Batterieverkabelung - Sicherungen

  • Hallo zusammen,
    Ich habe nun die Komponenten meiner Inselanlage komplett zusammen gestellt und auf Lager. Jetzt gehts dann ans Verkabeln.
    Dabei stellt sich die Frage nach den Sicherungen. Bevor ich die Sicherungen besorge, wollte ich mich nochmal bei euch absichern und auch meine Überlegungen für andere darlegen.


    Angehängt ist meine Verkabelung dargestellt. Es ist ein 3kV PIP Wechselrichter drann. Dazu gibt es 6 mal eine 100Ah Batterie mit 12V. Diese müssen in 3 Reihen betrieben werden, um 24V zu erzeugen. Um unter C5 zu bleiben dürfte ich jede Batterie mit 20A entladen. Also muss die große Sicherung auf jeden Fall 60A durchlassen. Ich denke aber, dass auch mal ganz kurzfristig höhere Ströme fließen müssten. Also mache ich 100A !?!
    Die kleinen Sicherungen müssen ja nur die Ausgleichsströme vertragen und sollten auf keinen Fall mehr durchlassen, die Kabel dürfen dort auch ein wenig dünner sein, deswegen die unterschiedliche Strichdicke. Diese Sicherungen hätte ich jetzt mal -mehr oder weniger willkürlich- mit 10A gewählt.


    Was sind eure Meinungen dazu, soll man die Ausgleichssicherungen größer machen und die Hauptsicherung kleiner um die Batterien zu schonen.
    Beste Grüße und einen sonnigen Tag

  • Hi,


    Also, eine Sicherung dient in erster Linie dem Leitungsschutz.
    Das bedeutet das die Größe der eingesetzten Sicherung von der den verwendeten Leitungen abhängig ist.
    Willst du also eine 100A Sicherung einsetzen, musst du mindestens eine 16² Leitung nehmen.
    Und die Sicherungen die du in der Mitte hast sind ja doppelt, also parallel geschaltet.
    Wenn du die Leitung die je Strang von + zur nächsten Bat. - geht absichern willst, kannst du da mit dem Querschnitt runter gehen, sagen wir 6² und eine 32A Sicherung einsetzen.

    6,55kWp CanadianSolar an SolarMax S-Serie
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    9,8kWp versch. Hersteller an SolarEdge

  • Hi Elektron,
    du hast natürlich recht, die Leitungen habe ich nicht spezifiziert. Die dicken von der Batteriebank zum WR wollte ich 25mm² machen und für die dünnen würde ich 7.5mm² nehmen (alle drei Adern eines 2.5mm² Stromkabels).


    Aber zur Doppeltabsicherung, das hab ich och nicht klar:
    Wenn ich die unteren beiden weglassen würde, dann könnten doch schädliche Ausgleichsströme an der unteren Batteriereihe von einem zum nächsten Pluspol fließen. Ich bin mir schon recht sicher, dass ich 2x2 Sicherungen brauche.

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  • Hi, spar dir die kleinen Sicherungen. Einfach wirklich 3P2S ausreichend dimensioniert verkabeln und gut.
    Meine Meinung. Es gibt hier aber auch andere :mrgreen:
    Leider sind die Akkus denkbar ungeeignet für zyklische Belastung! Falls du sie noch tauschen kannst mach das!
    lg,
    Philip

  • Zitat von e-zepp


    Leider sind die Akkus denkbar ungeeignet für zyklische Belastung! Falls du sie noch tauschen kannst mach das!


    Wirklich, sind die so schlecht dafür, das war mir nicht bewusst.

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  • Der Akku ist gut, aber halt für einen ganz anderen Zweck gebaut. Mit einer AGM für USV-Betrieb (und dann
    auch noch in Parallel- und Serienschaltung) hast du nach tieferen Entladungen (>DOD50%) immer das Problem die Klötze
    mit PV-Strom wieder gleichmäßig und schnell (z.B Ladeendspannung 14,5V/20°) voll zu bekommen.
    Der Laderegler kann immer nur die Gesamtspannung messen und so können dir einige Zellen schon ausdörren
    bevor andere voll werden. Ergebnis: Die Zellen driften auseinander, erst langsam und dann immer schneller.
    Oder du lädst bis max.14V/20°, dann bekommst du halt die Akkus nur langsam voll.
    Eine vernünftige Ausgleichsladung wie bei Flüssigsäure kannst du nicht machen, höchstens alle paar Monate alle Akkus
    parallel schalten und etliche Tage mit 13,8V mal wieder richtig durchladen. Viel Aktion ohne Garantie auf Erfolg.
    lg,
    Philip

  • Zitat von e-zepp

    Mit einer AGM für USV-Betrieb (und dann
    auch noch in Parallel- und Serienschaltung) hast du nach tieferen Entladungen (>DOD50%) immer das Problem ...


    Okay, guter Hinweis, dann werde ich sehen, dass ich die nie zu sehr entlade. Bei DOD20% habe ich ja schon 1.4kWh entnommen. Mehr werde ich über Nacht/Bewökung nicht brauchen.


    Zitat von e-zepp


    Der Laderegler kann immer nur die Gesamtspannung messen und so können dir einige Zellen schon ausdörren
    bevor andere voll werden. Ergebnis: Die Zellen driften auseinander, erst langsam und dann immer schneller.


    Wird genau das nicht durch die Zusammenschaltung der 3 Strings in der Mitte/an den Sicherung verhindert. Es fließen Außgleichsströme bei unterschiedlichen Ladezuständen, oder reicht das nicht?
    Grüße
    Flo

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  • Hi, Flo, das ist ein grundsätzliches Problem verschlossener Zellen in Reihenschaltung!
    Überladen=ausgleichen wie bei Flüssigsäure geht halt nicht oder nur schwer und risikobehaftet.
    Bei Blöcken(3-6Zellen) kannst du halt nicht einmal die Einzelzelle messen um evt. mit langer Erhaltungsladung versch. Ladezustände auszugleichen. Immer die Temperatur beachten! Wärme =Überladung=Austrocknen
    Aber du kannst mit einem einfachen Stethoskop gegen Ladeende hören ob einzelne Zellen schon deutlich "zirpen" :D
    Und ja, flache Zyklen und moderate Ladespannung helfen für ein längeres Leben :)
    lg,
    Philip

  • Zitat von e-zepp

    das ist ein grundsätzliches Problem verschlossener Zellen in Reihenschaltung!


    Würde bei dieser Konfiguration ein Battery Balancer (Ladungszustandsausgleicher) hilfreich sein?


    Oder wie auch immer so ein Gerät heißen mag...

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