Bitte um Infos für meine Bachelorarbeit

  • Hallo zusammen,


    ich muss im Rahmen meiner BA verschiedene Speichersysteme für PV-Strom beleuchten und würde gerne auf die Speicherkosten pro kWh in einer Batterie eingehen, also was kostet mich die kWh aus der Batterie, ohne die Erzeugungskosten durch die PV zu berücksichtigen. Ich hab mich auch schon ein bisschen schlau gemacht und weiß, dass man nicht so einfach sagen kann, dass die Li-Ionen-Technologie die günstigere ist.
    Ich habe auch schon einige Quellen gefunden, die eine Möglichkeit aufzeigen, mit sehr vielen Schätzungen diese Kosten zu berechnen z.B in den Buch "Energiespeicher" von Micheal Sterner und Ingo Stadler (Springer Verlag) auf S. 718 kommen 16 ct/kWh für die Li-Ionen Batterie (Annahme: 10 Jahre laufzeit, 350€/kWh Investitionskosten, Zinssatz 5%) raus. Ich finde diese 16 ct/kWh sehr, sehr wenig und begründet, warum genau diese Eingangsparameter verwendet wurden, hat auch keiner.
    Dann habe ich noch eine Kurzexpertise über die Wirtschaftlichkeit von Batteriespeicher vom Leipziger Institut für Energie GmbH, deren Berechnungen weichen sehr stark von den 16 ct/kWh ab und sind sehr umfangreichb (fast unmöglich für mich nachzurechnen). Ich würde diese Werte auch gerne verwenden, allerdings sind beide Werke von 2014 und gerade am Batteriemarkt hat sich doch soviel getan (und tut sich noch immer).


    Mich würde vor allem die PowerWall von Tesla interessieren, wie sie abschneidet und ob generell die Kosten pro gespeicherte kWh schon wesentlich geringer wurden als 2014. Die Kurzexpertise preist die SENEC.Home G2 mit 18 ct/kWh unter optimalen Voraussetzungen (Kfw-Kredit, hohe Entladezyklen p.a, etc.) als günstigste Variante an.


    Hat jemand von euch da Ahnung oder sich vielleicht kürzlich von einem Energieberater beraten lassen? :)


    Vielen Dank schon mal im Vorraus!
    Liebe Grüße

  • Hallo voltsonne,
    vielen Dank für deine Antwort! :) Die Meinungen im Forum sind vom Jahr 2014 decken sich ungefähr mit den mir vorliegenden theoretischen Berechnungen.
    Vielleicht weiß ja jemand noch was aktuelleres?


    Lg

  • Hallo,
    wenn solarlife" die angeführten Links ein "wenig" umstrickt, könnte ihre Bachelorarbeit mit einer 1+ bewertet werden!
    Tolle Hilfe!


    Ich schreibe jetzt Mal auf, wann sich meine PV-Insel zu einer "roten Null" gerechnet haben könnte:


    !,6kWp PV, Batterie PzS 24V/400Ah, WR Xtender (Studer), Laderegler Steca Tarom MPPT 6000, das sind alles keine "China-Teile" und sie haben auch ihren Preis! Dazu noch der "Kleinkram", div. NH-Sicherungen nebst Halter und Cu-Kabel ....Summa sumarum: 5600€.
    Rechne selbst "solarlife: Unser Energieverbrauch: 1100kWh/a, davon 650 kWh von der "Insel".....Amortisation > 25 Jahre, so lange hält die beste Batterie nicht durch, auch keine LiFePo! Da brachst halt eine NiCd....Cadmium!!!!! Vom Preis will ich hier nicht spekulieren!


    Nun könnte man ja mit einer Inselanlage eine Wärmepumpe betreiben, für ein EFH, vergiss es! Im Winter scheint kaum Sonne, Du bekommst die Batterie nicht voll!


    Vergesst eure "Formeln" (Link), die Praxis ist der Prüfstein und da wird "Otto-Normalverbraucher" das "Blaue vom Himmel gelogen"!!!! Man will ja was verkaufen!


    Heute lohnt sich nur eine Einspeiseanlage! Auch da sollte man sich der ganzen Huddelei beim Finanzamt, der Zählergebühr, der sich ständig "im Fluss befindlichen" Änderungen des EEG bewußt sein, vor einer Investitition "ins ungewisse erneuerbare Energiezeitalter"!


    Jo, solarlife, Du wirst es nicht glauben, die großen Energiekonzerne sind sich schon lange einig, wenn die Millionen EFH-Besitzer wenigstens einen Teil ihres EE-Bedarfes selber decken........dann müssen sie etwas "dagen" tun! Siehe EEG von August 2014,,,,,ständig im Fluß der "Anpassung!"


    Eigentlich kannst Du mit keiner, auch noch "formelunterlegten", Arbeit (das versteht doch eh kein Schwein mehr-Entschuldigung!) jemanden von einer Inselanlage überzeugen - das ist BETRUG! Jedenfalls so lange, bis der Strompreis noch unter 1,00 €/kWh beträgt! Wer, bitte, wünscht sich das?
    Inselanlagen sind zu 90% "reines Hobby", Stromeinsparung ist wesentlich billiger.


    Dazu folgende Beispiele:
    - Wozu braucht man eine TK?
    Als wir unsere TK a.B. genommen haben, haben wir das (gefrostete) Obst erst mal eingeweckt.....was wir dann noch alles,
    weil "vergammelt" weggeworfen haben....egal, schade um die vielen, sinnlos verbratenen kWh. Den noch brauchbaren Rest
    haben wir (endlich!) aufgegessen.
    Einsparung 365kWh/a!!!!!


    - Pumpen ausgetauscht
    Bei uns laufen 3 Umwälzpumpen, eine für die thermische Solaranlage, 1 für Haus, 1 für Anbau.....früher 120W/55/55W....
    heute5/5/5 W, Einsparung 450kWh/a
    - na gut, beim Licht haben wir auch gespart. Die neue Generation LED-Lampen mit E14/E27-Fassung haben endlich ein
    warmes Licht, die 20kWh/a werden sich auch bemerkbar machen....
    - der Kühlschrank mit A++++++++++++++++++ verbraucht auch nur noch 70kWh/a,


    Jo, man könnte natürlich auch...mit einer Solar (Insel) eine Wärmepumpe betreiben! Gute Idee! Nur im Winter ist der Solarertrag gegen Null! Kann man auich "vergessen! Und die "hochgelobte" Luft-Wasser- Wärmepumpe arbeitet ab 0°C mit einer Ertragszahl, die gegen Null geht, d.h. man heizt praktisch elektrisch für ca. 25 Cent/kWh.....da bleib ich doch lieber bei Erdgas, 7,5Cent/kWh!


    Nun komme ich noch mal zu meinen Anfang zurück:
    "....wenn solarlife" die angeführten Links ein "wenig" umstrickt, könnte ihre Bachelorarbeit mit einer 1+ bewertet werden!

    und sage dazu, wenn solarlife das näher untersucht, was ich hier aus praktischer Erfahrung berichte.....wird sie/er durchfallen!


    Also, "solarlife", mache was aus Deinem Leben, bestehe die Prüfung, und dann kannst Du meine Ausführungen noch mal aus der "Versenkung" hervorholen. Bescheiße keine Kunden, mit Versprechungen, die sich (momentan) nicht erfüllen lassen, unsere Gerichte haben schon genug zu tun!


    Ich wünsche Dir viel Erfolg, nicht nur bei der Prüfung, sondern auch in Deinem zukünftigen Beruf und im persönlichem Leben!
    Bleib einfach "sauber" bei all Deinen Entscheidungen.
    Gruß Claus!

  • Hi,


    Zitat von solarlife

    Ich finde diese 16 ct/kWh sehr, sehr wenig und begründet, warum genau diese Eingangsparameter verwendet wurden, hat auch keiner.


    das ist ein klassischer Fall von "Schönrechnen", denn in 2014 waren 350 EUR/kwh für Speichersysteme die reine Phantasie.
    Das ist auch heute noch nicht zu erreichen, aber für die Zukunft so langsam absehbar.


    Eins kann man aber grundsätzlich sagen:
    Wenn eine PV mit Speichersystem durch ein passendes BHKW ergänzt wird, verbessert das die Wirtschaftlichkeit des Speichersystems, da der Speicher auch im Winter voll genutzt werden kann anstatt Erhaltungsladungen aus dem Netz ziehen zu müssen.
    Und durch die zusätzlichen Vollzyklen pro Jahr, die so gefahren werden können wächst die Autarkiequote bis zur vollständigen Stromautarkie, was für viele Speicherbesitzer wichtig oder gar ausschlaggebend für die Investitionsentscheidung ist.

  • Noch eine kleine Anregung zur Wirtschaftlichkeit:


    Bedenke, dass sich die Kapazität der Batterie mit der Laufzeit verringert. Nach 10 Jahren wird sie wohl nur noch 50-70% Ihrer Anfangskapazität haben. Tesla gibt soweit ich das gelesen/verstanden habe an, dass nach Zyklus x nur noch Kapazität y zur Verfügung steht. Wenn die Kapazität im Jahr null bei 8 kWh liegt, dann hat man nach 10 Jahren nur noch 4, was die Wirtschaftlichkeit natürlich vernichtet.....


    Wie meine Vorredner schon richtig gesagt haben, der Solarertrag im Winter ist besch...eiden....
    Im Oktober hab ich mit meiner 9,975kWP Anlage knapp 534kWh geerntet, im November werden es, wenn ich Glück habe, gerade mal 270.... Im Dezember unter 200 und im Januar ca. 250, im Februar 350.....


    das sind grade mal knapp 1600 kWh und wenn der Wirkungsgrad der Wärmepumpe bei 0° wirklich gegen null geht, und der Heizstab anspringen muss, dann hab ich gerade mal 400€ eingespart, wobei durch den "Einspeiseverlust" der Gewinn bei knapp 200€ liegt. Dank Finanzamt wird dieser nochmals leicht geschmälert. Da Heize ich lieber für 4,1Cent/kWh mit Gas und brauch mich nicht rumärgern. Aus ökologischer Sicht ist dies natürlich der falsche Weg, aber irgendwann muss man auf den Boden der Tatsachen runterkommen.


    Im Bezug zur Wirtschaftlichkeit eines Batteriespeichers sei noch gesagt, dass folgende Punkte die Wirtschaftlichkeit schmählern:


    - Einspeiseverlust (von den 25 Cent/kWh die ich spare muss man 12,31Cent abziehen)
    - Umwandlungsverlust (100% Strom von der PV gehen niemals in den Batteriespeicher, bzw bei der Entnahme hat man auch Verluste)
    - Kapazitätsverlust über die Laufzeit
    - Finanzamt (Geldwerter Vorteil + am Jahresende Versteuerung des "Gewinns")
    - evtl. Zinsen

    9,975 kWP (35 x LG285S1C-B3)
    Fronius Symo 10.0-3-m
    30 Grad DN
    39 Grad SW

  • Moin solarlife, bei anständigen Batteriefirmen bekommt man Datenblätter, aus denen hervor geht, wieviele Zyklen die Batterie bei welcher Entladetiefe mitmacht. Wenn man das dann in kWh umrechnet, stellt man fest, dass die Entladetiefe fast egal ist (+/- 10%), die durchleitbare Menge an kWh ist also nahezu konstant. Aus dem Kaufpreis und dieser Anzahl kann man also direkt berechnen, wie teuer es ist, eine kWh in einer Batterie zu speichern. Mehr Info zu Batterien findest du hier: http://wiki.polz.info/doku.php


    Wenn du verschiedene Technologien betrachtest, dann muss man auch beachten, dass die technische Nutzungsdauer recht unterschiedlich definiert ist. Wenn eine Staplerbatterie nur noch 80% der Nennkappa hat, gilt sie als verbraucht. Die Li-Akkus werden nach Datenblatt bis auf 60% der Nennkappa herunter genutzt. Das kann man bei Blei natürlich auch machen, allerdings lebt die Batterie dann doppelt so lange; folglich halbiert sich der Preis pro kWh.

    Unser Kopf ist rund, damit das Denken die Richtung wechseln kann (Francis Picabia)

  • Hallo,
    ja die Idee mit dem BHKW ist mir auch schon durch den Kopf gegangen. Leider viel zu teuer! Auch das "Elcore"-Gerät (Brennstoffzelle für Erdgasbetrieb) kann kostenmäßig nicht überzeugen. (ca.15T€ mit Montage). Ist auch für Einspeisung ins Netz konzipiert, also wenn die Batterie voll ist, kann das Gerät nur ausgeschaltet werden.
    Zur Stromeinsparung habe ich bereits was geschrieben. Das ist die billigste und umweltschonendste Variante und niemand, wirklich niemand, kann Dich mit EEG-Umlage oder Steuern zur Kasse bitten! (Nur mit steigenden Strompreisen!)
    Irgend wann kann sich dann auch eine "Sommer"-Insel rechnen.....momentan ist es "reiner Idealismus", jedenfalls in den allermeisten Fällen.
    Hier mal ein Positv-Beispiel: http://www.photovoltaikforum.com/viewtopic.php?f=57&t=106613
    Allerdings bin ich glücklich, nur 1100kWh/a zu verbraten. Selbst zu Zeiten mit 5 Personen im Haushalt, sind wir mit ca.2500kWh/a zurecht gekommen....
    Gruß Claus