PV Anlage für einen Neubau

  • Hallo Leute,


    ich habe dieses Forum gerade entdeckt und dachte mir ich schreib euch mal mein Anliegen.


    Ich plane im April 2017 einen Neubau mit den Maßen 10,49 x 7,79 also ca. 80m² Dachfläche.


    Bei einer Neigung von 22°.


    Die rechte Dachseite hätte hier die Ausrichtung nach Osten, und die linke nach Westen.


    Verschattungen habe ich hierbei keine.


    Meine Frage bezieht sich eigentlich darauf, ob man hier das komplette Dach nutzen kann oder nur die hälfte besser wäre.


    Ich hoffe ihr könnt mir hier einige Tipps geben, wie ich hier das beste rausholen kann, es ginge mir natürlich vorwiegend um die Eigennutzung.


    MFG


    Ashley

  • Hallo Ashley,
    wenn Du 2 unterschiedlich ausgerichtete Dachhälfte nutzen mußt, solltest Du diese mindestens in je einen String aufteilen, mit jeweils separaten Laderegler oder WR bei einer Einspeiseanlage. Sonst beeinflussen sich die unterschiedlich "belichteten" Anlagenteile negativ. Es kommt zu Leistungseinbußen.

    Zitat von Ashley

    Ich plane im April 2017 einen Neubau mit den Maßen 10,49 x 7,79 also ca. 80m² Dachfläche.

    Zitat von Ashley

    es ginge mir natürlich vorwiegend um die Eigennutzung.


    Da muß ich nicht rechnen, sondern nur "vergleichen": Ich habe ca. 12m2 Pv-Module auf dem Dach (1,6kWp), damit bin ich im Jahr ca. 7 Monate zu 95% autark (Energieverbrauch aber nur 1100kWh/a!). Bitte entsprechend Deines Verbrauchs umrechnen. Also für reinen Eigenverbrauch reicht auch "etwas weniger", denke ich.
    Ohne Batterie wird das Ganze (Eigenverbrauch) nicht funktionieren. Denke an die Kosten und wer keine Ahnung von Batterien hat, kann sie sich schnell "in die Asche fahren". Dann hast Du einen Insel-WR, wenn er einspeisefähig ist (oder auch nicht!) ist die Anlage nach AR4105 zu bauen. Wegen der Umschaltung Netz-Insel und umgekehrt und der Verhinderung von Einspeisung in ein abgeschaltetes Netz! Kostet ca. 1500....2000€, für die Netzüberwachung und die Schützen sowie der Blechkasten, wo alles seinen Platz hat. Es gibt aber mittlerweile auch WR, welche die AR 4105 "von Hause aus" schon erfüllen, hab ich aber nicht und kann dazu nix sagen.
    Wenn ich Dir einen guten Rat geben darf, dann den: Lasse Dir eine Einspeiseanlage installieren! Mit 80qm kannst Du in der "guten Zeit" soviel EE ins Netz speisen, dass Du im Winter davon "leben" kannst, auch wenn die Stromvergütung unter aller Sau ist! Den Zirkus mit dem Finanzamt hast Du in jedem Fall.....


    Noch was, jede Inselanlage "verschenkt" pro Jahr ca. 50% ihrer Leistung, weil die Batterie voll ist und der/die Laderegler "Abregeln"! Kann im speziellen Fall anders sein, könnten auch 80 oder nur 30% sein.....
    Mir ist kein Laderegler bekannt, der für eine 12/24 oder 48V Inselanlage mehr wie 150V PV-Spannung verträgt. Für Einspeiseanlagen geht das bis, ...weis ich nicht genau...>650V DC. Hat was mit Kabelquerschnitten zu tun, Cu ist teuer geworden.


    Gruß Claus!

  • Was sind denn das für schräge Maße?


    Hat dein Haus keinen Dachüberstand?


    Vergiss die Antwort von Stromdachs, der hat deine Anforderungen nicht gelesen.


    Mach so viel wie geht auf das Dach mit einem WR der zwei Eingänge hat, die Größe ergibt sich aus der Anzahl der Module die aufs Dach passen und welche Leistung die Module haben.


    Django

  • Hi,



    ein sehr schönes Dach hast Du da. Ich würde beide Seiten komplett vollmachen, da passt richtig was drauf!


    10 Module (60-zellig, 99 x 166 cm 260 - 320 Watt) nebeneinander und 4 Module übereinander sind pro Dachseite 2 Strings zu je 20 Modulen, das ist nahezu perfekt!
    Wenn Du noch eine Reihe Module quer draufmachst, passen sogar 46 Module auf jede Dachseite, das ergibt die maximal mögliche Stringlänge von 22 - 23 Modulen pro String (abhängig von der Modulspannung).


    Passt so natürlich nur, wenn keine Aufbauten (Dachfenster, Schornstein, Abluft, SAT-Schüssel, Gaube usw. die Dachflächen unterbrechen.


    Maximal wären so 4 Strings à 23 Modulen zu 295 Watt (oder 22 Module zu 310 Watt) möglich, das sind etwa 6,8 kwp pro String und damit insgesamt 27,2 kwp.


    Dazu der SMA Sunny Tripower 25000TL-30 mit dynamischer 70%-Lösung und Du hast eine perfekte Anlage.
    http://www.photovoltaikforum.c…0TL-30-DDE1602-V23web.pdf



  • Die Maße ergeben sich einfach aus der Grundfläche des Hauses, natrülich habe ich einen Dachüberstand :).


    Abzüglich noch Ausstiegsluke und Schornstein (wobei da noch nicht sicher ist ob ich einen Einbauen lasse)


    Aber es war auch nur eine grobe Rechnung.


    Also ich werde als Heizung eine Luft-Wasser Wärmepumpe benutzen, und wollte daher, eben sogut wie es geht Strom vom Dach holen.


    Ich möchte mich nur vorab darüber Informieren was Sinnvoll ist, und was nicht. Damit ich später nicht über den Tisch gezogen werde.


    Was meinen Stromverbrauch angeht, da kann ich leider nichts zu sagen, da ich diesen erst ermitteln kann wenn das Haus steht.


    Wo kann man sich den Kostentechnisch einpendeln bei solchen Anlagen?

  • Bei Einspeiseanlagen kannst du von weniger als 1.300 Euro pro kWp ausgehen. Da nicht extra ein Gerüst aufgebaut werden muss, eher deutlich weniger.


    Dann geh´ mal auf diese Seite und lasse dir ausrechen, mit welchen Erträgen du rechnen kannst: http://re.jrc.ec.europa.eu/pvgis/apps4/pvest.php Da siehst du dann auch, dass im Winter nur etwa 15-20% der Erträge möglich sind, die der Sommer bringt. Folglich ist es keine besonders gute Idee, mit PV die WP betreiben zu wollen.


    Man findet jede Menge Verkäufer, die einem eine Batterie schön rechnen können. Batterie kann sich lohnen, aber nur wenn man die PV zum Hobby erklärt und seine Zeit nicht vergütet haben will. Info hierüber findest du im Imsel-Bereich.


    Finanztechnisch am günstigsten ist eine PV die so ausgelegt ist, dass sie den Eigenverbrauch tagsüber abdeckt. Bei einer Auslegung, dass man tagsüber auch in den Übergangszeiten eine Selbstversorgung hat, dann hat man im Hochsommer einen Überschuss, aus dem man Warmwasser machen könnte oder eine Poolpumpe betreiben. Für so eine Auslegung mal hier im Forum nach Hybrid-Wechselrichter suchen.


    Wenn man überschlägig ansetzt, dass es Kosten in Höhe von etwa 10 Cent verursacht, eine kWh mit der PV zu produzieren, dann verdient man bei der Einspeisung 12 Cent - 10 Cent = 2 Cent pro kWh. Nach Steuern sind das 1,5 Cent Reinverdienst. Wenn man einspeist, dann ist man ein selbstständiger Unternehmer und für den Eigenverbrauch wird zumindest die Mehrwertsteuer fällig. Wenn man nicht einspeist, dann hat man die volle Differenz vom Bezugspreis (etwa 28 Cent) zum Erzeugungspreis (rund 10 Cent) als Einsparung und auf die sind keine Steuern fällig!


    Wenn du unschlüssig bist, was es denn werden soll, dann mache die Planung so, dass der spätere Bau einer PV kaum Zusatzkosten erzeugt. Falls mal eine Batterie kommen sollte, dann sollte der Aufstellungsort ebenerdig erreichbar sein (möglichst mit Hubwagen). Alle Kabelschächte sollten gleich gebaut werden und die Elektrik sollte so sein, dass sich die PV einfach anklemmen lässt.

    Unser Kopf ist rund, damit das Denken die Richtung wechseln kann (Francis Picabia)

  • Hi,


    Zitat von Ashley

    Also ich werde als Heizung eine Luft-Wasser Wärmepumpe benutzen, und wollte daher, eben sogut wie es geht Strom vom Dach holen.


    Ich möchte mich nur vorab darüber Informieren was Sinnvoll ist, und was nicht. Damit ich später nicht über den Tisch gezogen werde.


    wie jdhenning schon geschrieben hat, die geplante Luft-Wasser WP wirst Du nur von März bis Oktober mit PV-Strom betreiben können, in der Haupt-Heizzeit von November bis Februar kommt zu wenig Leistung vom Dach.
    Ich halte es grundsätzlich für keine gute Idee, als Hauptheizung im Winter eine Luftpumpe zu nutzen, denn gerade bei Kälte ist der Wirkungsgrad alles andere als berauschend.
    Oder baust Du ein KfW 40 Haus oder gar ein Passivhaus?


    Wenn Du Dir nur eine kleine LW-WP für die Monate März bis Oktober einbaust und als Hauptheizung für den Winter eine stromerzeugende Heizung, dann kannst Du mit einem zusätzlichen Batteriespeicher irgendwann mal völlig stromautark werden.


    Eine große PV-Anlage ist aber in jedem Fall empfehlenswert, insbesondere bei dem schönen Dach, was Du da hast.

  • jdhenning
    Du schreibst 1300€ pro kWp, bzw weniger weil kein Gerüst. Den Punkt verstehe ich nicht. Der TS hat nirgendwo ein Gerüst erwähnt. Und auch bei einem Neubau muss er aufs Dach um die Anlage zu montieren. Wie kommst du zu der Annahme das er keins braucht?


    Gesendet von meinem ONEPLUS A3003 mit Tapatalk

  • Zitat von reeneex

    jdhenning
    Du schreibst 1300€ pro kWp, bzw weniger weil kein Gerüst. Den Punkt verstehe ich nicht. Der TS hat nirgendwo ein Gerüst erwähnt. Und auch bei einem Neubau muss er aufs Dach um die Anlage zu montieren. Wie kommst du zu der Annahme das er keins braucht?


    Weil an einem Neubau für gewöhnlich schon ein Gerüst steht :!:


    Folglich fallen die Kosten für das Gerüst beim Hausbau nur einmal an, bei den Kosten für die PV-Anlage kann man sie also weglassen. Bedingt natürlich eine entsprechende Planung und Abstimmung der verschiedenen am Bau beteiligten Gewerke.

    mit freundlichem Gruß
    smoker59