Netzbetreiber fordert Übertragung des Messstellenbetriebs

  • Hallo zusammen,


    letzten Samstag erhielt ich vom örtlichen Energieversorger das beigefügte Schreiben.


    Was haltet ihr davon?
    Meine PV-Anlage von 2007 hat 4,2 kwp. Bisher habe ich immer einmal im Jahr den Zählerstand den Stadtwerken selbst mitgeteilt oder es ist jemand zum Ablesen gekommen. Der Zähler ist 2007 von meinem Elektriker auf meine Kosten installiert worden und ich habe deshalb bisher auch keine Zählermiete bezahlen müssen. Bin ich denn ab 2017 dazu verpflichtet, den Messstellenbetrieb gegen eine Jahresgebühr von 10,20 € + Mwst an die Stadtwerke zu übertragen? Ich dachte, wenn die Anlage unter 7 kwp hat, braucht kein Smart-Meter eingebaut zu werden und es ändert sich hinsichtlich des Messstellenbetreibers nichts. Oder liege ich da falsch und es geht grundsätzlich bei allen Anlagen, also auch bei den kleinen der Messstellenbetrieb auf den sogenannten grundzuständigen Messstellenbetreiber über?
    Können die denn, wenn ich mich nicht äußere, ab 2017 die Zahlung der Einspeisevergütung verweigern?
    Wenn ich die Rolle des Messstellenbetreibers wie bisher weiterhin selbst übernehmen will; welche Zulassung brauche ich denn dann für diese "hochkomplizierte" Tätigkeit des Zählerablesens?


    Mit freundlichem Gruß
    der skater

    edit(mod): Habe mal den Threadtitel korrigiert, damit es eindeutiger ist, wer gemeint ist.

  • Moin skater,


    mein Zähler ist auch 2007 von einem von mir beauftragten Elektriker installiert worden.
    So ein Schreiben habe ich von meinem Kunden E.dis noch nicht bekommen. Deshalb bin ich sehr an deinem Fall interessiert.
    Bisher war ich auch der Meinung, dass meine Anlage mit 6,9 kWp von dem Smartmeter"zeug" verschont bliebe.
    Ich bin immer noch der Ansicht, dass ich nach EEG2004 berechtigt bin meinen eingespeisten Strom selber zu messen und ich Rechnung zu stellen.


    PS: Ich habe den Thread mal in den Bereich "Verteilnetzbetreiber" verschoben.

    Mit sonnigen Grüßen
    -eggis-


    "Die Welt hat genug für jedermanns Bedürfnisse, aber nicht für jedermanns Gier." (Gandhi)


    SOLON P 220/6+ (230W) / SMA SB3300 TL HC
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  • Soweit ich das sehe, sehen weder das Gesetz zur Digitalisierung der Energiewende noch das Messtellebetriebsgesetz Übergangsvorschriften außer für Ladung von E-Mobilen vor. Sie gelten damit -wie Schabowski sagen würde- unverzüglich. :wink:

  • Zitat

    Bin ich denn ab 2017 dazu verpflichtet, den Messstellenbetrieb gegen eine Jahresgebühr von 10,20 € + Mwst an die Stadtwerke zu übertragen?


    NEIN, sie schreiben selber das "Für Sie besteht die Möglichkeit, sich selbst oder einen Dritten als Messstellenbetreiber ... zu benennen.
    a) Da der Zähler bisher akzeptiert wurde, sollte ihnen die Daten nach §33 Abs.2 MessEG bereits vorliegen.
    b) Zum Beantworten von §5 MsbG sollen sie die bitte Mitteilen wir sie die Daten übermittelt haben wollen.


    Die Zulassung für deinen Zähler (Eichprotokol) sollte ja noch vorliegen.

    5,06 kWp, DN:35°, -27°SSO, Inbetriebnahme: 02.05.2016 ; PVGIS 4 Classic: 902kWh/kWp
    PVGIS-CM-SAF: 1010kWh/kWp

  • Zitat von eggis


    Ich bin immer noch der Ansicht, dass ich nach EEG2004 berechtigt bin meinen eingespeisten Strom selber zu messen und in Rechnung zu stellen.


    Das sehe ich genauso, wer bislang in der Lage war den eingespeisten Strom selber zu messen der kann das auch nach Inkrafttreten des GDEW :!:
    Sowas ist wie Fahradfahren, das verlernt man nicht, auch nicht durch eine Gesetzesänderung :wink:


    Oder anders ausgedrückt, ich bin der Meinung solche PV-Betreiber haben "Bestandsschutz", zumindest solange bis die von ihnen selbst beschaften Zähler (aufgrund des Ablaufs der Eichgültigkeit) gewechselt werden müssen.
    Denn der Betreiber hat ja mit Kauf und Installation des eigenen Zählers eine "Investition" getätigt, die erst dann "abgeschrieben" ist wenn sowieso ein neuer Zähler erforderlich ist. Es entsteht ihm also ein wirtschaftlicher Schaden wenn die Messeinrichtung vorher gewechselt werden soll obwohl sie noch einwandfrei funktioniert.


    Die "wirtschafliche Vertretbarkeit der Ausstattung von Messstellen mit intelligenten Messsystemen" gem. §31 MsbG ist m.E. davon völlig unabhängig. Dort werden nur folgende Fälle angesprochen:
    - ab 2017 Bestandsanlagen über 7 kWp
    - ab 2018 die "optionale Ausstattung einer Messstelle".an Neuanlagen
    - ab 2020 Messstellen an Zählpunkten mit einem Jahresstromverbrauch über 6 000 bis einschließlich 10 000 Kilowattstunden bei Letztverbrauchern.


    Danach fallen m.E die Bestandsanlagen mit weniger als 7 kWp durch`s Raster und müssen bis 2020 deshalb weder mit neuem Messsystem ausgestattet werden noch muss der Betreiber seine Eignung als Messtellenbetreiber nachweisen :wink:


    Ab 2020 kann es dann jeden treffen wenn es dem VNB "gefällt" (bzw. wenn er meint, daß die im Gesetz genannten Gebührenobergrenzen seine Kosten decken), denn jeder Anlagenbetreiber ist ja auch Letztverbraucher und die können "optional" mit einem intelligenten Messystem ausgestattet werden, egal wieviel oder wie wenig sie verbrauchen.

    mit freundlichem Gruß
    smoker59

  • Es geht doch gar nicht um Smartmeter. Irgendwo gibt es hier einen Thread mit Link zum BHKW-Forum, die haben das selbe Problem, daß man die Anforderungen des MsbG als "Normalmensch" nicht mehr erfüllen kann. Ich glaube, da geht es im wesentlichen darum die Daten entsprechend zu übermitteln mit Sicherheiszertifikaten etc. pp. Dort werden auch Anbieter genannt, die das recht preiswert anbieten.
    Bestandsschutz hat man wohl "vergessen", ich vermute fast die paar Leute hatte noch nicht mal jemand auf dem Schirm 8)

  • Zitat von alterego

    die haben das selbe Problem, daß man die Anforderungen des MsbG als "Normalmensch" nicht mehr erfüllen kann.


    Ja und :?:
    Wer gem. §31 MsbG aus Gründen der "wirtschaflichen Vertretbarkeit der Ausstattung von Messstellen mit intelligenten Messsystemen" nicht erfasst wird, der muss auch dessen Anforderungen nicht genügen, da er kein intelligentes Messsystem betreiben muss.


    Und erfasst werden nunmal nur:
    - Anlagenbetreiber mit Bestandsanlagen größer 7 kWp ab 2017
    - Neuanlagen, die der grundzuständige Messstellenbetreiber "optional" ab 2018 mit einem intelligenten Messsystem ausstatten will.
    - und Letztverbraucher ab 2020 mit mehr als 6 000 kWh Jahresstromverbrauch.


    Demnach fallen Anlagenbetreiber mit Bestandsanlagen unter 7 kWp zumindest nicht als Anlagenbetreiber unters MsbG, als Letztverbraucher schon, jedoch erst frühestens ab 2020.


    Wenn man es auf die Spitze treiben möchte kann man als Anlagenbetreiber mit Bestandsanlage unter 7 kWp ab 2020 (vorausgesetzt die Eichgültigkeit des eigenen Zählers ist dann noch gegeben und das Gesetz wurde inzwischen nicht geändert 8) ) auch noch argumentieren, daß die intelligente Messeinrichtung ja nur zur Messung des Bezugsstroms erforderlich ist, da für den eingespeissten Strom ja eine geeichte Messeinrichtung zur Verfügung steht, die von einer Anlage kommt die nicht unter das MsbG fällt (weil kleiner 7 kWp) und dessen Messtellenbetreiber deshalb auch die Eignung gem. MsbG nicht nachweisen muss.


    Wie gesagt, das ist meine Auslegung des Gesetzes. Wie das Juristen auslegen werden wir sicher noch erfahren... :wink:

    mit freundlichem Gruß
    smoker59

  • Zitat von smoker59

    Und erfasst werden nunmal nur:
    - Anlagenbetreiber mit Bestandsanlagen größer 7 kWp ab 2017


    und ich dachte die 7kWp wurden im Wortlaut ersetzt durch "größer 1kWp" ?

    Gruß PV-Express



    46 x Sunowe 195Wp Mono, SMA STP8000TL10, Ausrichtung - 40°Az, Dachneigung 35°, IBN 5/2012

  • Erstmal vielen Dank für eure Meinungen und Einschätzungen!


    Für mich bleibt jedoch die Frage, wie ich mich gegenüber dem VNB verhalten soll.
    Ich möchte natürlich gerne als Anlagenbetreiber auch weiterhin Messstellenbetreiber sein. Nur, wenn ich auf dem verlangten Antwortformular die Option Nr. 3 ankreuze, kann ich natürlich nicht das geforderte Zulassungsschreiben beifügen, weil ich von sowas noch nie gehört habe. Wie kommt man denn überhaupt an sowas und was für Voraussetzungen/Qualifikationen braucht man hierfür? Da reicht es wahrscheinlich nicht, dass man den Zählerstand fehlerfrei ablesen kann. :lol:
    Ich möchte natürlich nicht riskieren, daß die ab 2017 die Einspeisevergütung einstellen.


    Ich werde mich mal morgen mit dem VNB in Verbindung setzen und fragen, ob das Schreiben so und ohne Berücksichtigung der 7 kWp-Regelung an alle Anlagenbetreiber in deren Einzugsgebiet gegangen ist oder individuell auf meine Anlage gemünzt ist..


    Gruß
    der Skater
    ,

  • Du kannst in Deinem Gespräch mit dem VNB auch noch darauf hinweisen, dass beide Gesetze GDEW und MsbG auf den Einsatz von intelligenten Zähler beruhen. Ein Austausch Deines Ferrais Zähler gegen einen Ferrias Zähler vom VNB ist mit beiden Gesetzen nicht abgedeckt.

    WSW Dach 70°: Gauben 20x HIT-N240SE10 DN 25°, String auf A1+A2 STP8000TL-10; First 10x HIT-N240SE10 DN 45° auf SB3000TL-21
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    Solar-Log 300, 70% Begrenzung fest