Hilfe bei Steuer-Berechnung für geplante Anlage

  • Hallo,


    ich bin derzeit bei der Planung einer Anlage und will nicht in einer "langfristige" Falle laufen.
    Dabei habe ich hier verschiedene Dinge (Wartung, Versicherung, etc) schon gelesen und auch geplant.
    Einzig das Thema Steuern erschließt sich mir einfach nicht (schon die normale Einkommensteuererklärung macht mir immer wieder Kopfzerbrechen :) )
    Ich hoffe ihr könnt mir auf Basis meiner geplanten Investition etwas helfen.


    Folgende Rahmenparameter (alle Preise Netto):
    (wir sind Steuerklasse 4, mittleres Einkommen)


    Variante 1:
    Nur PV
    Anschlaffung 9500€ (5,4kWp)
    Einspeisevergütung 12,3Cent
    Voraussichtlicher Ertrag: 4500kWh/a
    Davon Eigenverbrauch: ca. 2000kWh/a


    Variante 2:
    Mit Speicher:
    Anschaffung: 9500€ PV + 7000€ Speicher
    Einspeisevergütung 12,3Cent
    Voraussichtlicher Ertrag: 4500kWh/a
    Eigenverbrauch ca. 3000kWh/a
    Zusätzlich Vorteil durch Senec Cloud Flat-Rat (also keinerlei Strom zukauf notwendig)


    Ich habe gelesen das die PV Anlage ja die Umsatzsteuer zurückgeholt werden kann. Bei SPeicher nur wenn er zeitgleich mit gebaut wird.
    Wie sieht es mit der Abschreibung beider Komponenten aus?
    Wie hoch sieht die Steuerlast für Variante 1 und 2 aus?


    Mir wurde irgendwas von 5% kann ich mir jedes Jahr in der Einkommensteuererklärung "wiederholen"....
    Auf 20 Jahre...


    Danke euch für die Hilfe!
    :danke:

  • Hallo Puccini,
    zuerst einmal, Du hast bereits zwei Kosten-Voranschläge parat. Stell diese doch einfach mal unter der Rubrik Angebote hier ein. Die Spezialisten im Forum werden hier sicher entsprechend eine Bewertung der Komponenten abgeben.


    Eine Eigenverbrauchsquote von über 40% ist schon sehr sportlich angesetzt, aber das mal außen vor.
    Die Idee eines Speichers, egal ob Vorsteuer-Abzugsfähig oder nicht, ist eher eine persönliche Ansicht.
    Rein rechnerisch aber z.Z. noch nicht wirklich zu vertreten.


    Ach ja die Steuer.
    Mit der PV-Anlage wirst Du natürlich auch zum Unternehmer.
    Mit der Meldung beim FA wird i.d.R. auch eine neue Steuernummer zugeteilt.
    Bei Verzicht auf die Kleinunternehmerregelung ( KUR ) wird die Vorsteuer erstattet.
    Dies bedingt aber auch eine monatl, UST-Voranmeldung für die ersten zwei Jahre.
    Weiterhin natürlich auch eine UST-Erklärung für das abgelaufene Jahr, sowie eine EÜR mit übertrag in Anlage G zur EST.
    Denn nun bist Du Unternehmer, wenn auch mit minimalen Beträgen.
    Wenn jemand eine Einsparung bei der EST verspricht ist das einfach falsch interpretiert.
    In jedem Fall wirst du Dich mit der Steuergeschichte und Meldung über Elster eingehend beschäftigen müssen.
    Ansonsten, gutes Gelingen und intensiv im Forum einlesen.
    Sonnige Grüße

    28 EGING 190W, WR SMA 5000TL20
    Ausrichtung -36°, DN 42°
    I.B.N. 6/2011


  • Hallo Puccini,
    zu deinen oben zitierten Ausführungen:


    1. Speicher:
    Richtig ist, dass du die Umsatzsteuer auf den Speicher bei gleichzeitiger Anschaffung von Anlage und Batterie als Vorsteuer geltend machen kannst.
    Die Abschreibung des Speichers als Wirtschaftsgut ist in keinem Fall möglich, da der Speicher alleine der Erhöhung des privaten Verbrauchs dient und nicht gewerblichen Zwecken.


    2. Abschreibung:
    Die Kosten für eine PV-Anlage können nicht sofort als Ganzes bei den Betriebsausgaben angesetzt werden, sondern müssen über 20 Jahre hinweg abgeschrieben werden, wobei im 1. Jahr nur der jeweilige Monatsanteil berücksichtigt werden darf. Wer also seine Anlage im Dezember in Betrieb nimmt, kann nur 1/12 der 5 % Jahresabschreibung ansetzen - die anderen 11/12 werden im 21. Jahr berücksichtigt.
    Die Abschreibungskosten kannst du dir nicht "jedes Jahr in der Einkommensteuererklärung wieder holen", sondern werden als Betriebsausgaben im Rahmen der Gewinnermittlung (genauer: der Einnahmenüberschussrechnung) angesetzt. Sie schmälern also lediglich den zu versteuernden Gewinn aus der PV-Anlage und nicht direkt deine Einkommensteuer.


    Einen Überblick über die Steuerangelegenheiten bei einer PV-Anlage kannst du mit der Broschüre des Bay. Landesamtes für Steuern erhalten. Link: https://www.pv-steuer.com/modu…php?file=33&id=1465411762


    mfg
    Paulchen

    Excel-Tools mit VBA-Makros zu Buchführung und Steuer für PV-Anlagen:
    Einspeise- und Direktverbrauchs-Anlagen für Windows [und Mac-OS nicht mehr bei M1-Prozessor!]
    Informationen unter https://www.pv-steuer.com

    :!: Bei Anfragen bitte unbedingt den Programmnamen und die Programmversion angeben :!:

  • Moin Puccini,


    hoffentlich ist der Preis für die PV Anlage von 9.500 € brutto nicht ernst gemeint. Das habe ich ja 2012 nicht bezahlt :D


    Max. im Zeitraum der Sonder Afa bekommst Du Kohle zurück vom FA - ansonsten bist Du immer beim 'Zahlen'. Aber das heißt da im Umkehrschluss, dass Du Gewinn machst. Und so soll es ja sein :D


    Gruß
    MBiker_Surfer

    Gruß
    MBiker_Surfer


    Elektrisch: Nikola Gotway 100V

  • Stelle Dir deine geplante Anlage (mit oder ohne Batterie das ist egal) als 2 Teilanlagen vor.


    Mit dem einem Teil erzeugst du deinen eigenen Strom, mit der zweiten Anlage erzeugst du Strom zum Verkaufen.


    Wie groß der Anteil der ersten (und damit auch der zweiten) ist, ermittelst du durch deinen Anteil des Eigenverbrauches an der Erzeugung.


    Hast du 50% EV kannst du eine Hälfte der Anlage nicht abschreiben, brauchst aber auch keinen Gewinn abführen.


    Mit der zweiten Anlage erwirschaftest du einen kleinen Gewinn durch den Ansatz Erlös - anteilige Kosten - anteilige Abschreibung.


    Da man aber die Vorsteuer für die ganze Anlage erhalten hat, muss man die anteiligen Vorsteuer auf den eigengenutzen Anteil über 20 Jahre verteilt wieder zurückzahlen, dumm nur, wenn man Zinsen als Kosten ansetzt, denn für die Zinsen gibt es kein Vorsteuerabzug, erhöhen aber die Kosten für den Eigenverbrauch. Praktisch ein kostenlosen Kredit vom Staat, der sogar nach 5Jahren verfällt, wenn man in die KUR wechselt.

    Tesla P85+ seit 8/13 >471.000km gefahren. Seit 2/19 Smart ed cabrio aus 10/13. Seit 12/19 fährt Frau Tesla M3 AWD. PV 10 kWp an E3DC Hauskraftwerk mit 13,8kWh und Wallbox. Weitere 18kWp PV an Solaredge. Es sind noch 4x320W hinzugekommen = 1280W d.h. Gesamt PV-Leistung nun 29,329kWp. Seit 1.11.20 werden die eAutos gesteuert per E3DC-Control und Teslatar zum Börsenpreis von aWATTar geladen.

  • Wenn du wie ich Arbeitnehmer bist, dürftest du eigentlich keine ESt bezahlen denn:
    553 € Jahreseinnahmen minus 399€ AfA ergeben deutlich unter 410 €.
    Ab 410 € wird dein Gewinn erst versteuert.


    USt kenne ich mich nicht aus da ich die KUR anwenden (werde).