Jetzt PV machen oder lassen?

  • Hallo,


    beschäftigen uns gerade mit der Photovoltaik und überlegen nun, unserem Stromverbrauch noch etwas Gutes zu tun :) Da wir einen relativ überschaubaren Stromverbrauch haben (so ca. 2500KW/h) kommt für uns nur eine kleine Anlage in Frage. Ich denke, so an die 3 KWp - 3,5 KWp, mit dem Ziel, möglichst den Eigenverbrauch hochzufahren, ggf. in Kombi mit einem Speicher, den wir später noch nachrüsten.


    Zunächst aber erstmal der Gedanke, rein die PV Anlage zu betreiben. Wir würden Ost-West Ausrichtung machen, um möglichst lange die Sonne nutzen zu können. Dazu wurde uns geraten, da wir noch eine Solarthermie auf dem Dach haben, mit Blickrichtung Süden und wir so den ganzen Tag über Leistung erzielen. Ich sitze viel im Home Office, kann also den Strom tagsüber auch sehr gut nutzen. Verschattung gibt es quasi keine, da Flachdach. Wir planen so mit 30% Eigenverbrauch - ist das realistisch? Den Rest würden wir notgedrungen einspeisen.


    Die Anlage wollen wir nicht finanzieren, sondern aus eigenen Mitteln zahlen, da die Amortisation sonst quasi ins Leere läuft.


    Frage: wie hoch ist der steuerliche Aufwand (Stichwort Umsatzsteuervoranmeldung und Jahresabschluss)?
    Das Thema schreckt mich am Meisten ab. Steht der Nutzen der Anlage dazu in vernünftigem positivem Verhältnis, oder frisst der Papierkram mehr Zeit als gedacht? Habt ihr es bereut? Wie läuft Eure Anlage so? Nicht Einspeisung (Insel-Anlage) soll ja auch gehen, das wäre denke ich auch zu überlegen. Seid ihr generell zufrieden, auch mit den Erträgen und der Einspeisung? Oder habt ihr mehr Aufwand als gedacht für Wartung, Abrechnung, usw. Wie groß ist Eure Anlage? Und reichen 3-3,5KWp um später auch mal noch ein Elektroauto dranzuhängen? Gibt es eine Faustformel für die Dimensionierung der Anlage, um herauszufinden, wie groß sie sein soll? Fragen über Fragen... :) - Und wichtigste Frage: ich habe irgendwo gelesen, dass Anlagen bis 30m² von der Versteuerungsthematik außen vor sind, da bei dieser Größe nicht davon ausgegangen wird, Gewinn zu machen. Kann das jmd. bestätigen? Am liebsten wäre mir eine Anlage ohne zusätzlichen regelmäßigen Steuerkram!


    Mir ist klar, dass bzgl. Leistung mehr immer geht, aber wir wollen für unsere Bedürfnisse eine optimale Anlage. Nicht die maximalmögliche Rendite durch Einspeisung steht im Vordergrund, sondern den Eigenverbrauch so weit es geht zu reduzieren, gekoppelt an einen überschaubaren Invest. Heute haben wir in der Mietwohnung einen Bedarf von 1300KW/h, also eher wenig. Hochgerechnet im Haus gehe ich dann künftig von 2000 - max. 2500 KW/h aus. Weitere 10 Jahre in die Zukunft gedacht vielleicht 3000-3500 max. (Haushaltsstrom), zzgl. E-Auto


    Bin sehr gespannt auf Eure Erfahrung.

  • Achtung Eigenwerbung :D



    Habe eine 3,15 kWp Anlage aus dem zweiten Halbjahr 2010 also mit 34,05 cent Vergütung und 18 bzw ab 30% Eigenverbrauch, die ich ab März verkaufe.


    So etwas wäre natürlich ein schneller weg seine Pv abzuzahlen.

  • Hi,


    Zitat von geekfreak

    Da wir einen relativ überschaubaren Stromverbrauch haben (so ca. 2500KW/h) kommt für uns nur eine kleine Anlage in Frage. Ich denke, so an die 3 KWp - 3,5 KWp, mit dem Ziel, möglichst den Eigenverbrauch hochzufahren, ggf. in Kombi mit einem Speicher, den wir später noch nachrüsten.


    Mir ist klar, dass bzgl. Leistung mehr immer geht, aber wir wollen für unsere Bedürfnisse eine optimale Anlage. Nicht die maximalmögliche Rendite durch Einspeisung steht im Vordergrund, sondern den Eigenverbrauch so weit es geht zu reduzieren, gekoppelt an einen überschaubaren Invest.


    ich glaube, Du gehst da - wie viele Neue, die hier in`s Forum kommen - von völlig falschen Voraussetzungen aus.


    Wenn Du "den Eigenverbrauch so weit es geht zu reduzieren, gekoppelt an einen überschaubaren Invest" haben willst, musst Du die Anlage so groß bauen wie`s geht.
    Denn auch Dein Invest wird plötzlich überschaubar, wenn sich die Anlage ohne Dein weiteres Zutun wie von selbst bezahlt.


    Den EV reduziert man am Besten mit massiver Überdimensionierung der PV, weil in der dunklen Jahreszeit (also in 6 von 12 Monaten) recht wenig vom Dach kommt. Der Invest ist zwas überschaubar, wenn Du klein baust, aber gleichzeitig auch schlecht, da Du nur sehr wenig kwp für Dein Geld bekommst.
    Das Preis-/Leistungsverhältnis wird eigentlich erst akzeptabel, wenn die Anlagengröße in Richtung 10 kwp geht.
    Dann bekommst Du das kwp für um die EUR 1.300,-, je nach den baulichen Gegebenheiten bei Dir.


    Und mit den Überschüssen, die Du einspeist und vergütet bekommst reduzierst Du Deinen Strompreis und erledigst die Kapitalrückführung erheblich schneller als bei einer kleinen Schrumpelanlage.


    Zitat von geekfreak

    Wir würden Ost-West Ausrichtung machen, um möglichst lange die Sonne nutzen zu können.


    Das nächste falsche Pferd, auf dem Du sitzt.
    Ost-West baut man nur aus einem Grund: Um mehr kwp auf`s Dach zu bekommen.
    Wer morgens und abends bevorzugt Strom verbrauchen will, muss eine reine Südlage bauen.
    Warum? Weil bei Ost-/West eine Hälfte komplett "weg" ist, egal ob am Morgen oder am Abend.
    Das überkompensiert den Gewinn, den man von der anderen, "guten" Dachseite zeitgleich hat, leider zum Negativen.


    Zitat von geekfreak

    Dazu wurde uns geraten, da wir noch eine Solarthermie auf dem Dach haben, mit Blickrichtung Süden und wir so den ganzen Tag über Leistung erzielen.


    Du hast offenbar schlechte Ratgeber.


    Bau` die ST irgendwo anders hin und nimm die Südseite für PV, besser ist das.
    Oder hast Du eine sinnvolle Verwendung für die massiven Überschüsse Deiner ST im Sommer?


    Zitat von geekfreak

    Ich sitze viel im Home Office, kann also den Strom tagsüber auch sehr gut nutzen. Verschattung gibt es quasi keine, da Flachdach.


    Dann ist die Montage auf der Südseite quasi Pflicht. Noch besser: Alle drei Seiten belegen.


    Zitat von geekfreak

    Wir planen so mit 30% Eigenverbrauch - ist das realistisch?


    Kann sein. Aber einen möglichst hohen Eigenverbrauch anzustreben macht keinen Sinn.
    Eine möglichst hohe Eigendeckung anzustreben schon eher.


    Zitat von geekfreak

    Den Rest würden wir notgedrungen einspeisen.


    Nein, nicht "notgedrungen".
    In Deutschland hast Du das herausragende Privileg, auch heute noch relativ problemlos einspeisen zu dürfen und dabei auch noch eine Vergütung zu bekommen, die locker ausreicht, eine PV-Anlage ohne jeden Eigenverbrauch sehr wirtschaftlich aussehen zu lassen.


    Weil das so ist, macht`s auch heute noch Sinn, eine PV co groß wie möglich zu bauen, denn Du bekommst Sie sozusagen nach 12 Jahren durch`s EEG "geschenkt", die Kohle für weitere 8 Jahre "on Top" und als Sahnehäubchen noch den billigen eigenverbrauchten PV-Strom dazu. Das gibt`s sonst nirgends.


    Zitat von geekfreak

    Die Anlage wollen wir nicht finanzieren, sondern aus eigenen Mitteln zahlen, da die Amortisation sonst quasi ins Leere läuft.


    Was meinst Du mit "die Amortisation sonst quasi ins Leere läuft"?
    Wie auch immer, wenn Du ausschliesslich selbst finanzieren willst, welche Summe willst Du denn etwa investieren?
    Ist zwar schade, wenn Du so Deine tollen Möglichkeiten auf einem offenbar großen Dach unnötig beschneidest, aber das ist natürlich allein Deine Entscheidung.


    Zitat von geekfreak

    Frage: wie hoch ist der steuerliche Aufwand (Stichwort Umsatzsteuervoranmeldung und Jahresabschluss)?
    Das Thema schreckt mich am Meisten ab. Steht der Nutzen der Anlage dazu in vernünftigem positivem Verhältnis, oder frisst der Papierkram mehr Zeit als gedacht?


    Am Anfang mag das zwar erscheinen wie ein unüberwindlicher Berg, aber nach dem 2. Mal hast Du jede Angst davor verloren.
    Hier im Forum gibt`s viele Steuerexperten, die zum Thema PV schon alles gesagt haben, was es zu sagen gibt.
    Im Downloadbereich sind jede Menge Formulare dazu, in unzähligen Threads gibt`s eine Menge Hilfestellung.


    Zitat von geekfreak

    Habt ihr es bereut? Wie läuft Eure Anlage so?


    Folge dem Link unten im Fuß meiner Postings, da erzähle ich meine Geschichte.
    Ich hab`s nie bereut und ich baue gerade meine 4. Anlage.
    Leider die letzte, weil ich jetzt endgültig keine Dachflächen mehr habe. :cry:


    Zitat von geekfreak

    Nicht Einspeisung (Insel-Anlage) soll ja auch gehen, das wäre denke ich auch zu überlegen.


    Klar geht das. Kostet halt mehr . . .


    Zitat von geekfreak

    Und reichen 3-3,5KWp um später auch mal noch ein Elektroauto dranzuhängen?


    :mrgreen: Ja, wenn`s von Matchbox ist . . .
    Bei so `ner Anlage solltest Du besser über ein E-Bike nachdenken.


    Zitat von geekfreak

    Und wichtigste Frage: ich habe irgendwo gelesen, dass Anlagen bis 30m² von der Versteuerungsthematik außen vor sind, da bei dieser Größe nicht davon ausgegangen wird, Gewinn zu machen. Kann das jmd. bestätigen?


    Das ist auch so eine falsche Info.

  • Zitat von geekfreak

    ggf. in Kombi mit einem Speicher, den wir später noch nachrüsten.


    Auch keine gute Idee. Nimm das Geld lieber für mehr PV-Leistung her, da hast du (finanziell) und das Klima (CO2-mäßig) mehr von. Einspeisen ist gar nicht schlimm. Dein Nachbar nimmt den Strom sicher gerne, und ganz gut bezahlt wirst du dafür auch (könnte in einigen Monaten sogar wieder steigen, die Vergütung).

  • Danke für die Antwort.


    Also, ich muss blöd nachfragen, weil ich folgendes nicht ganz verstehe:


    Laut dem Unabhängigkeitsrechner der HTW z.B. macht gerade eine Anlage Sinn, die nah am tatsächlichen Verbrauch ist. Auf div. anderen Seiten habe ich auch gelesen, dass man nicht mehr als 20% drüber liegen sollte, weil sonst das Thema Eigenverbrauch zu lasten von Einspeisung noch stärker kippt. Im Prinzip spiegelt der Rechner hier genau das wieder (hoffe, der Link ist erlaubt) http://pvspeicher.htw-berlin.de/unabhaengigkeitsrechner/# - da komme ich z.B. bei einem Verbrauch von 2500 und einer Anlage von 3kWp auf Eigenverbrauchsanteil von 26%, bei 3,5kWp nur noch auf 23%


    Nun ist es so, dass ich nicht tausende € unter dem Kopfkissen liegen habe. Ich bekomme auf mein Dach max. 9 kWp und habe ein begrenztes Budget, das ungefähr bei 5-6k brutto liegt. Mehr kann und möchte ich nicht ausgeben. Auch nicht nochmal Kreditmäßig an die Bank binden, KFW hin oder her.


    Es mag sein, dass sich maximale Leistung und Einspeisung auf dem Dach in 10-12 Jahren amortisiert. Aber aus wirtschaftlicher Sicht betrachtet: ich weiß gar nicht, ob wir überhaupt solange in dem Haus wohnen, weil es uns z.B. weiter oder ins Ausland zieht. CO2 hin oder her, ich bin kein voll öko, der sich das Dach dem guten Gewissen wegen vollklatscht und sich dann noch über paar € im Jahr Rendite freut. Das Geld investiere ich lieber anderweitig, das gibt mehr Rendite, wenn man auf die richtigen Pferde setzt ;) Aber wir schweifen ab.


    Die Überlegung war, jetzt wo das Gerüst noch steht und die Installationskosten dadurch geringer wären (auch, weil das Granulat noch nicht liegt), vielleicht doch auf eine kleine Anlage setzen und etwas gutes für die Umwelt, für das Gefühl und VIELLEICHT später in 10-12 Jahren auch was für die Rendite getan zu haben.


    Auf dem Dach sind wir insofern flexibel, als dass ich 12-14 Module Richtung Süden aufständern könnte. Nur sieht das optisch halt auch nicht gerade schick aus... daher klang Ost-West sehr interessant. Und teurer wird es doch auch, durch die Aufständerung, oder? OW ist nicht zuletzt interessant wegen folgender Artikel: http://www.sma-sunny.com/3-tip…ost-west-anlagen-rechnen/ ; http://www.photovoltaik.eu/Arc…MTA4OCZNSUQ9MTEwOTQ5.html - aber sei es drum...Süden wäre möglich, daran würde es nicht scheitern.


    Aber jetzt nochmal zum steuerlichen Part: Was ist an der Insel-Lösung teurer, außer, dass man keine Vergütung erhält?

  • Zitat von geekfreak

    kWp liegt übrigens bei 1350€ - REC TwinPeak Modul


    Für was :?:
    Nur die Module oder Module und Wechselrichter oder Komplettpaket einschl. Installation, Brutto oder Netto :?:
    Für welche Anlagengröße gilt der genannte Preis von 1350€ :?:
    Bei z.B. 3 kWp für eine schlüsselfertige, netzparallele EEG Anlage ohne Speicher wäre es günstig, bei 10 kWp wäre es sehr teuer.


    Zitat von geekfreak

    Aber jetzt nochmal zum steuerlichen Part: Was ist an der Insel-Lösung teurer, außer, dass man keine Vergütung erhält?


    Hat zwar nichts mit Steuern zu tun, aber du brauchst für eine Insel immer einen Speicher, für eine netzparallele EEG Anlage nicht. Das spart schonmal ein paar tausend Euro ein.

    mit freundlichem Gruß
    smoker59

  • Zitat

    "geekfreak"
    Laut dem Unabhängigkeitsrechner der HTW z.B. macht gerade eine Anlage Sinn, die nah am tatsächlichen Verbrauch ist. da komme ich z.B. bei einem Verbrauch von 2500 und einer Anlage von 3kWp auf Eigenverbrauchsanteil von 26%, bei 3,5kWp nur noch auf 23%
    Nun ist es so, dass ich nicht tausende € unter dem Kopfkissen liegen habe. Ich bekomme auf mein Dach max. 9 kWp und habe ein begrenztes Budget, das ungefähr bei 5-6k brutto liegt. Mehr kann und möchte ich nicht ausgeben.


    Hallo @geekgreak,
    vom eigenen Stromverbrauch auf eine bestimmte Anlagengröße zu schließen, um einen bestimmten Eigenverbrauchsanteil zu erreichen, ist dummes Zeug.
    Einzig und allein dein Verbrauchsverhalten sorgt für einen kleinen oder größeren prozentualen Eigenverbrauchsanteil.
    Wichtig für dich ist nicht nicht Prozentzahl des Eigenverbrauchs sondern der absolute Verbrauch... Je größer die Leistung des Generators, desto (absolut) höher ist dein Eigenverbrauch.
    Für 6000 Euro bekommst du etwa eine Anlagengröße von ca. 4 bis 5 kWp (Nettopreis ca. 1300 Euro bei "normalen" Installationsbedingungen). Nutze dein Budget aus...


    lg
    citystromer

    Sanyo 18 X HIt N 235 SE 10, Sunways WR NT 4200, Westausrichtung, Standort: 3045x

  • Der Preis hört sich erst einmal für eine kleine Anlage nicht schlecht an, wenn denn alles inclusive ist. Auf der anderen Seite brauchst Du kein Gerüst, der Sicherungskasten müsste nicht neu ...
    Welcher WR ist denn geplant und welche/wieviele Module genau bei O/W?


    Ich habe das Gefühl, dass Dir die bisher entgegen gebrachten Ratschläge nicht wirklich einleuchten und Du lieber das durchsetzen möchtest, was Du Dir bisher zurecht gelegt hast. Ok, ist ja kein Problem, wir wollen Dich nur vor falschen Annahmen schützen.

  • Zitat von geekfreak

    Aber aus wirtschaftlicher Sicht betrachtet: ich weiß gar nicht, ob wir überhaupt solange in dem Haus wohnen, weil es uns z.B. weiter oder ins Ausland zieht.


    Dann würde ich ja fast vorschlagen, dass du gar keine PV baust. Denn, wenn ich dein anvisierter Stromverbrauch von 2500kWh p.a. zu grunde lege, könntest du für die Anschaffkosten der PV rund 10 Jahre Strom zukaufen :wink:


    Grüße

    Gruß PV-Express


    Mit ZOE Z.E. 40 Beruflich unterwegs

    46 x Sunowe 195Wp Mono, SMA STP8000TL10, Ausrichtung - 40°Az, Dachneigung 35°, IBN 5/2012