Anlagenbegriff EEG und Erweiterung durch Umkonfiguration

  • Hallo in die Runde,


    der Anlagenbegriff und die Abgrenzung neue Anlage/Erweiterung ist ja immer wieder ein Thema. Wenn ich das richtig verstanden habe, ist neben der räumlichen Nähe dafür ja insbesondere das jeweilige Inbetriebnahmedatum bzw. der Abstand derselben interessant (<1 Jahr: Erweiterung, sonst: neue Anlage).


    Hierzu frage ich mich, was wohl in dem folgenden Szenario gilt: Nehmen wir mal an, man baut eine Anlage, die knapp unter einer der maßgeblichen Grenzen ist (z.B. knapp unter 10 KWp). Aus optischen Gründen (Symmetrie oder so) bekommt sie aber ein oder zwei Module mehr, die auch physisch auf dem Dach montiert werden (im Rahmen der gleichen Trägerkonstruktion wie der Rest), aber in keiner Weise mit der Anlage verbunden werden. Den Rest (also die Fast-10-KWp-Anlage) meldet man ganz normal als EEG-Anlage an. Die überzähligen Module lässt man entweder als Reserve brach liegen oder nutzt sie z.B. für irgendwelche Versuche mit Inselsystemen oder zum Erwärmen von Warmwasser mit Gleichstrom - irgendeine Anwendung jedenfalls, die keinerlei Bezug zum Netz hat.


    Nach mehr als einem Jahr baut man einen kleinen WR an diese ein oder zwei Module. Ist das nun eine neue Anlage (weil die Module noch nie Vergütung bekommen haben und mehr als ein Jahr zwischen den Inbetriebnahmen als EEG-Anlage liegt) oder ist es eine Erweiterung der alten Anlage, weil die Module mit den anderen zusammen montiert wurden und schon als eine netzfreie Wasauchimmer-Anlage in Betrieb genommen wurden? Oder hat schon die erste Anlage die gesetzte Grenze gesprengt, weil man diese Module theoretisch jederzeit mit anschließen könnte?


    Hintergrund der Frage soll keine Trickserei sein, sondern die ernsthafte Überlegung, wie man überschüssige Dachfläche kosteneffizient (die Montage von ein oder zwei Modulen mehr ist viel günstiger als das nachträgliche montieren) und selbstverständlich legal nutzen kann.


    Viele Grüße,


    Jan

  • Hallo Jan,


    ich will es mal so sagen:
    Wenn du die beiden Module nur einfach auf das Gestell aufbringst, ohne sie elektrisch anzuschließen, dann sollte die spätere Inbetriebnahme nach 1 Jahr unproblematisch sein (also zumindest in der Hinsicht, dass keine EEG-Umlage fällig wird und auch vergütungsmäßig dann für die beiden Module der Bereich 1-10 kWp gilt).


    Die Meinungen gehen hier aber für den Fall auseinander, dass die beiden Module in dieser Zeit schon fleißig Strom (für Eigenverbrauch) produziert haben, weil sie dann ja gemäß § 5 Abs. 21 EEG 2014 nicht erneut erstmalig in Betrieb genommen werden können. Zumindest darf vorher damit noch kein Wechselstrom erzeugt worden sein:

    Viele Grüße

    Bento


    Auch an Tagen, an denen der Himmel grau ist, ist die Sonne nie ganz verschwunden.
    (Arnaud Desjardins)


  • Zitat von Bento


    Genau da ist doch der Hebel, so lang man den Strom nur DC nutzt, ist alles im Butter.


    Zitat

    Nach mehr als einem Jahr baut man einen kleinen WR an diese ein oder zwei Module...


    Rein praktisch würde ich versuchen den WR gleich so auszulegen, daß man die einfach da mit anschließen kann (also z.B. bei wenigen Modulen einen String verlängern).
    Alternativ würde ich gleich etwas schwächere Module verwenden um unter der Grenze zu bleiben und gleich alles anschließen.

  • Hi,


    Zitat


    und dauerhaft mit
    dem für die Erzeugung von Wechselstrom erforderlichen Zubehör installiert wurde


    Könnte man sich nicht auch an dem DAUERHAFT festhalten? Demnach dürfte man also einen Insel-WR zur Erzeugung von Wechselstrom durchaus auch mal temporär anschließen...


    Zitat


    Rein praktisch würde ich versuchen den WR gleich so auszulegen, daß man die einfach da mit anschließen kann (also z.B. bei wenigen Modulen einen String verlängern).


    Ginge das dann wirklich als zweite Anlage durch, wenn der Abstand über 12 Monaten liegt?


    Zitat


    Alternativ würde ich gleich etwas schwächere Module verwenden um unter der Grenze zu bleiben und gleich alles anschließen.


    Tatsächlich überlege ich, ob ich ein Modul für diverse Experimente (PV-Wassererwärmung, USV-Inselbetrieb, Batterietests) vorsehe und es nicht irgendwo in die Botanik stelle, sondern auf obige Weise mechanisch und optisch in eine Anlage integriere. Falls dann irgendwann das Interesse vorbei ist, kann es auch einspeisen - als zweite Anlage, um die Grenze nicht zu sprengen. Vielleicht bleibt es aber auch immer Testmodul...


    Viele Gruesse,


    Jan

  • Ist schon lustig......
    Es gab Zeiten, da konnte man die Module garnicht schnell genug in Betrieb nehmen (Module auf dem Boden ausgebreitet und damit Glühlampe zum Leuchten gebracht) und jetzt wird gefragt, wie man eine verzögerte IBN regelkonform hinbekommt.


    Aber genauso, wie das EEG die erste Version unterbunden hat, genauso macht es nun die zweite Version möglich.
    Ohne Anschluss an einen AC-Wechselrichter sehe ich da gute Karten.
    Wenn man sich nur auf das "dauerhaft" zurückzieht, sehe ich das Eis dünner werden, denn was bedeutet "dauerhaft"?
    - Verkauf der PV-Anlage --> EEG-Vergütung bleibt!
    - Vorübergehende Demontage wegen Dachsanierung --> EEG-Vergütung bleibt!
    - Abbau nach 20 Jahren --> sollte trotzdem wohl als dauerhaft gelten! :wink:

    Viele Grüße

    Bento


    Auch an Tagen, an denen der Himmel grau ist, ist die Sonne nie ganz verschwunden.
    (Arnaud Desjardins)