PV Anlage privat, Stromverkauf an eigenes Gewerbe?

  • Hallo zusammen,


    ich habe vor gut einem Jahr die Planung einer PV Anlage aufgegeben, da mir bei meiner persönlichen steuerlichen Situation davon abgeraten wurde.


    Ich möchte eigentlich als Privatperson eine PV Anlage errichten (ca. 5 KW).
    In unserem Haus (umgebauter Bauernhof) wohnen wir selber und ich betreibe ein Gewerbe (Vermietung von Ferienwohnungen)


    Bisher haben wir den Strom pauschal steuerlich verteilt (35% der Kosten sind privat und 65 % der Kosten entfallen aufs Gewerbe.


    Wenn ich nun eine PV Anlage privat errichte, dann wurde mir gesagt, dass ich bei angenommenen 5.000 KW/h pro Jahr PV-Produktion und angenommenen 3.000 KW/h Eigenverbrauch folgende Situation hätte:


    2.000 KW/h werden eingespeist und ergeben ca. 250,00 EURO Einspeisevergütung


    3.000 Kw/h Eigenverbrauch ergeben ca. 450,00 EURO Einsparung zum gekauften Strom (Differenz von Vergütung zu tatsächlichen Strompreis.


    Ich hätte also eine Kosteneinsparung von insgesamt 650,00 EURO pro Jahr aus der Anlage (natürlich ganz vereinfacht gerechnet. Und natürlich müsste ich auch Steuern zahlen.


    Da ich aber von den eingesparten 650,00 EURO bei 65 % 422,50 Euro fürs Gewerbe verbrauche (bei meiner o.g. Verteilung) kann ich davon keine Vorsteuer abziehen und die Kosten auch nicht von der Steuer absetzen.


    Also bei 19% Steuer 80,27 EURO und ca. EUR 100,00 EURO entfallender Steuerabzug ergeben ca. 180,00 EURO die mir die PV Anlage weniger Ertrag bringt.


    Also hätte ich nurmehr ca. 470,00 EURO pro Jahr tatsächliche Kosteneinsparung durch die Anlage und das noch ohne persönliche Steuer gerechnet. (Alles natürlich sehr vereinfacht gerechnet)


    Das würde meine Anlage natürlich uninteressant machen.



    So und nun möchte ich das doch noch zur Sicherheit zur Diskussion stellen. Ist das wirklich so, oder gibt es einen vom Finanzamt anerkannten Weg?


    Könnte ich z.B. meinen durch die PV Anlage erzeugten Strom gemäß der bisherigen Verteilung an das Gewerbe weiter verrechnen?


    Oder gibt es eine andere Lösung?


    Die steuerliche Aufteilung Privat / Gewerbe möchte ich nicht ohne Not aufgeben, da das noch eine Reihe anderer Kosten betrifft, die nicht genau getrennt werden können und ich vermute, dass das FA nicht einen einzelnen Posten separat herausnehmen wird.


    Vielen Dank vorab für eventuelle Ratschläge und Informationen.


    Halodri

    Gerechtigkeit ist nicht zu erreichen. Gerecht verteilt ist nur der Verstand, da meint jeder er hätte genug abbekommen!

  • Moin,


    irgendwie blicke ich nicht, was Du mit 'Privat' meinst. Im nächsten Zug schreibst Du was von Einspeisung und Umsatzsteuer. Du solltest mal zurück auf Null - Du bringst hier alles durcheinander.


    Privat heißt: keine Einspeisung, keine Anmeldung, keine steuerliche Seite - also Inselanlage.
    Ansonsten kannst Du selbstverständlich den EV des Gewerbes Deinem PV Gewerbe als Kosten zurechnen.


    Gruß
    MBiker_Surfer

    Gruß
    MBiker_Surfer


    Elektrisch: Nikola Gotway 100V

  • was soll das bringen, den Strom ans eigene Gewerbe zu verkaufen?
    die Einnahmen durch den Stromverkauf erhöhen deine Einnahmenseite,
    die Ausgaben für den Strom erhöhen die Ausgabenseite.
    rechte Tasche- linke Tasche... also vergiss es!
    Eigenverbrauch direkt verbrauchen und gut. Damit senkst du dann deine Stromkosten.

    Komplizierte Vorgänge immer dem faulsten Mitarbeiter geben. Er wird die einfachste Lösung finden!

  • Zitat von machtnix

    was soll das bringen, den Strom ans eigene Gewerbe zu verkaufen?
    die Einnahmen durch den Stromverkauf erhöhen deine Einnahmenseite,
    die Ausgaben für den Strom erhöhen die Ausgabenseite.
    rechte Tasche- linke Tasche... also vergiss es!
    Eigenverbrauch direkt verbrauchen und gut. Damit senkst du dann deine Stromkosten.


    Natürlich ist das rechte Tasche/linkte Tasche. Aber die Kosten und EÜR sehen nachher sauber aus.


    Zitat

    Eigenverbrauch direkt verbrauchen


    ?? - was meinst Du denn damit?


    Gruß
    MBiker_Surfer

    Gruß
    MBiker_Surfer


    Elektrisch: Nikola Gotway 100V

  • Zitat von MBIKER_SURFER

    Eigenverbrauch direkt verbrauchen?? - was meinst Du denn damit?


    einfach Anlage aufs Dach und so viel Strom wie möglich selbst verbrauchen.
    es giebt nichts Schöneres als seinen eigenen Strom für 5cent /kwh zu erzeugen.
    Da darf dann auch im Sommer das Warmwasser für die Ferienwohnungen mit PV Strom gemacht werden.
    Der Überschuss darf trotzdem eingespeist werden. Dafür bekommst du eine Pflichtvergütung nach dem EEG.
    Aber lasst den Unfug mit der Umsatzsteuererstattung, unentgeltlicher Wertabgabe, Abschreibung und Sachentnahme.
    Das lohnt sich bei hohem Eigenverbrauch nicht.

    Komplizierte Vorgänge immer dem faulsten Mitarbeiter geben. Er wird die einfachste Lösung finden!

  • Zitat von machtnix

    Der Überschuss darf trotzdem eingespeist werden. Dafür bekommst du eine Pflichtvergütung nach dem EEG.
    Aber lasst den Unfug mit der Umsatzsteuererstattung, unentgeltlicher Wertabgabe, Abschreibung und Sachentnahme.
    Das lohnt sich bei hohem Eigenverbrauch nicht.


    Hm - das verstehe , wer will. Du bekommst EEG Vergütung und willst nicht abschreiben, obwohl Du die Einnahmen versteuern musst? Aber solche Vorschläge machst Du ja öfter.......


    Gruß
    MBiker_Surfer

    Gruß
    MBiker_Surfer


    Elektrisch: Nikola Gotway 100V

  • Hallo machtnix,


    das Schlimme bei deinen Aussagen ist, dass du sie in einem Brustton der Überzeugung bringst, dass Neuleser es tatsächlich glauben könnten. :roll::roll::roll:


    Wie soll das gehen: EEG-Vergütung kassieren und keine Sachentnahme für den Eigenverbrauch?


    Zur Abschreibung hatte Martin ja schon was geschrieben.

    Viele Grüße

    Bento


    Auch an Tagen, an denen der Himmel grau ist, ist die Sonne nie ganz verschwunden.
    (Arnaud Desjardins)


  • Zitat von Halodri


    Da ich aber von den eingesparten 650,00 EURO bei 65 % 422,50 Euro fürs Gewerbe verbrauche (bei meiner o.g. Verteilung) kann ich davon keine Vorsteuer abziehen und die Kosten auch nicht von der Steuer absetzen.


    Den Satz verstehe ich nicht. Vermietung von Ferienwohnungen ist doch (im Gegensatz zur Vermietung von Wohnraum) umsatzsteuerpflichtig. Ok, du könntest KUR machen, bezweifle ich bei drei Wohnungen zwar, aber nehmen wir es mal an.
    Die Wahl der KUR hast du als Unternehmer für all deine Unternehmen insgesamt nicht für jedes einzelne (und auch die 17500-Euro-Grenze gilt für die gesamt), die würde also auch die PV erfassen, damit gibt es gar keine Vorsteuer erstattet.


    Was du völlig übersehen hast, ist, daß du Strom an deine Mieter also Dritte lieferst und dafür wird volle EEG-Umlage fällig, was den Ertrag schmälert. Um die zahlen zu können, mußt du sie (geeicht) messen. Wenn du dann deshalb eine Messung hast, dürfte es schwer werden dem Finanzamt klar zu machen, daß du weiter pauschal aufteilen willst.


    Meine Ansätze wären:
    1. spendiere den Wohnungen einen eigenen Anschluß und jemand, der da auch noch wohnt (auf jeden Fall nicht du), baut eine PV aufs Dach und meldet den Stromzähler fürs Haus auf sich an. Damit hat man wieder den 08/15-Fall, wie er tausendfach in Deutschland realisiert ist, Anlage unter 10kWp, Eigenversorgung und damit keine EEG-Umlage.
    2. Irgendjemand außer dir baut die PV aufs Dach und macht Volleinspeisung. dürfen dann gerne mehr als 5kWp werden, so klein wird das Dach ja wohl nciht sein, wenn da vier Wohneinheiten drunter passen
    3. so lassen wie es ist


    Erstens willst du nach deinen Aussagen nicht, bleiben die anderen zwei zu prüfen.


    Die EEG-Umlage kann man bei Lieferung an Dritte übrigens auch nicht umgehen, wenn man nicht einspeist, egal wie oft das behauptet wird. Jedenfalls nicht, wenn man sich an die Gesetze hält.


    edit: deine Rechnung stimmt nicht, das ist schon etwas komplizierter insbesondere darf man niemals brutto und netto in einen Topf werfen ohne das zu begründen


  • So geht es mir auch öfter (sehr oft) - einfach nicht wahr.


    Gruß
    MBiker_Surfer

    Gruß
    MBiker_Surfer


    Elektrisch: Nikola Gotway 100V

  • Zitat von MBIKER_SURFER

    Wie soll das gehen: EEG-Vergütung kassieren und keine Sachentnahme für den Eigenverbrauch?


    mit der EEG Vergütung hat das alles nichts zu tun, die Vergütung bekommst du per Gesetz, wenn du die Anlage ordentlich anmeldest und registrieren lässt.
    wenn die Anlage nicht steuermindernd abgesetzt wird, dann braucht man auch keine Sachentnahme zu versteuern.
    das ist doch logisch.
    genauso mit der Umsatzsteuer. Wenn keine Erstattung der Vorsteuer erfolgt, dann braucht auch keine unentgeltliche Wertabgabe versteuert zu werden.
    Aber klar die Einnahmen müssen dann versteuert werden!
    Kein Finanzamt hat etwas dagegen, wenn du nur deine Einnahmen angiebst.
    Macht also besonders bei kleinen Anlagen mit hohem Eigenverbrauch Sinn, bei denen die Vergütung nicht so hoch ausfällt.
    Das sollte dann überschaubar bleiben.
    So einfach ist das... :!:

    Komplizierte Vorgänge immer dem faulsten Mitarbeiter geben. Er wird die einfachste Lösung finden!