er das nicht, kann ein Puffer das gut kaschieren :-)


    Übrigens... wenn du deine 6,4 KWh aus dem Tesla-Speicher mittels der WP mit COP=5 in Wärme umwandelst, sind das 32 KWh Wärme. Siehst du den Unterschied zu dem, was das Pufferspeicherchen speichern kann?


    Viele Grüße,


    Jan