2. PV-Anlage für Direktvermarktung

  • Hallo zusammen,


    meine Eigene Anlage 6,68 kWp läuft seit Anfang 2014 auf meinem eigenen Dach.


    Nun habe ich evtl. die Möglichkeit, auf einem anderen Dach (MFH 4 Wohnungen je zwischen 50 und 60 qm) ebenfalls eine PV-Anlage zu installieren. Nun überlege ich, ob dies eine lohnende Investition ist. Zur Zeit trage ich alle möglichen Informationen zusammen, um eine entsprechende Wirtschaftlichkeitsberechnung bezüglich Direktvermarktung zu erstellen.


    Was mich nun noch interessiert ist, ob jemand von euch weiß wie das ganze steuerlich bzw. mit sonstigen Bestimmungen wegen Einspeisevergütung etc. läuft. Die Anlage würde ich in den Geschäftsbetrieb der bisherigen Anlage integrieren wollen. Wie läuft die Vergütung mit der (Gesamt-)Anlagengröße. Wird da jede Anlage separat betrachtet, oder werden alle Anlagen zusammengerechnet, die im Bestand sind. Also nehmen wir an, ich baue auf das neue Dach eine Anlage mit ca. 9,5 kWp. Wir diese zu meiner bestehenden Anlage gerechnet? Gilt dann z.B. die EEG-Umlage bei Anlagen > 10 kWp?


    Evtl. kann ich das Vorhaben dann schon beerdigen. Hoffentlich aber nicht. Bin gespannt auf euren Input.


    Vielen Dank
    Rainer

    Module: 23x LG290N1C-G3, S-20°(West), DN45° und 16° - 6,67 KWp

    Wechselrichter: SMA Tripower 7000TL-20

    Energiemanager: Sunny Home Manager 2.0

    Ladestation: SMA EV Charger 22

    Stromanbieter: awattar

  • Hallo Rainer,


    Zitat von Rennsemme

    ..meine Eigene Anlage 6,68 kWp läuft seit Anfang 2014 auf meinem eigenen Dach.


    Nun habe ich evtl. die Möglichkeit, auf einem anderen Dach (MFH 4 Wohnungen je zwischen 50 und 60 qm) ebenfalls eine PV-Anlage zu installieren. Nun überlege ich, ob dies eine lohnende Investition ist. Zur Zeit trage ich alle möglichen Informationen zusammen, um eine entsprechende Wirtschaftlichkeitsberechnung bezüglich Direktvermarktung zu erstellen.


    Zunächst einmal: Die Anlagen werden nicht zusammengefasst, wenn sie nicht in direkter räumlicher Nähe liegen oder mehr als ein Jahr zwischen deren Inbetriebnahmen liegt. Das Zweite ist bei dir auf jeden Fall erfüllt --> also keine Zusammenfassung.


    Du willst also eine vermutlich recht überschaubare PV-Anlage errichten und an die Mieter Strom liefern. Das würde ich mir echt überlegen, obwohl ich gerade heute gelesen habe, das es da demnächst ein Fördermodell (evtl. nur NRW?) geben soll, bei dem man bis zu 30.000,- € Förderung für die Erstellung der Zählerkaskaden bekommen soll.


    Auf dem Vierfamilienhaus werden vermutlich auch nicht mehr als max. 20 kWp draufgehen. Selbst bei Volleinspeisung reden wir hier über einen Jahresbetrag von etwas über 2.000,- €, nur um mal das Volumen zu sehen. Dafür musst du mit allen Mietern Verträge abschließen und mit ihnen abrechnen, wobei sie ja letztendlich nur den Strom von dir beziehen können, den du tagsüber erzeugst. Das wird im Winter ein Tropfen auf den heißen Stein sein und wenn du im Sommer mittags was anbieten kannst, dann sind die Berufstägigen nicht in der Wohnung (Familien mit Kindern wird es bei 50-60m² eher Wenige geben). Wenn du dann noch ein Gesamtversorgungskonzept sicherstellen musst, exponentiert sich der Aufwand.


    Hast du dir schon mal überlegt, zu welchem Preis du deinen Strom dann verkaufen würdest?
    Das Maß aller Dinge müsste für dich die EEG-Vergütung sein, denn die bekommst du problemlos ohne ohne großen Abwicklungsaufwand, aber kennst du ja schon. :wink:
    Wenn du jetzt deinen Strom an Dritte verkaufen möchtest, dann fallen schon mal 6,88 Cent/kWh EEG-Umlage ab 2017 an. Du müsstest also mindestens (12,31 +6,88) +19% USt. = 22,84 Cent/kWh brutto von den Mietern nehmen, ohne dass für dich ein wirtschaftlicher Vorteil zur Einspeisung herausspringt. Wenn du deinen Aufwand und vielleicht noch ein wenig Gewinn berücksichtigst, dann kann ich mir nicht vorstellen, dass am Ende eine für die Mieter interessante Option herauskommt. Das wird evtl. dann interessant aus Mietersicht, wenn man lange dort wohnen bleiben möchte (relative Preissicherheit) und mit fallender EEG-Umlage in den kommenden Jahren rechnet.


    Für mich würde da nur Volleinspeisung infrage kommen.

    Viele Grüße

    Bento


    Auch an Tagen, an denen der Himmel grau ist, ist die Sonne nie ganz verschwunden.
    (Arnaud Desjardins)


  • Servus die PV Anlagen werden als zwei getrennte Anlagen betrachtet nach EEG Gesetz, aber die Neue Anlage auf dem Mietshaus bietet ein Interessantes Geschäftsmodell Mieterstrom. Umlagen & Steuern sind abzuführen es bringt mehr als die Volleinspeisung, nur etwas mehr Verwaltungsaufwand....



    mit sonnigen Grüßen aus dem Süden von Deutschland Josef Simon 8)

    Für Energie Alternativen Solarstrom Simon aus Bayern München / Olching

  • Zitat von Solarstrom_Simon

    ....nur etwas mehr Verwaltungsaufwand....


    hüstel......hüstel.....hüstel....


    Kannst du mal den genauen Ablauf aus Sicht des Betreibers für das "Geschäftsmodell Mieterstrom" beschreiben?

    Viele Grüße

    Bento


    Auch an Tagen, an denen der Himmel grau ist, ist die Sonne nie ganz verschwunden.
    (Arnaud Desjardins)


    Einmal editiert, zuletzt von Bento ()

  • Zitat von Solarstrom_Simon

    Umlagen & Steuern sind abzuführen es bringt mehr als die Volleinspeisung, nur etwas mehr Verwaltungsaufwand....


    Könntest du das mal in Zahlen ausdrücken?

    Gruß PV-Express



    46 x Sunowe 195Wp Mono, SMA STP8000TL10, Ausrichtung - 40°Az, Dachneigung 35°, IBN 5/2012

  • Das mit der EEG-Umlage habe ich noch nicht ganz verstanden. Bei dem was ich bisher gelesen habe, gibt es einen Unterschied, ob ich an den Mieter direkt verkaufe (also im Haus), und das öffentliche Stromnetz nicht belaste, oder ob ich das Modell beispielsweise mit meinem Nachbarn fahre, wodurch ich das Netz belaste und somit EEG-Umlage fällig wird.


    Aktuell bin ich wie gesagt noch nicht so weit, dass ich mir ein Urteil erlaube. Noch sammle ich Unterlagen, und dann werde ich eine Wirtschaftlichkeitsrechnung aufstellen.


    Das mit dem Aufwand ist so eine Sache. Wenn ich 8 Stunden am Tag zur Arbeit gehe und 2 Std. Fahrzeit oben drauflege und dafür 100 Euro netto am Tag bekomme, dann arbeite ich auch für 10 Euro die Stunde. Und dann gehöre ich aber nicht zu den schlechten Verdienern.... Ist also alles relativ.

    Module: 23x LG290N1C-G3, S-20°(West), DN45° und 16° - 6,67 KWp

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    Energiemanager: Sunny Home Manager 2.0

    Ladestation: SMA EV Charger 22

    Stromanbieter: awattar

  • Sobald du den Strom an Dritte verkaufst, egal ob durchgeleitet oder nicht, ist die volle EEG-Umlage fällig.


    Das sind dann inkl. Einspeiseverlust 19ct. Du müsstest also jetzt schon inkl MwSt 22ct pro kWh von deinen Kunden verlangen um kein Verlust ggü. Volleinspeisung zu machen. So und jetzt rechne noch dazu was du zusätzlich für deinen "kleinen" Aufwand inkl. möglichem Ärger bei nichtzahlenden Kunden usw. noch draufschlagen möchtest. Das mal deinem Ertrag gibt deinen max. Gewinn.


    Aktuell gibts Anbieter mit 23ct kWh ohne Wechselboni.

    Gruß PV-Express



    46 x Sunowe 195Wp Mono, SMA STP8000TL10, Ausrichtung - 40°Az, Dachneigung 35°, IBN 5/2012

  • Zitat von PV-Express

    Sobald du den Strom an Dritte verkaufst, egal ob durchgeleitet oder nicht, ist die volle EEG-Umlage fällig.


    So siehts aus!

    Viele Grüße

    Bento


    Auch an Tagen, an denen der Himmel grau ist, ist die Sonne nie ganz verschwunden.
    (Arnaud Desjardins)


  • Hallo Rainer,


    von welcher Größenordnung sprechen wir denn überhaupt?
    Wer ist der Eigentümer der Wohnungen bzw. wem gehört das Dach?


    Ich betreibe auch viele PV-Anlagen und mach Stromverkauf an Dritte, durch den Schmarrn mit der EEG-Umlage ist der "Zuverdienst" gegenüber Volleinspeisung aber nicht sehr hoch.

    Servus
    Toni


    Luschenjagd aufgegeben.
    Elektrisch unterwegs mit Leaf II

  • Zitat

    Ich betreibe auch viele PV-Anlagen und mach Stromverkauf an Dritte, durch den Schmarrn mit der EEG-Umlage ist der "Zuverdienst" gegenüber Volleinspeisung aber nicht sehr hoch.


    Gegenüber dem Grundanbieter kannst du minimal günstiger sein, aber die ersten 5 oder 10 günstigsten Angebote wirst du nicht schlagen, außer es sind Tarife mit sehr geringer Grundgebühr udn relativ hohem Arbeitspreis. Der "Markt" spielt sich doch im Wesentlichen im Bereich von plus/minus wenigen Cent pro kWh ab, weil die ersten 15-20ct/kWh schon durch Umlagen, Abgaben und Steuern fest sind.


    Bei den Kosten sind natürlich noch die geeichten Zähler zu berücksichtigen. Die sind an sich zwar günstig, aber wie lang wird es noch Ferraris geben und MID gilt nur 8 Jahre. Wenn man sich an die Vorgaben des MsbG halten muß, kann man das nicht mal mehr selbst handeln, da braucht man noch einen Meßstellenbetreieber der die ganzen Anforderungen erfüllt. Das geht bei einem Kunden gut, nimmt man einfahc den Grundzuständigen und springt da auf, bei vielen Einheiten wird man das preislich auch hinbekommen aber irgendwo zwischen zwei und 50 oder 100 wird es schwierig werden.


    BW hat im Koalitionsvertrag stehen, daß sie das fördern wollen, gelesen ahbe ich noch nichts drüber.