Revision 10-jähriger Inselanlage

  • Hallo zusammen und einen grossen Dank all jenen die in diesem Forum ihr Wissen teilen.


    :danke:


    Ich habe eine 10-15 jährige Inselanlage für die Innenbeleuchtung einer Berghütte geerbt, an der der Zahn der Zeit nagt obwohl sie nach wie vor ihren Dienst verrichtet. Module und Regler (8 m) wie auch Regler und Akku (50 cm) sind mit 2.5 mm2 Kuperlitzen verbunden, dahinter hängen einige 3-6W Lampen und ein Radio am 12V Netz. Im Alltagsbetrieb hält die Versorgung mindestens 5 Tage, aber etwa alle Viertelstunde unterbricht sie für einen kurzen Moment:


    2 Module monokristallin, ca. 30x80 cm, Typ nicht bekannt (Demontage nötig)
    Steca Solsum 6.6x Laderegler
    Yuasa 12V/65Ah Bleisäureakku


    Ich ziehe nun diverse Revisionen in Betracht:


    Obwohl die Batterie offenbar noch funktioniert, haben sich an den Polen mehrere Millimeter dicke Pulverablagerungen gebildet, die u.a. auch die Kabelschuhe angegriffen haben. Kann man das einfach konservativ behandeln (wegbürsten, neue Kabelschuhe), und wann ist definitiv Zeit für eine neue Batterie?


    Wegen eines kleinen Umbaus müssen wir die Distanz zwischen Modulen und Regler auf ca. 12 m erhöhen. Der Lageregler klemmt halt nur maximal die 2.5 mm2 Litzen. Aber mir scheinen die grundsätzlich eher knapp bemessen, obwohl ich nicht genau weiss was die Module leisten. Sollte man nicht mit 4 oder sogar 6 mm2 verkabeln?


    Nach dem Anschluss eines 220V/300W Wechselrichters am Akku habe ich Letzteren wieder an den Laderegler gehängt ohne die Sicherung (6.3A) zu entfernen, die jetzt hin ist. Würde es Sinn machen hier eine träge Sicherung einzusetzen, oder ändert das nichts?


    Schliesslich ist mir aufgefallen dass der Laderegler schon zu Beginn des Jahrtausends nur ein paar Mark gekostet hat. Taugt der überhaupt was, oder ist die Technologie überholt? Insbesondere frage ich mich ob der damit klar kommt wenn der Wechselrichter auch an der Batterie hängt, z.B. ob man ihn von State-of-Charge auf Spannungssteuerung umstellen kann.


    Ich freue mich auf eure Kommentare!

  • Willkommen im Forum


    30x80 wird 20-30 Watt sein
    Auf die Polfett, bürsten schon aber nachher alles abwaschen (Schweffelsäure)
    Laderegler ist nicht schlecht mit Display wär halt besser


    Wechselrichter darf nicht an den Laderegler

    Wo wären wir heute ohne Bill Gates ?

  • Hallo,


    wenn die Batterie auch so alt ist hat sie ihr Leben gehabt. Was bringen denn die Module noch an Strom? Und wie sieht das Verhalten der Batterie unter Last aus?
    Ich denke es wird auf eine Neuanschaffung und neuinstallation hinauslaufen.



    MfG

  • Zitat von odiwan


    Nach dem Anschluss eines 220V/300W Wechselrichters am Akku habe ich Letzteren wieder an den Laderegler gehängt ohne die Sicherung (6.3A) zu entfernen, die jetzt hin ist. Würde es Sinn machen hier eine träge Sicherung einzusetzen, oder ändert das nichts?


    Mal schnell gerechnet 12V*6,3A=75,6W damit ist selbst der recht kleine WR schon zu groß, der gehört direkt an die Batterie. Bei deiner vermutlich geringen PV und der kleinen Batterie ist das aber immer noch nicht das gelbe vom Ei. Weil (ohne Verluste) 300W/12V=25A und das solltest du der Batterie nicht zu lang, also eher wenige Minuten, besser gar nicht zumuten.
    Kauf dir am besten mal ein Multimeter und miß erst mal die Spannung der Batterie insbesondre, wenn du den Ausfall hast. Nach der zeit ist es aber nicht unwahrscheinlich, daß die hinüber ist, selbst wenn sie nie überlastet wurde und immer ausreichend Zeit zum nachladen war.
    Der Solsum ist nicht schlecht, wenn er damals richtig konfiguriert wurde - wovon ich mal ausgehe, wennd as so lang gehalten hat. Selbst kannst du da leider nichts machen, da braucht man ein Gerät, das die Daten über die Schnittstelle quasi reinmorst und das kostet mehr als ein brauchbarer Laderegler.
    Wenn du mehr dranhängen willst (WR), bau die Insel am besten neu auf, dazu solteest du uns verraten, was du alles planst. Alos welche Geräte wie lang betrieben werden sollen und ganz grob wo die Hütte steht.

  • Vielen Dank für die Rückmeldungen. Natürlich habe ich den Wechselrichter an die Batterie gehängt wie Eingangs erwähnt. Die 300W sind Spezifikation des Wechselrichter, wir brauchen ihn aber bloss um Mobiltelefone und evtl. mal ein Notebook zu laden.

  • Danke für den Hinweis. Das universelle (sic!) Notebooknetzteil ist mit meinem Notebook leider nicht kompatibel, und preislich ist der Wechselrichter vom Schwiegervatter eigentlich nicht zu unterbieten.

  • Zitat von alterego

    Der Solsum ist nicht schlecht, wenn er damals richtig konfiguriert wurde - wovon ich mal ausgehe, wennd as so lang gehalten hat. Selbst kannst du da leider nichts machen, da braucht man ein Gerät, das die Daten über die Schnittstelle quasi reinmorst und das kostet mehr als ein brauchbarer Laderegler.


    Diese Information ist sehr nützlich, danke. Davon stand nichts im Merkblatt, das mir der Hersteller noch ausgraben konnte. Ich interpretiere dass der Regler neu konfiguriert werden müsste wenn man einen Wechselrichter anhängt, richtig?


    Was eine Neuinstallation angeht ist die Flexibilität bei den Modulen aus Platzgründen resp. Denkmalschutz klar beschränkt, mehr Fläche oder andere Montage geht nicht. Die Module sind auf 47° Breite und 1500 m.ü.M. vertikal nach süd-südost angebracht. An Verbrauch rechnete ich sehr grosszügig 300 Wh pro Tag während bis zu 5 Tagen, anschliessend kann während 10 Tagen nachgeladen werden. Ich habe berechnet dass ich für solche Ladeintervalle bei 35 W Modulleistung eine Batterie mit etwa 250 Ah bräuchte, aber irgendwie bin ich noch nicht verzweifelt genug so lange die alte Anlage zumindest den Minimalzweck erfüllt.

  • Der Laderegler muß vor allem auf den Batterietyp eingestellt werden.
    300Wh ist bei 35W Modulleistung deutlich zu viel, selbst im Sommer bei optimaler Ausrichtung. In der Übergangszeit, so wie jetzt und bei vertikaler Monatge kannst du das vergessen.