Bitte um Vorschlag für PV-Anlage

  • Hi all,


    mein erster Post in diesem Forum - möchte mich und mein Anliegen kurz vorstellen und Bitte um Eure Hilfe / Beratung.


    Ich bin 43 Jahre und lebe mit meiner kleinen Familie (3jähriger Sohn & Frau) in einem Reiheneckhaus, ca. 130qm, am Südöstlichen Bodensee in Österreich.
    Momentaner Stromverbrauch sind ca. 5500kWh/Jahr, bei einem Brutto-Preis von 16cent/KWh. Vor der Geburt des Sohnes waren es ca. 3500kWh/Jahr, da beide arbeitstätig. Sparpotential sicher noch da - soll hier aber nicht das Hauptthema sein.


    Geplant ist die alte Gastherme (Heizung & WW) gegen eine Wärmepumpe mit 5kW bzw. max. 9kW zu tauschen. In diesem Zusammenhang könnte sich ja eine PV durch den damit hohen möglichen Eigenverbrauch lohnen ...
    Des weiteren würden wir dann natürlich das Verbrauschverhalten (unterstützt durch Automatisierung etc.) in die entsprechende Richtung optimieren.


    Da ich zwar technisch bzw. elektronisch / elektrisch vorbelastet bin, aber nicht sehr tiefes Wissen bzgl. PV (Stand der Technik Module, Regler etc.) habe, würde ich Euch gerne nach Eurer Meinung zur Sinnhaftigkeit einer PV bei mir sowie einem Vorschlag für die Komponenten etc. fragen.


    Aufgrund geringer Vergütung hier in A wäre das Ziel die Maximierung des Eigenverbrauchs und maximal mögliche Deckung des Wärmeerzeugers LWP. Installationsmäßig könnte relativ viel in Eigenleistung erbracht werden...
    Ausrichtung der relevanten Dachhätlfte sind -26° Süd-Ost (bei Süd: 0°, Ost -90°), Neigung 35*, Zementziegel. 400m NN.
    Verschattung von extern keine, nur eigener Kamin zentral am Giebel sowie ein kleines Dachfenster (Toilette).
    Dachfläche dieser Seite gesamt ca. 72m², wobei relativ große Überstände vorhanden sind - ohne Überstände sind es ca. 50qm abzüglich ca, 1,5m² Dachfenster.


    Installationstechnisch gibt es Leerrohre vom Dach bis zum Raum mit dem Zählerschrank, sonst nichts vorhanden.


    Werden weitere Daten / Angaben benötigt?


    Könnt ihr mir eine gute Anlage bzgl. Komponenten und Topologie vorschlagen oder auch mehrere Optionen? Gut im Sinne von Preis/Leistung.
    Kauft man hier eher Gesamtpakete oder günstige Einzelkomponenten?


    Vielen Dank!


    Grüße, hornetoli

  • eine bereits vorhandene Gasheizung durch eine Wärmepumpe zu ersetzen finde ich erstmal keine gute Idee. Eine Gastherme liefert normalerweise sehr günstig Wärme, einer "theoretisch möglichen" Einsparung durch selbst erzeugten Strom stehen etliche praktische Gründe entgegen, z. B. die Gegenläufigkeit von Stromerzeugung und Wärmebedarf. Ist die Wärmeverteilung im Haus denn für eine Wärmepumpe geeignet? (niedrige Vorlauftemperaturen, Flächenheizung) Wie hoch sind der Wärmebedarf und die erforderliche Heizleistung im Haus, welche Leistung hat die Gastherme ?

  • Hi jodl,


    vielen Dank für Deine Antwort.
    Die aktuelle Gastherme ist 30 Jahre alt und dürfte in den nächsten Jahren irgendwann einmal ausfallen. Deshalb die aktuelle Suche nach einem neuen System. Mit ihren 19kW und nicht modulierend ist diese auch denkbar schlecht dimensioniert.
    Lösung mit der WP war ein Vorschlag aus dem HtD-Forum, wo wir in diesem Thread gerade aktuell eine mögliche Lösung diskutieren:
    http://www.haustechnikdialog.d…als-Ersatz-fuer-Gastherme


    Aktueller Verbrauch an Gas ca. 1300kg/Jahr -> ca. 16800kWh/Jahr für Heizung und WW.


    Grüße, hornetoli


  • Ich kann den Ansatz "Gastherme raus und WP rein" verstehen ... die Einwände von jodl sind aber mMn auch berechtigt.
    Am Bodensee in AT auf 400m NN dürfte es auch mal kälter werden und/oder (länger) Schnee liegen.


    Einfach gesagt, bräuchte man viel PV, damit man im Kernwinter nennenswert die WP mit PV Strom füttern kann und es darf kein Schnee auf den Modulen liegen.


    Erschwerend kommt hinzu, dass in AT nach meinem Stand nur bis zu 5KWp PV nennenswert gefördert werden.
    Wie ist es in Deiner Region?
    In DE bekommt man für Einspeisung aktuell 12,31 Cent, da sieht die Rechnung insgesamt deutlich anders aus.


    17000KWh Gas für Heizung und (?) WW sind mMn auch nicht wenig.
    Die 5KW Geisha dürfte da zu klein sein und die 9KW Version braucht noch mehr Strom zum heizen.


    Ich an Deiner Stelle würde mal beide Szenarien sowohl in Bezug auf die Kosten, als auch auf die mögliche Ersparnis hin durch rechnen. Auf der einen Seite 5KWp PV aufs Dach und Gasheizung wird gegen 7-11KW Modell Brennwertgerät modulierend ausgetauscht und auf der anderen Seite 5KWp ... oder Dach voll machen mit 10-15KWp ... und Gastherme wird durch passende WP ersetzt.


    Welche Vorlauftemperatur hast Du im Dezember/Januar?


    Tendenziell dürfte Lösung 1 mit Gas und 5KWp PV die günstigere sein.
    Was kostet eigentlich Gas in AT an GG und pro KWh?

    Verkaufe ein SMA EnergyMeter für VB 220,-


    18x Heckert NeMo 60P, SMA SB4000TL-21, SunnyHomeManager, mit Metalldachpfannen, Ausrichtung +30° Dachneigung 35° in Betrieb seit 17.04.2014
    Seit 23.04.2016 Ausrichtung -150 Dachneigung 13° mit 6x 315Wp Astroenergy (große 72-Zeller) am SMA SB1.5

  • Hallo hornetolli,
    hiermit schliese ich mich an die Meinung der Vorredner, besonders jodl an!
    Eine WP muß wohl jährlich durch die Werkstatt gewartet werden. Das kostet auch!
    Die WP ist nicht gerade zum Nulltarif zu bekommen, Dein Strom auch nicht! Die WP hat eine Ertragszahl von (Luft-Wasser-WP vorausgesetzt) 3,5 bis 0 (da wird dann "100% elektrisch geheizt-Heizstab) ! Rechne mit durchschnittlich 2,5 und setze den Strompreis und den Gaspreis pro kWh ins Verhältnis, wenn da 2,5 rauskommt ist der Nutzen gleich "0". Von "Amortisation" muß man da nicht lange reden.
    Eine PV-Anlage bringt im Winter nichts Brauchbares. Um Strom "zu sparen" kommt eigentlich nur eine reine Einspeiseanlage in Frage. Was sie im Sommer einspeist, verbrauchst Du dann im Winter!
    Was das alles kostet! Das rechnet sich nie und nimmer! (ist meine Meinung, ich habe selbst eine Inselanlage mit Batterie, die sich nie rechnet ... es sei denn der Strompreis verdoppelt sich....)


    Meine Brennwerttherme ist nun mittlerweile auch schon 22 Jahre alt, die letzte Wartung war 1996! Ab und zu schütte ich den angesammelten Dreck aus einem kleinen Filter, mehr nicht! Es gibt keine empfindliche Elektronik, die nach einem Gewitter ihre Funktion dauerhaft einstellt. (bei meiner Tochter schon passiert) Was solls, solange die Messung vom "Schornie" immer noch bei eta 98% liegt, lass ich die Therme !


    Die Frage.....und wenn das "gute,alte Stück" nun gerade in diesem Winter kaputt geht steht für mich nicht. Das hat sie schon 22x nicht gemacht! Und wenn doch, dann muß eben eine neue her!
    Meine Therme war auch schon "kaputt". Weil die Umlaufpumpe 6....Monate nicht gelaufen ist, war sie "festgerottet". Das Problem lässt sich mit leichten Hammerschlägen auf eben dies Teil schnell beheben.
    Ich stehe halt auf einfache, beherrschbare Technik!
    Gruß Claus

  • also so wie ich das kenne ist die erste Grundlage wenn man sich so etwas neu überplanen möchte, eine genaue Bestandsanalyse. Gebäude berechnen und Wärmebedarf und Leistung des Wärmeerzeugers ermitteln. Und nicht irgendwelche Verbrauchs Kilo Gas. Nächste Frage die Wärmeverteilung, Heizkörper oder Flächenheizung, wegen der Vorlauftemperatur, usw.
    Wenn diese Daten vorliegen, kann man sich Alternativen entwickeln. Einerseits Möglichkeiten zum Verringern des Verbrauchs (Fenster, Dämmung,...) mit ihren Kosten und Nutzen gegenüberstellen. Andererseits Möglichkeiten zur Wärmeerzeugung die zeitgemäßer sind als die 30 Jahre alte nicht modulierende Gastherme.
    Und da würde ich, wenn das Gas schon am Grundstück ist, rein aus dem Bauch heraus, einen Vorteil in einer neuen Gastherme sehen was Kosten / Nutzen betrifft.
    Wärmepumpe halte ich im ALtbau eher für weniger sinnvoll wegen der meist nötigen hohen Vorlauftemperaturen und damit niedriger Effizienz. PV macht das meist nicht besser.
    Eine Möglichkeit für die Nutzung von PV Strom ist vielleicht noch eine eigene Wärmepumpe für Warmwasser, die nur dann mit PV Strom läuft wenn die Gebäudeheizung nicht läuft.
    Rein wirtschaftlich betrachtet ist das aber wahrscheinlich beim Einbau einer neuen Therme auch nicht sinnvoll (die Gasersparnis während des Sommers wird da recht gering sein)

  • Da muß ich noch was ergänzen:
    Umweltfreundlicher wirst Du mit der WP auch nicht: Die Erzeugung von Strom, bis hin zum Verbraucher, ist auch heute noch mit sagenhaften Verlusten behaftet.
    Und wenn Kohle und Atom stillgelegt sind, wird die kWh für "Otto Normalverbraucher" auch nur teurer!
    Dann lieber gleich beim Gas bleiben.


    Wenn Du unbedingt investieren willst, dann in eine gescheite Wärmedämmung, die ist dann "wartungsfrei"!
    Deine 17.000kWh für Heizung sind gigantisch!


    Du hast Flüssiggas, das glaube ich so gelesen zu haben...dann stell Dir einen kleinen Notstromer bereit. Wenn der Strom weg ist, dann geht wenigstens die Heizung, das Licht, Fernseher, Radio......
    Lasse Dir einen Anschluss installieren, beschaffe einen Propangaskocher, lege genug Teigwaren, Getränke usw. ins Lager, damit bist Du für alle Fälle ein paar Tage "autark". (Wundere Dich nicht darüber, wieviel "Freunde" zu Dir kommen....wenn´halt bissel länger keinen Strom gibt)
    Gruß Claus

  • Hi all,


    vielen Dank erstmal für Eure Kommentare und Fragen.


    Ich versuche hier mal mit den Angaben die meisten Fragen zu erschlagen:


    Haus ist 1988 erbaut, Dämmung 6cm Styropor 0,043K, Isolierglasfenster Holz.
    Aufgrund Zustand etc. würde ich eine Erweiterung der Fassadendämmung sowie Erneuerung Fenster in ca. 10...20 Jahren ansetzen. OG zum Dach hin ist mit Stahlwolle gedämmt.


    Gasversorgung ist lokal, sprich Tank mit Flüssiggas.


    Förderung LWP in Vorarlberg gibt es keine. PV mit ca. 380€ pro installiertem kWp.
    Strompreis hier tagsüber ~16cent/kWh, nachts ~12cent/kWh. Bei einigen Anbietern gibt es auch Stundenaktuelle Tarife welche einen Durchschnittspreis von ca. 11cent/kWh ermöglichen würden.


    Momentan verbrauche ich ca. 1300kg gas pro Jahr für Heizung und WW in folgender Installation / Hydraulik:
    https://dl.dropboxusercontent.…1/hydraulik_hornetoli.gif


    Diese Installation resultiert aus einer Mischung der ursprünglichen sowie Umbauten von 2013 welche von mir (+Installateur natürlich) aufgrund Renovierung Nassräume und zur Steigerung Wohlfühlfaktor vorgenommen wurden.


    - Vaillant Thermoblock VC 182 E (~19kW) mit eingebauter Umwaelzpumpe
    - Flüssiggas (Propan), durchschn. Jahresverbrauch ~1300kg => ca. 16770kWh/Jahr, ca, 199€/Jahr für Heizung und WW!
    - Warmwasserspeicher Vaillant VIH 115/3 mit Umschalter für Warmwasser/Heizung (beheizt vom VC 182 E), eingestellt auf 58° und 1x wöchentlich (Sa) 67°
    - Vaillant calorMATIC 620/3 AT geführt von mir installiert heizkurve: VL max HK ~50°, VL max FBH ~35° @ AT -15°
    - 10 Wandheizkoerper verteilt auf 2 Etagen mit gesteuerten Ventilen von Homematic
    - Bodenheizung im Essbereich (partiell) sowie im Bad & 1 Raum 25m² - dafür gibt es einen extra "Strang" mit Temp-geführtem, motorisierten 3-Wege Ventil, eingestellt auf ~35°VL max
    - Im Wohn-/Essbereich gibt es einen großen Kachelofen (Grundofen), welcher den unteren Stock quasi warm hält sofern eingeheizt.
    - Gaspreis erwartet bei ~1,46€/kg (2014), momentan allerdings günstiger ...


    Wärmebedarf rein für Heizung ermittelt anhand aktueller Verbrauchswerte ~12000kWh => ~6..9kW Wärmequelle - je nach Rechenmodell. Eine genauere Analyse per Berechnung basierend auf Gebäudedaten ist nicht vorhanden - aber Referenz zu den beiden restlichen Häusern (3er Reihenhaus) wovon bei einem diese Kalkulation (ich nenne es mal besser "Schätzung") gemacht wurde, zeigt sehr ähnliche Werte.


    Bisherige Überlegung für Ansätze zu neuem Heiz- und WW-System:


    - Systemspeicher (schichtend) mit neuem Gas-Brennwertgerät und Unterstützung durch Solaranlage.
    - Radikal andere Idee wäre WP - evtl. auch bivalent mit existierendem und später neuem Gasbrenner. Diese evtl. unterstützt durch PV oder eben auch Solar.
    - Dieser Ansatz wird - wie bereits berichtet - gerade im HtD Forum diskutiert.
    Daraus ergab sich eben meine Frage, inwiefern das Sinn macht und evtl. auch eine Unterstützung durch eine PV Anlage (WW im Sommer, leichte Unterstützung Frühjahr & Herbst).
    Dort wurde auch von einer möglichen, erreichbaren JAZ von 3+ gesprochen. ANtürlich im Zusammenhang mit geändreter / optimierter Hydraulik und VLs - hier mal ein erster unvollständiger Ansatz dazu:
    https://dl.dropboxusercontent.…tapps_geisha01.eng%5D.png


    Gibt Euch das etwas mehr Hintergrund um Empfehlungen auszusprechen? Gerne nicht nur bzgl. PV sondern allgemein für ein Konzept.



    Grüße, hornetoli

  • meine Empfehlung: KISS


    Schichtspeicher in einem 130 qm Reihenhaus, dazu noch eine thermische Solaranlage, und das "Geschwurbel" das im HTD darüber geführt wird - halte ich alles für überzogen.
    Neue Therme, evtl. Wärmepumpe für Warmwasser, Ende.


    Alles Andere ist nur komplizierter, nicht besser