PV-Stromlieferung an einen Mieter

  • Ich habe eine PV-Anlage (14kW) auf einem Gebäude installiert, das von zwei Mietern bewohnt wird. Diesen Mietern verkaufe ich den Strom (wie ein Energielieferant)


    Die Mwst der Anschaffung der PV-Anlage beträgt x €. Diese x € bekäme ich normaler Weise als Umsatzsteuer vom Finanzamt wieder, wenn ich auf die Kleinunternehmerregelung verzichte.


    Nun argumentiert das Finanzamt wie folgt:


    Die Verwaltungsmeinung ist, dass die Lieferung von Strom an einen Mieter eine Nebenleistung zum Mietvertrag ist und keine eigenständige Leistung darstellt. Das heißt, umsatzsteuersteuerfreie Vermietung = umsatzsteuerfreie Lieferung des Stroms und damit kein Vorsteuerabzug.
    Eine steuerpflichtige Vermietung ist nur an Mieter möglich, die selbst umsatzsteuerpflichtige Umsätze haben. Also nicht für Wohnraum oder nicht umsatzsteuerpflichtige Physiotherapiepraxen, Versicherungsbüro´s oder Ärzte...


    Die Folge: Ich bekomme nicht den vollen Betrag von x € als Umsatzsteuer zurückgezahlt, sondern nur den Anteil vom PV-Strom, den ich einspeise. Also: Gesmter PV-Ertrag - Einspeise-Ertrag.


    Habt ihr ähnliche Erfahrungen gemacht?

  • Hi, aus meiner Sicht ist das kein Problem. Wenn man das so sieht wie das Finanzamt gilt folgende Rechnung:
    1) Für den "EEG" Geförderten Strom bekommst du MwST die du an das Finanzamt abgibst. Im Gegenzug bekommst du dafür die MwST der Anlage zurück.
    2) Für den Strom den du an die Mieter Zahlst bekommst du keine MwST kann ist aber zum gleichen Preis wie mit MwST verkaufen und bekommst daher von den Mietern die Steuer wieder die dir vom Finanzamt fehlt.
    Dies kann sogar im Laufe der Jahre zu einem Vorteil werden.

    5,06 kWp, DN:35°, -27°SSO, Inbetriebnahme: 02.05.2016 ; PVGIS 4 Classic: 902kWh/kWp
    PVGIS-CM-SAF: 1010kWh/kWp

  • Zitat von Solar-Scout

    Dies kann sogar im Laufe der Jahre zu einem Vorteil werden.


    Die Frage ist aber, für wieviel ct er die kWh an die Mieter verkauft. Wenn er den Verlust der EEG-Vergütung nimmt plus EEG-Abgabe, vielleicht steuerlich auch kein Nullsummenspeil hat, die USt nur zum Teil zurück bekommt, dann sollte man schon den spitzen Bleistift ansetzen.

    Gruß PV-Express



    46 x Sunowe 195Wp Mono, SMA STP8000TL10, Ausrichtung - 40°Az, Dachneigung 35°, IBN 5/2012

  • Nebenkosten dienen laut Rechtsprechung nicht der Gewinnerzielung. Somit darf der Vermieter den an die Mieter gelieferten Strom aus der Fotovoltaikanlage nur zu Selbstkosten abrechnen.
    Umsatzsteuerlich teilen Nebenkosten das Schicksal der Hauptleistung. Wenn die Hauptleistung, wie hier bei der Wohnungsmiete umsatzsteuerfrei ist, kann der Vermieter den gelieferten Strom auch nur ohne Umsatzsteuer dem Mieter in Rechnung stellen.
    Somit gibt es auch die Umsatzsteuer aus der Anschaffung nicht zurück,
    Stromlieferung an Wohnungsmieter kann man auch als Geschenk an den Mieter bezeichnen. Der Mieter hat den Ertrag und der Vermieter eben das Risiko der Anlage. Und eventuelle Reparaturen an der Anlage kann der Vermieter dem Mieter nicht in Rechnung stellen.
    Mir ist es unverständlich, wie man überhaupt auf die Idee kommen kann, dem Mieter den Strom zu liefern.


    MfG
    TLX

  • Hallo, nur mal neben bei , ich vermieten schon lange einige Wohnugen, Nebenkosten rechne ich mit den Mietern ab, die will das Finanzamt nicht wissen, sehen. :wink: Ist natürlich auch eine Vertrauenssache, absprache :lol:

  • Zitat von TLX9999

    Nebenkosten dienen laut Rechtsprechung nicht der Gewinnerzielung.


    Richtig, aber:


    Zitat von OlafGerkens

    Diesen Mietern verkaufe ich den Strom (wie ein Energielieferant)


    Warum sollte er also die USt von der PV nicht rückerstattet bekommen? Stromverbrauch ist doch in dem Fall kein Bestandteil der Nebenkosten. Und da Betreiber und Letztverbraucher nicht identisch sind gibts das volle Programm mit EEG-Umlage usw.
    Ob sich das rechnet steht wie gesagt auf einem anderen Blatt.


    Allerdings habe ich keine Ahnung wie unsere Rechtssprechung das sieht :juggle:

    Gruß PV-Express



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  • Zitat von Exibmer

    ... Nebenkosten rechne ich mit den Mietern ab... Ist natürlich auch eine Vertrauenssache, absprache :lol:


    Du hast nur noch nicht die "richtigen" Mieter gehabt :wink:

    Gruß PV-Express



    46 x Sunowe 195Wp Mono, SMA STP8000TL10, Ausrichtung - 40°Az, Dachneigung 35°, IBN 5/2012

  • Da hat die deutsche Finanzverwaltung wohl das Urteil des EuGH noch nicht mitbekommen http://www.rbs-partner.de/publ…endige-hauptleistung.html
    Wichtig dürfte, wie so oft, sein, wie die Vertragsgestaltung aussieht.

  • Hm habe mir das Urteil durchgelesen und muss alterego Recht geben.
    1) Es lohnt sich dem Finanzamt das Urteil zu nennen mit dem Hinweis das sie eine Bewertung hinsichtlich der MwST Rückersatung neu durchführen.
    2) Allerdings ergibt sich daraus aus gleich das Nächste Problem "Vertragsgestaltung".
    a) Wer zahlt den Strom der Aus dem Netz bezogen wird.
    -> Wenn du es bist und den Strom an deine Mieter weiterverkaufst must du auch auf diesen die MwST an das Finanzamt verrechnen.
    -> Darfst du ihn überhaupt weiterverkaufen
    -> Wenn mehr als ein Mieter wie wird Eigenverbrauch / Netzverbrauch aufgeschlüsselt


    Denke das Thema ist Kompliziert.

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