Maxim Cell Optimizer - Erfahrungen und Meinungen

  • Hallo,


    um den Thread http://www.photovoltaikforum.c…laredge--t113595-s30.html nicht zweckzuentfremden und da es noch keinen Thread dazu gibt, möchte ich die Anregung aus jenem Thread aufgreifen und es hier im WR-Forum psoten, da es IMO hier am ehesten hinpasst. Es geht um die Maxim Cell Optimizer, die ich für eine spannende Alternative zu SE und Tigo halte.


    Die Grundidee ist hier https://www.maximintegrated.co…timizers.html/tb_overview ganz gut erklärt. In Kurzform: Statt der Bypassdioden kommt ein IC von Maxim in die Modulanschlussdose oder wird einlaminiert im Modul. Dieser Chip macht im Grunde das gleiche wie die Optimierer von Tigo oder SolarEdge (wobei nach meinen bisherigen Erkenntnissen die Arbeitsweise eher an Tigo angelehnt ist, weil er die Spannung nur nach unten, nicht jedoch wie SE nach oben anpassen kann), nur dass er das pro Teilmodul macht und kein Monitoring hat. Er kann also den MPP für jedes Moduldrittel (oder wie sehr das Modul zerlegt wird) finden und damit insgesamt die Anpassung an schwankende Leistung, Verschattung, Alterung oder Verschmutzung verbessern. Durch die Integration und das fehlende Monitoring soll es billiger werden...


    Leider findet man außer den eher werbelastigen Texten keine wirklichen Details zur Funktion, es gibt aber wohl (zumindest außerhalb von DE) erste Module, die das integriert haben. Damit gibt es Datenblätter und die verraten eigentlich genug:


    http://www.jinko-smart.com/upl…E(maxim)-07A(C-Board).pdf


    Gibt wohl noch andere, die dieses Ding integriert haben, das war mein erster Fund.


    Seite vier, die beiden Grafiken und die Tabellen dazu. Die linke Grafik zeigt, wenn ich das richtig interpretiert habe, das Verhalten des Moduls inkl. der Maxim-Chips, die rechte Grafik scheint das Modul selbst mit abgeschalteten (oder ausgetricksten?) Optimierern zu zeigen. Die rechte Grafik zeigt damit insbesondere die U/I-Kennlinien, die man von normalen Modulen kennt. Links sieht man an der U/I-Kennlinie ganz gut, was die Optimierer tun: Sie erzeugen ein Plateau in der Spannung-zu-Leistungskurve, sorgen also in einem möglichst breiten Bereich dafür, dass das Produkt aus U und I und somit die Leistung konstant bleibt. Einen Abfall der Leistung gibt es erst, wenn die Spannung so niedrig wird, dass der anscheinend maximal zulässige Strom von 12A (im Fall des 305-W-Moduls) überschritten werden würde. Ebenso fällt die Leistung, wenn die Spannung zu hoch wird - das deutet darauf hin, dass der Maxim-Chip lediglich einen Abwärtswandler enthält, aber eben keinen Abwärts-und-Aufwärtswandler (wie SE ihn hat, da sie ja pro Optimierer auf bis zu 60 Volt kommen können und auch nach unten unter die Modulspannung gehen können). Damit liegt der Leistungsabfall der linken Kurve da, wo er auch rechts ist.


    Wenn man derlei nun in der üblichen String-Konfiguration an einen WR anschließt, "drückt" der MPPT des WR die Spannung solange runter, bis er ein Leistungsmaximum hat. Da in der Reihenschaltung alle Ströme gleich sein müssen, landen die Module dann unabhängig von ihrer aktuellen Leistung in dem Teil der Kurve, wo genau dieser Strom anliegt und mit sinkender Spannung dann auch in dem betreffenden Plateau gleichbleibender Modulleistung. Drückt der MPPT die Spannung weiter runter, so fahren die Module bei steigendem Strom die Spannung jeweils runter - die Leistung bleibt gleich, solange der Strom kleiner als das Maximum bleibt. Somit sollte auch der WR ein breites Plateau auf dem Niveau des MPP sehen. Bei intelligenter Steuerung sollte es also möglich sein, dass der WR möglichst viel und möglichst lange an dem Punkt dieses Plateaus bleiben kann, an dem er den höchsten Wirkungsgrad hat. Dazu sollte man vermutlich das Schattenmanagement abstellen, weil die Suche nach einem lokalen MPP hier kontraproduktiv wäre.


    So interpretiere ich die Funktion angesichts der Infos bei Maxim und anhand dieses Datenblatts - quasi sehr ähnliche Kurven findet man bei den Modulen mit eingebauten Tigo-Optimierern. Von daher dürften die sehr ähnlich funktionieren.


    Soviel zu dem, was man herausfinden kann - hat jemand damit schon Erfahrungen? Weiss jemand mehr? Kann jemand obige Überlegungen bestätigen oder widerlegen?


    Die Idee der Sub-Moduloptimierung klingt erstmal sehr interessant.


    Viele Grüße,


    Jan

  • Hallo,
    habe 12 Jinko Solarmodule 285 Watt mit Maxim Optimizer in einem String mit 6 LG 315 Watt bifacial und Tigo Optimizer.
    Als Umrichter habe ich einen Fronius Primo 4.0. Das Ganze funktioniert Prima und ohne Probleme.
    Gerade bei diffusem Licht liefert diese Anlage am Tag ca. 10 bis 15 % mehr Ertrag als meine andere Anlage.


    Gruß Artur

  • Hallo,


    das Thema interessiert mich auch sehr. Ich habe leider nicht verstanden,
    ob die Maxims jetzt eine bessere Optimierung als die Tigos vornehmen.
    Oder hängt alles in einem String?


    Stehe momentan vor der Entscheidung Solaredge, SMA mit Tigo oder SMA mit Maxim.


    Geht um 9 Module wovon 4 Module im Schnitt 3 Stunden verschattet werden.
    (Ist eine kleine Anlage die eventuell nicht 100% profitabel ist, geht mir aber einfach um die Sache)


    Hat jemand einen Ratschlag für mich?


    Danke & Grüße
    Bert

  • Zitat von bertpeters

    Stehe momentan vor der Entscheidung Solaredge, SMA mit Tigo oder SMA mit Maxim.
    Geht um 9 Module wovon 4 Module im Schnitt 3 Stunden verschattet werden.


    Wenn die 9 Module die gleiche Ausrichtung haben, sind Optimierer überflüssig, denn die können verschatette Teile im Endeffekt nur kurzschließen, genau wie das auch das Schattenmanagement des WR bereits macht.
    Bei Tigo und Maxim muss die Anlage eh so ausgelegt werden, dass die unverschatteten Module genügen, um die Mindest-Eingangsspannung zu erreichen (zur Kontrolle in SunnyDesignWeb mit 5 Modulen durchspielen).


    Immer bedenken: Mit Optimierern holt man sich ein zusätzliches Teil, was kaputt gehen kann. Wenn diese wie Maxim ins Modul integriert ist, wäre dann das ganze Modul zu ersetzen.


    Hier ein paar Informationen aus einem anderen Thema zu den Maxim-Optimierern:

    Zitat von MaxKirsch

    Weidemann : ich habe hierzu u.a. folgenden sehr interessanten Artikel gefunden
    https://mcelectrical.com.au/bl…ised-panels-vs-solaredge/
    Der australische Solarteur vergleicht hier Maxim/Fonius mit Tigo und SE. Letztlich gibt er im Test Maxim den Vorzug. Vor wenigen Monaten hat er hiervon wieder Abstand genommen, da nach seinen Angaben die Maxim-Optimierer zwar immer noch super sind, aber nur noch in Jinko und Trina Module verbaut werden...


    Zitat von Weidemann

    Sehr interessanter Bericht. Er hat ja laut eigener Aussage >20 Anlagen mit Maxim und Fronius am laufen, also scheint diese Kombination grundsätzlich zu funktionieren.
    Auch das Versuchsergebnis, dass bei Einzelzell-Verschattung Maxim einen Vorteil ggü. SE hat, macht Sinn, da SE "nur" den MPP des Gesamtmoduls finden kann, während Maxim den MPP jedes Moduldrittels findet.