Problem beim Kauf einer gebrauchten PV-Anlage

  • Hallo, ich weiss nichtmehr weiter. Vielleicht könnt ihr mir helfen.


    Falls das Thema hier falsch ist, bitte verschieben.



    Es wurde für eine gebrauchte PV-Anlage ein Kaufpreis für 9000 Euro vereinbart. Es handelt es sich um einen laufendes Darlehen das dabei von uns abgelöst werden soll.
    Jetzt fordern die Verkäufer auf die 9000 Euro noch einen MwSt Anteil von 19% auf die 9000 Euro. Kann das sein? Ich meine... die haben doch bei dem Kauf der Anlage schon einmal die Steuer wiederbekommen... Unser Finanzamt sagt die 9000 schon Brutto sind.


    Danke für eure Antworten.

  • Willkommen hier im Forum!


    1. Wenn die Verkäufer die Anlage gewerblich betrieben haben bzw. verkaufen (kein Hobbybetrieb), so sind diese verpflichtet bei dem Verkauf die Umsatzsteuer (steht für die früher benutzte Mwst) auszuweisen und abzuführen.


    2. Ob die 19% Ust noch zusätzlich zu den €9000 dazukommen, hängt von dem Angebot bzw. vom Kaufvertrag ab. Du kannst diesen ja, ohne Deinen Namen/Adresse (abgedeckt oder geschwärzt) auch hier einstellen, wenn Du weiter unsicher bist.


    3. Betreibst Du schon eine PV-Anlage und bekommst Du Geld dafür, oder ist dies Deine erste Anlage?


    4. War die Anlage, insbesondere die Module, beim Verkäufer unter dem EEG betrieben?

    WSW Dach 70°: Gauben 20x HIT-N240SE10 DN 25°, String auf A1+A2 STP8000TL-10; First 10x HIT-N240SE10 DN 45° auf SB3000TL-21
    ONO Dach -110°: First 10 x HIT-N240SE10 DN 45° teilverschattete Strings auf B STP8000TL-10
    Solar-Log 300, 70% Begrenzung fest

  • Ein Blick ins Gesetz bringt Klarheit


    UStG § 1 Abs. (1a) Die Umsätze im Rahmen einer Geschäftsveräußerung an einen anderen Unternehmer für dessen Unternehmen unterliegen nicht der Umsatzsteuer. Eine Geschäftsveräußerung liegt vor, wenn ein Unternehmen oder ein in der Gliederung eines Unternehmens gesondert geführter Betrieb im Ganzen entgeltlich oder unentgeltlich übereignet oder in eine Gesellschaft eingebracht wird. Der erwerbende Unternehmer tritt an die Stelle des Veräußerers.

  • Zu. 1)
    Aus dem Kaufvertragstext wird vermutet, dass diese Anlage unter EEG (Erneuerbare-Energie-Gesetz) steht und Du somit auch die Rechte (Vergütungssatz von damals) mit erworben hast. Kein Hobbybetrieb vormals also.
    Hier wäre es gut, wenn Du noch die Anlagennummer der Bundesnetzagentur vom Verkäufer bekömmen könnest, was Dir später bei der Ummeldung hilft.

    Zu 2)
    Aus meiner Rechtskenntnis sind nach diesem Text die €9000 Endpreis eine Nachforderung der Ust nicht möglich. Dafür würde ich an Deiner Stelle auch bis vor Gericht gehen.


    Zu 3) Hieraus ist zu entnehmen, dass Du die Anlage als Privatmann gekauft hast und nun erst zum Unternehmer wirst.


    Zu 4) siehe unter 1)

    WSW Dach 70°: Gauben 20x HIT-N240SE10 DN 25°, String auf A1+A2 STP8000TL-10; First 10x HIT-N240SE10 DN 45° auf SB3000TL-21
    ONO Dach -110°: First 10 x HIT-N240SE10 DN 45° teilverschattete Strings auf B STP8000TL-10
    Solar-Log 300, 70% Begrenzung fest

  • Grad zum ersten mal einen Steuerberater angerufen, brauchen wir bald sowieso, die MwST ist berechtigt, da auch der Verkäufer damals eine MwST gezahlt hat. Die MwST ist ein durchlaufender Posten. Die gezahlten 19% würden wir wieder bekommen und der Verkäufer muss diese wieder an das FA abführen.


    Alles sehr kompliziert, vorallem weil man grad erst in dem gekauften Haus ist... um was man sich doch alles kümmern muss :shock:

  • Zu der Aussage des Steuerberater, dass die Zahlung der USt on Top zu den €9000 berechtigt ist, habe ich weiterhin meine Zweifel. Weil der Verkauf ohne ausgewiesene USt erfolgt ist, wirst Du auch keine USt Rückvergütung erhalten. Da ist dann nichts mehr mit durchlaufendem Posten.


    Nächste Empfehlungen:
    - Der Zeitpunkt der Inbetriebnahme der Anlage ist wichtig zu wissen und
    - ob der Verkäufer die Kleinunternehmer Regelung in Anspruch genommen hat (dann bekommt er keine USt erstattet).

    WSW Dach 70°: Gauben 20x HIT-N240SE10 DN 25°, String auf A1+A2 STP8000TL-10; First 10x HIT-N240SE10 DN 45° auf SB3000TL-21
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    Solar-Log 300, 70% Begrenzung fest

  • Nochmal zum mitmeißeln.


    Die Geschäftsveräußerung im Ganzen ist nicht umsatzsteuerpflichtig. Punkt aus.


    Neben dem schon genannten UStG gibt es auch noch den UStAE 1.5 der sich zur Geschäftsveräußerung im Ganzen äußert.


    Lesen bildet.


    Wenn du fest davon überzeugt bist die gezahlte USt wiederzubekommen, dann zahle. Die Überraschung kommt dann später. :oops:

  • Ich würde mich schon mal nach einem neuen Steuerberater an Deiner Stelle umsehen.

    WSW Dach 70°: Gauben 20x HIT-N240SE10 DN 25°, String auf A1+A2 STP8000TL-10; First 10x HIT-N240SE10 DN 45° auf SB3000TL-21
    ONO Dach -110°: First 10 x HIT-N240SE10 DN 45° teilverschattete Strings auf B STP8000TL-10
    Solar-Log 300, 70% Begrenzung fest

  • Grundsätzlich unterliegt eine Geschäftsveräußerung nicht der USt. Wurde hier ja schon mehrfach darauf hingewiesen!


    Es besteht aber die Möglichkeit der Option zur Umsatzsteuer. Dies setzt aber ein entsprechenden Verzrag / entsprechende Rechnung voraus. Liegt das nicht vor, hast Du keinen Vorsteuerabzug! Das sollte Dir eigentlich ein durchschnittlicher Steuerberater sagen können! Entweder hat er von Dir nicht alle Infos bekommen oder er ist ne Pfeife!


    Aus dem oben verlinkten Dokument ergibt sich kein Vorsteuerabzug. Du zahlst effektiv 19% mehr für Deine Anlage.


    Du solltest vllt auch gleich grob mit dem StB mal durchkalkulieren / durchsprechen, ob Du überhaupt die Vorsteuer ziehen möchtest oder doch lieber zur Kleinunternehmerregelung (KUR) optierst.

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    Buderus WPT 270/2 A