Neue Inselanlage ??

  • Hi Leute
    Ich will mich auf meinem Grundstück vollständig autark versorgen
    Ich habe folgende Verbraucher:
    Grundstück mit Hütte und Pool
    Im Winter: Solarpumpe 110W(läuft nur bei Sonne :D ), Steuerung ca. 15W, Kühlschrank A++ 250 KWH/a, Kaffeemaschine 1550W kurzzeitleistung


    Im Sommer: w.o. plus Poolpumpe 600W +PH Manager und Salzmanager jeweils 105W laufen tägl. 6Std. von April bis Okt.
    und eine Gegenstromanlage mit 4000W /400V wird tägl. ca. 30-45min betrieben max.5,5kw anlaufstrom. und max. 2 stk LED lampen mit 5W


    könnt Ihr mir helfen wegen der Planung der PV Anlage kenn mich bei der Berechnung des Speichers gar ned aus. Danke

  • Hallo hupfi,
    willkommen im Forum!
    Ich habe mal alle Verbraucher auf ihren Ah-Verbrauch pro Tag berechnet. Man kommt auf ca. 45Ah bei 230V und rechnet nun diese Ah auf die Spannungsebene Deiner Batterie (ich schlage Dir ein 48V-System vor) um. Da eine Bleibatterie nur bis 50% entladen werden soll (besser weniger!)
    sieht die Sache etwa so aus:
    45Ah*230/48 = 215 Ah
    50% Entladetiefe angenommen: 215Ah / 0,5 = 430Ah
    30% Entladetiefe angenommen: 215Ah / 0,3 = 720Ah
    jeweils bezogen auf eine 48V-Batterie!


    Also eine Bleibatterie 48V/430......600Ah sollte ausreichen.


    Nimm eine Flüssigsäurebatterie, Typ PzS (Staplerbatterie und kaufe unbedingt den Batterietrog dazu) oder OPzS (letztere ist teurer!) Bestelle eine Elektrolytumwälzung gleich mit, damit kann der Ladefaktor deutlich (um etwa 15%) verbessert werden und, da man nicht stundenlang im Bereich der Gasungsspannung arbeiten muß, auch der Wasserverbrauch deutlich reduziert werden.


    Was hast Du für eine PVA, welche Leistung? Unter 4kWp wird es warscheinlich eng, besonders in den Übergangszeiten vor/nach dem Winter. Die Module sollten auch 45.....55° steil aufgestellt werden, sonst ist der Ertrag in dieser Zeit zu gering und falls es doch mal schneit, bleibt der Schnee darauf liegen. Dann geht der Ertrag gegen 0.
    Bedenke, dass eine Bleibatterie nach der Entladung umgehend (d.h. im Prinzip täglich) wieder aufgeladen werden muß, damit sie nicht sulfatiert. Das wird im Winter nicht funktionieren.


    Für die 400V-Gegenstrompumpe brauchst Du einen 3-phasigen Inselwechselrichter. Der ist deutlich teurer wie ein 1-phasiger WR. Kannst Du den Motor austauschen? Ich würde versuchen, einen passenden DC-Motor (48V) zu bekommen.


    Die Solarpumpe habe ich nicht mit in der Kapazität berücksichtigt, die läuft ja nur bei Sonne und wird somit von der PVA versorgt ohne die Batterie zu belasten. Die 2 LED-Lampen sind Pinatz.


    Wirkungsgrade habe ich auch nicht berücksichtigt, dafür aber die "Poolutensilien" mit der vollen Leistung eingerechnet.


    Also betreffs der Batteriekapazität sollte das erst mal reichen.


    Gruß Claus

  • Hallo Claus danke für deine Antwort hat mir schon sehr geholfen.
    Von Elektrolytumwälzung hab ich noch nichts gehört.
    Ich montiere selber Solaranlagen allerdings nur thermische, darum kenne ich mich bei PV Anlagen nicht so aus.
    Könntest du mir bezüglich der Komponenten(WR,LR,...) ein paar Tipps geben welche man verwenden könnte.
    Sollten nicht zu teuer sein, aber ich kaufe lieber Qualität als Schrott.
    Von den Modulen her hätte ich 12 Module a 250Wp süd-15° 8Module a250 Wp ost-15° und 8 Module west-15°
    Die Dachneigung ist bei Süd 7° eine Aufständerung ist nicht möglich, bei Ost 20°und bei west 10°
    Danke für deine Bemühungen

  • Hallo hupfi,
    schade das Du nicht aufständern kannst, dann wirst Du halt öfter putzen müssen. Wegen des damit verbundenen Minderertrags in den Übergangszeiten würde ich mir bei 7kWp keine großen Gedanken machen. Das sollte hinkommen.

    Zitat von hupfi1117

    Könntest du mir bezüglich der Komponenten(WR,LR,...) ein paar Tipps geben welche man verwenden könnte.


    Das geht so nicht, da braucht man die genauen Daten der Module (Spannung/Leerlaufspannung/Strom/Kurzschlußstrom)
    Wichtig ist auch, mit welcher Spannung die Anlage konzipiert wird/werden soll.

    Wie gesagt, schlage ich Dir 48V als Batteriespannung vor, da halten sich Ströme im DC-Bereich in beherrschbaren Grenzen und die Kabelquerschnitte auch (Kostenfrage, denn Cu ist teuer!)


    Zum Laderegler:
    Da Du 3 voneinander unabhängige Anlagen hast (so würde ich das jedenfalls sehen) brauchst Du auch für jede Teilanlage einen Laderegler. Die Teilanlagen mit stark voneinander abweichender Ausrichtung "zusammenzubetreiben" macht mMn keinen Sinn. (ist eher stark verlustbehaftet) Außerdem müßte der LR für einen sehr hohen Strom oder relativ hohe Spannung ausgelegt sein.
    Auf jeden Fall empfehle ich einen MPPT-Laderegler. Ein- und Ausgangsspannung sind galvanisch getrennt, das schafft Freiraum bei der Auswahl der Modulverschaltung, außerdem sorgt dieser für optimale Ausnutzung der von den Modulen kommenden Leistung.


    Zum WR:
    Dieser muß in etwa für die maximale, von Dir vorgesehene Leistung ausgelegt sein. Ohne die Gegenstrompumpe kommst Du schon auf rd. 2500W. Da meist nicht alles gleichzeitig in Betrieb ist, könnte dieser hier für Dich brauchbar sein:
    SMA Sunny Island SI 6.0 H-11 mit SRC-20 + Speedwire

    https://www.google.de/url?sa=t…a7asJ9NRbqIbOlhvZTxBWfzNw
    Hier noch die Betriebsanleitung:
    https://www.google.de/url?sa=t…ouvEiMN9HMIFWJkJ0dFT76rag


    Evtl. brauchst Du einen Installteur, wegen der Einstellung div. Parameter im "Installateurmodus".
    Es gibt hier im Forum Insulaner mit Drehstromsystemen, die können Dir sicher besser helfen. Ich habe nur ein 1-phasiges System....darüber habe ich mich inzwischen auch schon geärgert......ist jetzt aber nicht relevant.


    Gruß Claus

  • Hallo hupfi,
    schreib doch bitte mal an einen der Admins! Dein Thema gehört in PV-Inselanlagen, lass es dorthin "verschieben", sonst bleibt das hier so eine Art "Zwiegespräch". So ein großer Fachmann bin ich nun auch nicht, es sollten noch andere ihre Meinung sagen können!
    Gruß Claus


    Admin: Elektron