Photovoltaik nur für Heizung/Dusche

  • Hallo liebe Leser,
    zunächst: Ich bin zum ersten Mal hier und bin bisher quasi ahnungslos.


    Was mich interessiert ist folgendes:
    Soweit ich bisher irgendwo gelesen habe, gibt es zwei Welten der Photovoltaik: a) Mit Einspeisen ins öffentliche Netz und b) reiner Eigenverbrauch.


    a) das scheint ein bürokratischer Moloch zu sein. Ich interessiere mich nur für
    b) Eigenverbrauch



    Ich habe folgende Idee:
    Es sollte doch kostengünstig sein, wenn ich meinen "Gleichstrom vom Dach" direkt in meinen Pufferspeicher einspeise ohne den ganzen Umweg über komplexe Elektronik,... usw.


    Ich stelle mir vor
    a) Photovoltaik auf dem Dach
    b) Kabel runter zum Keller
    c) Simples "Heizschwert"im Pufferspeicher, welches das Wasser warm macht. Nur im Winter, denn Solarenergie für den Sommer habe ich bereits.
    d) Einfache Elektronik die ein Überhitzen verhindert. Nur für Gleichstrom, keine komplexen Wechselrichter oder sonstige high-tech Elektronik
    e) das ganze für einen 2-Perseonen-Haushalt
    f) sollte für Duschwasser und Fußbodenheizungs (-Unterstützung) funktionieren


    Das ganze ist vielleicht eine simple Kosten-/Nutzen-/Energieblianzrechnung.


    Kann mir das jemand erklären? Darf auch gerne technisch/physikalisch sein. Ich bin technisch "vorgebildet"




    Kann mir jemand erk

    2 Mal editiert, zuletzt von HolzTermin ()

  • Zitat von Eisy

    Im Winter kommt nicht viel mehr Strom vom Dach als Wärme (durch Solarthermie)...was willst Du auf der anderen Seite mit dem Strom im Sommer anfangen???


    Im Sommer zunächst mal gar nichts. Einfach Abschalten der Anlage.


    Aber noch eine Frage: Meine Solarthermie-Anlage ist quasi von Oktober bis Ende April vollkommen "tot". Ist das bei Photovoltaik auch so? Ich dachte die liefert auch im Januar bei -15Grad Strom. Und selbst wenn nur 1 KiloWatt über 5 Stunden vom Dach kommen, dann sind das ja auch 5KWh die ich mir schon an Heizkosten spare.


    Wieviel kWh braucht man denn eigentlich um ein "mittleres 2-Personen-Haus" mit Energie für Warmwasser und Heizung zu versorgen?

  • Zitat von HolzTermin

    ... Simples "Heizschwert"im Pufferspeicher, welches das Wasser warm macht. Nur im Winter, denn ...Solarenergie für den Sommer habe ich bereits....
    Das ganze ist vielleicht eine simple Kosten-/Nutzen-/Energieblianzrechnung...
    ...Darf auch gerne technisch/physikalisch sein. Ich bin technisch "vorgebildet"


    ist offensichtlich nicht so arg weit her mit der "technischen Vorbildung" :?:
    sonst hättest du schon erkannt daß das eine eher nicht ganz so gute Idee ist.
    Wie groß müsste die Anlage sein, damit bei den in den Monaten November bis März zu erwartenden Erträgen, das "simple Heizschwert" soviel Wasser im Pufferspeicher erwärmen kann, daß das zu beheizende Gebäude, beheizt werden kann. :?:
    Wie groß müsste das Dach sein, damit diese Anlage drauf Platz findet :?:
    Das sind jetzt keine besonders komplizierten Fragen, eine "technisch vorgebildete" Person kann das sicher ohne große Schwierigkeiten zumindest überschlagsmäßig, größenordnungsmäßig, ausrechnen.
    Und dann diese Idee wieder vergessen. :roll:
    wahrscheinlich gibt es erfolgsversprechendere Lösungsansätze 8):idea:

  • Zitat von jodl


    ist offensichtlich nicht so arg weit her mit der "technischen Vorbildung" :?: .............................................Das sind jetzt keine besonders komplizierten Fragen, eine "technisch vorgebildete" Person kann das sicher ohne große Schwierigkeiten zumindest überschlagsmäßig, größenordnungsmäßig, ausrechnen.
    Und dann diese Idee wieder vergessen. :roll: ................ :idea:


    Na ja, natürlich habe ich keine Ahnung, aber kann mir das jemand erklären? Ich weiß eben im Moment nicht wie ich das berechnen soll. Besonders weil ich keine Ahnung über die physikalischen Fakten habe, z.B. a) wieviel Energie liefert eine PV-Anlage im Winter und b) wieviel Energie braucht denn ein 2-Personen-Haushalt. Auf der anderen Seite sehe ich dann links wie diese: http://www.eegh.de/347-0-Artikel.html


    Kannst du mir erkären warum ich diese Idee wieder vergessen kann?

  • Ich kann dir meine bescheidenen Erfahrungen mitteilen.
    Nov./Dez./Jan komm ich so auf knapp 1kWh/d/kWp, musst du dann noch mit deiner geplanten kWp-Leistung multiplizieren.
    Das wäre wahrscheinlich in etwa das, was theoretisch drin wäre. Wir haben hier aber so gut wie nie Schnee - wenn Schnee drauf liegt kommt gar nichts.


    Der nächste Schwachpunkt deiner Überlegung: bei der Einfachst-Auslegung hast du keine MPP-Regelung, d.h. diese Leistung wirst du nicht erhalten, sondern deutlich weniger. Bisschen was könntest du noch rausholen, wenn der Heizstab umschaltbare Leistung hätte, mit 3 Stufen und dazu passender PV könnte man wahrscheinlich schon rel. gut leben. Technik dafür wäre überschaubar und könnte man leicht selbst bauen. Blöd ist, dass sich DC nur sehr schlecht mit Relais verträgt, d.h. Mosfet oder IGBT als Schaltglieder.


    Wärmebedarf - tja, das ist sehr individuell. Wir kommen mit ca. 150l/65°/5 Leute ganz gut aus. Das sind in etwa 9kWh, also wärest du in dem Fall bei einer 9kWp-Anlage. Und jetzt merkst du wahrscheinlich, dass dein Vorhaben nicht so sehr sinnvoll ist.
    Da das oben aber Durchschnittswerte sind (manchmal kommt tagelang nichts vom Dach) brauchst du in jedem Fall eine alternative Zusatzheizung oder musst auf warmes Wasser verzichten. Jetzt kommt die spannende Frage - wie realisierst du die Zusatzheizung?
    Diese Wärmeleistung aus Erdgas kostet dich sagen wir 40Ct/Tag, wenn du eh schon eine Gasheizung hast. Öl etwas mehr, Strom aus dem Netz 1,80€/Tag. Und das wäre auch dein theoretisches Einsparpotential, in der Praxis bei deinem Ansatz eher die Hälfte.

  • Zitat von crazy horse

    Ich kann dir meine bescheidenen Erfahrungen mitteilen.
    Nov./Dez./Jan komm ich so auf knapp 1kWh/d/kWp, musst du dann noch mit deiner geplanten kWp-Leistung multiplizieren.
    Das wäre wahrscheinlich in etwa das, was theoretisch drin wäre. Wir haben hier aber so gut wie nie Schnee - wenn Schnee drauf liegt kommt gar nichts.


    Der nächste Schwachpunkt deiner Überlegung: bei der Einfachst-Auslegung hast du keine MPP-Regelung, d.h. diese Leistung wirst du nicht erhalten, sondern deutlich weniger. Bisschen was könntest du noch rausholen, wenn der Heizstab umschaltbare Leistung hätte, mit 3 Stufen und dazu passender PV könnte man wahrscheinlich schon rel. gut leben. Technik dafür wäre überschaubar und könnte man leicht selbst bauen. Blöd ist, dass sich DC nur sehr schlecht mit Relais verträgt, d.h. Mosfet oder IGBT als Schaltglieder.


    Wärmebedarf - tja, das ist sehr individuell. Wir kommen mit ca. 150l/65°/5 Leute ganz gut aus. Das sind in etwa 9kWh, also wärest du in dem Fall bei einer 9kWp-Anlage. Und jetzt merkst du wahrscheinlich, dass dein Vorhaben nicht so sehr sinnvoll ist.



    Was ist "1kWh/d/kWp," Ich nehme an sowas wie KiloWattStunde pro Tag pro ???
    Ich habe noch keine "geplante" kWp-Leistung? Wieviel muss ich da planen?
    Was ist kWp?
    Was ist eine "MPP-Regelung"?
    Du sagst: Ich wäre wohl bei einer 9kWp-Anlage. Aber leider merke ich noch gar nichts. Warum ist das nicht sinnvoll?

  • Erstmal herzlich willkommen im PV-Forum :D

    Zitat von HolzTermin


    Was ist "1kWh/d/kWp," Ich nehme an sowas wie KiloWattStunde pro Tag pro ???


    kWh für Kilowattstunde und d für Tag sind richtig, fehlt noch kWp für Kilowattpeak
    https://de.wikipedia.org/wiki/Watt_Peak

    Zitat


    Was ist eine "MPP-Regelung"?


    "MPP" bedeutet Maximum Power Point. Die Regelung stellt sicher, daß zu jeder Zeit das Maximum aus den Modulen herausgeholt wird. Ohne diese Regelung wird noch nichtmal im Sommer bei schönstem Sonnenschein genug erzeugt :wink:


    Zitat

    Du sagst: Ich wäre wohl bei einer 9kWp-Anlage. Aber leider merke ich noch gar nichts. Warum ist das nicht sinnvoll?


    9 kWp kosten etwa 12.000 € netto und schlüsselfertig. Findest du nicht, daß das etwas zu teuer ist um 150l Wasser auf 65° C zu erhitzen und trotzdem nicht auf die Gastherme oder Ölheizung verzichten zu können weil die Sonne ja schließlich nicht immer scheint :?:

    mit freundlichem Gruß
    smoker59

  • kWp ist die theoretische Leistung einer Anlage bei einer Standardeinstrahlung und die Leistung, mit der die Solarmodule verkauft werden. Also 30 Module a 300Wp ergeben 9kWp.
    Und diese Anlage würde dir im Winter durchschnittlich ca. 9kWh täglich liefern, in der Realität aber zwischen ca. 20kWh und 0 schwanken.
    Wie planen? Steht schon da - wenn du weisst wieviel kWh du pro Tag brauchst. Aber der Durchschnittswert reicht eben auch nicht, mit dem Überschuss an guten Tagen kannst du dann nichts anfangen, an den schlechten Tagen fehlts trotzdem.
    MPP-Regelung heisst, die Module in dem Punkt der maximalen Leistung zu betreiben. Offen hast du 0 Leistung trotz hoher Spannung weil kein Strom, kurzgeschlossen hast du 0 Leistung trotz maximalem Strom. Der Idealfall liegt irgendwo dazwischen und der ist abhängig von Beleuchtungsstärke und Temperatur. ändert sich also ständig (P=UxI).


    Und warum es nicht sinnvoll ist, liegt auf der Hand. Rechne selber nach, was du sparen könntest und was eine 9kWp-Anlage kosten würde. Und, wie gesagt, die obige Durchschnittsrechnung reicht aus den erläuterten Gründen noch nicht mal aus.

  • Oh je. Erst mal vielen Dank für die vielen Info's und "sorry", wenn ich dumme Fragen stelle.


    Ich will ja gar nicht meine bisherige komplette Heizung ersetzen. Es reicht ja, wenn ich die Gesamt-Kosten reduzieren kann. Mein Heizsystem ist ein Kachelofen mit dem ich zum einen "direkt" die Luft im gesamten Haus erwärme und "indirekt" einen Pufferspeicher im Keller aufheize mit dem dann die Fußbodenheizung betrieben wird. Der Gesamtverbrauch für das Holz liegt bei ca. 14 Ster Holz, d.h. ca. 14 * 80€/Ster = 1100€ / Jahr.


    Wenn ich da jetzt natürlich 9kWp für 12.000€ ansetze, dann ist das tatsächlich eine Milch-Mädchen-Rechnung.
    Aber brauche ich denn im Mittel wirklich 9Kwp (im Winter für 2 Personen)?


    So vom Gefühl her würde ich sagen, dass eine Einspeisung von "10 KWh" pro Tag ( im Winter ) reicht. Wenn ich eine Dauer der Sonneneinstrahlung von nur 5 Stunden annehme, dann wäre das eine Effektiv-Leistung von nur 2kW ( verteilt auf 5 Stunden ).