PV-Anlagen mit auslaufender EEG-Vergütung

  • Hallo,


    ich bin Neuling und prinzipiell sehr interessiert an der Photovoltaik. Ich hoffe jemand aus diesem Forum kann mir bei meinen Überlegungen helfen.


    Ich studiere momentan Energie- und Prozesstechnik an der TUM und beschäftige mich im Rahmen meiner Masterarbeit mit einer Entwicklung von potenziellen Geschäftsmodellen für PV-Anlagen mit einem Installationsjahr von 2001 und früher. Zu diesem Zweck würde ich gerne Interessen, Anforderungen und Gedanken von betroffenen Zielpersonen ermitteln, um meine Recherchen auf reale Kundenaussagen zu stützen. In Frage würden Anlagen kommen, die heute 14 Jahre alt oder älter sind.

    Ich möchte niemandem etwas verkaufen oder Werbung für etwas machen - mir geht es lediglich um eine Situationsanalyse bzw. einen persönlichen Austausch (gerne auch per Telefon). Damit Ihr einen Eindruck kriegt worum es mir geht, nenne ich exemplarisch ein paar Fragen, die ich entsprechenden Betreibern gerne stellen würde:


    Haben Sie sich schon Gedanken darüber gemacht, was mit dem Strom Ihrer PV-Anlage geschieht, wenn die 20-Jährige Vergütung durch das EEG ausläuft?
    Was machen Sie ab 2020 mit Ihrer Anlage?
    Ist es Ihnen wichtig, dass Ihre PV-Anlage weiter profitable Erlöse generiert?
    Ist für Sie eine Umstellung auf Eigenverbrauch ein interessanes Thema?
    Haben Sie vielleicht schon einen Batteriespeicher installiert?
    Was denken Sie ist Ihre Anlage noch wert?
    Was war damals die Intention bei der Inbetriebnahme der Anlage? Besteht diese Intention immernoch?
    Möchten Sie sich irgendwann eine neue PV-Anlage zulegen?
    Wissen Sie wie PV-Anlagen recycelt werden?


    Ich wäre sehr dankbar, wenn ein passender Anlagenbetreiber mit mir in Kontakt treten könnte - ich habe bereits einige Ideen und würde gerne ein marktreales Feedback bekommen.

    Ich bedanke mich herzlichst schon jetzt :danke:

    A1Flow - Masterand

  • Ich suche hier im Forum schon länger nach Antworten zu diesen Fragen. Ich denke: - nach 20 Jahren bekommt man nur noch die Grundvergütung von ca. 1,8cent pro kwh. (was ist mit den Anlagen des 1000 Dächer- Programs) - Ich werde deshalb meine Anlagen auf dem Dach als Hitzeschutz (vor Sonnenstrahlung) lassen, auf Eigenverbrauch anmelden und den kleinen Betrag vom EVU kassieren. - Große Erträge wird es nicht mehr geben. Der politische Sinn (Solar ins Rennen bringen) der durch das EEG verankert wurde ist ja finanziell erbracht und erfolgreich abgeschlossen. - Ein Batteriespeicher rechnet sich für mich dann mit eventuell 55 Lebensjahren nicht mehr (obwohl ich einen habe). Batteriespeichersysteme (Bleiakkus APZV ca. 5600 Ladezyklen bei 30% Entladung) die ordentlich gebaut sind kosten nun mal mind. 12.000€ für nutzbare 10kwh. Lithium Akkus sind für mich noch Zukunft. Hier wird schnell geforscht und wenn es soweit ist tausche ich meine Bleiakkus gegen neue Typen die man dann bezahlen und gut entsorgen kann. - Die Kinder sind aus dem Haus, der Verbrauch meiner Behausung liegt bei 4000 bis 6000kwh pro Jahr und wird nur noch ca. 1000€ im Jahr kosten. Licht kommt aus LEDs und noch mehr Elektrogeräte passen nicht mehr in die Küche. Wäschetrockner sind dank Wärmepumpe AAA+++ Geräte geworden und Straßenlampen verbrauchen auch nur noch 20Watt. Elektroautos werden, so denke ich maximal 15% des gesamten Stromverbrauchs ausmachen. Wenn ich mein Auto auf der Arbeitsstelle unter dem Sonnenschutz Solar-Carport laden kann rechnet sich dann der Kauf. - Ich rechne zeitnah mit einem Einbruch der Strompreise auf ca. 20cent pro kwh. Ich habe meine ersten PV-Anlagen als Renditeanlagen gebaut. Ein schlechtes Gewissen anderen Energiekunden hatte und habe ich auf keinen Fall dabei. Es hat ja auch Geld und Fleiß gekostet. Jetzt baue ich Anlagen mit Eigenverbrauch und zum Dachschutz vor Hitze. Vor allem werde ich für mich weitere Anlagen unter 10kwp bauen. Heute wieder wegen der Rendite. Der Vergütungspreis nach EEG ist wieder leicht gestiegen. Ich gehe zu Hausbesitzern, rede mit denen über eine Dachanlage bei der die Dachmiete aus dem Eigenverbrauch generiert wird und die Ausschüttung nach EEG mir gehört. Der Kapitalist hat nur noch wenig Interesse an PV da sich keine großen Geldbeträge mehr bewegen lassen. Endlich ist mit Sicherheit der Kleine dran. Recyceln ist bei Solarmodulen noch nicht ganz so einfach. Viele sagen, Kabel abschneiden und in Kupferschrott und Rahmen abkloppen und in Aluschrott. Was ist mit den Strombahnen im Modul aus Kupfer und Lötzinn? Sollen die beim Einschmelzen der Glasscheibe verdampfen oder gibt`s da schon was Eon. Und was geschieht mit dem wirklichen Dünnschichtgift. Erst mal müssen die Module wirklich schlecht werden. Wie soll das geschehen. Gruß Steffen

  • Danke für die ausführliche Antwort und die kostbare Meinung!
    Um die Situation genauer nachzufühlen würde ich gern noch wissen:


    Liege ich richtig in der Annahme, dass die Altanlage auf maximalen Ertrag dimensioniert wurde?
    Wurde damals darauf geachtet die größtmögliche südliche Dachfläche abzudecken?
    Wie lange Lebenszeit geben Sie Ihrer Anlage noch?
    Wie wichtig ist Ihnen allgemein die Unabhängigkeit von EVUs? Mitgrund für PV überhaupt oder nur positiver Nebeneffekt?
    Ist Ihr Haus technisch bereits auf Eigenverbrauch vorbereitet? (Verkabelung, Zähler, ...)
    Warum haben Sie sich überhaupt einen Speicher zugelegt, obwohl sie klar sagten es rentiert sich nicht - wie nutzen Sie diesen?
    Ist Ihr Wechselrichter gedrosselt bzw. nimmt Ihre Anlage per Fernsteuerung durch den EVU am Einspeisemanagement teil?
    Gibt es bei Ihnen die Möglichkeit Module auch nach Ost bzw West zu installieren? Ist das gar schon realisiert?
    Wären Sie prinzipiell bereit ihre Anlage mechanisch für den Eigenverbrauch zu optimieren? (Also die Module z.B. neuausrichten / eine Nachführung nachrüsten / die Anzahl reduzieren und einen Teil der Module z.B. verkaufen?)



    Ich bin sehr dankbar über Gedanken jeglicher Art...
    LG A1Flow

  • Auch wenn es bei mir noch lange nicht ansteht, geht prinzipiell nicht folgendes:
    Hier stand doch, wenn ~30% der Anlage gewechselt/getauscht werden, dann gilt die ganze Anlage als neue Anlage.
    Sprich man tauscht zB die WR oder 30% der Module auf aktuelle (kost nicht die Welt) und die gesamte Anlage gilt dann als neu. Die müßte mann/frau dann doch wieder 20 Jahre EEG bekommen.
    Das FInazamt wird es freuen, weil damit natürlich viel gewinn abfällt, weil kaum Abschreibung. Somit sind die schon mal für die Lösung.
    Oder liege ich da falsch?


    VG
    Zehti

  • wie ist das denn mit der EEG Umlage bei Anlagen bis 10Kwp? Die Befreiung von der EEG Umlage auf den Eigenverbrauch gilt auch nur für die 20 Jahre... ? Villeicht sollte man die Anlagen nach 20 jahren abmelden und nur noch privat nutzen ( incl. Warmwasser)

    Alle sagten das geht nicht. Dann kam einer, der wusste das nicht, und hats einfach gemacht.

  • Zitat von zehti


    Sprich man tauscht zB die WR oder 30% der Module auf aktuelle (kost nicht die Welt) und die gesamte Anlage gilt dann als neu. Die müßte mann/frau dann doch wieder 20 Jahre EEG bekommen.


    Sehr interessanter Ansatz. Kann das mit den 30% jemand bestätigen? Ein direkter Verweis auf den entsprechenden EEG Text wäre hilfreich. Mich würde interessieren welche zusätzlichen Investitionen denn nötig wären - die Altanlagen wurden ja gemäß Richtlinien 2000 installiert.


    Gruß

  • Zitat von A1Flow

    Sehr interessanter Ansatz. Kann das mit den 30% jemand bestätigen? Ein direkter Verweis auf den entsprechenden EEG Text wäre hilfreich. Mich würde interessieren welche zusätzlichen Investitionen denn nötig wären - die Altanlagen wurden ja gemäß Richtlinien 2000 installiert.


    Gruß



    Das ist nicht korrekt. Man kann sogar die gesamte Anlage (100%) tauschen gegen neue Komponenten und diese bekommt dennoch die Vergütung der Altanlage für den Rest des EEG Zeitraums.


    (Fachwort: repowering)

  • Zitat von A1Flow

    Sehr interessanter Ansatz. Kann das mit den 30% jemand bestätigen? Ein direkter Verweis auf den entsprechenden EEG Text wäre hilfreich. Mich würde interessieren welche zusätzlichen Investitionen denn nötig wären - die Altanlagen wurden ja gemäß Richtlinien 2000 installiert.


    Gruß


    Das ist doch Käse. Module, die schon einmal EEG Vergütung hatten, bekommen nichts mehr. Ob es überhaupt nach 20 Jahren noch was gibt, wird durch die Lobbyisten entschieden. Die 3.x ct/kWh Börsenpreis vielleicht. Aber meine Glaskugel sagt nichts dazu.


    Gruß
    MBiker_Surfer

    Gruß
    MBiker_Surfer


    Elektrisch: Nikola Gotway 100V

  • Es gab Zeiten mit über 40cent pro Kwh Vergütung. Ich bekomme für eine Anlage 39,5cent. Ich habe sie im Internet (unter http://solarlog-home0.de/kapelle/ ) veröffentlicht um meinen Kunden zu zeigen dass es wirklich geht. Ich hatte schon Kunden die wollten selber nicht glauben das es geht, aber da der Nachbar eine Anlege hat muss er auch eine haben. Bei einer Test - Inbetriebnahme drehte sich auf einmal am alten Zähler die Scheibe rückwärts. Er kam daraufhin mit 2 Flaschen Bier aus dem Haus und freute sich. Nun zu Deinen Fragen. Erste Anlagen von vor 5 und mehr Jahren waren reine Renditeanlagen. Es wurde vorrangig nach Südflächen Ausschau gehalten. Die Lebenszeit meiner Anlage ist nach hinten für mich endlos. Ich habe vor ca. 25Jahren 4 Module von Panasonic zu einem sehr hohen Preis für eine Inselanlage verschalten. Die 12 Volt Bleiakkus (200Ah 2Stück) sind schon mehrfach getauscht. Die Platten mit 160Wp stehen wie eine Eins. Ich kann keine Verluste feststellen. Eine Unabhängigkeit vom EVU will ich gar nicht. Was soll ich im Sommer mit der vielen Energie. Im Winter muss ich vom EVU kaufen obwohl ich einen fetten Akkuspeicher habe. Bei mir zu Hause habe ich eine 8,8kwp Südanlage. Ich bekomme 15cent Vergütung. Ergo bekomme ich jeden Monat ca. 100€ vom EVU. Von dem Geld kaufe ich im Winter die Energie vom EVU. Heute baue ich auch Ost-West ausgerichtete Anlagen. Hier habe ich früh zeitiger und Abend später noch Energie. Ein Rundsteuerempfänger für 150€ wird nicht mehr benötigt. Für 10kwp reicht hier ein 7kwp Wechselrichter mit 2 MPP Trackern aus. Ideal zB. Ein Kostal 7.0 mit 3 phasiger Einspeisung. Wer soll denn für die Städte den Ökostrom erzeugen. Die dezentrale Energieversorgung emanzipiert die ländliche Geschäftstätigkeit gegenüber den Städten. Viele haben die Chancen genutzt und eine PV Anlage gebaut. Die 70% Reglung muss am Einspeisepunkt realisiert bzw. garantiert werden. Ein Solarlog macht das mit links und Fieber. Eine Nachführung einer Anlage muss Bautechnisch erst einmal genehmigt werden. Sobald ich meine Dachfläche um mehr als 30cm verlasse brauche ich auch eine Baugenehmigung. Rechnen tut sich eine PV-Anlage heute genauso wie vor 5 Jahren. Module würde ich bestimmt nicht verkaufen. Warum auch? Die arbeiten doch für mich. Und was wichtig ist: Die Sonne können mir die Lobbyisten nicht verbieten. Wie viele Energiequellen wurden durch Zertifizierung und solchen Scheiß für den kleinen Mann unbedeutend. Wind und Sonne ist dauerhaft kostenlos. Nun zu zethi`s Ausführungen: Ich weiß das man Module ersetzen kann. Die Anlagenleistung darf aber nicht steigen. Ich müsste in dem Fall aber auch nur eine Neuanmeldung für die zusätzliche Leistung machen. Was wäre bei Diebstahl, technischen Defekte oder Hagelschlag. Ein Wechselrichter kann immer ohne Probleme getauscht werden. Hier reicht ein kleines Schreiben an den Bearbeiter des EVUs wenn es ein anderer Typ ist. Falsch ist das ich Vergütungsanspruch verliere. Wenn ich mit meiner Anlage umziehe müssen die Wechselrichter den neuesten Bestimmungen gerecht werden. Es gibt für spezielle Fragen zum EEG eine Clearingstelle. Die Geschichte mit dem Eigenverbrauch ist auch noch nicht fertig ausgekocht. Ich zahle für die Mohrrüben aus meinem Garten auch keine Eigenverbrauchssteuer. Der Radfahrer sollte auch eine KFZ und Sprit - Steuerausfallsteuer zahlen. Oder? Gruß Steffen – kann heute keine Fehler korrigieren – muss zum Saufen

  • SteffenKa.


    Wer einen Kostal 7 k WR als ideal darstellt - nun ......
    Um 70% günstig zu realisieren braucht man keinen Solarlog usw. usw.
    Zum Lachen war Dein Beitrag aber schon geeignet


    Gruß
    MBiker_Surfer

    Gruß
    MBiker_Surfer


    Elektrisch: Nikola Gotway 100V