Leistungsverlust durch Verunreinigung

  • Hallo Zusammen


    In meiner Arbeit befasse ich mich mit dem Thema der PV-Reinigung und versuche erschwert zu Messdaten zu kommen. Das heisst, ich suche Messungen die wiederlegen, wieviel Leistungsverlust eine PV-Modul vorweist durch die natürliche Verschmutzung in Abhängigkeit der jeweiligen geographischen Lage. Direkte Anfragen bei Betreibern und Händler führt da irgendwie zu nichts, daher frag ich euch jetzt mal. Habt ihr solche Messdaten oder wisst ihr wer solche hat? Und wie ich zu diesen gelangen könnte?


    Ich danke euch für eure Hilfe

  • Hi,


    frag` mal bei den Herstellern von PV-Reinigungssystemenan, die haben solche Untersuchungen z.T. gemacht.
    Oft gehört es zum Inhalt von Ausschreibungen für den Betrieb großer PV-Freiflächen, dass die Reinigung mit angeboten werden muss. Daher gehe ich davon aus, dass auch große Betreiber solche Daten haben.


    Ob Du Einblick in diese Daten bekommst, ist eine andere Frage.
    Vielleicht geht was, wenn Du eine Kooperation anbietest.

  • Ja irgendwie hat das alles nichts gebracht. Einerseits wollen Sie die Angaben nicht herausrücken oder sie verlangen eine grosse Stange Geld dafür.

  • Hallo,


    Z.B. diese Institute oder Vereinigungen haben in der Vergangenheit Studien zum Thema Verschmutzung durchgeführt:


    http://www.ise.fraunhofer.de
    http://www.supsi.ch/isaac/
    aber auch andere


    Fragen könntest Du auch hier
    http://www.dgs.de



    Selbst recherchieren für eine eigene „Meta-Studie“ kannst Du z.B. auch hier:


    http://www.photovoltaic-conference.com
    bzw.
    http://www.eupvsec-proceedings…x=11&search.y=15&offset=0
    Hier findest Du hunderte von interessanten Fachbeiträgen der vergangenen Jahre. Die meisten sind auch nach einer gewissen Wartezeit nach der Veröffentlichung frei zugänglich. Bei geduldiger und sorgfältiger Suche wirst Du auch zum Thema Verschmutzung verschiedene Untersuchungen finden.
    Auch auf Konferenzen bzw. Veröffentlichungen von http://www.ises.org bzw. http://proceedings.ises.org/ könnte man fündig werden.



    Oder noch besser: Du führst selbst in der Praxis einige reale Ertragsvergleiche durch, an hierfür gut geeigneten Anlagen. Verschmutzte Anlagen gibt es viele. Bestimmt auch in Deiner Gegend.


    Gut geeignet für vergleichende Untersuchungen sind z.B. Anlagen mit mehreren Strings mit gleichartiger Stringanordnung, mit gleichartigen Wechselrichtern, gleichartigen Verschattungs- und Verschmutzungsverhältnissen, aussagekräftigen und zuverlässigen Leistungs- und/oder Ertragsaufzeichnungen mit historischen Vergleichswerten.


    Wenn man Zugang zu derartigen geeigneten (meist größeren) Anlagen hat (z.B. Freiland, Gewerbe-Flachdach), kann man einen Teil der Anlage reinigen, einen anderen Teil nicht reinigen. Anschließend die Datenaufzeichnungen fortführen und Vergleichsdaten zu Leistung und Ertrag statistisch sauber auswerten. Mit etwas Fleiß, Sorgfalt, Knowhow und bei geschickt geplanter Versuchsdurchsführung lassen sich diverse Messungenauigkeiten, bzw. Modul-und Wechselrichtertoleranzen und andere möglichen Fehlerquellen recht gut eingrenzen bzw. herausfiltern, so dass man mit überschaubarem Aufwand recht belastbare Ergebnisse erhalten kann. Ältere nicht gereinigte Freiflächen- und Flachdachgewerbeanlagen mit vielen identischen Strings und Wechselrichtern und Datenaufzeichnungen eignen sich oft für entsprechende Vergleichsversuche.


    Nach meinen Erfahrungen und Recherchen lauten die Ergebnisse über ein Jahr gesehen oft:


    Ertragseinbußen durch Verschmutzung ca. mind. 3%, in Ausnahmefällen auch über 10%.
    (Bei einem Extremfall einer Flachdachanlage sind mir Ertragseinbußen von deutlich über 30% bekannt, verursacht durch Moos-, und Flechtenbewuchs und Verschattung durch Gräser und Grünpflanzen.)


    Ertragseinbußen durch liegenbleibenden Schnee auf Anlagen: stark abhängig von Region und Modulneigung, z.B. ca. 2%


    Ertragseinbuße durch schlechte Hinterlüftung: ca. 2,5% - 3%
    (hohe Modulrahmen sorgen unmittelbar direkt hinter dem Modulglas für eine behinderte und schlechte Luftzirkulation bzw. relativ stabile quasi „stehende“ Warmluft-Schichten).


    Verluste durch Verschmutzung, schlechte Hinterlüftung und nicht abrutschenden Schnee summieren sich insgesamt auf durchaus bedeutende Prozentbeträge. In der Praxis mindestens ebenso oder sogar mehr bedeutsam als so mancher Unterschied bei Modul- und Wechselrichterwirkungsgraden. Es kann sich also lohnen bei der Planung, Ausführung und im Betrieb besonders auch auf gute Selbstreinigungs- und Hinterlüftungs-Eigenschaften zu achten.


    Gruß

  • Hes y super .vielen Dank. ich habe so einige Berichte gefunden die ich nun alle durchkämmen muss ;-) Mal schauen ob da was brauchbares darunter ist.


    Danke nochmals