Neue Anlage mit oder ohne Speicher ???

  • Hallo Zusammen,
    wir möchten auf unseren Neubau eine PV Anlage setzen.


    Erst einmal kurz ein paar Infos zu uns: Wir leben mit 5 Personen zusammen in unserem Haus, wir betreiben eine Viessmann Luft Wasser Wärmepumpe mit 300 L Wasser Tank, die Anlage wird auf ca. 4500 kwh geschätzt und wir verbrauchen ca. 5000-6000 kwh. Wir haben 2 Stromzähler. Das Dach liegt SW aber mehr Süden als Westen und hat 42° und eine Größe von ca. 12,5 x 7,5


    Wir haben schon mehrere Angebote erhalten und wissen schon das wir eine 9,88kwp Anlage nehmen möchten. Trotzdem sind wir noch unentschlossen.
    Kauft man jetzt noch einen Speicher dazu oder nicht, der empfohlene Speicher wäre 6,5kwh. Schwierig, schwierig.


    Unsere favorisierten Module sind Polykristalline von Heckert und Geräte von SMA, ist das gut?


    Ich hoffe ich bekomme ein paar Tipps und Hilfe
    Danke


  • Hallo schildi0208,
    Die Komponenten sind prima. Wenn Du eine vollständige Analyse der Angebote möchtest stell die doch mal im Angebotsbereich ein.


    Speicher ist wie Alufelgen oder Eichenparkett und die Wirtschaftlichkeit ist ähnlich gut wie bei diesen. "Haben wollen" muss das Kaufargument sein, Geld verdienen oder sparen lässt sich mit einem Speicher nicht.


    Kleiner Tipp: wenn Dir der Solateur den Speicher schön gerechnet hat solltest Du vielleicht auch andere Aussagen hinterfragen.


    Gruß
    Jochen

    14,8 kWp Solar Fabrik / Fronius
    23 kWp Bosch / Danfoss
    55 kWp Frankfurt Solar / Danfoss
    30 kWp Yingli / SolarEdge
    15,8 kWp Bosch / SMA
    Geschäftsführer und alleiniger Gesellschafter der Helianthus Solar GmbH

  • Angebote im Angebotsbereich einstellen, dann melden sich die Profis schon. Die Komponenten hören sich nicht schlecht an, auch die Grösse ist gut.
    Speicher kann man machrn, wenn man Geld über hat, ist aber immer noch ein deutliches Verlustgeschäft und frisst die Rendite der PV locker auf.
    Ein Speicher mit 5 kW nutzbar liefert bei 250 Vollzyklen pro Jahr 1250 kWh. Dies spart rund 312 Eur Stromkauf, du verlierst aber 1500 kWh x 0,12 Cent = 180 Eur Einspeisevergütung. Von den 132 Eur pro Jahr musst du den Speicher abzahlen... :?

  • :danke: , endlich weiß ich wie ihr rechnet damit ihr wisst, das sich der Speicher nicht lohnt. Stehe ja gerade mit meinen eingeholten Angeboten für eine neue PV-Anlage vor dem gleichen Problem.


    Ähm, du hast 1250kWh gespeichert, verlierst aber 1500kWh ... Die Differenz ist der Strom für den Speicher oder? Also "Bereitschaftsverluste"?

  • Ja, Speicherverluste, die man mit rund 20% annimmt. Du musst deutlich mehr einlagern, wie wieder rauskommt. Ist alles nur grob überschlagen, aber selbst wenn du mit 0% Verlust und 300 oder mehr Vollzyklen rechnest, wird das Ergebnis nicht wesentlich besser.
    Gibt sicher noch genauere Wirtschaftlichkeitsberechnungen mit Steuer usw., aber mit der einfachen Rechnung sieht man sehr schnell und einfach das Grundproblem, unabhängig von irgendwelchen Eigenverbrauchsquoten.
    In den Angeboten wird halt immer die reine PV mit dem Speicher vermischt, dann verringern die Gewinne der PV die Verluste des Speichers. Dann noch ein wenig mit Preissteigerungen jongliert und schon ist das Ergebnis so, wie man es will.

  • Man kann auch anders rechnen:


    Der Speicher hält 10 Jahre (2500 Vollzyklen). Damit kann er 12500 kWh liefern. Der Speicher kostet 5000 Eur, somit kommt 1 kWh auf 40 Cent + 10 Cent Erzeugung aus der PV macht 50 Cent/kWh. Genau so schlecht, nur anders :wink:

  • Hallo und guten Morgen,


    Für die PV-Anlage mit Heckert Modulen, bei einer "normalen" Verbauungsweise zusammen mit einer Eigenversorgungsanlage (kein klassicher Parallelspeicher, sondern 3x5 kVA Leistung mit 15 kWh Lithiumspeicher) musst ca. 30.000 Euro kalkulieren.


    In den nächsten 10 Jahren verbrauchst du ca. 100.000 kWh und bei einen Preis von durchschnittlich 30 ct pro kWh wären das 30.000 Euro, was an Energiekosten auf Dich zukommt.


    Von diesen 30.000 Euro kannst ca. 24.000 Euro durch die Eigenverbrauchsanlage sparen, so dass eine Differenz von ca. 6.000 Euro aus eigener Tasche zu zahlen wären. Das wären dann 50 Euro im Monat.


    Stell Dir die Frage, ob dieser Schritt in eine unabhängige Stromversorgung dir ca. 50 Euro im Monat wert wären.


    ... und nein die Speicherverluste betragen keine 20% sondern lediglich 3-5%
    ... und nein der Speicher hält keine paar Jahre sondern ca. 20-25 Jahre
    ... und nein hier muss man nix schön rechnen, denn du solltest deine Stromkosten reduzieren und nicht Geld verdienen mit PV-Einspeisung, denn das ist ein ganz dünner Ast und du hängst am Tropf des EEG-Gesetzes.


    Dann hast du auch die gefühlte Unabhängigkeit, denn du bist dann nicht nur weitgehend stromautark, sondern auch unabhängig bei Stromausfällen, im Sommer über Monate hinweg wenn es sein muss :D


    ... du musst kein lästiges Gewerbe anmelden für Deine PV und nix erklären, nix Kontrolle, nix extra Zähler, nix extra Verwaltung, nix extra Steuer auf den Eigenverbrauch.


    Mein Tipp... "Verbrauche Deine eigenerzeugte Energie selbst da, wo diese erzeugt wird, das spart Ärger und Kosten!"


    Sonnige Grüße :danke:

    Die neue Energiefreiheit kommt an!

  • Zitat

    Das Deutsche Cleantech Institut (DCTI) hat im Rahmen seiner Publikation „GreenGuide Solar.Strom.Speicher 2015“ einen Überblick über die gegenwärtigen und zukünftigen Lebensspannen von Lithium-Ionen- und Blei-Akkumulatoren erstellt:


    Lebensdauer Blei-Akkumulatoren
    Heute: 5 bis 15 Jahre bei 500 bis 2.000 Zyklen


    Lebensdauer Lithium-Ionen-Akkumulatoren
    Heute: 5 bis 20 Jahre bei 1.000 bis 5.000 Zyklen


    Quelle: http://www.strom-speicher.org/…dauer-von-stromspeichern/


    Ob man die Verluste mit 20% oder 5% annimmt, macht das Kraut auch nicht mehr fett.

  • Hi,


    Zitat von Touaregstef20

    Ähm, du hast 1250kWh gespeichert, verlierst aber 1500kWh ... Die Differenz ist der Strom für den Speicher oder? Also "Bereitschaftsverluste"?


    ein Speichersystem verliert erstmal was beim Einspeichern am Laderegler oder Wechselrichter sowie im Speichermedium selbst.
    Die Verluste werden i.d.R. als Wärme frei.
    Beim Ausspeichern das gleiche nochmal, ein Systemwirkungsgrad zwischen 70 und 90% gilt als normal.
    Die Bereitschaftsverluste, also die Selbstentladung kommt noch zusätzlich obendrauf.

  • Zitat von VIC: "....
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    ... du musst kein lästiges Gewerbe anmelden für Deine PV und nix erklären, nix Kontrolle, nix extra Zähler, nix extra Verwaltung, nix extra Steuer auf den Eigenverbrauch.


    Mein Tipp... "Verbrauche Deine eigenerzeugte Energie selbst da, wo diese erzeugt wird, das spart Ärger und Kosten!"


    Sonnige Grüße :danke "
    -----------------------------------------------------------


    Speicher Ja oder Nein scheint eine Glaubensfrage zu sein. :?


    1) Man kann natürlich seine Stromkosten mit einem Speicher reduzieren wenn man nicht berücksichtigt wie hoch die Investition für einen Speicher sind. 8)


    2) Gewerbe muss man nicht anmelden nur beim FA muss man sich anmelden. :wink:
    Der Papierkrieg ist minimal, selbst wenn man sich einen Steuerberater leistet ist das immer noch günstiger als ein Speicher.


    3) Kontrolle braucht ein Speicher vermutlich mehr als ein WR? :cry:


    4) Ich sehe auch nicht wo ein Speicher Ärger oder Kosten sparen soll. :twisted:

    Grüße
    Didi


    2015: 1052 kWh/kWp; 2016: 1036 kWh/kWp; 2017: 1102 kWh/kWp; 2018: 1162 kWh/kWp; 2019: 1137 kWh/kWp; 2020: 1106 kWh/kWp

    "Handle so, wie du auch von anderen behandelt werden willst" (frei nach Kant)

    Steuern und Finanzamt (Dank an pflanze :))