EEG-Umlage auf Eigenverbrauch aus Bestandsanlagen nach Modul

  • EEG-Umlage auf Eigenverbrauch aus Bestandsanlagen nach Modultausch


    Betreiber von Bestandsanlagen sollen auf ihren selbst genutzten Strom künftig EEG-Umlage zahlen, wenn die Anlage ab 2018 erneuert, erweitert oder ersetzt wurde. Einen Entwurf zur entsprechenden Änderung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes hat das Bundeswirtschaftsministerium wie angekündigt vorgelegt. Vorgesehen ist dabei ein Anteil von 20 Prozent der vollen Umlage. Bisher sind Eigenverbraucher von Bestandsanlagen von der Zahlung komplett befreit.


    Ein Vertreter des Bundeswirtschaftsministerium hatte es vorige Woche angekündigt: Die Bundesregierung plant eine Änderung des gerade erst novellierten Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG). Begründung: Die Europäische Kommission sehe in der derzeitigen Eigenverbrauchsregelung für Bestandsanlagen eine Wettbewerbsverzerrung. Ohne eine Änderung der Regelung würde die Kommission keine Zustimmung zum Gesetz erteilen. Der Referentenentwurf zur Gesetzesänderung wurde am Montag veröffentlicht und findet sich seit heute auf der Internetseite der Clearingstelle EEG. Vorgesehen ist, dass für selbst verbrauchten Strom aus Bestandsanlagen nicht mehr grundsätzlich eine Befreiung von der EEG-Umlage-Zahlung besteht, sondern dass unter bestimmten Umständen ab 2018 ein Anteil von 20 Prozent zu entrichten ist. Geknüpft ist die Zahlungspflicht an eine Modernisierung des Generators.

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  • Was soll das bringen? Ich meine, klar die Sonnensteuer ab 10 kWp soll einen signifikanten Zubau von PV verhindern. Da kann ich ja noch verstehen was die Lobbyisten die das Gesetz gemacht haben mit dem Mist bezwecken wollten. Aber das jetzt? Auf wieviele Altanlagen pro Jahr trifft das? 3%? Und dann betrifft das nur die "modernisierten" Module.


    Wie darf ich mir das vorstellen? Nach Hagelschlag werden 5 von 80 Modulen getauscht und deren eigenverbrauchter Strom unterliegt dann der Sonnensteuer. Angenommen seien 1500 kWh EV.


    Rechnung: (1.500 kWh / 80 Module insgesamt) * 5 "substanziell moderinsierte" Module) = 94 kWh
    94 kWh * ( 7,5ct * 0,2) = 141 ct oder 1,41 Euro?


    hab ich das richtig verstanden?

    9,6 kWp Talesun TP660P-240, SMA STP 8000TL-20; Ausr.: 70° (West); DN: 33°; seit 10/2012
    10,56 kWp Yingli YL240P-29b, SMA STP 10000TL-10; Ausr.: -110° (Ost); DN 33°; seit 01/2013


    „Wenn Weitblick ortsgebunden ist, kann es mit den Visionen auch nicht so weit her sein.“


    Einmal editiert, zuletzt von Dringi ()

  • Hallo Dringi,


    die gleichen Fragen habe ich mir auch schon gestellt. Es stellt sich für mich immer mehr heraus, dass die EEG-Umlage auf EV um eine Verhinderungs-Gesetz hinausläuft.


    Mich würden mal Zahlen (€) interessieren, wie viel € die EEG-Umlage auf EV dem EEG-Konto gutgeschrieben wurden.
    Ist es 1 Mio €?
    Ist es 100.000 €?
    oder noch weniger?


    Gruß Elektron

  • Es ist einfach unerklärlich, was in den Köpfen mancher Leute vorgeht. CETA und TTIP wollen (Stichwort Vereinfachung), und im eigenen Land alles durch tausende nichtsnutze Gesetze zumüllen.


    Da hilft nur, Augen zu und ignorieren. Wie Dringi schon vorgerechnet hat, ein absoluter Witz bzgl. etwaiger Einnahmen. Dem stehen 100-fache Kosten bzgl. Verwaltungsaufwand gegenüber :idea:


    Gruß
    MBiker_Surfer

    Gruß
    MBiker_Surfer


    Elektrisch: Nikola Gotway 100V

  • Einerseits geht es um Mini-Beträge, andererseits anscheinend genug, um den PV-Zubau abzuwürgen. Fragt sich, ob nun der Betrag, der Aufwand oder die Verteufelung dessen die potenziellen Kunden abschreckt?

    4,08kwp Solarworld ::: Piko3.6

  • Zitat

    § 61 Die Netzbetreiber sind berechtigt und verpflichtet, die EEG-Umlage von Letztverbrauchern zu verlangen für ...


    Hoppla, da stand bisher können, sie konnten sich das Leben also auch einfach machen und gar nichts tun oder auch nicht so genau hinschauen ob wirklich Eigenversorgung vorliegt.



    Kapiere ich auch anch Lektüre der Begründung zwar noch nicht ganz, lese da aber sinngemäß, daß der Austausch von defekten Teilen oder sogar ganzen Generatoren während der Förderdauer nicht zur Umlagepflicht führt.
    Es ist ja wohl auch technisch nahezu (man könnte sie natürlich an einen eigenen WR hängen, was aber womöglich den ganzen String unbrauchbar macht) unmöglich die Erzeugung einzelner Module geeicht zu messen.


    Sehr zu begrüßen, daß man davon ausgehen kann, daß der VNB aus den vorliegenden Daten oder weil sie gar kein 10MWh/a erzeugen können schon weiß, daß man befreit ist:

  • Wenn ich das jetzt richtig verstanden habe bleibt bei den Bestandsanlagen alles beim alten während der Zeit in der Einspeisevergütung vergütet wird. :idea:
    Jetzt stellt sich für mich die Frage ob es sich danach überhaupt noch lohnt die Anlage weiterhin EEG-konform zu betreiben wenn nach Ablauf der Zeit nahezu 0 ct. Vergütung bezahlt wird, dafür aber Zählergebühren und noch Umlage auf selbstverbrauchten Strom zu entrichten ist. Da ist es doch einfacher einen Stromspeicher einzubauen, eine Wärmepumpe oder einen E-Heizstab im Boiler oder ein E-Auto mit dem Strom zu betreiben und die Anlage abzumelden. Die Steuererklärung würde auch wieder einfacher ausfallen :wink:

  • Zitat von holzteufele

    die Anlage abzumelden


    Nur steht im EEG nirgends, daß das von irgendeiner Anmeldung abhängen würde, ob EEG-Umlage fällig wird oder nicht. Wird sie fällig mußt du den Verbrauch aber natürlich melden, sonst kann sie ja nicht berechnet werden.
    Ebenso wird dir der VNB den Zweirichtungszäher nicht ausbauen, nur weil du irgendwas abmeldest, da mußt du sie schon vom Netz nehmen.

  • Zitat von alterego


    Kapiere ich auch anch Lektüre der Begründung zwar noch nicht ganz, lese da aber sinngemäß, daß der Austausch von defekten Teilen oder sogar ganzen Generatoren während der Förderdauer nicht zur Umlagepflicht führt.


    So würde ich es auch verstehen.


    Aber das würde natürlich bedeuten, dass der ganze Quatsch für das Ersetzen von Bestandsanlagen erst ab etwa 2029 Auswirkungen hätte, denn Eigenverbrauchsanlagen dürfte es in relevanter Anzahl erst ab 2008 gegeben haben und sowohl deren handelsrechtliche Abschreibung wie auch deren Förderung läuft eben erst nach 20 Jahren aus.
    (Es sei denn: jemand käme auf die Idee das EEG (rückwirkend) abzuschaffen!)
    Voraussetzung ist dabei allerdings, dass die Anlage nicht verkauft oder versetzt wird, aber das war auch bisher schon der Fall. Dann gilt sie nämlich nicht mehr als Bestandsanlage.

    Viele Grüße

    Bento


    Auch an Tagen, an denen der Himmel grau ist, ist die Sonne nie ganz verschwunden.
    (Arnaud Desjardins)


  • Das verunsichert. :? Wie ist wohl mein Plan davon betroffen: ich trage mich mit dem Gedanken im ersten Schritt eine 10kwp Anlage jetzt bald und ein Jahr später weitere 3kwp in Betrieb zu nehmen. Nach Hinweisen hier aus dem Forum könnten die 13kwp ggf. direkt zusammen errichtet und dann mit einem Jahr Unterschied in Betrieb genommen werden. Bei Erweiterung um Max. 30%, so hatte ich verstanden, bleibt der Eigenverbrauch auch bei über 10kwp, von der EEG-Umlage verschont, richtig?


    Eigentlich war Schritt 1 nun für Januar / Februar n.J. geplant, das hieße aber, dass die 3kwp Erweiterung dann in 2018 fiele. Oder betrifft das neue Gesetz diesen Fall doch nicht, da lediglich weitere Module in Betrieb genommen werden, aber mit dem gleichen Wechselrichter? Oder was ist damit gemeint, dass Zahlungspflicht an eine Modernisierung des "Generators" geknüpft wird? :juggle:
    :danke:

    IBN Jan 2019: 16,74 kwp (Winaico 310W, DN 12 Grad, Ausrichtung WSW = 60 Grad, PVGIS Classic 824kwh/kwp)