DSL Anschluss wegen Batteriespeicher absetzbar?

  • Hallo,


    ich werde in Kürze eine PV-Anlage mit Batteriespeicher betreiben.
    Die PV-Module liefern bereits Strom, allerdings kann ich den Batteriespeicher noch nicht verwenden, da dieser anscheinend Internet braucht (eine zugeteilte IP-Adresse), damit er ans Netz gehen kann.
    Nun kam der Gedanke hoch, da DSL und die Funktion meiner PV-Anlage zusammenhängen, ob ich dann einen Teil der Kosten des DSL-Anschlusses absetzen kann?
    Bin auch Antworten gespannt.


    Viele Grüße
    Jochen

  • Für eine Überwachung der PV kann der DSL-Anschluss mit hoher Wahrscheinlichkeit zumindest teilweise zum Gewerbe angerechnet werden.
    Der Batteriespeicher typischerweise zur Erhöhung des Eigenverbrauch dient, und dieser eine private Entnahme aus dem Gewerbe darstellt, wird es schwierig dies gewerblich anzurechnen...


    Stefan

  • aber du brauchst doch den DSL Anschluß(Internet) um deine USt Voranmeldungen zu machen.
    Somit teilweise absetztbar

    8,84 Kwp - 34xWinaico WST 260 P6. Wechselrichter SE7K. Inbetriebnahme 18.05.2016
    Ausrichtung: 24xOst 10xWest DN23°
    eco7 mit 6 kWh
    WP Dimplex LA-12TU im Smart Grid mit Sonnenbatterie

  • Unwahrheiten werden ja nicht wahrer, indem man sie wiederholt.
    Und Simplifizierungen sind genau solange zu begrüssen, wie sie nicht zu falschen Schlüssen führen.


    Theorie und Praxis liegen hier aus unterschiedlichsten Gründen völlig auseinander.
    Man darf sich das wie eine Partie Schach vorstellen... mit ein paar Modifikationen:
    - die eigenen Figuren sind mit Gummibändern verbunden; man wird niemals nur eine Figur bewegen
    - es gibt Verbindungen zum Gegner; die man weder kennt und die wechseln
    - Der Gegner bewegt seine Figuren nach einem unbekannten Muster
    - Die eigenen Figuren bewegen sich teilweise selbständig
    - Teile der eigenen, aber die meisten Figuren des Gegners liegen verdeckt im Nebel.


    Gerade gestern war ich auf einem Seminar zu einem ähnlich hässlichen Thema. Wenn ich dort eines gelernt habe: Der Ansatz muss in diesen Fällen immer von der lauteren Lehre ausgehen. Das ist der einzig "beherrschbare" Ansatz. (Auch wenn er mit der Realität hinterher möglicherweise wenig zu tun hat).


    Wohl niemand wird einen zusätzlichen DSL-Anschluss beauftragen. (Falls doch: Sind wir raus aus der Nummer. 100% Betriebsausgabenabzug. Aus die Maus.)
    Im Regelfall wird es sich um einen gemischt genutzten Anschluss handeln.
    (Gemischt: Teil betrieblich; teil privat.) Zur Aufteilung sagen wir mal (noch) nichts... bzw. nur eines: Wenn wir hier wirklich zum Ergebnis kommen, dass die Aufwendungen teilweise abzugsfähig sind, werden wir garantiert ein Problem mit der (Un)wesentlichkeit des betrieblichen Anteils bekkommen.


    Früher war es einfach: Gemischt genutzte Aufwendungen unterliegen dem Abzugsverbot. Punkt aus.
    Das. sog. "Aufteilungsverbot" aus §12 EStG.
    Einfach ja - im Ergebnis aber irgendwie unbefriedigend. Zumindest aus Sicht des Steuerpfl.,
    Und objektiver vermutlich in vielen Fällen einfach nicht sachgerecht.


    Der BFH hat dieses Aufteilungsverbot in ein partielles Aufteilungsgebot gewandelt. Kraft eigener, nicht vorhandener Herrlichkeit.
    Sofern ein OBJEKTIVER Aufteilungsmaßstab besteht, SIND die Kosten aufzuteilen. Und teilweise abzugsfähig.
    Besteht ein solcher Aufteilungsmaßstab nicht, unterliegen sie weiterhin dem Abzugsverbot.


    Besteht ein objektiver Aufteilungsmaßstab?
    Nun... im Regelfall wird es wohl keine verlässlichen Aufzeichnungen über die Nutzungsdauer geben.
    Und wenn doch..... wer bitte hat denn noch einen rein volumenabhängigen Tarif. Das sind doch Relikte aus den 90ern.
    Völlig zu Recht würde man einwenden, dass die Kosten - betriebliche Nutzung hin oder her - keinen Cent differieren würden.
    (Wenn da jemand mit etwas anderem dienen kann... bitte. Der möge dann die Grenzkosten ansetzen. Ich hoffe, nach Aufrundung kommt ein ganzer Euro raus.


    Fazit: Nach lauterer Lehre landet man entweder bei Null; oder es lohnt nicht drum zu kämpfen.


    Und nun?
    Die Überlegungen waren nur scheinbar sinnlos. Weiß man, dass man fachlich einen schlechten Stand hat, muss man halt so reagieren, dass man eine fachliche Konfrontation meidet. (Und... und das ist der entscheidende Unterschied zu der einen oder anderen Pauschalaussage..... sich dieser Schwäche auch bewusst sein und in jeder Phase bleiben).


    Sofern das FA - wie bei gewerblichen Einkünften üblich / Ausnahmen bei PV jedoch auch üblich - nur eine Veranlagung unter Vorbehalt durchführt, und eine Detailprüfung (der vermutlich niemals stattfinden) steuerlichen Außenprüfung überlässt,
    dann werden keine Belege eingereicht - und der Scheiterhaufen des "sonstigen betrieblichen Aufwendungen" wurde geradezu geschaffen, hier 50,- Euro unterzubuttern.


    Sofern wir im Ausnahmefall liegen (was bei PV nicht völlig absurd ist), und das FA fordert Belege an, dann geht man halt mit 20,- Euro ins Rennen. Im Vertrauen darauf, dass es dem Sachbearbeiter nicht auffällt; und wenn doch - dass er dafür den Bleistift nicht spitzt.


    Tut er dies doch.... trocknet man ein Tränchen ab.... und versucht es im nächsten Jahr aufs Neue.


    Nach meiner eigenen Wahrnehmung (die halt subjektiv ist) schaut da niemand hin. Ich hätte kein Problem damit die kompletten Anschlusskosten (plus ggf. ein ganzes Notebook.. sofern unter 410,- Euro) in dieser Position verschwinden zu lassen.
    Garantie? Selbstverständlich nicht. Siehe oben beim Schachspiel. Da gibt es keine Sicherheit.

    16,92 kWp / 72 x Sharp NU-235 / Aurora Power One 12,5 + 3,0/ 0° Südabweichung / 8° Dachneigung

  • Aber nur wenn bei Zusammenveranlagung die "Zuwendungen" bei der Ehefrau nicht zu steuerpflichtigen Einkünften führen.
    (Duck and cover)

    16,92 kWp / 72 x Sharp NU-235 / Aurora Power One 12,5 + 3,0/ 0° Südabweichung / 8° Dachneigung