PV trotz Verschattung sinnvoll ?

  • Hallo liebe Solargemeinde,


    ich spiele mit dem Gedanken mich in die Reihe der Photovolatiker einzureihen,
    bin mir aber nicht sicher wie sinnvoll das ganze bei meiner Geländesituation wäre.


    Jährlicher Stromverbrauch ca. 4000 kWh
    Lage des Daches ist der Südosten von München, Neigung ca. 28 Grad, Ausrichtung ca. 186°, wenn ich Google Earth richtig verstanden habe.


    Leider steht auf dem Nachbargrundstück eine ca. 15 m hohe Buche, die innig von der Nachbarin geliebt wird.
    Daß die Ihre eigene Solarthermieanlage in der Leistung massiv beschneidet, ist Ihr bewusst, wird aber ausgeblendet .... :(
    Ob es eine Möglichkeit gibt den Baum schonend zu kürzen, um unter Dachnievau zu kommen, muss sich erst noch erweisen.


    Also würde ich meine Anlage mit Baum planen, alles was sich in der Zukunft noch ändert wäre als Bonus zu sehen.


    Bei Standardmodulen (1 x1,67) würden 22- 24 Module aufs Dach passen.




    Wenn ich schon PV installiere, würde ich gern zukunftsfähig bauen, d.h. zu einem späteren Zeitpunkt sollen evtl. (Brauchwasser)-Wärmepumpe, Elektroauto, Speicher, etc. dazu kommen.


    Soviel zum wollen, ob das mit der aktuellen Schattenlage überhaupt sinnvoll umzusetzten ist, kann ich leider nicht beurteilen.
    Die Beiträge zum Thema Schatten reichen von "Um Gottes willen bloß nicht" bis zu "mit Optimierern machbar", also nicht entscheidungsfördernd :)


    Also hoffe ich auf die geballte Kompetenz diese Forums auf die Frage "Soll ich oder soll ich nicht".


    Viele Grüße
    ein verunsicherter Möchtegern Solarstrom-Nutzer


    Andreas

  • Moin AndiSol,


    willkommen im PV-Forum :D


    Welchen Baum meinst Du denn jetzt? Den im Südosten oder die Bäume im Südwesten.
    Und 186° sind in der PV Sprache +6° Ausrichtung :D


    Gruß
    MBiker_Surfer

    Gruß
    MBiker_Surfer


    Elektrisch: Nikola Gotway 100V

  • Hallo Andreas,


    das Einkürzen von Bäumen wird meist durch Nachbarn, die Baumsatzung und den recht sicheren Tod des Baum verhindert. Es gibt Dinge, auf die Buchen recht empfindlich reagieren, aber das ist nicht nett.


    Also bei mir sind auch Bäume im Weg, im tiefen Winter und im Hochsommer ist es am ärgsten. Der Ertrag lohnt sich dennoch, du solltest auf ein gutes Schattenmanagement und evtl. zwei MPP-Tracker setzen. Bei mir kann ich das Suchen des Arbeitspunkts bei teilweiser Verschattung manchmal im Log richtig gut erkennen, funktioniert ganz gut.


    Herr 3x

  • Moin Andreas,


    natürlich wird das fast jeder Anbieter bauen. Aber so dicht so einen hohen Baum?? Du hast ja nur ca. SSO bis SSW keinen Schatten. Da würde ich zuerst mal jeden Monat bis Mai wenigstens 1 X um 9 Uhr, 12 Uhr und 15 Uhr Bilder machen. Bzgl. Einspeisevergütung verlierst ziemlich sicher nichts. Aber Du gewinnst Sicherheit. Oder eben mit einem Schattenanalyseprogramm (z.B. PV Sol) den Schatten berechnen lassen. Module über 10% fallen raus.


    Gruß
    MBiker_Surfer

    Gruß
    MBiker_Surfer


    Elektrisch: Nikola Gotway 100V

  • Andreas,


    dazu kommt noch, das der Baum noch weiter wächst?


    Mann sollte also bei der Schattenanalyse davon ausgehen, dass sich die gesamte Krone noch ausdehnt.
    Kleiner Trost, ab Spätherbst sind die Blätter unten :D - dafür steht die Sonne tiefer :?

  • Hmmm,


    das bedeutet alle Module die eine Minderleistung durch Verschattung von größer 10% haben, sollten nicht gelegt werden ??


    Aber das bedeutet doch eigentlich nur, daß ich bei einem 300Wp Modul nur 270 Wp habe, also bei einem 30% verschatteten Modul halt nur noch 210 Wp, oder liege ich da total daneben ?


    Das tut halt bei der Ammortisationsdauer weh, aber früher gabs doch eh nur Module die 210Wp bei vollen Sonnenschein hatten ...
    Vermutlich hab ich da jetzt nen Riesen Denkfehler, aber sehen tu ich keinen, außer 10% bedeutet was anderes....


    Gruß


    Andreas

  • Zitat von AndiSol

    Hmmm,


    das bedeutet alle Module die eine Minderleistung durch Verschattung von größer 10% haben, sollten nicht gelegt werden ??


    Ja.



    Zitat von AndiSol

    Aber das bedeutet doch eigentlich nur, daß ich bei einem 300Wp Modul nur 270 Wp habe, also bei einem 30% verschatteten Modul halt nur noch 210 Wp, oder liege ich da total daneben ?


    Gruß
    Andreas


    Genau das ist eben falsch - unter Umständen hast da nur ca 20% oder auch gar nichts.


    Gruß
    MBiker_Surfer

    Gruß
    MBiker_Surfer


    Elektrisch: Nikola Gotway 100V

  • Hi,
    wie wäre es denn mit einer Nutzung der kompletten Dachlänge ( gehört die linke Hälfte auch noch zu Dir?) und einer Belegung in "T-Form" - also die unteren, äußeren Dachflächenecken nicht belegen? Das Ganze dann in 2 Strings mittig trennen.


    Man könnte dann eine komplette Reihe von 6 quer liegenden Modulen entlang des Firstes verbauen und diese oberhalb der S-Thermie entlanglegen - eventuell auch über den First überstehen lassen (6 - wenn ich die Pfannen richtig gezählt habe :roll: ).
    Auf dem rechten Dach dann nochmal 3 darunter ebenfalls quer, dann mittig zwischen S-Thermie und beiden Dachfenstern nach unten bauen... je nach Platzangebot hier die Module dann quer oder hochkannt (könnten vieleich nochmal 6 sogar 7 Module dazwischen passen).


    Hättest so für 15 Module Platz. Da die Strings mittig getrennt sind, könnte jeweils die eine Dachhälfte ordentliche Leistung bringen, während die andere noch, oder bereits wieder verschattet ist ( Am Morgen und Abend).


    Mit leistungstarken Modulen (z.B. ab 300w/peak aufwärts) kämst Du so auf 4,5 bis 5 kW/peak.
    Vieleicht bestünde ja auch noch die Möglichkeit , direkt hinter dem First noch ne weitere Reihe auf das Norddach aufzuständern, falls das Dach dies hergibt (Statik Windlasten etc.) - oder das Modul über der S-Thermie aussparen und die Reihen oben so legen, das die Module ganz oben nur zu 50% über den First hinaus stehen.
    So könntest Du vieleicht mit 5 oder gar 6 Modulen mehr rechnen (1,5 - 2kW - je nach Modultyp).
    So kämen die Stringspannungen auch weiter hoch, was dem Wechselrichter entgegenkommen dürfte...


    Den Schattenlauf über den Tag verteilt solltest Du aber vorab tatsächlich erstmal dokumentieren... :wink:


    p.s. sehe gerade erst: oben links neben die S-Thermie würde auch noch ein Modul unter die obere Reihe passen können... :roll:


    Die gesamte Anlage könnte/ müßte man dann ertragstechnisch wohl eher im Bereich einer Ost-West- Anlage ansiedeln - das wäre aber auch noch Spekulation, da die Anlage im Sommer so sicher nahezu verschattungsfrei laufen könnte... nahezu = Baum rechts.


    Meine persönliche Meinung - alles so ausm Bauch heraus ... :wink:


    edit:
    Du könntest auch noch deine Terrasse mit nem kleinen "Moduldach" 10-15° Neigung überdachen - ebenfalls mittig geteilt - oder komplett aber mit nem eigenem, kleinen WR. Wegen dem hellen, fast weißen Boden vieleicht sogar bifaziale Module ( verarbeiten auch Licht von hinten!) verlegen....?
    Die Meinung zur Effektivität dieser Module geht in diesem Forum aber sehr weit auseinander - ich würde sie probieren, da sie nicht wirklich teurer als das Pendant ohne durchsichtige Rückseitenfolie sind. Zudem "soll" dieser Modultyp ein gutes Schwachlichtverhalten aufweisen.... (die Technik ist alt - aber altes wird ja auch gern wieder neu enddeckt - die Frage ist nur: "Sinn" oder "Slogan" *lächel* ) ....

    19,7kWp -LG 315/320N1CG4 ost/süd/west+ LG 10H + SMA SBS2,5 + SHM +Energymeter +4x SMA und 'n paar Tigos.......more 2 come :)

  • Das ist eine DHH, wie man unschwer an Terrasse, Garten und Dach erkennen kann.
    Wenn überhaupt würde ich eine 3-5KWp Anlage mit (einem) möglichst langen String(s) an einem 1-phasigen WR mit gutem Schattenmanagemt aus günstigen Modulen mit 260-275Wp in 70-hart bauen.


    Ein Ertragswunder wird es sicher nicht sein; speziell die Übergangszeiten im Frühjahr und Herbst dürften traurige Ergebnisse bringen, da viel Schatten trifft. Im Sommer mit hoch stehender Sonne wird es erträglich sein und Winter kann man eh vergessen.
    Sofern der Preis nicht ausufert wird sich die Anlage zumindest selbst tragen können.


    Ein paar sonnige Tage im Oktober sollte man sich ansehen; das passt dann auch für den März.

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