tiefbrunnen pumpen

  • guten tag an Alle
    ich habe da ein etwas komplexes Problem :?
    ich stelle am besten erstmal mich und meine Idee vor.
    Ich bin nach Brasilien Ausgewandert und Arbeite hier bei einer Kleinen Firma im PV bereich. Bin Quereinsteiger :D und habe noch nicht die Ahnung um hier groß mit zu Diskutieren. Jetzt bin ich durch einen Pfarrer auf ein Problem aufmerksam geworden bei dem ich gerne helfen möchte. Es geht um die Bewässerung von Feldern.Ich möchte den Bauern so günstig wie möglich Wasser auf ihre Felder zu bekommen um so ihren ertrag und damit verbunden Gewinn zu steigen. Die meisten sind leider Analphabeten und brauchen daher eine quasi komplett Betreuung :D .Kurz gesagt vom Antrag für die Finanzierung, Geologen,Bohrloch,Auslegung der Pumpen und PV Modulen gegebenenfalls Wechselrichter,Montage material
    Jetzt Besteht meinerseits die Hoffnung hier bei Euch auf den ein oder Anderen zu treffen der Interesse hat an solche Projekten mitzumachen :shock:


    P.S.
    um von vornherein Spekulationen vorzubeugen!
    ich Mache das in meiner Freizeit und verdiene nicht daran!
    Sonnigen Gruss
    Markus

    Einfach Kann Jeder!

  • Hallo Markus, bevor hier gleich technische Problemchen diskutiert werden :
    bist du dir sicher (und hast auch die Kompetenz das zu überblicken) dass ein Tiefbrunnen
    tatsächlich die Situation der einheimischen Bevölkerung nachhaltig verbessert ?
    Ja, schnelle Gewinnmaximierung ist meist den "Studierten" zu verdanken!
    Leider haben die "Analphabeten" selten etwas davon. Das Thema Bewässerung ist sehr heikel!
    Hast du(oder der Pfaffe) wirklich genug Ahnung davon ?
    lg,
    Philip

  • nein Philip ! eben nicht wirklich
    die Brunnen sind auch nicht das Problem, die bohren die hier schon lange.
    das Problem ist das die Technik die sie verwenden um das Wasser zu fördern mittelalterlich ist.Es wird mit alten Dieselmotoren usw. gearbeitet,große mengen Wasser werden sehr aufwendig und teuer verschwendet.
    Gewinnmaximierung ist vielleicht etwas falsch ausgedrückt :? aber eine bessere ernte ermöglicht natürlich auch ein besseres leben !
    ich bin gerade dabei Informationen einzuholen wie viel Diesel pro Jahr von den verschiedenen Bauern verbraucht wird (groese und was angebaut wird und was an Wasser benötigt wird)
    wenn ich jetzt die Diesel und Reparatur kosten nehme und versuche für das Geld eine effiziente pumpe im Solar betrieb zu Finanzieren wäre das ein super ding! wobei ich die Umweltaspekte noch nicht mit bedacht habe.
    der Opa hat immer gesagt ! Einfach kann Jeder!
    deswegen habe ich ja auch hier gefragt ob jemand lust und Interesse hat mit zu wirken,und seine Erfahrung und wissen einbringen will
    Gruss
    Markus

    Einfach Kann Jeder!

  • Ich habe das schon mehrfach geschrieben, die Technik hat sich nur noch nicht verbreitet.
    Der Dieselgenerator + Pumpen kann alles gleich bleiben
    Es gibt Inverter , in ganz Amerika einschl. Südamerika erhältlich, welche sich mit Solarmodulen, Pumpen und Diesel verbinden lassen. In vielen Gebieten nach meiner Einschätzung die unschlagbare Zukunft.


    Mit 8 Standardmodullen lässt sich eine 1,6 kW Pumpe betreiben, die je nach Äquatornähe / Tagesverlauf bis zu 10 Stunden läuft. Diesel und Reparatur sind da Geschichte.

  • Sorry, aber um überhaupt zu wissen, um was es eigentlich geht:
    1. gibt es den/die Brunnen schon?
    2. wieviel Wasser wird gefödert / soll gefördert werden?
    3. was ist aktuell der Dieselpreis in Brasilien?
    4. Welchen energetischen Aufwand wird das Pumpen verursachen (Tiefe des Bohrlochs)?
    5. Können Panele verschattungsfrei (tagsüber) aufgestellt werden?
    6. Sind dreiphasige Motore für die Föderung erforderlich (erforderliche Leistung über 1 kW)
    7. Muss so eine Pumpe zentral aufgestellt sein oder kann es viele geben?
    Hier im Forum haben zwar ziemlich viele eine Kristallkugel, allerdings fühle ich mich besser, wenn ich nicht die Tarot-Karten befragen muss :wink:

    Unser Kopf ist rund, damit das Denken die Richtung wechseln kann (Francis Picabia)

  • warum Sorry ?
    es werden individuelle Lösungen gebaucht , einige haben schon Brunnen,einige haben nur einen Wasserspeicher,andere haben nur den regen. die Brunnen tiefe liegt im schnitt bei 60 m +- . der Diesel liegt bei 2,70 l +-. die Wassermengen gehen von 5000l-15000l h die Panelen können Verschattungs frei aufgestellt werden.( hatte auch schon an transportable Panelen gedacht auf einen Anhänger) dann könnte man mehrere installierte pumpen je nach bedarf anfahren.Im Grunde kann ich nur einige verschiedene varianten auslegen und als beispiele vorstellen.
    @ cruso
    nein damit habe ich mich noch nicht befasst! hört sich aber interessant an wenn die Motoren dafür in frage kommen.


    im Moment befasse ich mich mit dem Grundfos Auslegungs Programm wo man tiefen und Wassermengen eingeben kann.
    was haltet ihr von dem Programm?
    Gruss
    Markus

    Einfach Kann Jeder!

  • Hi, auch wenn ich nochmal am Thema vorbei nerve - wenn ich mir ein Klimadiagramm von eurer Gegend anschaue
    kann es ja eigentlich nur im "Herbst" Probleme mit Trockenheit geben.
    Oder aber es werden sehr wasserhungrige, nicht angepasste Kulturen angebaut?
    Problem fast jeder Bewässerung mit Brunnenwasser ist die zunehmende Versalzung der Böden. Gleichzeitig
    wird meist der Grundwasserspiegel rapide abgesenkt. Dadurch verändert sich auch die übrige Vegetation,
    der Boden kann immer schlechter die Niederschläge aufnehmen/speichern.
    Reiche Väter - arme Söhne!
    Vielleicht könnte an anderer Stelle mehr geholfen werden: z.B bessere landwirtschaftiliche Ausbildung,
    Weiterverarbeitung der heimischen Produkte vor Ort, Marketing usw.
    Nur so zum Nachdenken !
    lg,
    Philip

  • Ok, du brauchst also Tauchpumpen, die so grob zwischen 1 kW und 3 kW liegen (also etwa sowas: http://www.ebay.de/itm/750W-Br…ksid=p2141725.m3641.l6368), falls ich das mit 5 bis 15 m³ pro Stunde richtig verstanden habe.


    Die zu erwartenden Einstrahlungswerte kannst du hier bestimmen lassen: http://pvwatts.nrel.gov/
    Bei ´get startet´ einfach den nächsten größeren Ort und das Land eintragen.


    Das Problem bei Insel-PV ist, dass man nur so viel verbrauchen kann, wie aktuell geliefert wird. Wenn also ein Geier übers Panel fliegt, dann steht die Pumpe sofort und läuft gleich wieder an. Sowas ist nicht gut für die Mechanik. Daher wäre meine Empfehlung: Panele, Laderegler, eine Puffer-Batterie und Wechselrichter. Der Laderegler muss einer sein, bei dem die Abschaltspannung einstellbar ist oder man braucht einen einstellbaren Batteriewächter. Mit dem Steuerausgang schaltet man ein Relais, das den Wechselrichter ein- oder ausschaltet.


    Ablauf ist dann: Morgens ist die Batterie nicht voll genug, also wird zunächst die Batterie geladen. Wenn sie voll genug ist, dann wird der WR eingeschaltet und die Pumpe fängt an zu arbeiten. Wenn mal eine Wolke über den Himmel geht, dann wird das durch die Batterie ausgeglichen. Der Betrieb der Anlage ist also völlig automatisch. Als Batterie sollte was genommen werden, was lokal als Staplerbatterie zu bekommen ist, alles andere wird zu teuer (hierzulande heißen die PzS und du kannst hier viel darüber lernen: http://wiki.polz.info/doku.php). Wenn abends die Einstrahlung nachlässt, dann wird die Pumpe eine Weile durch die Batterie gespeist, bis die Spannung soweit absackt, dass der WR wieder ausgeschaltet wird.


    Und der Dieselpreis ist wirklich 2,30 Euro pro Liter?

    Unser Kopf ist rund, damit das Denken die Richtung wechseln kann (Francis Picabia)

  • Moin
    ja, die Angaben der Pumpenleistung ist immer so eine Sache.
    Meist sind die Hersteller da recht großzügig.


    Um es abschätzen zu können.
    15m³ bei 60 meter in einer Stunde.


    W = m x g x h
    m= Masse
    g = Erdbeschleunigung ( 9,81 m/ s²) nehm ich einfach mal 10 geht leichter rechnen
    h = ist die Höhe in meter


    15.000kg x 10m/s² x 60m = 9.000.000Nm
    1Nm/s = 1Watt
    pro Stunde 9.000.000W / 3600 = 2500Watt
    Angenommener Wirkungsgrad der Pumpe incl. Strömungsverluste --> max. 50%


    Dann sind wir bei 5kW für die Pumpe


    Zitat von Cruso

    Ich habe das schon mehrfach geschrieben, die Technik hat sich nur noch nicht verbreitet.
    Der Dieselgenerator + Pumpen kann alles gleich bleiben
    Es gibt Inverter , in ganz Amerika einschl. Südamerika erhältlich, welche sich mit Solarmodulen, Pumpen und Diesel verbinden lassen. In vielen Gebieten nach meiner Einschätzung die unschlagbare Zukunft.


    Mit 8 Standardmodullen lässt sich eine 1,6 kW Pumpe betreiben, die je nach Äquatornähe / Tagesverlauf bis zu 10 Stunden läuft. Diesel und Reparatur sind da Geschichte.


    Wenn ich Cruso recht verstanden habe, bleibt der Diesel ( Generator), wird jedoch durch die PV unterstützt - gefällt mir, sehr einfach.
    Der Diesel gibt die Netzfrequenz vor und kann die Leistung reduzieren wenn die PV zu speist, geht ohne Zutun.
    Damit brauch man nur einen 3~ WR und etwa 5kWp PV ( bei der 15m² 60m Pumpe )


    Gruß
    Manfred

  • Zitat

    @ cruso
    nein damit habe ich mich noch nicht befasst! hört sich aber interessant an wenn die Motoren dafür in frage kommen.


    Ich vermute mal, es handelt sich um 3 Phasen Drehstrommotoren( die gibt es auch einphasig).Bei den älteren Pumpen für Tiefbrunnen ist ja ein amerikanischer Hersteller führend bei dem auch andere hinzukaufen.


    Diese Pumpen können vom ABB ACS Inverter mit PV Option angesteuert werden.
    Der Inverter regelt die Pumpen je nach Leistung von den Soalrzellen herauf oder herunter. (hierzu finden sich jetzt von mir schon ein paar Forenbeiträge).
    Bei einem Höhenunterschied von 60 Meter kommen mehrstufige (Zentrifugal)Pumpen zum Einsatz. Das bedeutet, um die Förderhöhe zu erreichen müssen die eine bestimmte Mindestdrehzahl haben. Ansonsten kommt halt kein Wasser.
    Nun zum Inverter, der kann im reinen Solarbetrieb laufen, hat dann halt je nach Modulanzahl und Auslegung Schwankungen in der Förderleistung.
    Der Inverter kann mit einem Diesel gekoppelt werden, als erstes wird die Energie von den Solarmodulen genommen, reicht es nicht aus um die Sollwerte einzuhalten, wird die restliche Energie vom Netz bzw. Diesel bezogen.


    Zitat

    Wenn ich Cruso recht verstanden habe, bleibt der Diesel ( Generator), wird jedoch durch die PV unterstützt - gefällt mir, sehr einfach.
    Der Diesel gibt die Netzfrequenz vor und kann die Leistung reduzieren wenn die PV zu speist, geht ohne Zutun.
    Damit brauch man nur einen 3~ WR und etwa 5kWp PV ( bei der 15m² 60m Pumpe )


    Die Vorgabe macht die Einstellung des Inverters, Betrieb mit Festfrequenz bzw. vorgegebener Pumpenmotorleistung oder z.B. Regelung nach Sonneneinstrahlung mit vorgegeben Grenzwerten.
    Also betrieb nach Wahl, es kann Diesel eingespart werden oder bei entsprechender Modulauslegung reiner PV Betrieb.


    Zitat

    Wenn also ein Geier übers Panel fliegt, dann steht die Pumpe sofort und läuft gleich wieder an. Sowas ist nicht gut für die Mechanik.


    Nicht unbedingt, der Inverter regelt auf eine der PV Leistung entsprechende Drehzahl herunter. Natürlich kann es unter Umständen andere Probleme geben. Die 60 Meter (dynamische) Wassersäule sind ja noch da.


    https://www.youtube.com/watch?v=7eR3mlWO6AQ