Ladespannungen AGM-Batterie im Wohnmobil

  • Hallo zusammen,


    meine Eltern haben sich ein neues Wohnmobil zugelegt, als Versorgungsbatterie ist eine 95Ah-AGM-Batterie von Varta drin. Ladespannungen laut Beschreibung Boost 14,8 V / Float 13,8 V.
    Die Laderei schaut werksmäßig folgendermaßen aus:
    während der Fahrt über die LiMa, die dürfte wohl dauerhaft 14,4 V bringen
    an 230V-"Landstrom" angeschlossen IUoU-Kennlinie, Uo-Phase 14,7V über 4h, danach Erhaltungsladung mit 13,7 V


    Nun soll noch eine PV drauf montiert werden, hauptsächlich damit sie ihre E-Bike-Akkus über die Versorgungsbatterie laden können, wenn sie mal ein paar Tage am gleichen Fleck (keine Campingplatz-Urlauber!) stehen.


    Vorhanden wäre ein Laderegler Steca Solsum 10.10 sowie diverse Module (Isofoton i-159, 18V/10A, bzw. normale 60-zeller).


    An sich sollte das alles kein Problem für mich darstellen, einzig die AGM-Batterie macht mir etwas Kopfzerbrechen, da ich keinerlei Erfahrung damit habe. Darum die folgenden Fragen:

    • Erst mal eine Verständnisfrage: Eine AGM ist doch auch eine verschlossene Blei-Säure-Batterie - warum braucht die höhere Ladeendspannungen als eine Blei-Gel?
    • Bekomme ich mit dem vorhandenen Laderegler (Ladespannungen 14,4 / 13,9 V) die AGM-Batterie überhaupt richtig voll (die Einstrahlung reicht erfahrungsgemäß aus; die Frage geht eher in die Zellchemie - wird durch die zu niedrigere Spannug trotzdem das Bleisulfat wieder komplett aufgespalten)?
    • Reichen die fehlenden 0,4 V aus, um die Batterie bei über Wochen andauerndem täglichem Zyklenbetrieb mit Ladungen nur bis 14,4 V, in die Sulfatierung zu treiben (gerade in WoMo-Foren wird hier der Teufel an die Wand gemalt)?


    Vielen Dank schon mal für Eure Antworten!


    VG Markus

    08/2007 8,4 kWp: 42 Kyocera KC200GHT-2 an Sunways NT5000(850 V) und NT4200
    12/2011 9,31 kWp: 38 Solon Black 230/02 245Wp an SMA SB 4000TL-21 und SB 5000TL-20
    12/2014 24V-Insel: 10xIsofoton I-159, LR Steca 4545, WR Steca PI 1100 und 1600 Ah OCSM

  • Hallo,


    die Angabe Boost bezieht sich auf schnelles laden inkl. Ausgleichsladung. Mit 14,4 Volt bekommt man eine AGM auch voll, jedoch dauert das dann etwas länger.
    Will man reele exakte Werte, kommt man um einen Batteriemonitor nicht drum herum.


    Mit dem 60 Zellen Modul wird einiges an Leistung durch den PWM-Regler verschenkt. Was mich noch wundert ist deine Aussage, dass es mehrere Module gibt? Aber nur einen 10 Ampere Laderegler? Wie wollt ihr das alles anschließen? Vor allem kann die Batterie auch nur einen begrenzeten Ladestrom aufnehmen und ~10 Ampere sind für diese ideal.



    MfG

  • Hi Backo,


    mit den Modulen hab' ich mich vielleicht mißverständlich ausgedrückt.
    Wenn der vorhandene PWM-Solsum 10.10 mit den 14,4 V funktioniert, dann nehm ich das Isofoton, das hat nämlich einen Modulstrom von 10A. Sollte ich aber einen anderen Laderegler brauchen käme halt ggf. ein MPP ins Spiel, dann würde ich das 60-Zeller nehmen um mehr Leistung draufzubekommen.


    Mir ging's eher drum ob ich dem AGM-Akku schade, wenn ich mit geringerer Spannung als angegeben lade - und um ein Verständnis dafür zu bekommen, warum man für AGM's eine höhere Spannung braucht als für Gel-Akkus.


    VG Markus

    08/2007 8,4 kWp: 42 Kyocera KC200GHT-2 an Sunways NT5000(850 V) und NT4200
    12/2011 9,31 kWp: 38 Solon Black 230/02 245Wp an SMA SB 4000TL-21 und SB 5000TL-20
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  • Hallo Markus,
    ich habe ein Wohnmobil Bj. 2003
    Ich weiß i nicht ob sich da bei den Neuen mittlerweile was verbessert hat ?
    Seinerzeit, war es so das die Lichtmaschine die Ladung bei 12.8 Volt abregelte.
    Das reicht für die Starterbatterie.
    Aber nicht für Verbraucherbatterien.
    Die möchten schon, bis 14.8 Volt haben.
    Die bekommen sie von Solarmodulen.
    Um da auch die oft groß ausgelegten Lichmaschienen, optimal zu nutzen, empfehle ich Dir einen
    B2B Sterling Booster.
    Es gibt da mittlerweile auch deusche Produkte.
    Dieses Gerät, zieht aus der Starterbatterie , wenn der Motor, läuf geregel relativ viel Strom, um die Verbraucherbatterie damit auf zu powern.
    Daduch wird der Laderegler an Lichmaschine überlistet, um weiter zu laden.
    Seit dem ich ein soches Teil, habe, benötigen wir keine Fremdstrom mehr.
    Wir sind 7 Wochen, durch
    Norwegen , gefahren, ohne an die Steckdose zu müssen.
    Ich habe auch einen Moppel.
    Den lasse ich seit dem, auch wegen Überladung, zu Hause.
    Gruß
    Fritz

    Fritz

  • Zitat von Straubinger


    [*]Erst mal eine Verständnisfrage: Eine AGM ist doch auch eine verschlossene Blei-Säure-Batterie - warum braucht die höhere Ladeendspannungen als eine Blei-Gel?


    Das höngt weniger mit AGM zusammen als das es 2 verschiedenen Technologien bei AGM gibt Pb/Ca und Ca/Ca..Ca/Ca hat eine viel höhere Ladeendspannung im Bereiuch von14,8.. ähnlich manchen SMF Batterien im KfZ bereich gibt es Vorrangig CA/CA weil TiefZyklen nicht zu erwarten sind; und genau das ist es was eine CA/CA garnicht mag, dafür ist sie wiederum Hitzebeständiger was eigentlich eine AGM garnicht mag. Allso immer schön schaun was man eigentlich für eine AGM kauft

    Wohnhaus 100% OFFGRIDInsel: 13,47kwp,5xMppt,BMV700,CCGX,2xMultiplus 5000, OPzS/PzS => 4150Ah/c100/48V
    TeichInsel: 930wp, 2xVictron Mppt 100/15, BMV600, SolarixPI 1100, 400Ah/OPzS 24V

    100% PVInsel Liveview | SDM630 Logger | INSEL WIKI

    "Denn auch eine Beziehung muss wie eine Insel sein. Man muss sie nehmen, wie sie ist, in ihrer Begrenzung - eine Insel, umgeben von der wechselvollen Unbeständigkeit des Meeres, immer während vom Steigen und Fallen der Gezeiten berührt." Anne Lindbergh

  • Wichtig bei allen angegebenen Spannungen ist, dass diese gerade bei Nutzung im Wohnmobil, wo die Zellentemperatur im Sommer auch mal 40°C erreichen kann, von den Ladegeräten temperaturkompensiert werde. Die Temperatur sollte am Besten direkt an der Batterie gemessen werden. Macht man das nicht dann werden die Zellen überladen und fangen zu gasen an.


    Wenn man nicht alle Ladequellen mit Temperaturkompensation zur Verfügung hat dann sollte man bei diesen eine Ladespannung von 14,4 V keinesfalls überschreiten. Nur die Regler mit Kompensation auf die vom Hersteller empfohlene Ladespannung einstellen.


    Ich würde empfehlen dass zumindest der Solarregler mit Temperaturkompensation versehen ist, so kann dieser die Batterien pflegen. Am Netzladegerät hängt das Wohnmobil bei Freistehern nur Zuhause und da hat man in der Regel normale Temperaturen. Die Lichtmachine sollte keineisfalls mit mehr als 14,4 V laden, außer man verwender hier auch einen entsprechenden Laderegler oder hat einen B2B oder A2B-Lader von Sterling im Einsatz.


    Bei mir haben so meine AGM Batterien von Effekta teilweise 9 Jahre gehalten. 2 davon haben sogar noch mehr als 90 % Restkapazität.

    Mobile Insel: PV 2kWp (mono), Solarregler 2xMPPsolar PCM5048 (MPPT), LiFePO4 1020Ah/25,6V, Lichtmaschine 4,2kW, Netzladegeräte 2xPhilippi AL30 24V, 2xKosun 6kW Sinus-WR 24V, Mastervolt Batteriemonitor BCM-III

  • 12,8v für Lima halte ich eher für ein Gerücht. Normalerweise sollten da zwischen 13-14,5V zu sehen sein, je nach Drehzahl.


    Gesendet von meinem Redmi Note 2 mit Tapatalk

  • Hallo zusammen,


    im Womo ist vom Hersteller diese Batterie
    http://www.varta-automotive.de…ssional-dual-purpose-agm/
    mit 95 Ah verbaut worden. Aufgrund der in der Beschreibung genannten Ladespannungen von 14,8 / 13,8 V kann ich nun darauf schließen, dass es sich um eine Ca/Ca-Batterie handelt. Leider gibt die Beschreibung nichts in Sachen Temperaturkompensation her.


    Der Solsum 10.10F liegt halt schon rum (Bastelkiste!), und daher könnte/sollte der wenn er passt verwendet werden. Wenn ich mir die temperaturkompensierte Ladekennlinie AGM2 bei den Votronic-Ladereglern so ansehe, dann würde bei einer Zelltemperatur von 30°C eine Ladespannung von etwa 14,4 V benötigt. Das würde im Sommerbetrieb (Saisonkennzeichen April bis Oktober!) mit dem Solsum 10.10F gut zusammenpassen. Oder hat der noch eine interne Temperaturkompensation (in der Beschreibung steht nichts drüber)?
    Die Frage ist halt, ob die Batterie sulfatiert, wenn mal eine Fahrt Richtung Norwegen gemacht wird, und die Batterie dann bei kühleren Temperaturen wochenlang zyklisch beansprucht, aber dann eben mit zu geringer Ladespannung geladen wird.


    VG Markus

    08/2007 8,4 kWp: 42 Kyocera KC200GHT-2 an Sunways NT5000(850 V) und NT4200
    12/2011 9,31 kWp: 38 Solon Black 230/02 245Wp an SMA SB 4000TL-21 und SB 5000TL-20
    12/2014 24V-Insel: 10xIsofoton I-159, LR Steca 4545, WR Steca PI 1100 und 1600 Ah OCSM

  • Zitat von Straubinger
    • Erst mal eine Verständnisfrage: Eine AGM ist doch auch eine verschlossene Blei-Säure-Batterie - warum braucht die höhere Ladeendspannungen als eine Blei-Gel?
    • Bekomme ich mit dem vorhandenen Laderegler (Ladespannungen 14,4 / 13,9 V) die AGM-Batterie überhaupt richtig voll (die Einstrahlung reicht erfahrungsgemäß aus; die Frage geht eher in die Zellchemie - wird durch die zu niedrigere Spannug trotzdem das Bleisulfat wieder komplett aufgespalten)?
    • Reichen die fehlenden 0,4 V aus, um die Batterie bei über Wochen andauerndem täglichem Zyklenbetrieb mit Ladungen nur bis 14,4 V, in die Sulfatierung zu treiben (gerade in WoMo-Foren wird hier der Teufel an die Wand gemalt)?


    VG Markus


    Hallo Markus,


    die AGM Batterie KANN eine höhere Spannung aushalten, sie braucht die aber nicht. Das liegt auch nicht an AGM oder nicht, sondern an den Legierungszuschlägen der Bleiplattengitter. Da wird normalerweise Antimon verwendet, um die Gitter mechanisch stabieler zu machen, das senkt aber die Gasungsspannung.
    Man möchte aber im KFZ eine hohe Gasungsspannung haben, um die Batterie, von Anfang an, mit hoher Spannung laden zu können. Die Batterie soll am Ende der Fahrt möglichst voll sein. Zudem will man Wartungskosten durch Wassernachfüllen, sparen.
    Bei AGM und Gel kann man kein Wasser nachfüllen. Deswegen ist es sinnvoll, eine bessere Legierung zu verwenden, die auch 14,8 V verträgt. Die 0,4 Volt sind der Sicherheitspuffer, den man nicht ausreizen muss.
    Es gibt auch AGM Batterien mit niedriger Gasungsspannung: Meine Motorradbatterie gast bei 14,4 V. Da ist das Ende schon vorprogrammiert.


    MFG Georg

  • Zitat von Janne

    12,8v für Lima halte ich eher für ein Gerücht. Normalerweise sollten da zwischen 13-14,5V zu sehen sein, je nach Drehzahl. ...


    ja über 14 volt
    bei neuen autos kann man das am werkstattcomputer einstellen